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Ein neues Transformationsmodell jenseits des Kapitalismus? Eine institutionenökonomische Analyse von Kuba

Título: Ein neues Transformationsmodell jenseits des Kapitalismus? Eine institutionenökonomische Analyse von Kuba

Tesis de Máster , 2018 , 112 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Jan-Philipp Brinkmann (Autor)

Ciencias sociales (General)
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Kein anderes Land der Karibik hat weltweit so viel Aufsehen erregt wie Kuba. Der kleine karibische Inselstaat stand im Verlauf seiner polarisierenden Geschichte des Öfteren im Fokus der globalen Medien. Die gar nicht so weit zurückliegende Kolonialgeschichte, das karibische Klima, die eigene Kultur und der sozialistische Fler der Revolution haben immer schon Menschen auf diese besondere Insel gezogen. Immer mehr Touristen strömen heutzutage auf die Insel. Dies liegt auf der einen Seite daran, dass die Infrastruktur für den Pauschal-und Massentourismus in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgebaut wurde und nun auch Menschen ohne politische Motivation auf die Insel kommen, um Strandurlaub zu machen. Auf der anderen Seite existiert in westlichen Teilen der Welt der Mythos, dass Kuba, die letzte sozialistische Bastion des 21. Jahrhunderts, sich nun auch in Richtung Kapitalismus aufmacht. Herauszufinden ob man dem Mythos glauben schenken darf oder nicht, soll eine zentrale Aufgabe dieser Arbeit sein.

Fragt man die Kubaner heute auf der Straße, dann können sie nicht oft genug betonen, wie schnell sich alles aktuell auf der kubanischen Insel verändert. Im zweiten Atemzug bekommt man dann ganz schnell erklärt, dass es dem Land wirtschaftlich nicht gut geht. Um sich dies bestätigen zu lassen, braucht man nur einen Blick in die negative Handelsbilanz, die wachsenden Nahrungsmittelimporte und die geringen Wachtsumsraten des vergangenen Jahrzehnts anschauen. Dass diese Resultate, trotz der massiven Einschränkungen durch das US-Wirtschaftsembargo, auch auf die Ineffizienzen der zentralen Planung der kubanischen Wirtschaftsleitung zurückzuführen sind, wird mittlerweile auch parteiintern hier und da anerkannt.

Nach dem Rücktritt Fidel Castros haben die institutionellen Reformen unter Raúl Castro eine neue Schlagzahl angenommen, die letzlich einen wirtschaftlichen und sozialen Wandel in Gang gebracht haben, der zwar nicht schockartig daherkommt, aber beständig scheint. Eine weitere Hypothese dieser Arbeit ist, dass sich das kubanische Wirtschaftssystem aktuell in einer institutionellen Transitionsphase befindet, wobei noch nicht eindeutig geklärt ist, ob es sich hierbei um Reformen innerhalb des sozialistischen Ordnungsgefüges handelt oder ob sich sogar eine Annäherung an eine kapitalistische Marktwirtschaft vollzieht. Die aktuellen Entwicklungen auf diesem organisationellen Spektrum einzuordnen, soll ein Ziel dieser Arbeit sein.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Institutionenökonomische Theorie

2.1 Institutionen als Regeln im Gleichgewicht

2.2 Evolutionär-institutionelle Ökonomik

2.2.1 Grundlegendes

2.2.2 Ontologisches Verständnis der EIÖ

2.2.3 Soziale Eingebettetheit

2.2.4 Zeremenielle und instrumentelle Werte, Technologie und Wissensbestände. Institutioneller Wandel nach der EIÖ

2.3 North‘sche Institutionentheorie

2.3.1 Ontologisches Verständnis der NIÖ

2.3.2 Transaktionskosten und Wirtschaftsleistung.

2.3.3 Formgebundene Institutionen und die Veränderung der relativen Preise. Institutioneller Wandel nach der NIÖ

2.4 Zusammenfassung: EIÖ und NIÖ im Vergleich

2.5 Institutionelle Ausgestaltung von Wirtschaftsordnungen

3. Transformationsökonomie

3.1 Transformationstheorie

3.2 Postsozialistische Transformationsökonomien

3.2.1 „Graduelle Therapie“ oder „Schocktherapie“?

3.2.2 Quantitative Messmethoden der Transformation.

3.2.3 Der Privatisierungsprozess russischer Großunternehmen in der Transformation und die Gefahr der Monopolbildung.

3.2.5 Ein Beispiel ökonomischer Selbstorganisation. Die Transformation der jugoslawischen Genossenschaften.

3.2.6 Transformationsblaupause Vietnam? Der Erfolg der kleinen und mittelständischen Familien und Landwirtschaftsbetriebe in Vietnam.

3.2.7 Die Bedeutung der informellen Institutionen im chinesischen Transformationsprozess. Soziale Eingebettheit, Korruption und Güterallokation.

4. Kubas Wirtschaftstransformation

4.1 Kubanische Wirtschaftsgeschichte

4.2 Reformen der Período Especial en Tiempos de Paz

4.3 Der kubanische Doi Moi. Institutioneller Wandel unter Raúl Castro

4.3.1 Zentrale Probleme Wirtschaft und Transformationsdruck

4.3.2 Weichenstellung für den Wandel. Institutioneller Wandel der sozialen und wirtschaftlichen Ordnung ab 2007

4.3.3 Die neuen Leitlinien von 2011/2016.

4.3.4 Der graduelle Weg

4.4 Denzentralisierung oder Reorganisation? Die staatlichen Großunternehmen und Joint-Ventures

4.5 Nichtstaatliche Formen der Unternehmensorganisation. Privatisierung der kleinen und mittelständischen Unternehmen.

4.5.1 Genossenschaftliche Organisationsformen und ihre institutionelle Entwicklung im kubanischen Wirtschaftsmodell.

4.5.2 Landwirtschaftliche Genossenschaften. Tradition, Lehren und institutionelle Innovationen.

4.5.3 Genossenschaften anderer Wirtschaftssektoren. Experiment oder Hoffnungsträger?

4.5.4 Cuentapropistas. Privatisierung mit Hindernissen.

4.4 Informelle Institutionen im Wandel und die Blackbox der informellen Wirtschaft

4.5 Das Internet als Zündholz des progressiven institurionellen Wandels.

5. Ein alternatives Transformationsmodell für Kuba?

5.1. Der bittere Beigeschmack des asiatischen Weges.

5.2 Das Modell der Gemeinwohl-Ökonomie.

5.3 Die Gemeinwohlökonomie als alternatives Entwicklungsziel für Kuba?

6.Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Masterarbeit untersucht das kubanische Wirtschaftssystem im Kontext der aktuellen Reformen ("Doi Moi cubano") und analysiert, ob sich Kuba in Richtung eines neuen Transformationsmodells jenseits des Kapitalismus bewegt. Unter Verwendung einer institutionenökonomischen Analyse, die sowohl formelle als auch informelle Institutionen einbezieht, wird erforscht, wie die kubanische Regierung auf wirtschaftlichen Druck reagiert und welche Rolle dabei alternative Wirtschaftsmodelle wie die Gemeinwohlökonomie spielen können.

  • Analyse des institutionellen Wandels unter Raúl Castro
  • Vergleich der institutionenökonomischen Theorieansätze (EIÖ vs. NIÖ)
  • Transformation des Agrarsektors und Bedeutung nichtstaatlicher Unternehmensorganisationen
  • Rolle informeller Institutionen (Korruption, Schwarzmarkt, soziale Eingebettheit)
  • Diskussion alternativer Transformationspfade und deren Anwendbarkeit auf den kubanischen Kontext

Auszug aus dem Buch

2.1 Institutionen als Regeln im Gleichgewicht

Grundlegend für eine Analyse von Institutionen ist zunächst ein ausreichendes Verständnis dessen, was sie eigentlich ausmacht, weshalb zunächst ausgewählte Definitionen von Institutionen präsentiert und diese anschließend diskutieren werden sollen. Im Allgemeinen lassen sich drei verschiedene Betrachtungsweisen von Institutionen identifizieren. Zunächst gibt es eine regelbasierte Auffassung, welche gemeinhin die konventionellste Form der Definition von Institutionen darstellen dürfte:

„Institutionen sind Spielregeln einer Gesellschaft oder, förmlicher ausgedrückt, die von Menschen erdachten Beschränkungen menschlicher Interaktion. Institutionen vermindern Unsicherheit, indem sie für gewisse Ordnungen in unserem täglichen Leben sorgen. Sie schaffen Richtlinien für menschliche Interaktion, damit wir wissen (oder leicht in Erfahrung bringen können), wie wir uns verhalten müssen, wenn wir auf der Straße einem Freund begrüßen, ein Auto lenken, Orangen kaufen, Geld borgen, ein Unternehmen gründen, unsere Toten begraben usw.“ (vgl. North 1990: 3f.)

Elsner (1987: 5) folgt dieser Definition, wenn er konstatiert, dass Institutionen regelgebundenes und somit institutionalisiertes Entscheiden und Verhalten der Individuen induzieren. Hierbei verfügen die Individuen über feste Erwartungen hinsichtlich der Verhaltensweisen anderer Individuen, die zum einen durch die Regel definieren wird und gleichzeitig andere Verhaltensweisen ausschließen. Er setzt Institutionen somit, auch in Relation zur Sicherheit. Man zieht es vor sich regelkonform zu verhalten, wenn eine hinreichende Sicherheit besteht, dass die anderen Individuen es einem gleichtun. Diese Sicherheit resultiert aus der Annahme, dass allgemein bekannt ist, dass eine Missachtung der Regeln eine Missachtung der Regeln seitens der anderen Individuen zur Folge hat und man sich auf diese Weise schlechterstellt im Vergleich zu regelkonformem Verhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und aktuelle Bedeutung Kubas als "letzte sozialistische Bastion" und definiert das Ziel der Arbeit, den institutionellen Wandel Kubas theoretisch einzuordnen.

2. Institutionenökonomische Theorie: Dieses Kapitel schafft ein theoretisches Fundament durch die Analyse der Evolutionär-institutionellen Ökonomik (EIÖ) und der North'schen Institutionenökonomik (NIÖ), um deren Ergänzungspotenzial für die Analyse kubanischer Transformationsprozesse zu ergründen.

3. Transformationsökonomie: Hier werden allgemeine Transformationstheorien und Fallbeispiele aus postsozialistischen Staaten (Russland, Jugoslawien, Vietnam, China) diskutiert, um methodische Ansätze und Erkenntnisse für den kubanischen Kontext abzuleiten.

4. Kubas Wirtschaftstransformation: Das Kapitel analysiert detailliert die kubanische Wirtschaftsgeschichte, die Auswirkungen der "Período Especial" sowie den institutionellen Wandel unter Raúl Castro, mit besonderem Fokus auf Dezentralisierung und nichtstaatliche Unternehmensorganisationen.

5. Ein alternatives Transformationsmodell für Kuba?: Es wird diskutiert, ob die Gemeinwohlökonomie ein geeignetes alternatives Entwicklungsziel für Kuba sein könnte, wobei Potenziale und Hindernisse für eine solche Transformation kritisch beleuchtet werden.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Kuba eine hybride institutionelle Struktur anstrebt, wobei die Herausforderungen bei der Transformation großer staatlicher Unternehmen und die Integration in informelle Strukturen weiterhin kritisch bleiben.

Schlüsselwörter

Institutionenökonomik, Kuba, Transformation, Planwirtschaft, Sozialismus, Gemeinwohlökonomie, institutioneller Wandel, Transaktionskosten, Privatisierung, Genossenschaften, soziale Eingebettetheit, Wirtschaftsentwicklung, Raúl Castro, Reformpolitik, informelle Institutionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit befasst sich mit der ökonomischen und institutionellen Transformation Kubas seit dem Beginn der Reformen unter Raúl Castro und untersucht, inwiefern sich das Land zu einem Transformationsmodell jenseits des traditionellen Kapitalismus entwickelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung durch institutionenökonomische Ansätze, der Vergleich mit anderen Transformationsländern wie China und Vietnam sowie die detaillierte Untersuchung der kubanischen Wirtschaftsreformen, insbesondere der Privatisierung und genossenschaftlicher Organisationsformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den institutionellen Wandel in Kuba unter Verwendung der EIÖ und der NIÖ zu beschreiben, zu analysieren und zu bewerten, ob das Land einem spezifischen, möglicherweise alternativen Transformationspfad folgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen institutionenökonomischen Theorieansatz (EIÖ und NIÖ) und führt eine qualitative Analyse der kubanischen Wirtschaftstransformation durch, ergänzt durch Vergleiche mit den Transformationserfahrungen anderer postsozialistischer Staaten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Institutionen, die Analyse der Transformationsökonomie, die konkrete Betrachtung der kubanischen Reformgeschichte und Wirtschaftsstruktur sowie die Diskussion über ein alternatives Transformationsmodell für Kuba.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind insbesondere Institutionenökonomik, Transformation, Kuba, Sozialismus, institutioneller Wandel, Genossenschaften sowie die Gemeinwohlökonomie.

Wie unterscheidet sich die cubanische Situation von der in China oder Vietnam?

Die Arbeit betont, dass Kuba aufgrund seiner speziellen historisch-kulturellen Wurzeln (Kolonialgeschichte, geografische Nähe zu den USA) und der stärker ausgeprägten Rolle staatlicher Kontrolle trotz Reformen eine eigene, "Doi Moi cubano" genannte Dynamik entwickelt, die nicht eins zu eins mit den asiatischen Beispielen vergleichbar ist.

Welches Fazit zieht der Autor zur Gemeinwohlökonomie für Kuba?

Der Autor sieht in der Gemeinwohlökonomie ein theoretisch anschlussfähiges Modell für Kuba, da es die genossenschaftliche Ausrichtung unterstützt, merkt aber an, dass die praktische Implementierung aufgrund der Machtkonzentration bei den Eliten und der fehlenden zivilgesellschaftlichen Freiheit eine enorme Herausforderung darstellt.

Final del extracto de 112 páginas  - subir

Detalles

Título
Ein neues Transformationsmodell jenseits des Kapitalismus? Eine institutionenökonomische Analyse von Kuba
Universidad
University of Cologne  (Ökonomische Bildung)
Calificación
1,0
Autor
Jan-Philipp Brinkmann (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
112
No. de catálogo
V493696
ISBN (Ebook)
9783346004734
ISBN (Libro)
9783346004741
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kuba Wirtschaftstransformation Genossenschaften Institutionenökonomik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jan-Philipp Brinkmann (Autor), 2018, Ein neues Transformationsmodell jenseits des Kapitalismus? Eine institutionenökonomische Analyse von Kuba, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493696
Leer eBook
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