Der Feuerball, der „heller als tausend Sonnen“ strahlt ist ein wichtiges Kennzeichen des Kalten Krieges. Sie ist ein Massenvernichtungsmittel, welches das Leben auf der Erde vernichten oder in einem Konflikt Ursache für Langzeitfolgen sein kann, auf die ich mich im dritten Kapitel beziehen werde. Nach dem US – Präsidenten Truman war die Entwicklung der Atombombe „die größte Leistung der organisierten Wissenschaft in der Geschichte" (Müller 2012). Der Besitz einer Atombombe kann einerseits den Frieden sichern, da andererseits der militärische Einsatz zur Vernichtung der Menschheit führen könnte. Am Anfang des Atomzeitalters stand nicht die Absicht, den Frieden damit zu sichern. Diese Friedenssicherung war eine unbeabsichtigte Nebenwirkung des Atomzeitalters. Im Vordergrund stand ihr militärischer Einsatz. In dieser Arbeit werde ich die paradoxen Eigenschaften der Atombombe beleuchten. Im ersten Abschnitt werde ich auf den Aufbau und die Entwicklung der Atombombe eingehen und das Manhattan–Projekt erklären. Nach den Folgen von Atomwaffen werde ich mich auf das Gleichgewicht des Schreckens beziehen und zum Schluss die Theorie von Herman Kahn explizieren, da seine Theorie zeigt, welche Folgen ein Atomkrieg nach sich zieht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung der Atombombe: Manhattan – Projekt
3. Folgen der Abwürfe: Strahleneinwirkung auf Mensch und Natur
4. Gleichgewicht des Schreckens
5. Herman Kahn und seine Theorie
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die paradoxe Rolle der Atombombe im Kalten Krieg, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen ihrer destruktiven Macht und ihrer Funktion als friedenssicherndes Abschreckungsinstrument analysiert wird.
- Wissenschaftliche Grundlagen der Kernspaltung und das Manhattan-Projekt
- Biologische und physische Auswirkungen von Atomwaffeneinsätzen
- Konzepte der nuklearen Abschreckungstheorie (MAD)
- Theoretische Auseinandersetzung mit den Folgen eines Atomkrieges nach Herman Kahn
- Analyse des paradoxen Effekts der nuklearen Aufrüstung auf die Stabilität der Ost-West-Beziehungen
Auszug aus dem Buch
4.Gleichgewicht des Schreckens
Mit einem Zitat von Simone Wisotzki (2004) möchte ich das Potential der Nuklearwaffen zur Abschreckung und somit Verhinderung von Atomkriegen charakterisieren. „Können Kernwaffen wirklich Kriege verhindern oder hat sich die Kriegsform nicht so verändert, dass die nukleare Abschreckung an Funktionsfähigkeit und Überzeugungskraft eingebüßt hat?“ (Wisotzki 2004, S. 17). In diesem Kapitel werde ich mich mit dieser Frage und der Theorie der nuklearen Abschreckung auseinandersetzen. Diese Abschreckungstheorie besagt, dass ein Gleichgewicht des Schreckens durch Atomwaffen gewährleistet wird, das die Sicherheit der Ost – West – Beziehung erhöht (vgl. Bernhard und Nehring 2013, S. 44).
Die Beziehung zwischen der Sowjetunion und der USA im Kalten Krieg war geprägt von dieser nuklearen Abschreckungstheorie. Um diese Hypothese nachzuweisen ist es jedoch notwendig, den Konflikt der USA und der Sowjetunion genauer zu betrachten. Es sind drei Arten der Abschreckung zu unterscheiden. Das erste Konzept ist die strategische Abschreckung „eines massiven direkten Angriffs gegen ein Land oder einen großen Teil seiner Streitkräfte“ (Kahn 1987, S. 136). Die Drohung der Massenvernichtung ist hier das Abschreckungsmittel. Der zweite Typ der Abschreckung ist die Provokationsabschreckung. Strategische Drohungen dienen hier als Abschreckungsmittel. Der letzte Typ wird „Schlag – auf – Schlag – Abschreckung“ genannt, Abschreckung entsteht in der Form, dass „eine Form angemessener Vergeltung dem Angriff den Nutzeffekt rauben könnte“ (Kahn 1987, S. 136).
Außerdem muss die Wirkung der Abschreckung gewährleistet sein, denn die Gefahr eines möglichen Versagens der Abschreckung darf nicht riskiert werden. Die einfachste Form ist die existentielle Abschreckung. Das bloße Vorhandensein atomarer Waffen soll abschreckend wirken, dass man in jedem Fall die Fähigkeit zum Gegenschlag hat, völlig unabhängig von der Art der atomaren Streitkräftestruktur und politischen Festlegungen (vgl. Nerlich und Rendtorff 1989, S. 26). Dieses Gleichgewicht des Schreckens wird auch MAD genannt, was die Abkürzung von „mutually assured destruction“ ist. Grundlage dieser Ideologie ist die Rational Choice Theory (vgl. Bernhard und Nehring 2013, S. 52).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Atombombe als Massenvernichtungsmittel ein und erläutert die zentrale Forschungsfrage nach ihren paradoxen Eigenschaften im Kalten Krieg.
2. Entwicklung der Atombombe: Manhattan – Projekt: Dieses Kapitel beschreibt die wissenschaftlichen Entdeckungen der Kernspaltung und die organisatorische Umsetzung des US-amerikanischen Manhattan-Projekts unter Oppenheimer und Groves.
3. Folgen der Abwürfe: Strahleneinwirkung auf Mensch und Natur: Hier werden die physischen und medizinischen Konsequenzen der Atombombenabwürfe in Japan analysiert, inklusive Druckwelleneffekten und strahlenbedingten Krankheiten.
4. Gleichgewicht des Schreckens: Dieses Kapitel untersucht die Theorie der nuklearen Abschreckung und wie das Konzept von „Mutually Assured Destruction“ (MAD) die Beziehungen der Supermächte stabilisierte.
5. Herman Kahn und seine Theorie: Der Fokus liegt hier auf dem Denker Herman Kahn, dessen Gedankenexperimente zur Vorstellung einer Welt nach einem Atomkrieg kritisch beleuchtet werden.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das nukleare Wettrüsten trotz der ambivalenten stabilisierenden Wirkung der Abschreckung bis zum Ende des Kalten Krieges andauerte.
Schlüsselwörter
Atombombe, Kalter Krieg, Manhattan-Projekt, Nukleare Abschreckung, Gleichgewicht des Schreckens, Kernspaltung, Massenvernichtung, Strahleneinwirkung, Herman Kahn, Atomkrieg, Strategische Abschreckung, Wettrüsten, Friedenssicherung, Fallout, Rational Choice Theory.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Atombombe im Kalten Krieg und dem Paradoxon, dass eine Waffe zur Massenvernichtung gleichzeitig als Instrument der globalen Friedenssicherung fungierte.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Zentral sind die historische Entstehung der Nuklearwaffen, die physischen Auswirkungen auf den Menschen, die Theorie der nuklearen Abschreckung sowie die sicherheitspolitische Strategie des Gleichgewichts des Schreckens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die paradoxen Eigenschaften der Atombombe zu beleuchten: Warum führte die massive nukleare Aufrüstung trotz extremer Zerstörungskraft nicht zum offenen Kriegsausbruch zwischen den Supermächten?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte, historische und theoretische Analyse, die Fachliteratur sowie zeitgenössische strategische Theorien auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologische Entwicklung des Manhattan-Projekts, eine detaillierte Analyse der Folgen von Kernwaffeneinsätzen für Mensch und Natur, die Erläuterung der Abschreckungstheorie sowie die kritische Auseinandersetzung mit Herman Kahns Theorien zum Atomkrieg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kalter Krieg, Atombombe, Nukleare Abschreckung, Gleichgewicht des Schreckens, Manhattan-Projekt und nukleares Wettrüsten sind die prägenden Begriffe.
Was untersuchte Herman Kahn in seinem Gedankenexperiment?
Kahn untersuchte die Folgen eines Atomkrieges, um aufzuzeigen, wie das Ausmaß der Zerstörung minimiert werden könnte, und forderte Wissenschaftler sowie Politiker dazu auf, sich mit dem "Undenkbaren" auseinanderzusetzen.
Was ist mit dem „Gleichgewicht des Schreckens“ gemeint?
Es beschreibt den Zustand, in dem die USA und die Sowjetunion über gegenseitige Vernichtungskapazitäten verfügten, was einen direkten militärischen Schlagabtausch aufgrund des „mutually assured destruction“-Prinzips verhinderte.
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- Rukiye Tekin (Author), 2017, Der paradoxe Effekt der Atombombe auf den Kalten Krieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492850