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Herkunft, Darstellung und Funktion der Teufelsfigur im Redentiner Osterspiel

Ein Vergleich mit der traditionellen biblischen Teufelsfigur

Title: Herkunft, Darstellung und Funktion der Teufelsfigur im Redentiner Osterspiel

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: K. Vell (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Diese Hausarbeit untersucht die Herkunft, Darstellung und Funktion der Teufelsfigur im Redentiner Osterspiel (RedO). Dazu wird diese Teufelsfigur mit der traditionellen biblischen Teufelsfigur verglichen.

Die auftauchende lange Teufelsszene wird im RedO thematisiert, welche im Fokus dieser Hausarbeit stehen soll: Welche Aspekte des Teufels haben sich von der ursprünglichen Liturgie, der biblischen Textgrundlage, gelöst und wurden eigenständig? Es soll über die Darstellung des Teufels, unter Berücksichtigung seiner Herkunft, dessen Funktion betrachtet werden: seine heilsgeschichtliche Funktion und seine soziale Funktion, die über die Textwirkung oder vermutete Wirkung zum Ausdruck kommen kann.

Eine zentrale Rolle spielt die Entwicklung der Christusfigur, die von einer symbolhaften Darbietung (feierliches Hereintragen der Evangelien als Stellvertreter für den Leib Christi) zu einer aktiv agierenden Figur wird. Mit dieser Grundlage konnte in Anlehnung an das Nikodemusevangelium die Höllenfahrtszene als eine eigenständige Szene entstehen, die eine herausragende Rolle im Redentiner Osterspiel einnimmt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Teufelsdarstellung in der Tradition

2.1 Altes Testament

2.2 Neues Testament

2.3 Nikodemusevangelium

3. Die Teufelsdarstellung im Redentiner Osterspiel

3.1 Vergleich: Teufel in der Bibel mit den Teufelsfiguren des Redentiner Osterspiels

3.2 Komik

3.3 Funktion der Teufelsfiguren

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die eigenständige Darstellung und Funktion der Teufelsfiguren im mittelalterlichen Redentiner Osterspiel im Vergleich zu ihren biblischen Grundlagen. Dabei wird analysiert, wie sich diese Figuren von der ursprünglichen Liturgie gelöst haben, welche Rolle die Komik in ihrer Inszenierung spielt und inwieweit sie als dramaturgisches Mittel zur Vermittlung religiöser Inhalte dienen.

  • Biblische Wurzeln des Teufelsbildes (Altes und Neues Testament)
  • Die Darstellung des Teufels als aktive, hierarchisch strukturierte Gruppe im Redentiner Osterspiel
  • Komik als Mittel zur Entschärfung und Vermenschlichung des Bösen
  • Funktion der Teufelsfiguren für das mittelalterliche Publikum (Theodizee und Abschreckung)
  • Vergleich zwischen biblischer Überlieferung und dramatischer Umsetzung

Auszug aus dem Buch

Die Teufelsdarstellung im Redentiner Osterspiel

Der Titel des RedO lautet „De Resurrectione“ und grenzt somit den Handlungsrahmen des Osterspiels ein, wie auch das Eröffnungsspiel vom ersten Engel. Ziel und Funktion der Aufführung ist die Auferstehung mit Gott, von den Sünden frei zu kommen, wenn man vom Bösen ablässt (Vgl. V. 12-16). Diese Erlösung kann während der Aufführung vom Zuschauer erfahren werden („Up dat ju dat allent sche./ En jewelk hore und se“, V. 17-18). Wie das Böse hier dargestellt wird, soll im Folgenden analysiert werden. Kulli hat einen sehr treffenden Aufbau des Osterspiels erarbeitet, an den ich anknüpfen werde. Die erste Nennung der Hölle findet nach der Auferstehung von Jesus statt. Er ist auferstanden, um Menschen aus der Hölle zu holen („Unde deme mynschen gnade wesser vorverwen. Des bun ik nun up ghestan [...]“, V. 245f.) Kontrastierend wird die vroude der zu Erlösenden gegen die homude von Luzifer gestellt. In dem Abschnitt der Vorhölle wird die Oppositionierung der zwei Reiche verdeutlicht: Die Vorhölle ist ein Ort der quale, elende und martel, wohingegen die Insassen clarheyt und schyn von oben empfangen. Weitere Ansprachen von Adam, Jesaja, Simeon und dem Täufer zeigen ihre Erlösungserwartung (Vgl. V. 338). Seth spricht davon, dass die fünftausend Jahre vergangen seien („[...] vif dusent jar synt umme kamen [...] So is de tyd al vullenbracht [...] He wil uns losen mit desse sechyne/ Van der dusternisse pyne.“ V. 355, 359, 360, 361).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema des Redentiner Osterspiels, seine Entstehung aus der Tradition der Liturgie und die Relevanz der Teufelsdarstellung als Forschungsgegenstand.

2. Die Teufelsdarstellung in der Tradition: Untersuchung der philologischen und theologischen Wurzeln des Teufelsbegriffs im Alten und Neuen Testament sowie im Nikodemusevangelium.

3. Die Teufelsdarstellung im Redentiner Osterspiel: Analyse der konkreten Ausgestaltung der Teufelsfiguren im Spiel, ihres Vergleichs mit biblischen Vorlagen, der eingesetzten Komik und ihrer Funktion innerhalb des Stücks.

4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, wonach das Redentiner Osterspiel eine eigenständige, aktive Teufelsdramaturgie nutzt, um religiöse Mahnungen zu vermitteln und Vertrauen in den Glauben zu stärken.

Schlüsselwörter

Redentiner Osterspiel, Teufelsdarstellung, Mittelalter, Hölle, Auferstehung, Biblische Grundlagen, Luzifer, Satan, Komik, Dramaturgie, Theodizee, Sünde, Erlösung, Liturgie, Nikodemusevangelium

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das mittelalterliche Redentiner Osterspiel die Figur des Teufels darstellt und welche Funktion diese Rollen innerhalb des dramatischen Werkes einnehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die biblischen Ursprünge der Teufelsfiguren, die theatrale Transformation dieser Figuren im Spiel sowie die Wirkung von Komik und Abschreckung auf das zeitgenössische Publikum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es herauszuarbeiten, wie sich die Teufelsfiguren von ihrer biblischen Basis gelöst haben und ob sie eine eigenständige dramaturgische Funktion erfüllen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, vergleicht biblische Quellen mit dem Text des Osterspiels und bezieht forschungskritische Literatur zu mittelalterlichen Spielen ein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Tradition des Teufelsbildes, die spezifische Analyse der Teufelsfiguren im Redentiner Osterspiel, deren Charakterisierung durch Komik sowie deren funktionale Bedeutung für das religiöse Heilsgeschehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind das Redentiner Osterspiel, Teufelsdarstellung, Mittelalter, Auferstehung, Satan, Luzifer, Komik und religiöse Heilsgeschichte.

Wie unterscheidet sich der Teufel im Redentiner Osterspiel vom biblischen Teufel?

Während in der Bibel meist ein einzelner Teufel oder Satan agiert, präsentiert das Osterspiel ein komplexes, hierarchisches System aus zwölf verschiedenen Teufelsfiguren, die aktiv in das Bühnengeschehen eingreifen.

Welche Rolle spielt die Komik bei der Darstellung der Teufel?

Die Komik dient dazu, die Teufelsfiguren menschlicher und greifbarer zu machen, was dem Publikum einen niederschwelligen Zugang ermöglicht und die Angst vor dem Bösen durch Spott oder Entzauberung mindert.

Welche Bedeutung hat die Figur des Luzifer in diesem Werk?

Luzifer fungiert als eine Art Herrscher der Hölle, der jedoch im Redentiner Osterspiel als machtlos gegenüber der göttlichen Auferstehung dargestellt wird, was seine Unterlegenheit unterstreicht.

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Details

Title
Herkunft, Darstellung und Funktion der Teufelsfigur im Redentiner Osterspiel
Subtitle
Ein Vergleich mit der traditionellen biblischen Teufelsfigur
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
1,0
Author
K. Vell (Author)
Publication Year
2016
Pages
20
Catalog Number
V493908
ISBN (eBook)
9783668995390
ISBN (Book)
9783668995406
Language
German
Tags
Redentiner Osterspiel Teufel Teufelsdarstellung in der Bibel Teufel in der Bibel Teufel im Mittelalter Figuren im Osterspiel Figuren im Redentiner Osterspiel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
K. Vell (Author), 2016, Herkunft, Darstellung und Funktion der Teufelsfigur im Redentiner Osterspiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493908
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