In dieser Arbeit wird die Möglichkeit der Anwendung des Verfahrens ‚Familienrat‘ aus der Kinder- und Jugendhilfe in der Altenhilfe aufgezeigt und erklärt.
‚Alter‘ ist vielschichtig und der demografische Wandel kann negative Effekte wie Singularisierung und Einsamkeit älterer Menschen mit sich bringen. Es gibt jedoch positive Effekte wie die Langlebigkeit durch bessere Ernährung, Medizin und viele
weitere Errungenschaften. Alte Menschen haben die Chance diese neue, längere Lebensphase Alter neu zu gestalten und positiv Einfluss auf ihren späten Lebensabschnitt zu nehmen. Aktiv zu altern sollte das Ziel eines jeden Menschen sein. Soziale Kontakte können im Alter abnehmen, jedoch an Wichtigkeit gewinnen.
Hier kann das Verfahren Familienrat älteren Menschen helfen. Dessen Anwendung in der Altenhilfe könnte älteren Personen eine Sinnvolle Tätigkeit geben die sie erfüllt und Ratsuchende könnten Entscheidungshilfe und Beistand erhalten. Die Kombination der beiden Themen Altenhilfen und dem Verfahren Familienrat aus der Kinder- und Jugendhilfe, ist das was diese Arbeit befürwortet und vorzuschlagen versucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Stand der Forschung/ Theoretischer Hintergrund
3. Alter
3.1 Definition
3.2 Demografischer Wandel
3.3 Kulturelle Differenzierung des Alters
3.4 Lebenssituation alter Menschen
3.5 Singularisierung und die damit einhergehenden Gefahren
4. Aktiv Altern
5. Bedeutung sozialer Kontakte im Alter
6. Familienrat
6.1 Entstehung und Geschichte
7. Durchführung und Ablauf eines Familienrates in Deutschland
7.1 Das Vorgespräch
7.2 Die Formulierung der Sorge und Einleitung des Familienrates durch Informationsaustausch
8. Anwendung des Verfahrens Familienrat mit Senioren
9. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit des partizipativen Hilfeplanverfahrens „Familienrat“ aus der Kinder- und Jugendhilfe auf den Bereich der Altenhilfe. Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Senioren durch dieses Verfahren bei Entscheidungsprozessen unterstützt, ihre soziale Teilhabe gefördert und Vereinsamung sowie Exklusion entgegengewirkt werden kann.
- Anwendung des „Familienrats“ in der Arbeit mit Senioren
- Herausforderungen des demografischen Wandels und Singularisierung im Alter
- Potenziale aktiven Alterns durch soziale Vernetzung und Partizipation
- Rolle des Familienrats zur Stärkung der Autonomie älterer Menschen
Auszug aus dem Buch
3.5 Singularisierung und die damit einhergehenden Gefahren
19 Prozent der 65 – 85 Jährigen kennen das Gefühl der Einsamkeit und empfinden es manchmal. Der Großteil kennt dieses Gefühl so gut wie gar nicht, betont die Generali Altersstudie (2017). Bei den 80 – 85 Jährigen sehen diese Zahlen schon ganz anders aus, die Einsamkeit nimmt zu.
Ganze 36 Prozent der 65 – 85 Jährigen fühlen sich häufiger einsam. Am stärksten sind Menschen, die von Krankheiten geplagt sind und jene ohne Partner betroffen, merkt die Generali Altersstudie (2017) an.
Neubart (2018) merkt an, dass Einsamkeitsgefühle sich im hohen Alter, indem sich kognitive Einbußen, körperliche Gebrechen und das Auftreten von sozialen Verlusten vereinen können, häufen. Weiter betont Neubart (2018), dass chronische Einsamkeit nicht nur der Psyche, sondern auch der körperlichen Gesundheit schadet. Aus diesem Grund sollte einer solchen Entwicklung immer schnellstmöglich etwas entgegengesetzt werden.
Nach Neubart (2017) stellt Einsamkeit den größten Faktor für geringere Lebensqualität bei alten Menschen dar. Gleichzeitig ist es jedoch auch der größte Motivationsfaktor für Ehrenamtliches Engagement.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob und wie das aus der Kinder- und Jugendhilfe bekannte Verfahren des Familienrats auf die Altenhilfe übertragen werden kann, um Senioren zu unterstützen.
2. Stand der Forschung/ Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise als Literaturarbeit und identifiziert die für die Analyse relevanten Autoren und Werke.
3. Alter: Es wird die Vielschichtigkeit des Begriffs Alter beleuchtet, wobei soziale, demografische und gesundheitliche Aspekte sowie die spezifischen Herausforderungen wie Singularisierung und Einsamkeit im Vordergrund stehen.
4. Aktiv Altern: Dieses Kapitel definiert den Prozess des aktiven Alterns als Optimierung der Möglichkeiten zur Wahrung der Gesundheit und Teilhabe am sozialen Leben.
5. Bedeutung sozialer Kontakte im Alter: Hier wird verdeutlicht, dass soziale Netzwerke für Senioren von zentraler Bedeutung sind, wobei der Abbau dieser Kontakte bei gleichzeitigem Krankheitsverlauf ein erhöhtes Einsamkeitsrisiko birgt.
6. Familienrat: Das Kapitel führt in das Konzept des Familienrats als partizipatives Verfahren ein, bei dem vertraute Personen gemeinsam Problemlösungen für den Klienten erarbeiten.
7. Durchführung und Ablauf eines Familienrates in Deutschland: Hier werden die methodischen Phasen des Familienrats, von der Vorbereitung über die Informations- und Familienphase bis hin zum Folgerat, detailliert beschrieben.
8. Anwendung des Verfahrens Familienrat mit Senioren: Der Autor überträgt das Konzept des Familienrats auf die Zielgruppe der Senioren und diskutiert, inwiefern dieses Verfahren Partizipation und Sinnstiftung im Alter fördern kann.
9. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Literaturarbeit und bestätigt die Hypothesen, dass der Familienrat ein geeignetes Instrument zur Stärkung der Autonomie in der Altenhilfe darstellt.
Schlüsselwörter
Familienrat, Altenhilfe, Alter, Demografischer Wandel, Einsamkeit, Soziale Kontakte, Partizipation, Aktives Altern, Hilfeplanverfahren, Singularisierung, Lebensphase Alter, Soziale Arbeit, Autonomie, Sinnstiftung, Netzwerk.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeit, das Hilfeplanverfahren „Familienrat“, welches primär aus der Kinder- und Jugendhilfe bekannt ist, erfolgreich in der Altenhilfe anzuwenden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind der demografische Wandel, die Lebenssituation älterer Menschen, das Konzept des „Aktiven Alterns“, die Bedeutung sozialer Kontakte und die theoretischen sowie praktischen Grundlagen des Familienrats.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Kernfrage lautet: Wie lassen sich die Prozesse aus der Anwendung des partizipativen Familienrats abstrahieren und für eine förderliche Unterstützung von Klienten in der Altenarbeit nutzbar machen?
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einer fundierten Recherche in Datenbanken sowie einschlägiger Fachliteratur basiert, um das Konzept des Familienrats mit dem Themenfeld Alter zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Phänomen „Alter“, definiert das Konzept des aktiven Alterns, beschreibt den Ablauf des Familienrats und diskutiert die Übertragbarkeit auf Senioren sowie die damit verbundenen Potenziale für die Soziale Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Familienrat, Altenhilfe, Partizipation, Soziale Netzwerke, demografischer Wandel und Autonomiestärkung.
Warum wird der Familienrat als hilfreich für Senioren erachtet?
Der Familienrat bietet älteren Menschen die Chance, aktiv an der eigenen Lebensgestaltung mitzuwirken, Entscheidungshilfe zu erhalten und durch die Rolle als Ratsmitglied oder Ratsuchender soziale Kontakte zu pflegen und sich sinnstiftend einzubringen.
Welche Rolle spielt die „Singularisierung“ bei der Argumentation?
Die Singularisierung beschreibt das Risiko der Vereinsamung im Alter, etwa durch den Verlust des Partners oder wegfallende soziale Strukturen; der Familienrat wird hier als Gegeninstrument vorgeschlagen, um Exklusion zu vermeiden und die soziale Teilhabe zu stärken.
- Arbeit zitieren
- Lucas Bunke (Autor:in), 2019, Senioren im Familienrat. Das Hilfeplanverfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492817