In meiner Hausarbeit möchte ich die Figur des Monsters (Rory Kinnear) genauer betrachten und herausarbeiten, inwiefern es sich von der Version aus dem Roman, sowie Frankenstein unterscheidet. Dabei gehe ich auf das Erscheinungsbild, das Wesen, den Namen, sowie den ersten Auftritt, die Entwicklung und letztendlich "das Ende" des Monsters ein. In einem nächsten Schritt wird sich dann die Frage stellen, ob beziehungsweise inwieweit sich diese Veränderungen eventuell auf den sozialen Wandel unserer Gesellschaft, hin zu mehr Akzeptanz und Integrität reflektieren lassen.
Wenn man Frankensteins Monster hört, denkt man vermutlich zunächst an die Verfilmung aus dem Jahr 1931, in welcher Boris Karloff das Erscheinungsbild des Monsters wohl für alle Zeiten geprägt hat. Dabei unterscheidet sich die Story des Filmes doch erheblich vom ursprünglichen Roman der jungen Autorin Mary W. Shelley, aus dem Jahr 1818. Knapp 200 Jahre nach dessen Erscheinen und zahlreichen Verfilmungen und Interpretationen des Frankenstein und seines Monsters, tauchen diese erneut in der Netflix-Serie Penny Dreadful auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Penny Dreadful
3. Frankensteins Monster
3.1. das Erscheinungsbild
3.2. der Name
3.3. der erste Auftritt
3.4. die Entwicklung
3.5. das Ende
4. Fazit und gesellschaftliche Übertragung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur des Monsters in der Netflix-Serie PENNY DREADFUL und setzt diese in Relation zu Mary Shelleys Romanvorlage von 1818 sowie der bekannten Verfilmung von 1931. Das primäre Ziel ist es, die Charakterentwicklung und die zentralen Aspekte des Monsters zu analysieren, um daraus Rückschlüsse auf den sozialen Wandel unserer Gesellschaft in Bezug auf Akzeptanz und Integrität zu ziehen.
- Vergleichende Analyse von Erscheinungsbild, Wesen und Handlungsverlauf des Monsters in verschiedenen Medienformaten.
- Untersuchung der Namensgebung und literarischen Referenzen (Caliban/John Clare).
- Analyse der Darstellung von Schöpfung und erster Sozialisation des Monsters.
- Reflektion über gesellschaftliche Veränderungen im Umgang mit Außenseitern und dem „Fremden“.
- Interpretation der moralischen Spiegelung von Fiktion und Realität im historischen Kontext.
Auszug aus dem Buch
3.1. das Erscheinungsbild
Im Gegensatz zum Monster sowohl aus Shelleys Roman, sowie aus Whales Verfilmung, fällt dieses in PENNY DREADFUL zunächst nicht durch seine übermenschliche Größe auf. Des Weiteren unterscheidet es sich vorwiegend von der Roman-Vorlage, in welcher das Monster zunächst aus verschiedensten Leichenteilen zusammengeflickt wird. In der Verfilmung von 1931 sind auch einige Narben, beispielsweise an Händen und Kopf sichtbar, in der Serie handelt es sich lediglich um den Körper einer einzigen Person, an deren Kopf und Hals auch einige lange Narben auszumachen sind.
Außerdem wird die Haut im Roman als gelblich und die Augen als wässrig, fast schon weiß, beschrieben, während der Hautton des Monster in PENNY DREADFUL eher dem weißen Hautton eines Vampirs gleicht und die Augen hingegen einen gelblichen Grundton aufweisen, durchzogen von blutroten Linien. Auch die im Roman als schwarz beschriebenen Lippen haben in der Serie eher den Ton eines dunkleren Rotes, welches allerdings in seiner Intensität variiert. Mit Whales Darstellung lassen sich diese Aspekte schlecht vergleichen, da es sich dabei nicht um einen Farbfilm handelt.
Alles in allem scheint das Monster in PENNY DREADFUL noch die menschlichste Darstellung zu sein, im Vergleich zu dem auf grässlichste Weise missgestalteten Monster Shelleys und Whales riesenhaftem Ungetüm.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, Frankensteins Monster im zeitlichen Vergleich zwischen Roman, Film von 1931 und der Serie PENNY DREADFUL zu analysieren.
2. Penny Dreadful: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Groschenromane und bettet die Netflix-Serie in das Genre des Horror-Klassikers ein.
3. Frankensteins Monster: Das Kapitel strukturiert die Analyse in fünf Teilaspekte, die das Monster betreffen und die Grundlage für die spätere Interpretation bilden.
3.1. das Erscheinungsbild: Dieser Abschnitt vergleicht die visuelle Gestaltung des Monsters in der Serie mit den literarischen und filmischen Vorlagen.
3.2. der Name: Hier wird die Namensgebung „Caliban“ und die Anspielung auf John Clare thematisiert und in Verbindung zur literarischen Natur-Kultur-Dichotomie gesetzt.
3.3. der erste Auftritt: Der Vergleich der Schöpfungsszenen zeigt Unterschiede in der emotionalen Reaktion Frankensteins auf seine Schöpfung auf.
3.4. die Entwicklung: Dieser Teil betrachtet, wie sich die Kreatur in den verschiedenen Versionen eigenständig in der Welt zurechtfindet und entwickelt.
3.5. das Ende: Hier wird das Schicksal des Monsters in den jeweiligen Versionen gegenübergestellt und das Zusammentreffen mit Vanessa Yves als Wendepunkt hervorgehoben.
4. Fazit und gesellschaftliche Übertragung: Das Fazit setzt die fiktiven Monsterdarstellungen in Bezug zur gesellschaftlichen Realität des 19., 20. und 21. Jahrhunderts.
Schlüsselwörter
Frankenstein, Monster, Penny Dreadful, Caliban, John Clare, Mary Shelley, James Whale, Außenseiter, Soziologie, Adaption, Schöpfungsszene, Integration, Gesellschaft, Fiktion, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Figur des Frankenstein-Monsters und vergleicht dessen Darstellung in der Serie PENNY DREADFUL mit dem Roman von Mary Shelley sowie dem Film von 1931.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die mediale Transformation eines literarischen Stoffes, die soziologische Betrachtung des Außenseiters und die Entwicklung von Moralvorstellungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es herauszuarbeiten, wie sich die Darstellung des Monsters verändert hat und ob diese Veränderungen den sozialen Wandel hin zu mehr Akzeptanz widerspiegeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine komparative Filmanalyse und vergleicht diese mit literaturwissenschaftlichen Grundlagen sowie soziologischen Interpretationsansätzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Erscheinungsbild, Namensgebung, der erste Auftritt, die Entwicklung der Figur sowie das Ende des Monsters detailliert gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören unter anderem Frankenstein, Penny Dreadful, Identität, Außenseiter, Integration und mediale Adaption.
Warum spielt die Namensgebung des Monsters eine so große Rolle in der Serie?
Der Name Caliban dient als literarische Anspielung auf Shakespeares „Der Sturm“ und verknüpft das Monster mit dem Diskurs über Natur und Kultur, während John Clare einen Bezug zur Identitätssuche herstellt.
Welchen Einfluss hat das Zusammentreffen mit Vanessa Yves?
Es fungiert als zentraler Wendepunkt, der die Rolle des Monsters umkehrt und ihm erstmals eine zwischenmenschliche Akzeptanz ermöglicht, was einen Kontrast zum ursprünglichen Scheitern darstellt.
Inwiefern unterscheidet sich die Schöpfungsszene in der Serie von der Romanvorlage?
Die Serie zeigt die Schöpfungsszene als Rückblende aus der Sicht des Monsters, wodurch ein anderer emotionaler Fokus gesetzt wird als im Roman, wo Frankenstein schockiert flieht.
- Citar trabajo
- Melanie Würsig (Autor), 2017, Die Darstellung von Frankensteins Monster. Ein Vergleich von Buch und Filmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493703