In dieser Arbeit wird das Konzept des Financial Fairplay erläutert und mögliche Schwachpunkte dargelegt. Dabei werden zunächst die Ziele und die zentralen Vorschriften des Financial Fairplay beleuchtet sowie mögliche Problemfelder des Reglements anhand von Beispielen aufgezeigt. Anschließend werden die Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen gegen das Financial Fairplay und deren bisherige Umsetzung dargestellt. Es wird eine Prognose bezüglich der Folgen des Neymar-Rekordtransfers von Paris Saint-Germain aufgestellt. Zuletzt wird auf bisherige Erfolge des Financial Fairplay eingegangen und in einem Fazit dargestellt, ob sich das Financial Fairplay über die letzten Jahre als wirksame Regel, oder doch eher als gut gemeinter Vorschlag etabliert hat.
In den vergangenen Jahren stiegen die von den europäischen Spitzenfußballklubs gezahlten Transfersummen für Profifußballer unaufhaltsam auf schwindelerregende Höhen an. So haben die Vereine der englischen Premier League zum Beispiel in der Transferperiode 2016/2017 laut des Internetportals "transfermarkt.de" 1,65 Milliarden Euro in neue Spieler investiert, wohingegen es in der Saison 2012/2013 noch 775 Millionen Euro gewesen sein sollen.
Dieser Transfersummen-Anstieg gipfelte diesen Sommer in dem Rekordtransfer des Fußballspielers Neymar, welcher vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain wechselte. Nach übereinstimmenden Medienberichten betrug die von Paris Saint-Germain bezahlte Ablösesumme sagenhafte 222 Millionen Euro. Angesichts dieser Beträge stellt sich unweigerlich die Frage, welche Rolle dem Financial Fairplay-Reglement der Europäischen Fußball-Union UEFA dabei zugutekommt, beziehungsweise ob es überhaupt zu einem finanziell gerechten Wettbewerb beitragen kann.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Das UEFA Financial Fairplay-Reglement
I. Begriff und Entwicklung
II. Zielsetzung
III. Regelungsgehalt
1. Das Break-even-Prinzip
2. Sonstige Monitoring-Vorschriften
3. Graubereiche/Möglichkeiten zur Umgehung des Reglements
IV. Bewertung des Neymar-Transfers
V. Sanktionen der UEFA-Finanzkontrollkammer FKKK
1. Untersuchungskammer und rechtsprechende Kammer
2. Freiwillige Vereinbarung
3. Mögliche Sanktionen
4. Bisherige Sanktionen
5. Auswertung der bisherigen Praxis
VI. Wirkung des Financial Fairplay
C. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Financial Fairplay-Reglement der UEFA im Kontext aktueller Rekordtransfers wie jenem von Neymar. Ziel ist es, die Wirksamkeit der Vorschriften zu bewerten, Schwachstellen bei der Umsetzung aufzuzeigen und zu prüfen, ob das Regelwerk einen fairen Wettbewerb gewährleisten kann oder in der Praxis umgangen wird.
- Konzept und Zielsetzung des UEFA Financial Fairplay
- Mechanismen des Break-even-Prinzips und Monitoring-Vorschriften
- Praktische Herausforderungen bei der Abgrenzung zu verbundenen Parteien
- Analyse von Umgehungsmöglichkeiten und Sanktionspraxis der FKKK
Auszug aus dem Buch
1. Das Break-even-Prinzip
Die für die Vereine spürbarste Regelung des Financial Fairplay ist die in Art 58 ff. FFP geregelte Break-even-Vorschrift, welche vereinfacht formuliert besagt, dass Klubs nicht mehr ausgeben dürfen, als sie einnehmen.20 Von der Einhaltung dieser Vorschrift sind solche Klubs ausgenommen, die nachweisen können, dass ihre relevanten Einnahmen und Ausgaben in den jeweils beiden Jahren vor Beginn der UEFA-Klubwettbewerbe weniger als 5 Mio. Euro betrugen.21 Aus der Break-even-Rechnung geht hervor, welchen Gewinn oder Verlust ein Klub in einem Geschäftsjahr erwirtschaftet hat, was dann wiederum im „Break-even-Ergebnis“ resultiert.22 Je nachdem, ob die jeweiligen Einnahmen eines Klubs größer oder kleiner sind als die Ausgaben, spricht man gem. Art 60 Abs. 2 FFP von einem „Break-even-Überschuss“, bzw. einem „Break-even-Defizit“. Wichtig ist hierbei, dass für das Break-even-Ergebnis lediglich die gem. Art. 58 Abs. 1 i.V.m. Anhang X FFP definierten Einnahmen und Ausgaben relevant bei der Berechnung sind. Herangezogen werden bei der Ergebnisermittlung die Einnahmen und Ausgaben einer dreijährigen „Monitoring-Periode“, welche das Geschäftsjahr, in der die sportliche Qualifikation für die Champions League oder Europa League erfolgt (Berichtsperiode T), sowie die beiden vorangehenden Geschäftsjahre (Berichtsperioden T1 und T2) berücksichtigt.23 Ziel der Regelung ist, dass ein Klub nachhaltig und weitgehend selbstständig wirtschaften soll, indem er alle Ausgaben durch „eigene“, also durch für den Betrieb eines Fußballklubs typische Einnahmen, finanziert.24
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den massiven Anstieg der Transfersummen im europäischen Fußball und stellt die Frage nach der Wirksamkeit des Financial Fairplay anhand des Neymar-Transfers.
B. Das UEFA Financial Fairplay-Reglement: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, die Ziele sowie die detaillierten Anforderungen des Reglements, insbesondere die Break-even-Vorschrift und die Monitoring-Mechanismen.
C. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Financial Fairplay zur finanziellen Stabilisierung beigetragen hat, jedoch durch Schlupflöcher und die Macht großer Vereine vor Herausforderungen steht, die zukünftige Anpassungen erfordern.
Schlüsselwörter
Financial Fairplay, UEFA, Break-even-Prinzip, Transfersummen, Fußball, FKKK, Monitoring, Finanzstabilität, Neymar, Sponsoring, verbundene Parteien, Sanktionen, Wettbewerbsverzerrung, Klublizenzierung, Sportrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Financial Fairplay-Reglement der UEFA und seine Wirksamkeit bei der Eindämmung finanzieller Instabilitäten und Wettbewerbsverzerrungen im europäischen Profifußball.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Schwerpunkte sind die Funktionsweise des Break-even-Prinzips, die Kontrolle durch die Finanzkontrollkammer (FKKK) und die Problematik von Sponsoring-Deals mit verbundenen Parteien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, ob das Financial Fairplay in der Praxis ein wirksames Instrument für fairen Wettbewerb ist oder ob es durch komplexe Konstrukte umgangen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die das UEFA-Regelwerk, Expertenliteratur und Fallbeispiele aus der aktuellen Sportpraxis kombiniert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Vorschriften für relevante Einnahmen und Ausgaben, den Sanktionen bei Verstößen sowie den Möglichkeiten der Umgehung mittels verbundener Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Financial Fairplay, UEFA, FKKK, Break-even-Prinzip, Sponsoring, verbundene Parteien, Neymar-Transfer, Finanzstabilität und Sportrecht.
Welche Rolle spielen "verbundene Parteien" beim Financial Fairplay?
Sie sind kritisch, da sie durch künstlich erhöhte Sponsoringzahlungen das Break-even-Ziel unterlaufen können, weshalb die UEFA einen "Fair-Value-Test" zur Marktkonformität anwendet.
Wie bewertet der Autor die Sanktionspraxis der UEFA?
Der Autor stellt fest, dass während die Sanktionen bei kleineren Klubs häufiger zu harten Strafen führen, bei Top-Klubs oft Vergleiche geschlossen werden, was Zweifel an der abschreckenden Wirkung aufwirft.
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- Florian Moritz (Autor), 2018, Der Fall Neymar und die Financial Fair Play Regeln im Fußball, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492825