Viele Vorurteile und Befürchtungen sind mit dem frühen Fremdspracherwerb verbunden. Befürworter argumentieren, abgesehen von der Fähigkeit sich auf mehreren Sprachen verständigen zu können, mit größerer Toleranz und Anpassungsfähigkeit bei bilingualen Kindern. Gegner rechtfertigen ihre Position mit Halbsprachigkeit und Überforderung des Kindes. Welche Auswirkungen die frühe Zweisprachigkeit auf die Entwicklung des Kindes nun wirklich hat und ob diese somit einen „Fluch“ oder einen „Segen“ für das Kind darstellt wurde im Rahmen dieser Studienarbeit wissenschaftlich erarbeitet, mit dem Ergebnis, dass die frühe Zweisprachigkeit überwiegend positive Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition und Formen von Zweisprachigkeit
2.1 Definition von Zweisprachigkeit
2.2 Formen von Zweisprachigkeit
2.2.1 Simultan – bilingual
2.2.2 Sukzessiv – bilingual
3 Meilensteine des kindlichen Spracherwerbs
3.1 Monolingual aufwachsende Kinder
3.2 Bilingual aufwachsende Kinder
4 Aspekte früher Zweisprachigkeit
4.1 Sprachen und bildungspolitische Aspekte
4.2 Neurophysiologische- und biologische Aspekte
4.3 Entwicklungspsychologische Aspekte
5 Diskussion
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen der frühen Zweisprachigkeit auf die kindliche Entwicklung wissenschaftlich zu analysieren und zu diskutieren, um zu bewerten, ob diese als Fluch oder Segen für das Kind zu betrachten ist.
- Definition und grundlegende Formen der Zweisprachigkeit
- Vergleich der Meilensteine des Spracherwerbs bei monolingualen und bilingualen Kindern
- Sprachenpolitische und bildungsrelevante Bedeutung der Mehrsprachigkeit
- Neurophysiologische und biologische Voraussetzungen für den frühen Spracherwerb
- Entwicklungspsychologische Faktoren und die Rolle der Motivation
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition von Zweisprachigkeit
Eine allgemeingültige Definition ist in der Fachliteratur bislang nicht bestimmt worden, da es sich bei dem Phänomen der Zweisprachigkeit nicht um ein einheitliches Konstrukt handelt (Seifert, 2016:20). Dennoch liegen zahlreiche Definitionsversuche vor, die den Schwerpunkt auf unterschiedliche Kriterien der Sprachkompetenz setzen. Entscheidende Kriterien sind das Erwerbsalter, die Art und Weise sowie die Qualität der erlernten Sprache. Aber auch die Häufigkeit und der Kontext in welchem die Sprache verwendet wird und die individuelle Identifikation mit der Sprache.
Somit entstehen je nach Schwerpunktsetzung verschiedene Definitionen, die oftmals widersprüchlich sind (Chilla & Fox- Boyer, 2012:12). Eine Extremposition, die den Schwerpunkt auf das Kriterium Qualität setzt ist, dass die erworbene Sprache dem Niveau der Muttersprache entsprechen muss. Würde diese Definition gelten, so wäre der Anteil an zweisprachigen in der Welt sehr gering. Die andere Extremposition besagt, dass es genügt eine zweite Sprache verstehen zu können. Nimmt man diese Position als geltend an, so wäre der Großteil der Welt zweisprachig (Kielhöfer & Jonekeit, 1998:30). Die vorliegende Studienarbeit setzt den Schwerpunkt auf frühe Zweisprachigkeit, deswegen wird dieser Arbeit die Definition von Byram (2004) als Grundlage dienen. Dieser definiert ein zweisprachiges Individuum als jenes, welches in beiden Sprachen sprachfähig ist und diese zweck-, situations- und kontextgebunden einsetzen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Mehrsprachigkeit in Deutschland ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Vor- und Nachteile früher Zweisprachigkeit.
2 Definition und Formen von Zweisprachigkeit: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Vielfalt des Begriffs Zweisprachigkeit und unterscheidet zwischen simultanem sowie sukzessivem Spracherwerb.
3 Meilensteine des kindlichen Spracherwerbs: Hier werden die Stufen des Spracherwerbs dargestellt und der Entwicklungsverlauf bei monolingualen Kindern mit dem bei bilingualen Kindern verglichen.
4 Aspekte früher Zweisprachigkeit: Es werden bildungspolitische, neurophysiologische und entwicklungspsychologische Faktoren analysiert, die für den Spracherwerb im Kindesalter entscheidend sind.
5 Diskussion: Das abschließende Kapitel führt die Erkenntnisse zusammen und bewertet die frühe Zweisprachigkeit als eine positive Chance für die kindliche Entwicklung.
Schlüsselwörter
Zweisprachigkeit, Spracherwerb, Bilingualismus, Kindesentwicklung, Mehrsprachigkeit, Erstsprache, Zweitsprache, Neuroplastizität, Sprachförderung, Motivationspsychologie, Elementarbereich, Fremdspracherwerb, Simultaner Spracherwerb, Sukzessiver Spracherwerb, Sprachstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der frühen Zweisprachigkeit bei Kindern und beleuchtet die kontroversen Standpunkte darüber, ob dies eine Belastung oder eine Bereicherung für die kindliche Entwicklung darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zu den zentralen Themen gehören die Definitionen von Zweisprachigkeit, die Phasen des Spracherwerbs, sowie bildungspolitische und biologische Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu erörtern, ob die frühe Zweisprachigkeit eher positive oder negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand zu verschiedenen Aspekten der Zweisprachigkeit theoretisch aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, den Vergleich von Spracherwerbsmeilensteinen und die Analyse verschiedener Einflussfaktoren wie Gehirnentwicklung und kindliche Motivation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Bilingualismus, Sprachentwicklung, neuronale Plastizität, Sprachförderung und die Unterscheidung zwischen simultanem und sukzessivem Erwerb.
Welche Rolle spielt die neuronale Plastizität beim Spracherwerb?
Sie gilt als das Hauptargument für einen frühen Beginn des Fremdsprachenlernens, da das kindliche Gehirn besonders formbar ist und diese Plastizität die Basis für effizientes Lernen bildet.
Wie unterscheidet sich die Motivation von Kindern bei diesem Prozess?
Kinder sind beim Spracherwerb laut Arbeit überwiegend intrinsisch motiviert, da sie Freude an der Kommunikation haben und weniger unter Versagensängsten leiden als Erwachsene.
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- Katerina Yanchak (Author), 2019, Zweisprachigkeit im Frühkindalter. Fluch oder Segen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493721