Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten, inwieweit der aktuell zu beobachtende Einsatz von Avataren im Rahmen spezifischer Webauftritte von Anbietern im E-Business dazu beiträgt, dass Kunden bzw. Nutzer von Online-Diensten Vertrauen in das angebotene Produkt bzw. die Dienstleistung oder das Unternehmen fassen.
Um den oben thematisierten Zusammenhang herstellen zu können, erfolgt in Kapitel 2 zunächst eine definitorische Eingrenzung des Begriffs „Vertrauen“. Anschließend erfolgt die Betrachtung von Vertrauenskonstrukten, wie sie in den verschiedenen wissenschaftlichen Teildisziplinen erörtert werden.
In Kapitel 3 erfolgt eine Eingrenzung des Begriffs E-Business und eine Darstellung der charakteristischen Besonderheiten des Mediums Internet im Hinblick auf die Durchführung digitaler Transaktionen. Dies ist insofern von Relevanz, als dass z.B. an dem spezifischen Informationsmehrwert, den das Internet bietet, eine der grundlegenden Funktionen von Avataren anknüpft, indem sie dem Nutzer bei der Informationssuche gezielt Hilfestellung leisten.
Kapitel 4 befasst sich inhaltlich mit der Konzeption von Avataren und verfolgt das Ziel, den Leser mit den spezifischen Eigenarten dieser virtuellen Wesen vertraut zu machen. Daran anknüpfend erfolgt eine Erläuterung der spezifischen Funktionen, die diese Avatare erfüllen und die Unterscheidung in verschiedene Avatartypen sowie deren Einsatzgebiete.
Die Möglichkeiten einer Vertrauensbildung durch den Einsatz von Avataren werden in Kapitel 5 thematisiert. Hierzu zählt die Wirkung von Avataren auf das Vertrauen der Nutzer unter Berücksichtigung der einzelnen vertrauensbildenden Faktoren, die speziell auf die Interaktion zwischen Avatar und Kunde angelegt sind.
In Kapitel 6 erfolgt abschließend die Darstellung einzelner Fallbeispiele die aufzeigen, in welcher Art sich der Einsatz von Avataren gegenwärtig auf den Webseiten ausgewählter Anbieter vollzieht.
Schließlich sollen in Kapitel 7 zudem Einblicke in die Grenzen der Vertrauensbildung durch Avatare aufgezeigt werden. Diesbezüglich muss bei aller Euphorie im Hinblick auf den Einsatz dieser Technologien im Bereich des E-Business immer berücksichtigt werden, dass es sich hierbei um eine Interaktion zwischen Mensch und Maschine handelt und dass sich der Nutzer dessen sehr wohl bewusst ist.
Inhaltsverzeichnis
- Problemstellung und Zielsetzung
- Einblicke in das allgemeine Konstrukt „Vertrauen“
- Definitorische Eingrenzung des Vertrauensbegriffs
- Der Aufbau von Vertrauen aus der Perspektive verschiedener wissenschaftlicher Teildisziplinen
- Die Konstituierung von Vertrauen aus der soziologischen Perspektive
- Vertrauensaufbau aus psychologischer Sicht
- Das ökonomische Vertrauenskonstrukt
- Vertrauensaufbau aus dem Blickwinkel des Marketings
- Der Begriff des E-Business
- Vor- und Nachteile webbasierter Transaktionen aus der Nachfragersicht
- Die Relevanz des Vertrauensaspektes im E-Business
- Modelle zur Vertrauensbildung im E-Business
- Das Vertrauensmodell MoTEC von Egger
- Das Vertrauensmodell für die Kaufentscheidung von Riegelsberger & Sasse
- Betrachtungen zur Technologie von Avataren
- Was sind Avatare? - Eine Begriffsbestimmung.
- Der Mehrwert des Einsatzes von Avataren für Anbieter und potenzielle Kunden
- Funktionen, Einsatzgebiete und Typen von Avataren
- Die Wirkung von Avataren auf das Vertrauen der Nutzer
- Vertrauensbildende Faktoren
- Vertrauenshemmende Faktoren
- Ausgewählte Fallbeispiele von Avataren - eine Analyse unter dem Aspekt einer erfolgreichen Vertrauensbildung
- Der virtuelle Bausparfuchs der Schwäbisch Hall AG
- Erste Eindrücke zum Auftreten dieses Avatars
- Die Berücksichtigung vertrauensbildender Faktoren in der Implementierung des Infofuchses
- Resümee
- PIA, der virtuelle Einkaufs-Guide des Bertelsmann Clubs
- Das Erscheinungsbild von PIA
- Die Berücksichtigung vertrauensbildender Faktoren im Design von PIA
- Resümee
- Eve, die virtuelle Beraterin von Yello Strom
- Erste Eindrücke von Eve
- Die Berücksichtigung vertrauensrelevanter Faktoren in der Implementierung von Eve
- Resümee
- Individualisierte Avatare für den Modeeinkauf (FashionMe)
- Zusammenfassende Betrachtung.
- Der virtuelle Bausparfuchs der Schwäbisch Hall AG
- Grenzen der Vertrauensbildung durch Avatare
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Fragestellung, wie Avatare im E-Business zur Vertrauensbildung beitragen können. Ziel ist es, die Möglichkeiten der Vertrauensbildung durch Avatare anhand ausgewählter Fallbeispiele zu analysieren und damit einen Beitrag zum Verständnis der Rolle von Avataren im Kontext der digitalen Wirtschaft zu leisten.
- Das Konstrukt „Vertrauen“ in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen
- Die Herausforderungen und Chancen des E-Business im Hinblick auf Vertrauensbildung
- Die Funktionsweise und Einsatzgebiete von Avataren
- Die Analyse der Wirkung von Avataren auf das Nutzervertrauen
- Die Untersuchung ausgewählter Fallbeispiele zur erfolgreichen Vertrauensbildung durch Avatare
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Problemstellung ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit. Das zweite Kapitel befasst sich mit dem allgemeinen Konstrukt „Vertrauen“ und beleuchtet den Begriff aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven, darunter Soziologie, Psychologie, Ökonomie und Marketing. Kapitel drei erörtert den Begriff des E-Business und analysiert die Relevanz des Vertrauensaspektes in diesem Kontext. Es werden zudem Modelle zur Vertrauensbildung im E-Business vorgestellt. Kapitel vier widmet sich der Technologie von Avataren und erläutert ihre Funktionen, Einsatzgebiete und Typen. Kapitel fünf untersucht die Wirkung von Avataren auf das Vertrauen der Nutzer und identifiziert sowohl vertrauensbildende als auch vertrauenshemmende Faktoren. Kapitel sechs analysiert ausgewählte Fallbeispiele von Avataren, um die erfolgreiche Vertrauensbildung anhand konkreter Beispiele zu beleuchten. Dabei werden die Avatare „Infofuchs“ der Schwäbisch Hall AG, „PIA“ des Bertelsmann Clubs, „Eve“ von Yello Strom und „FashionMe“ betrachtet.
Schlüsselwörter
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema der Vertrauensbildung im E-Business, insbesondere durch den Einsatz von Avataren. Wichtige Schlüsselbegriffe sind daher Vertrauen, E-Business, Avatare, Vertrauensmodelle, Nutzervertrauen und Fallbeispiele. Die Arbeit betrachtet den Einfluss von Avataren auf die Gestaltung von Online-Transaktionen und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen.
Häufig gestellte Fragen
Wie können Avatare das Vertrauen im E-Business stärken?
Avatare fungieren als „menschliche“ Schnittstelle. Durch soziale Präsenz, Mimik und Hilfestellungen bei der Informationssuche können sie die Anonymität des Internets reduzieren und die Kundenbindung erhöhen.
Was sind bekannte Beispiele für Avatare in der Praxis?
Die Arbeit analysiert Fallbeispiele wie den „Bausparfuchs“ der Schwäbisch Hall, die Beraterin „Eve“ von Yello Strom oder „PIA“ vom Bertelsmann Club.
Welche psychologischen Faktoren spielen beim Vertrauensaufbau eine Rolle?
Wichtige Faktoren sind die wahrgenommene Kompetenz, Wohlwollen und die Integrität des Avatars. Ein sympathisches Erscheinungsbild kann zudem die Hemmschwelle zur Interaktion senken.
Gibt es Grenzen bei der Vertrauensbildung durch Avatare?
Ja, Nutzer sind sich bewusst, dass sie mit einer Maschine kommunizieren. Wenn der Avatar zu „menschlich“ wirkt, aber unnatürlich reagiert (Uncanny Valley), kann dies sogar Misstrauen erzeugen.
Was ist der Mehrwert von individualisierten Avataren beim Modeeinkauf?
Individualisierte Avatare ermöglichen virtuelle Anproben, was die Unsicherheit beim Online-Kauf verringert und die Retourenquote senken kann.
- Citar trabajo
- Mireille Bertram (Autor), 2005, Möglichkeiten der Vertrauensbildung durch Avatare im E-Business - Eine Analyse anhand ausgewählter Fallbeispiele, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49359