Sexualität im Frühmittelalter. Eine Analyse der frühmittelalterlichen Sexualität unter alteritätsspezifischen Fragestellungen


Hausarbeit, 2017

30 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Sexuelle Moralvorstellungen im „liber corrector“ Burchard von Worms
2.1 Bußbedürftiges Sexualverhalten im „liber corrector“ Burchhard von Worms
2.2 Sexualmoral des Frühmittelalters

3 Reale Ausübung der Sexualität im Frühmittelalter
3.1 Die sexuelle Realität des Frühmittelalters im „liber corrector“ .
3.2 Theorienbasierte Rückschlüsse auf die frühmittelalterliche Sexualität

4 Die Sexualität des 21. Jahrhunderts und Thesenabgleich
4.1 Sexualität in der BRD des 21. Jahrhunderts
4.2 Rückbezug zur Eingangsthese

5 Schlussbemerkungen

6 Anhang
6.1 Anlage
6.2 Abkürzungsverzeichnis
6.3 Literaturverzeichnis
6.4 Quellenverzeichnis

1 Einführung

Innerhalb der literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Mittelalter gilt das Pa- radigma der Alterität als bestimmend. Der Begriff verweist dabei auf die literarische sowie kulturelle Andersartigkeit und Fremdheit des Mittelalters und die kulturell-historische Distanz zwischen dem Mittelalter und der Neuzeit. Als Begründer des mediävistischen Alteritätskon- zepts gelten Hans Robert Jauß und Paul Zumthor. So formulierte Jauß 1977 in „Alterität und Modernität der mittelalterlichen Literatur“ die Idee einer doppelten Alterität mittelalterlicher Literatur, da diese allein durch die zeitliche Ferne und zum anderen durch die andere Sprache der Moderne fremd sei. Diesen Ansatz griff Zumthor 1979 („Comments on H. R. Jauß’s article“) auf und fügte hinzu, dass ein mittelalterlicher Text grundsätzlich als Produkt eines Universums zu verstehen sei, an dem uns jegliche Teilhabe dauerhaft verwehrt sei. Demzufolge gelte jegli- che Ähnlichkeit zwischen Mittelalter und Moderne als eine Illusion.1

Die Analyse der Möglichkeit einer Übertragung der dargelegten Vorstellung der Alterität auf die Sexualität im Frühmittelalter ist das Ziel der vorliegenden Arbeit. Bezüglich einer An- dersartigkeit der frühmittelalterlichen Sexualität soll dabei untersucht werden, inwiefern die frühmittelalterliche Sexualmoral auf der einen Seite sowie die reale Ausübung der Sexualität im Frühmittelalter auf der anderen Seite von den heutigen Moralvorstellungen und Realitäten abweichen. Ebenfalls berücksichtigt werden sollen dabei eventuelle Diskrepanzen zwischen theoretischen Konzepten und praktischer Ausübung der Sexualität.

Da die Begriffe Alterität bzw. Andersartigkeit ein relativ breites Bedeutungsspektrum aufwei- sen,2 soll die Bejahung der folgenden drei Unterthesen als ein Nachweis der Alterität der früh- mittelalterlichen Sexualität zur heutigen gelten:

Der Forschungsgegenstand der frühmittelalterlichen Sexualmoral sowie der Ausübung der Sexualität im Frühmittelalter, hebt sich in überwiegendem Maße von seinem modernen Pen- dant ab, indem

a) der Charakter der Sexualmoral sowie der sexuellen Praktiken sich in überwiegendem Maße dem heutigen Verständnis entzieht sowie
b) die Art und Weise des Diskurses um die Thematik der Sexualität sowie das Verhält- nis zwischen Reglementierungen und Realitäten mehrheitlich nicht heutigen Stan- dards entspricht sowie
c) vorwiegend keine Kontinuitäten zwischen der Sexualität im Frühmittelalter und je- ner des frühen 21. Jahrhunderts nachgewiesen werden können.

Für die beschriebene Untersuchung wird vorrangig das 19. Buch des „decretums“ des Bischofs Burchard von Worms (965 bis 1025), welches auch „liber corrector“ genannt wird und zwi- schen 1008 bis 1012 entstanden ist,3 herangezogen.4

Das 19. Buch des Dekrets Burchards steht am Ende einer über 500-jährigen vorgratianischen5 Bußbuchtradition und kann als ebensolches verstanden werden. Die frühmittelalterlichen Buß- bücher haben ihren Ursprung im Irland des sechsten Jahrhunderts und waren spätestens in der zweiten Hälfte des siebten Jahrhunderts auch den Angelsachsen bekannt. Schließlich im achten Jahrhundert fanden sie Eingang in die fränkische Kirche.6

Kennzeichnend für diese Bußbücher ist, „daß [sic!] sie aus der Praxis für die Praxis geschaffen waren“.7 Dies bedeutet, dass kirchliche Würdenträger diese aus ihren Erfahrungen bei der Ab- nahme der Buße heraus verfassten, mit dem Ziel eine Hilfestellung für andere Kleriker für ebendiese Aufgabe zu schaffen. Beim Verfassen neuer Bußbücher wurde dann jedoch zuneh- mend auf die älteren Vorgänger zurückgegriffen und jene als Vorlagen genutzt und neu zusam- mengestellt.8

Charakteristisch ist zudem, dass die meisten Bußbücher, im Unterschied zum „liber corrector“, keinen namentlichen Autor aufweisen sowie jeweils verschiedene Bußmaße ausweisen, was bereits zeitgenössisch von karolingischen Reformkreisen bemängelt wurde. Hieraus leitet sich das Bestreben späterer Autoren ab dem 9. Jahrhundert ab, kanonisches Material, d. h. Kon- zilskanones oder Papstdekretalen, in die Bußbücher einzuarbeiten und diese so zu legitimieren. Dennoch griffen auch diese späteren Bußbücher auf verschiedene Vorgänger zurück, wie es auch Burchard tat.9

Ebenfalls typisch für die frühmittelalterlichen Bußbücher ist, dass deren Entstehung in einem gewandelten Verständnis der Buße begründet liegt. Im Gegensatz zu den Vorstellungen der sogenannten Alten Kirche, die jedem Christen eine einmalige Buße allein in besonders schwe- ren Fällen – d. h. für das Feld der Sexualität zum Beispiel Ehebruch oder Abtreibung – gestat- tete, verbreitete sich ausgehend von der irischen Kirche die Idee einer beliebig häufigen Buße, welche zudem auch bei geringfügigeren Vergehen – also beispielsweise Masturbation oder un- gewollte Pollution – galt.10

Hier zeigt sich die für die Bußbücher typische Vorstellung einer kultischen Reinheit. Diese ist als ein Rückgriff auf das Alte Testament zu verstehen, indem das alttestamentarische Heilig- keitsgesetz ab dem sechsten Jahrhundert zur Grundlage für das sexuelle Verständnis im Chris- tentum wurde und sich damit von der Vorstellung einer ethischen Reinheit, wie sie im Neuen Testament zu finden ist, löste, wenngleich auch vereinzelt beide vermischte. Für das Frühmit- telalter gelten Sünden dementsprechend als kultische Befleckung und nicht, wie nach neutesta- mentarischem Verständnis (ethische Reinheit), als ethisch relevanter Verstoß.11

Kennzeichnend für die Idee der kultischen Reinheit ist zudem, dass diese die Reinheit der ge- samten Glaubensgemeinschaft als Grundlage für den Kontakt mit Gott sieht, wodurch jegliche Überschreitung einer Reinheitsvorschrift – beispielsweise durch verschiedene sexuelle Hand- lungen – zu einer Störung dieses Kontakts führe und somit nicht nur Folgen für den Einzelnen bzw. die Einzelne habe, sondern für sämtliche Gläubige. Hieraus leitet sich das neue Ziel der frühmittelalterlichen Buße ab: statt eines vornehmlich auf die Besserung des Sünders ausge- richteten Bereuens tritt die rasche Wiedergutmachung der Tat in den Mittelpunkt. Die Buße dient als ein Ritual des Ausgleichs und der Wiederherstellung einer ungestörten Beziehung zu Gott. Damit stimmt überein, dass die Bußbücher nicht lediglich die Tatbestände sündigen Ver- haltens aufzeigen, sondern ebenfalls das zu leistende Bußmaß, d. h. überwiegend die Dauer des Fastens.12

Aus der Vielfalt dieser langandauernden Bußbuchtradition wurde für die vorliegende Arbeit das „decretum“ Burchards gewählt, da dieses besonders gut überliefert ist. So existieren noch heute mehr als 80 Handschriften des gesamten Werkes sowie weitere fragmentarische Überlie- ferungen. Diese enorm hohe Zahl an Handschriften lässt auf die große Bedeutung des „decre- tums“ schließen.13

Darüber hinaus geht Burchard inhaltlich über seine Vorgänger hinaus. Das „decretum“ ist somit nicht lediglich ein Bußbuch, diese Bezeichnung trifft lediglich auf das hier im Mittelpunkt ste- hende 19. Buch des Dekrets Burchards zu, sondern „eine 20 Bücher umfassende systematische Sammlung des tradierten Kirchenrechts“14 und ist somit eine Mischung aus Kanones und Buß- bestimmungen. Als Vorlagen dienten Burchard dabei acht wesentliche Gruppen von Quellen: (1) die Canones apostolorum, (2) die griechischen und afrikanischen Konzilien sowie (3) die germanischen, gallischen und hispanischen Konzilien, (4) die Dekretalen der römischen Päpste, (5) die Bibel, (6) die Apostel, (7) die Worte verschiedener Heiliger und (8) verschiedene Buß- bücher. Ebenfalls kompiliert wurde der „liber corrector“ und stimmt hierin mit der Tradition der Bußbücher überein. Da sich Burchard nicht vollständig von der etablierten Bußbuchtradi- tion löste, sondern diese aufgriff, kann der „liber corrector“ somit auch als aussagekräftig für die zwei vorherigen Jahrhunderte angesehen werden.15

Eine Sonderstellung gegenüber dem Gesamtwerk des „decretums“ erhält der „liber correc- tor“ bereits durch seinen Ordo. Dieser stellt einen Praxisbezug her und ordnet das 19. Buch eindeutig dem Feld der Buße zu:16

The nineteenth book, which is called the Corrector [and the Physician], deals with the corrections of bodies and the medicines of souls, and teaches each and every priest, even the simple, how and in what measure he is able to help each and every one: ordained or without order, poor, rich, young boy, youth, aged, decrepit, healthy, ill, at every age, of both genders. 17

Auch präsentiert sich das 19. Buch in einem Frageschema, wodurch es sich stilistisch vom Ge- samtwerk abhebt. So fragt Burchhard beispielsweise zu Beginn des 44. Kapitels: Fecisti forni- cationem cum sanctimoniali vel cum sponsa Christi? 18 Hierin wird der Praxischarakter des „liber corrector“ deutlich, denn die insgesamt über 190 Fragen sollten direkt an den Bußwilli- gen bzw. die Bußwillige gestellt werden und deckten sämtliche Lebensbereiche des Mittelalters ab, wozu auch die Sexualität zählt. Entsprechend der genannten Besonderheiten überrascht es nicht, dass das 19. Buch des Dekrets Burchards auch einzeln, als ein Bußbuch, überliefert wurde.19

Im Sinne des formulierten Forschungsanliegens lässt sich der „liber corrector“ als eine Quelle der Sexualmoral im Frühmittelalter einordnen. Folgerichtig wäre es nun, um mögliche Über- einstimmungen oder Diskrepanzen zwischen „sexueller Theorie“ und „sexueller Realität“ zu Beginn des 11. Jahrhunderts festzustellen, Quellen heranzuziehen, welche Informationen über sexuelle Aktivitäten der Menschen zu jener Zeit überliefern. Für das Frühmittelalter liegt ein solcher Quellenbefund jedoch nicht vor. Stattdessen existieren lediglich wenige Quellen, die Vermutungen über die reale Sexualität jener Epoche zulassen, wie beispielsweise Berichte von Bischofsvisitationen. Darüber hinaus können zum Beispiel die umfangreichen Pönitentiariere- gister20 der römischen Kurie der vorliegenden Arbeit nicht als eine Quelle dienen, da diese le- diglich einen Zeitraum von 1410 bis 1559 abdecken und das Frühmittelalter nicht betrachten.21

Um jedoch dennoch Vermutungen bzw. Schlussfolgerungen über die reale Ausübung der Se- xualität im Frühmittelalter anstellen zu können, werden im zweiten Teil dieser Arbeit22 ver- schiedene Theorien der Sexualforschung bzw. Psychologie herangezogen. Mit Hilfe dieser soll dann ein Vergleich von Moralvorstellungen und anzunehmender Realität erfolgen.

Zuletzt gilt es dann zu überprüfen, inwiefern die eingangs aufgestellte These zu bejahen oder abzulehnen ist.

2 Sexuelle Moralvorstellungen im „liber corrector“ Burchard von Worms

Zunächst muss grundsätzlich festgestellt werden, dass die vorgratianischen Bußbücher keine direkte Sexualmoral des Frühmittelalters liefern. So stellen sie kein Regelwerk der Sexualität dar, sondern ahnden ein solches – unter anderem sexuelles – Verhalten, das als Verfehlung zu betrachten ist. Die hier behandelten sexualmoralischen Vorstellungen sind dementsprechend eine Interpretation der im „liber corrector“ aufgeführten bußbedürftigen Taten und stellen in gewissem Maße ein Zerrbild dar. Zudem geben die Bußbücher auch keinerlei Auskunft darüber, wie oft, wann und von wem ein bestimmtes sexuelles Fehlverhalten ausgeübt wurde.23

Insgesamt lassen sich in den vorgratianischen Paenitentialien fünf Kategorien sexueller Verge- hen nachweisen: (1) Verstöße gegen die (eheliche) Enthaltsamkeit, (2) Ehebruch, (3) Homose- xualität, (4) Bestialität und (5) Inzest.24 Im Folgenden sollen die genannten Typen sexuellen Fehlverhaltens im „liber corrector“ Burchards nachgewiesen und analysiert werden.

2.1 Bußbedürftiges Sexualverhalten im „liber corrector“ Burchhard von Worms

Die zu büßenden sexuellen Praktiken sowie die jeweils beigeordnete Buße finden sich im „liber corrector“ innerhalb der Kapiteln 41-50 sowie 105-114 und 122. Hierbei werden alle der fünf, von Lutterbach festgestellten Kategorien sexueller Verfehlungen abgedeckt. Vier der im „liber corrector“ aufgeführten Verfehlungen lassen sich jedoch keiner dieser Kategorien zuordnen. Sie betreffen zum einen das Eherecht sowie die Regelung des Kirchenbesuchs der Mutter nach der Geburt eines Kindes.25

Insgesamt finden sich in den genannten 21 Kapiteln des „liber corrector“ 31 Sexualvergehen bzw. Verstöße gegen Normen, die der Sexualität nahe liegen, wie beispielsweise das Eherecht. Dabei nimmt die Gruppe der Verstöße gegen die (eheliche) Enthaltsamkeit den größten Anteil ein: 17 der 31 geschilderten Vergehen entfallen auf diese Kategorie, was knapp 55 Prozent entspricht.26 Werden die drei Übertretungen, welche das Eherecht betreffen zum Ehebruch hin- zugezählt, stellen diese, die Ehe betreffenden, Verfehlungen die zweitgrößte Kategorie (sechs von 31 Verstößen).27 Den Kategorien Homosexualität und Inzest können lediglich vier bzw. drei Vergehen zugeordnet werden.28 Die Bestialität betreffen sogar nur zwei Vergehen, die je- doch in zwei Kapiteln zusammen mit der Homosexualität abgehandelt werden.29 Die drei letzt- genannten Gruppen spielen dementsprechend nach der Häufigkeit der behandelten Taten nur eine untergeordnete Rolle.

Dem gegenüber stehen jedoch die langen Bußdauern für die Vergehen der Kategorien Inzest, Homosexualität und Bestialität. So ziehen homosexuelle Handlungen sowie sexuelle Handlun- gen mit Tieren mindestens eine jeweils vierzigtägige Buße bei Brot und Wasser für sieben Jahre bzw. eine jeweils vierzigtägige Buße für zehn Jahre (in einem der zehn Jahre 40 Tage bei Brot und Wasser) nach sich.30 Der regelmäßige sexuelle Verkehr zwischen zwei Männern bzw. mit einem Tier konnte sogar zu Bußen von 15 Jahren führen.31 Ebenso wurde der inzestuöse Ge- schlechtsverkehr mit Bußen von bis zu zehn Jahren (in einem der zehn Jahre 40 Tage bei Brot und Wasser) belegt.32

Den Verstöße gegen die (eheliche) Enthaltsamkeit sowie den verschiedenen Vergehen bezüg- lich der Ehe wird maximal eine siebenjährige Buße bei Brot und Wasser zugeordnet.33 Hier kommen jedoch auch Bußen über wenige Tage vor, wie beispielsweise beim Analverkehr mit einer Frau oder der Masturbation.34

Es kann also festgehalten werden, dass im „liber corrector“ ein inzestuöses und homosexuelles Sexualverhalten sowie sexuelle Handlungen mit Tieren als am schwerwiegendsten verstanden werden. Verstöße gegen die (eheliche) Enthaltsamkeit35 sowie Ehebruch werden als weniger gravierend angesehen. Bezüglich der die Ehe betreffenden Vergehen werden solche mit höhe- ren Bußen belegt, die das unrechtmäßige Schließen oder Auflösen einer Ehe zum Inhalt haben (Buße von sieben Jahren),36 nicht aber der außereheliche Geschlechtsverkehr (Buße von 20 bzw. zehn Tagen).37

Hieraus lässt sich folgende Hierarchie der Schwere sexueller bzw. eherechtlicher Vergehen ab- leiten (in der Schwere absteigend geordnet):

1. Homosexualität und Bestialität
2. Inzest
3. Ehebruch und weitere Vergehen die Ehe betreffend
4. Verstöße gegen die (eheliche) Enthaltsamkeit (bis auf den Geschlechtsverkehr mit einer Nonne, dieser wird stärker gebüßt)

[...]


1 Vgl. Strohschneider, P.: Art. Alterität, 58. In: Weimar, K.: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Band I A – G. 3. neubearbeitete Auflage, Berlin 1997, S. 58 / 59.

2 Anm. Gemeint ist hiermit die Problematik, ab wann zwei Untersuchungsobjekte, in diesem Falle die Sexualität innerhalb zweier Zeitalter, als einander andersartig zu bezeichnen sind.

3 Vgl. Gamer, H. M. / McNeill, J. T.: Medieval Handbooks of Penenace. A translation of the principal libri poe- nitentiales and selections from related documents. New York 1938, S. 321.

4 Die vorliegende Arbeit verwendet die folgende Ausgabe des „liber correctors“ des „decretums“ Burchard von Worms. Das Werk wird dabei mit der Sigel „Burchard“ abgekürzt: v. Worms, B.: Decretum. Decretorum libri XIX. Hg. v. Wasserschleben, F. W. H. In: Die Bussordnungen der abendländischen Kirche nebst einer rechtsge- schichtlichen Einleitung. Halle 1851, S. 624-682.

5 Anm. Die vorgratianischen Paenitentialia unterscheiden sich von den nachgratianischen Summae de paenitentia und dgl. dadurch, dass sie vorrangig auf praktischer Erfahrung aufbauen, während in nachgratianischer Zeit eine systematische Kanonistik zur Grundlage wurde. Vgl. hierzu Kottje, R.: Ehe und Eheverständnis in vorgratiani- schen Bußbüchern, S. 24. In: van Hoecke, W. / Welkenhuysen, A. (Hrsg.): Love and Marriage in the twelfth Century. Leuven 1981, S. 18 – 40.

6 Vgl. ders., Ehe und Eheverständnis, S. 22 und ders.: Eine wenig beachtete Quelle zur Sozialgeschichte: Die frühmittelalterlichen Bußbücher – Probleme ihrer Erforschung, S. 63-65. In: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 73 (1986), S. 63-72.

7 Ders., Ehe und Eheverständnis, S. 22.

8 Vgl. ders., Ehe und Eheverständnis, S. 22 und ders., frühmittelalterliche Bußbücher, S. 64 / 65.

9 Vgl. ders. Ehe und Eheverständnis, S. 22 und ders., frühmittelalterliche Bußbücher, S. 64 / 65.

10 Vgl. Lutterbach, H.: Sexualität im Mittelalter. Eine Kulturstudie von Bußbüchern des 6. bis 12. Jahrhunderts. Köln 1999, S. 12.

11 Vgl. Lutterbach, H.: Die Sexualtabus in den Bußbüchern. Ein theologie-, religions- und zivilisationsgeschicht- licher Beitrag zur Neubewertung der Sexualität im Mittelalter, S. 216 / 217. In: Saeculum 46 (1995), 2, S. 216-248 und ders., Sexualität im Mittelalter, S. 15 / 16.

12 Vgl. Körntgen, L.: Fortschreibung frühmittelalterlicher Bußpraxis. Burchards „Liber corrector“ und seine Quellen, S. 209. In: Hartmann, W. (Hrsg.): Bischof Burchard von Worms 1000-1025 (Quellen und Abhandlun- gen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 100). Mainz 2000, S. 199-226 und Lutterbach, Sexualität im Mittel- alter, S. 13, 16, 257.

13 Vgl. Hartmann, W.: Burchards Dekret: Stand der Forschung und offene Fragen, S. 161 / 162. In: Hartmann, Bischof Burchard von Worms, S. 161-166 und Kynast, B.: Der Blick eines mittelalterlichen Bischofs auf das weibliche Geschlecht: Frauen (und Männer) im Dekret Burchards von Worms, S. 214 / 215. In: Bothe, A. / Schuh, D. (Hrsg.): Geschlecht in der Geschichte. Integriert oder separiert? Gender als historische Forschungska- tegorie. Bielefeld 2014, S. 213-234.

14 Kynast, Blick eines Bischofs auf das weibliche Geschlecht, S. 214 und Körntgen, Burchards „Liber corrector“, S. 209.

15 Vgl. Hartmann, Burchards Dekret, S. 136 und Körntgen, Burchards „Liber corrector“, S. 200, 209, 226.

16 Vgl. Körntgen, Burchards „Liber corrector“, S. 219.

17 V. Worms, B.: Decretum, S. 99. Hg. v. Sommerville, R. / Brasington, B. C. In: Prefaces to Canon Law Books in Latin Christianity. New Haven / London 1998, S. 99-104.

18 Burchard, Kapitel 44, 640.

19 Vgl. Kynast, Blick eines Bischofs auf das weibliche Geschlecht, S. 216 und Körntgen, Burchards „Liber cor- rector“, S. 219.

20 Vgl. für weitere Informationen beispielsweise Deutsches Historisches Institut in Rom: Mittelalter / Renais- sance. RG Online. Online verfügbar unter: http://www.romana-repertoria.net/993.html?&L=0. Zuletzt geprüft am 18.03.2017 und Schmugge, L.: Warum wenden sich 6387 deutsche Paare an den Papst und welche Gnaden erbitten sie? In: Meyer, A. (Hrsg.): Kirchlicher und religiöser Alltag im Spätmittelalter: Akten der internationa- len Tagung in Weingarten, 4. – 7. Oktober 2007 (Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde 69). Ostfildern 2010, S. 189-203.

21 Vgl. Deutsches Historisches Institut in Rom, Mittelalter / Renaissance, Repertorium Poenitentiariae Germani- cum.

22 Vgl. Kap. 3.2.

23 Vgl. Kottje, Ehe und Eheverständnis, S. 24 / 25.

24 Vgl. Lutterbach, Sexualtabus in Bußbüchern, S. 217.

25 Anm. Als Grundlage für die weiteren Analysen sowie zum Zweck der Übersichtlichkeit, wurde im Anhang als Anlage 1 eine Tabelle angefügt, welche die einzelnen Vergehen sowie die jeweils zugeordnete Buße zusammen- fasst.

26 Vgl. Burchard, Kapitel 44, 49, 50, 109, 110, 111, 112 und 122, S. 640, 642, 653-655.

27 Vgl. ebd., Kapitel 41-43 und 45-47, S. 640 / 641.

28 Vgl. ebd. Kapitel 107, 108 und 113 / 114 bzw. 48 und 105 / 106, S. 653 / 654 bzw. 641, 652 / 653.

29 Vgl. ebd., Kapitel 113 / 114, S. 654.

30 Vgl. ebd., Kapitel 113 / 114, S. 654.

31 Vgl. ebd., Kapitel 107 und 113 / 114, S. 653 / 654.

32 Vgl. ebd., Kapitel 105 / 106, S. 652 / 653.

33 Vgl. ebd., Kapitel 42, 44-47, S. 640 / 641.

34 Vgl. ebd., Kapitel 41, 49 / 50, 109-112 und 122, S. 642, 653-655.

35 Anm. Eine Ausnahme bildet der sexuelle Verkehr mit einer Nonne, welche eine siebenjährige Buße zu je vier- zig Tagen bei Brot und Wasser nach sich zieht.

36 Vgl. Burchard, Kapitel 42, 45-47, 640 / 641.

37 Vgl. ebd., Kapitel 41, S. 640.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Sexualität im Frühmittelalter. Eine Analyse der frühmittelalterlichen Sexualität unter alteritätsspezifischen Fragestellungen
Hochschule
Universität Leipzig  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Stadt und Kirche
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
30
Katalognummer
V492894
ISBN (eBook)
9783668973473
ISBN (Buch)
9783668973480
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalter, Sexualität, Bußbuch, Alterität, liber corrector, Burchard von Worms, 21. Jahrhundert, Latein
Arbeit zitieren
Frederik Hirschfeld (Autor), 2017, Sexualität im Frühmittelalter. Eine Analyse der frühmittelalterlichen Sexualität unter alteritätsspezifischen Fragestellungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492894

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