Diese Arbeit mit dem Thema „Autismus-Spektrum-Störung - das ABA-Konzept als erzieherische Hilfestellung“, setzt sich mit dem Spannungsfeld tiefgreifender Entwicklungsstörungen bei Kindern und dem damit verbundenen therapeutischen und erzieherischen Handeln der Bezugspersonen auseinander.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Stellenwert und Intension
2. Autismus(-Spektrum-Störungen)
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Autismus-Spektrum-Störungen
2.3 Tiefgreifende Entwicklungsstörungen
2.4 Klassifikationssysteme ICD-10/ DSM-IV
2.5 Klassifikation der tiefgreifenden Entwicklungsstörung nach ICD-10
2.5.1 Frühkindlicher Autismus (F84.0)
2.5.2 Asperger Syndrom (F84.5)
2.5.3 Atypischer Autismus (F84.1)
2.6 Triade
2.6.1 Qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion
2.6.2 Qualitative Beeinträchtigung der sozialen Kommunikation
2.6.3 Eingeschränkte Interessen und stereotypes Verhalten
2.7 Epidemiologie
3. Erziehung und Therapie bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen
3.1 Definition Erziehung
3.2 Definition Therapie
3.3 Verhaltensanalyse
3.4 Verhaltenstherapie
3.5 Applied Behavior Analysis (ABA)
3.5.1 ABA-Methode
3.6 Autismus-Spektrum-Störungen und Erziehung
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen tiefgreifenden Entwicklungsstörungen bei Kindern und dem therapeutischen sowie erzieherischen Handeln der Bezugspersonen. Im Fokus steht die Forschungsfrage, welche Aspekte aus den therapeutischen ABA-Methoden (Applied Behavior Analysis) auf die Erziehung übertragen werden können, um Eltern zu entlasten und das familiäre Zusammenleben von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen zu verbessern.
- Grundlagen und Klassifizierung von Autismus-Spektrum-Störungen
- Analyse der sogenannten Triade autistischer Beeinträchtigungen
- Definition und Abgrenzung von Erziehung und Therapie
- Einführung in die Verhaltensanalyse und das ABA-Konzept
- Übertragbarkeit therapeutischer Ansätze auf den erzieherischen Alltag
Auszug aus dem Buch
3.5.1.1 Diskretes Lernformat
Da sich in den USA verstärkt mit dem ABA-Konzept auseinandergesetzt wurde und wird, ist das Diskrete Lernformat außerdem unter dem Namen Discrete Trial Training bekannt. Beim Diskreten Lernformat handelt es sich um eine zeit- und kostenintensive Methode, die in einer Eins-zu-Eins Konstellation durchgeführt wird. Das „Diskrete“ am Lernformat bezieht sich auf einen festgelegten Anfang sowie ein festgelegtes Ende. Vor der ersten Therapiestunde werden die Verstärker, die eine motivierende Wirkung auf das Kind haben, ausfindig gemacht. Diese lassen sich beispielsweise während des Spielens oder Beobachtens ausmachen. Unter einem Verstärker versteht man Süßigkeiten, Spielsachen etc. Da bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung häufig einfache Rückmeldungen, wie ein Lächeln nicht ausreichen, müssen eben diese aufs Kind angepassten Verstärker zur Verfügung gestellt werden (vgl. Bernard-Opitz/Nikopoulos 2016, S.37f.).
Ein Lerndurchgang auf Basis des Diskreten Lernformats gestaltet sich wie folgt: Zuerst wird von einem Therapeuten in einem reizarmen Raum ein verbaler oder nonverbaler Auftrag, zum Beispiel „Zeig mir das Auto“ an das Kind gerichtet. Das bezeichnet man als einen diskriminierenden Stimulus (SD). Hierbei können umfassendere Aufgaben in kleinere Teilziele aufgespaltet werden, das sogenannte „Shaping“. Auf den Auftrag des Therapeuten folgt eine Reaktion/Antwort (Response) des Kindes, die im Anschluss verifiziert oder falsifiziert wird. Im vorliegenden Beispiel „Zeig mir das Auto“, reagiert das Kind entweder darauf, dass es die Bildkarte mit dem Auto aufzeigt oder es verweist auf eine andere Bildkarte. Dieses Handeln lässt sich somit anhand des diskriminierenden Stimulus erklären. Jener Reiz, der vorhanden sein muss, um eine Reaktion auszuführen. Diese Reaktion wird folglich, als richtig oder falsch eingestuft, woraufhin ein abschließendes Verhalten des Therapeuten folgt. Diese Konsequenz bezeichnet man als „reacting stimulus (SR)“. Bei einer korrekten Reaktion erfolgt auf jedes Teilziel, ein sofortiger positiver Verstärker. Bei einer inkorrekten Reaktion wird dem Kind eine Hilfestellung gegeben (vgl. ebd., S.53).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema, Darstellung der Relevanz, Formulierung der Leitfrage sowie Erläuterung des Aufbaus und der Zielsetzung der Arbeit.
2. Autismus(-Spektrum-Störungen): Erläuterung der Begriffsbestimmung, der historischen Entwicklung, der Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-IV, DSM-5) sowie der symptomatischen Triade und der Epidemiologie.
3. Erziehung und Therapie bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen: Theoretische Auseinandersetzung mit Erziehung und Therapie, Einführung in die Verhaltensanalyse, die Verhaltenstherapie und detaillierte Vorstellung der ABA-Methode sowie deren Anwendung in der Erziehung.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Möglichkeiten und Grenzen des ABA-Konzepts im erzieherischen Kontext und abschließende Bewertung der Bedeutung von Beziehung für die Entwicklung autistischer Kinder.
Schlüsselwörter
Autismus-Spektrum-Störung, ABA-Konzept, Applied Behavior Analysis, Erziehung, Therapie, Verhaltensanalyse, Diskretes Lernformat, Triade, Elternstress, Verhaltensänderung, Fördermaßnahmen, Frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, Inklusion, Selbstwirksamkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Erziehung von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen und untersucht, wie das therapeutische ABA-Konzept als Hilfestellung im erzieherischen Alltag eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die Definition und Klassifikation von Autismus, die wissenschaftlichen Grundlagen der Verhaltensanalyse sowie die praktische Anwendung von ABA-Methoden in Therapie und Erziehung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, welche Aspekte der therapeutischen ABA-Methoden für die Erziehung autistischer Kinder als übertragbar und nützlich angesehen werden können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Konzepte und Studien, um daraus ein Verständnis für die Übertragbarkeit therapeutischer Ansätze auf den erzieherischen Alltag zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition von Autismus und dessen Klassifikationssystemen sowie eine detaillierte Erläuterung von Erziehung, Therapie und den spezifischen Verfahren der Angewandten Verhaltensanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Autismus-Spektrum-Störung, Applied Behavior Analysis (ABA), Erziehungsverhalten, Selbstwirksamkeit der Eltern und das Diskrete Lernformat.
Warum spielt das ABA-Konzept eine so zentrale Rolle für die Arbeit?
Das ABA-Konzept gilt als eine der am besten evidenzbasierten Methoden, die eine klare Struktur für das Verständnis und die Modifikation von Verhalten bietet, was besonders im Kontext von Erziehungsherausforderungen hilfreich ist.
Welchen Stellenwert nimmt die Eltern-Kind-Beziehung ein?
Die Autorin betont, dass eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kind sowie eine intensive Zusammenarbeit zwischen Eltern und Therapeuten die unverzichtbare Basis für jede wirksame Erziehung oder therapeutische Intervention darstellt.
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- Selina Pröhl (Author), 2018, Autismus-Spektrum-Störung. Das ABA-Konzept als erzieherische Hilfestellung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492964