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Naturwissenschaftliche Bildung in außerschulischen Bildungsangeboten. Wie können Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Angebote begeistert werden?

Título: Naturwissenschaftliche Bildung in außerschulischen Bildungsangeboten. Wie können Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Angebote begeistert werden?

Tesis (Bachelor) , 2018 , 70 Páginas , Calificación: 1,4

Autor:in: Jutta Häuselmann (Autor)

Pedagogía - Escuelas pedagógicas
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Die Interessenabnahme von Mädchen in naturwissenschaftlichen Fächern ist nicht nur bekannt, es liegen bereits diverse Untersuchungen über die Ursachen dieser Abnahme vor. Vor allem Mädchen scheuen oft vor technischen Themen zurück. Mädchen weisen ein gering ausgeprägtes Selbstvertrauen und ein eher negatives Selbstkonzept im Hinblick auf ihre Leistungsfähigkeit im naturwissenschaftlichen Bereich (ausgenommen Biologie) auf. Zusätzlich erschwerend kommt hinzu, dass diese Fächer als männliches Wissensgebiet gelten: Darin Leistungserfolge zu erzielen kann als Widerspruch zur weiblichen Geschlechtsrolle erlebt werden. Darüber hinaus wirken das Selbstbewusstsein und die Dominanz der Jungen im Unterricht abschreckend. Das mangelnde Interesse am Unterricht oder dem außerschulischem Angebot soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass Mädchen durchaus Interesse an der Erkundung naturwissenschaftlicher Phänomene entwickeln, wenn ein Bezug zu ihrer Lebenswelt hergestellt und damit auch Nutzen und Folgen naturwissenschaftlichen Wissens deutlich werden. Aus der Interessensforschung ist bekannt, dass Mädchen interessiert sind an der Erklärung von Naturphänomenen, an Themen mit Bezug zum menschlichen Körper sowie an der gesellschaftlichen Bedeutung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, beispielsweise im Bereich der Ökologie.

Studien und Modellprojekte haben gezeigt, dass eine Unterrichtsgestaltung, die die unterschiedlichen Bedürfnisse, Fähigkeiten und bevorzugten Arbeitsformen von Schülern und Schülerinnen berücksichtigt, die Motivation von Mädchen für naturwissenschaftliche Fächer erhöhen kann. Sie entwickeln ein positiveres Selbstkonzept und können ihre Leistungen verbessern. Dazu gehören Maßnahmen wie ein zeitweise getrenntgeschlechtliches Angebot, kooperative Arbeitsformen und eine Orientierung der Inhalte an Vorerfahrungen und Interessen der Mädchen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einblicke in die naturwissenschaftliche Bildung im Primarbereich

1.1. Das MINT-Curriculum: Experimentieren, Forschen und Lernen

1.2. Naturwissenschaftliche Bildung im Orientierungsplan Baden-Württemberg

1.3. Naturwissenschaftliche Bildung im Bildungsplan Baden-Württemberg

2. Bildungsprozesse im MINT-Bereich

2.1. Zum Interessenbegriff

2.2. Die Interessenentwicklung im Kindesalter

2.3. Interessenentwicklung im MINT-Bereich

2.4. Interesse und Leistungen

2.5. Wissenserwerb im MINT-Bereich

3. Mädchen im Kontext naturwissenschaftlicher Bildung

3.1. Psychologische Theorien zur Entstehung geschlechtstypischen Verhaltens

3.2. Biologische Erklärungsansätze

3.3. Sozialtheoretische Ansätze

3.4. Sozial-Kognitive Ansätze

3.5. Die Bedeutung von Erziehung, Sozialisation und frühen Erfahrungen im MINT-Bereich

3.6. Geschlechterstereotypen und ihre Auswirkungen

3.7. Einflussfaktoren auf das MINT-Interesse von Mädchen

3.8. Ursachen für die Distanz der Mädchen zum MINT-Bereich

4. Blick in die Praxis: methodisch-didaktische Umsetzung

4.1. MINT-Initiativen, Netzwerke und Angebote

4.2. MINT-Zusatzangebote/außerschulische Angebote für Schülerinnen

4.3. Projektbeispiel aus der Praxis „Roberta“

4.3.1. Einführung

4.3.2. Roboter in der Bildung

4.3.3. Das Konzept „Roberta“

4.3.4. Gendergerechte Kursgestaltung - Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Interesse

4.3.5. Inhaltliche Kursgestaltung

5. Wie gelingt eine gute MINT-Präsentation in außerschulischen Bildungsangeboten?

5.1. Geschlechterbewusste Pädagogik in den MINT-Fächern

5.2. Veränderung des Unterrichts/des Kursinhaltes

5.3. Stärkung des Selbstvertrauens

5.4. Suggestion, Zuspruch, Ermutigung

5.5. (Außer-)Schulische Rahmenbedingungen

5.5.1. Finanzielle Ressourcen

5.5.2. Materielle Ressourcen

5.5.3. Personelle Ressourcen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe der Interessenabnahme von Mädchen an mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Fächern (MINT) und leitet daraus Ansätze für eine geschlechterbewusste pädagogische Förderung in außerschulischen und schulischen Bildungsangeboten ab.

  • Analyse psychologischer und sozialisationstheoretischer Ursachen für die MINT-Distanz bei Mädchen.
  • Untersuchung des Einflusses von Geschlechterstereotypen auf die Berufswahl und das Selbstkonzept.
  • Evaluierung von MINT-Initiativen und Modellprojekten (z.B. „Roberta“).
  • Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Gestaltung motivierender MINT-Bildungsangebote.
  • Bedeutung von Rollenvorbildern, Selbstwirksamkeitserwartungen und lebensweltbezogenem Lernen.

Auszug aus dem Buch

4.3.2. ROBOTER IN DER BILDUNG

Roboterbaukästen wie LEGO MINDSTORMS EV3, LEGO BOOST, LEGO WEDO, LEGO WEDO 2.0 und NXT erfreuen sich großer Beliebtheit, sie bestehen aus einer Menge von mechanischen und elektronischen Bauteilen, die aufeinander abgestimmt sind und das Konstruieren wie Programmieren unterschiedlicher Robotertypen ermöglichen. Sie erlauben, komplexe Systeme (einzelne Roboter, aber auch Gruppen miteinander kommunizierender Roboter) mit einfachen Mitteln zu bauen und zu programmieren. Der Erfolg von LEGO-Roboterbaukästen in der Schule wird durch wesentliche Faktoren bestimmt:

- Roboter sind konkrete, anfassbare Gegenstände („hands-on“) und Formeln (Programmierungen) bekommen einen Sinn.

- Roboterbaukästen ermöglichen einen einfachen Einstieg in die Programmierung und die ersten Erfolge sind beim Ausprobieren unmittelbar sichtbar.

- LEGO MINDSTORMS EV3 ermöglicht einen einfachen Einstig in die Programmierung, sodass kurzfristig Erfolgserlebnisse einsetzen.

- Ausgehend von einfachen Aufgaben lassen sich zunehmend komplexere Aufgaben lösen, insbesondere für die Programmierung.

- Das Entwickeln der Roboter erfordert einen vollständigen Systementwicklungsprozess, der vom Entwurf über die Konstruktion und die Programmierung bis zum Test reicht und viele Disziplinen einschließt, da die Hardware, Software, Elektronik, Elektrik und Mechanik zusammenpassen müssen.

- Es gibt Programmiersprachen für unterschiedliche Anforderungen. So gibt es für fast alle Baukästen grafische Programmierumgebungen für den Einstieg. Diese stellen für einen Computerlaien keine Hemmschwelle dar. Andererseits werden aber auch komplexere Sprachen für diejenigen, die schwierige Aufgaben lösen wollen, bereitgestellt (Programmiersprachen wie Java).

- Das LEGO-Mindstorms-System kann von der Grundschule bis zur Hochschule eingesetzt werden.

- LEGO setzt auf einen offenen Ansatz („open-source“). Dies ermöglicht die leichte Kombination mit anderen Soft- und Hardwaresystemen. Beispielsweise können die Apps mit Smartphones, dem iPad, interaktiven Whiteboards oder dem Computer genutzt werden (vgl. Fraunhofer IAIS 2014, Seite 4).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einblicke in die naturwissenschaftliche Bildung im Primarbereich: Das Kapitel beleuchtet die bildungspolitische Relevanz naturwissenschaftlicher Grundbildung in Lehrplänen und MINT-Curricula.

2. Bildungsprozesse im MINT-Bereich: Hier werden theoretische Grundlagen zu Lernprozessen, dem Interessenbegriff und der Entwicklung mathematisch-naturwissenschaftlicher Kompetenzen im Kindesalter diskutiert.

3. Mädchen im Kontext naturwissenschaftlicher Bildung: Dieses Kapitel analysiert Ursachen für die Distanz von Mädchen zu MINT-Fächern, insbesondere durch Stereotypisierung und Sozialisationsprozesse.

4. Blick in die Praxis: methodisch-didaktische Umsetzung: Es werden konkrete Initiativen wie das Projekt „Roberta“ vorgestellt und Methoden für eine gendersensible Kursgestaltung erläutert.

5. Wie gelingt eine gute MINT-Präsentation in außerschulischen Bildungsangeboten?: Das Kapitel diskutiert pädagogische Strategien, Rahmenbedingungen und die Förderung des Selbstvertrauens zur Steigerung der MINT-Motivation.

6. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine frühzeitige, motivationale Förderung durch handlungsorientierte Konzepte entscheidend für die Teilhabe von Mädchen im MINT-Bereich ist.

Schlüsselwörter

MINT-Bildung, Mädchenförderung, Naturwissenschaften, Robotik, Geschlechterstereotype, Selbstwirksamkeit, Bildungsplanung, MINT-Curriculum, Roberta-Projekt, außerschulische Lernangebote, Interessenentwicklung, Frühpädagogik, Technikkompetenz, Gender-Mainstreaming, Kompetenzorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum Mädchen seltener Interesse an MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zeigen und wie pädagogische Angebote gestaltet werden müssen, um sie erfolgreich für diese Bereiche zu begeistern.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der MINT-Interessenentwicklung bei Kindern, der Auswirkung von Geschlechterstereotypen sowie der praktischen Umsetzung genderbewusster Pädagogik in Schulen und außerschulischen Projekten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Handlungsfelder aufzuzeigen, wie Mädchen durch eine angepasste Unterrichtsgestaltung und gezielte Maßnahmen ihr Selbstvertrauen stärken und motivierter an naturwissenschaftlich-technische Themen herangehen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien (PISA, TIMSS, Microsoft-Studie) sowie der kritischen Reflexion empirischer Untersuchungen zu Interessen- und Motivationskonzepten im MINT-Bereich.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Hintergründe zur Entstehung geschlechtstypischen Verhaltens, die Analyse von Förderfaktoren und die Vorstellung praktischer Praxisbeispiele, insbesondere des Robotik-Projekts „Roberta“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie MINT-Förderung, Gender-Didaktik, Selbstwirksamkeit, naturwissenschaftliche Bildung und geschlechterbewusste Pädagogik.

Wie unterscheidet sich die Interessenentwicklung von Mädchen und Jungen laut der Arbeit?

Die Arbeit zeigt, dass Jungen häufiger ein Interesse an unbelebter Natur und Technik entwickeln, während Mädchen oft Präferenzen für lebensweltnahe oder „weiche“ Naturwissenschaften (z.B. Biologie) zeigen, sofern sie in ihrem Umfeld nicht durch Stereotypen entmutigt werden.

Welche Rolle spielen Rollenvorbilder in der MINT-Förderung?

Rollenvorbilder sind laut Arbeit essenziell. Da das Lehrpersonal in naturwissenschaftlichen Fächern oft männlich ist, fehlt es Mädchen häufig an Identifikationsmöglichkeiten, weshalb weibliche Vorbilder in MINT-Berufen entscheidend für die Entscheidung für eine technische Laufbahn sein können.

Welche Bedeutung hat das Projekt „Roberta“?

Das Projekt „Roberta“ dient als konkretes Beispiel für eine gendergerechte Robotik-Didaktik, die durch „Hands-on“-Aktivitäten und lebensnahe Szenarien Mädchen erfolgreich zur aktiven Auseinandersetzung mit Technik anregt und so ihre Selbstwirksamkeitserwartungen steigert.

Final del extracto de 70 páginas  - subir

Detalles

Título
Naturwissenschaftliche Bildung in außerschulischen Bildungsangeboten. Wie können Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Angebote begeistert werden?
Universidad
Karlsruhe University of Education
Calificación
1,4
Autor
Jutta Häuselmann (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
70
No. de catálogo
V492824
ISBN (Ebook)
9783668973350
ISBN (Libro)
9783668973367
Idioma
Alemán
Etiqueta
Pädagogik Technik Mädchen Naturwissenschaften Bildung Unterricht Außerschulische Angebote Naturwissenschaftliche Bildung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jutta Häuselmann (Autor), 2018, Naturwissenschaftliche Bildung in außerschulischen Bildungsangeboten. Wie können Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Angebote begeistert werden?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492824
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Extracto de  70  Páginas
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