In dieser Seminararbeit zu dem Thema wird anhand eines fiktiven Fitnessstudios in Form eines Einzelunternehmens die Aufnahme eines zweiten Gesellschafters und die dadurch entstehende Übertragung in eine GbR sowie dessen Folgen und Wahlrechte beschrieben. Diese Arbeit soll darstellen, welche gesetzlichen Möglichkeiten bei der Übertragung in Betracht kommen und zum Schluss für diesen fiktiven, aber durchaus realistischen, Fall eine mögliche Lösung aufzeigen.
Um einen noch tieferen Einblick zu geben, bezieht sich der Kernbereich dieser Arbeit auf den Ansatz des Anlagevermögens in der neu entstandenen GbR. Daraus folgt, dass in dieser Arbeit die Fragen: "Welche Möglichkeiten, in Bezug auf den Ansatz des Anlagevermögens, kommen bei der Übertragung überhaupt in Betracht und welche ist die Lösung?“ sowie "Welche Probleme können bei diesen Möglichkeiten entstehen?" und "Welche ertragsteuerlichen Folgen ergeben sich?", beantwortet werden.
Um die Beantwortung der Fragen generell möglich zu machen, werden zuerst das fiktive Unternehmen sowie die geplante Gründung der GbR beschrieben. Daraufhin werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, mit denen unter anderem Wirtschaftsgüter in ein anderes Unternehmen überführt beziehungsweise übertragen werden können. Danach wird die Besteuerung des gesamten Vorgangs beschrieben. Abschließend wird auf die Problematik bei der Besteuerung sowie auf eine weitere Folge beziehungsweise Problematik in diesem Fallkonstrukt eingegangen. Zuletzt wird die Seminararbeit in einem Fazit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
A) Einleitung
B) Darstellung eines fiktiven Betriebes
C) Steuerliche Folgen des Übertragungsvorgangs
I) § 6 III EStG
II) § 6 V EStG
III) § 24 UmwStG i.V.m. § 15 EStG
1.) § 24 UmwStG
2.) § 15 EStG
3.) Problematik
D) Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert am Beispiel eines fiktiven Einzelunternehmens die ertragsteuerlichen Konsequenzen und rechtlichen Wahlmöglichkeiten bei der Aufnahme eines zweiten Gesellschafters und der damit verbundenen Umwandlung in eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).
- Untersuchung von Übertragungsmöglichkeiten nach EStG und UmwStG
- Bewertung des Ansatzes des Anlagevermögens in der neu entstandenen GbR
- Analyse steuerlicher Folgen bei der Einbringung von Betriebsvermögen
- Konstruktion und steuerliche Einordnung von Ergänzungsbilanzen für Gesellschafter
Auszug aus dem Buch
I) § 6 III EStG
§ 6 III EStG ermöglicht eine ertragsneutrale Übertragung des laut Sachverhalt zu übertragenden Mitunternehmeranteils am Fitnessstudio. Folglich wird durch diese Norm das Subjektsteuerprinzip, durchbrochen, was sie zu einer der zentralen Normen in diesem Fall macht. Die ertragsneutrale Übertragung entsteht durch die Buchwertfortführung, die zwingend an § 6 III EStG geknüpft ist. Dementsprechend werden die stillen Reserven nicht aufgedeckt, sondern auf den neuen Mitunternehmer übertragen, was zu keiner Gewinnrealisierung führt, sondern eine spätere Versteuerung sicherstellt.
Gemäß § 6 III S. 1 EStG muss es sich aber um eine unentgeltliche Übertragung handeln, wobei die Übernahme von Verbindlichkeiten nicht als Entgelt anzusehen ist. Die meisten betrieblichen Einheiten sind mit Schulden verknüpft, wodurch die Anwendung des Absatzes 3 ausgeschlossen werden würde. Folglich ist die Trennungstheorie für § 6 III EStG nicht anwendbar. Diese besagt, dass wenn ein Wirtschaftsgut gegen eine Gegenleistung übertragen wird, welche kleiner ist als der gemeine Wert des Wirtschaftsgutes, so ist der Vorgang aufzuteilen. Man unterscheidet zwischen dem voll unentgeltlichen Übertragungsvorgang und dem voll entgeltlichen Veräußerungsvorgang. Die stillen Reserven werden im Bereich des voll entgeltlichen Teils anteilig realisiert. Daraus ergibt sich, dass „unentgeltlich“ nicht bedeutet, dass kein Entgelt fließen darf. Vielmehr darf aufgrund der vorher beschriebenen Einheitsbetrachtung ein Teilentgelt, das die Buchwerte nicht übersteigt, fließen.
Zusammenfassung der Kapitel
A) Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Themenwahl anhand eines Praxisfalls und definiert die Forschungsfragen bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung bei der Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GbR.
B) Darstellung eines fiktiven Betriebes: Hier werden die wirtschaftlichen Grundlagen des fiktiven Fitnessstudios sowie der geplante Gründungsprozess und die vertraglichen Eckpunkte der GbR-Gründung dargestellt.
C) Steuerliche Folgen des Übertragungsvorgangs: In diesem Hauptteil werden verschiedene gesetzliche Normen (§ 6 III EStG, § 6 V EStG, § 24 UmwStG i.V.m. § 15 EStG) auf ihre Anwendbarkeit auf den vorliegenden Sachverhalt geprüft und die Problematik der Ergänzungsbilanz erörtert.
D) Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich der Ansatz gemäß § 24 UmwStG i.V.m. § 15 EStG praktikabel ist, wenngleich dieser mit komplexen steuerlichen Herausforderungen verbunden bleibt.
Schlüsselwörter
Einzelunternehmen, GbR, Umwandlung, Steuerrecht, Einkommensteuergesetz, Umwandlungssteuergesetz, Mitunternehmeranteil, Buchwertfortführung, Stille Reserven, Ergänzungsbilanz, Gewinnermittlung, Einnahmenüberschussrechnung, Veräußerungsgewinn, Betriebsvermögen, Gewerbesteuer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den steuerlichen Aspekten bei der Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GbR durch die Aufnahme eines Gesellschafters.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Anwendung des Umwandlungssteuergesetzes, die Gewinnermittlungsarten im Steuerrecht und die steuerliche Behandlung von Mitunternehmeranteilen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die steuerlich optimale Lösung für die Übertragung von Wirtschaftsgütern in eine neu gegründete GbR unter Berücksichtigung gesetzlicher Wahlrechte zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Fallanalyse, indem ein realistisches, fiktives Fallbeispiel durch verschiedene steuerrechtliche Prüfungsschritte rechtlich gewürdigt wird.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil prüft verschiedene Paragrafen des EStG und des UmwStG auf Anwendbarkeit, berechnet Steuerlasten und analysiert die Notwendigkeit sowie den Aufbau einer Ergänzungsbilanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Umwandlungssteuergesetz, Buchwertfortführung, Ergänzungsbilanz und Mitunternehmeranteil charakterisiert.
Warum ist § 6 III EStG für den vorliegenden Fall nicht anwendbar?
Die Anwendung scheitert an der fehlenden Unentgeltlichkeit, da die geleistete Zahlung für den Gesellschaftsanteil das anteilige Eigenkapital übersteigt.
Welche Rolle spielt die Ergänzungsbilanz für den neuen Gesellschafter A?
Sie ist ein steuerliches Konstrukt, das notwendig wird, um die Differenz zwischen den höheren Anschaffungskosten des Gesellschafters A und den niedrigeren Buchwerten in der GbR sachgerecht abzubilden.
- Citation du texte
- Marius Brinkmann (Auteur), 2018, Die Übertragung eines Einzelunternehmens in eine GbR. Folgen aus ertragssteuerlicher Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492887