Die vorliegende Hausarbeit gibt zunächst einen Überblick über die historisch gewachsenen Strukturen Sheffields und erläutert die Merkmale des ökonomischen Niedergangs der „old industries“ speziell in den 1970er und 1980er Jahren. Darauf basierend wird die Methodik diskutiert, mit der die regionale Politik und Wirtschaft die sozio-ökonomischen Krisentendenzen zu meistern versuchte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Zentrale Terminologie
2.1 Konflikt
2.2 Lebensstil
2.3 Aneignung des städtischen Raums
3 Konfliktfeld Stadt
4 Das Beispiel der Moscheen
4.1 Allgemeine Diskussion
4.2 Die Funktionen der Moschee
4.3 Moscheen und ihre vielfältigen Ausprägungen
4.4 Moscheebau als Konfliktherd
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die sozialgeographischen Konflikte, die durch die Aneignung und Nutzung des städtischen Raums durch unterschiedliche ethnische und kulturelle Gruppen entstehen, wobei insbesondere das Beispiel der Moscheen als Konfliktherd im Fokus steht.
- Soziologische Grundlagen zu Konflikt und Lebensstil
- Aneignungsprozesse im städtischen Raum
- Städtische Konfliktfelder durch Migration und kulturelle Diversität
- Religiöse und soziale Funktionen von Moscheen in Deutschland
- Analyse von Konfliktpotenzialen beim Bau und Betrieb von Moscheen
Auszug aus dem Buch
4.4 Moscheebau als Konfliktherd
In den Aufsätzen von SCHMITT (2002, 2003, 2004) wird das Konfliktpotential von Moscheebauten untersucht. Dabei hat der Autor verschiedene Konflikte in den süddeutschen Kleinstädten Bobingen und Lauingen sowie in den nordrhein-westfälischen Städten Gladbeck, Lünen und Duisburg näher beleuchtet (SCHMITT 2004:196f.).
Die Merkmale der Konflikte sind nicht einheitlich, trotzdem können gewisse Grundtendenzen festgestellt werden. Laut SCHMITT (2002:343) wünschen sich Anwohner und Nachbarn von geplanten Moscheebauten ein „möglichst ungestörtes Wohnen ohne große Belästigungen“. Durch den Bau einer Moschee in ihrer Umgebung könnten diese raumbezogenen Eigeninteressen unterlaufen werden. Die Belastungen durch zunehmenden Verkehrslärm, besetzte Parkplätze oder den öffentlichen islamischen Gebetsruf (Muezzin) seien nicht tolerierbar. SCHMITT (2003:34) sieht darin eine ähnliche Konstellation wie bei der Planung von anderen sozialen Infrastrukturprojekten (z.B. Asylheime).
Es wird weiterhin seitens der Gegner argumentiert, dass eine Moschee architektonisch nicht in das örtliche Stadtbild passe. SCHMITT (2004:200) zeigt am Beispiel der bayerischen Kleinstadt Bobingen, wie diese „strategischen Raumbilder“ insbesondere von Vertretern der lokalen und regionalen Politik instrumentalisiert werden. Das dortige Ortsbild besitzt bei weitem nicht so eine traditionelle und einheitliche Bebauung, wie es von dieser Seite behauptet wird. Die Befürworter des Moscheebaus berufen sich dagegen auf die durch das Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit und der Förderung der gesellschaftlichen Integration von Muslimen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Raumaneignung in modernen, durch Migration geprägten Städten ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der resultierenden Konflikte.
2 Zentrale Terminologie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente, insbesondere die Begriffe Konflikt, Lebensstil und Raumaneignung als Basis für die weitere Analyse.
3 Konfliktfeld Stadt: Es wird dargelegt, warum der urbane Raum als ambivalentes Medium für das Aufeinandertreffen unterschiedlicher sozialer und kultureller Gruppen fungiert.
4 Das Beispiel der Moscheen: Dieses Kapitel analysiert anhand von Moscheen die religiösen und sozialen Funktionen sowie das Konfliktpotenzial bei deren Errichtung in Deutschland.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Konflikte bei der Raumaneignung zwar bestehen, jedoch bei entsprechender Offenheit auch zur Integration beitragen können.
Schlüsselwörter
Sozialgeographie, Stadtplanung, Raumaneignung, Lebensstil, Migration, Moscheen, Konflikt, Integration, Identität, Urbaner Raum, Segregation, Gesellschaftlicher Wandel, Religionsfreiheit, Deutschland, Interkulturelle Konflikte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt sozialgeographische Spannungen, die in modernen Städten entstehen, wenn unterschiedliche kulturelle und soziale Gruppen den städtischen Raum für sich in Anspruch nehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Theorien zur Lebensstilforschung, die Definition von Raumaneignung sowie die spezifische Rolle von Moscheen im Kontext lokaler Konflikte in deutschen Städten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit unterschiedliche Lebensstile und die damit verbundene Aneignung des Raums zu Konflikten führen, insbesondere mit Blick auf die Moscheedebatte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der existierende sozialwissenschaftliche und geographische Theorien mit empirischen Fallbeispielen zu Moscheekonflikten verknüpft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsklärung, die Beschreibung der Stadt als Konfliktfeld und die detaillierte Analyse der Funktionen und des Konfliktpotenzials von Moscheebauten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Sozialgeographie, Raumaneignung, Lebensstil, Migration und gesellschaftliche Integration.
Warum spielen Moscheen eine so zentrale Rolle als Fallbeispiel?
Moscheen dienen in der Untersuchung als konkrete Objekte, an denen sich sowohl die Identitätsansprüche von Migranten als auch die Vorbehalte der einheimischen Bevölkerung bezüglich ihrer gewohnten Wohnumgebung besonders deutlich manifestieren.
Welchen Einfluss hat die Architektur von Moscheen auf das Konfliktpotenzial?
Die Arbeit zeigt auf, dass auffällige Elemente wie Minarette den Konflikt verstärken können, da sie als Symbol für eine befürchtete "Orientalisierung" des Wohnumfelds wahrgenommen werden.
Spielen sozio-ökonomische Faktoren bei Moscheekonflikten eine Rolle?
Ja, insbesondere am Beispiel Duisburg wird deutlich, dass wirtschaftliche Krisen und soziale Frustrationen in einer Region das Konfliktpotenzial rund um Moscheeprojekte erheblich steigern können.
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- Stefan Witzmann (Author), 2005, Konflikte der Aneignung des Raums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49327