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Formen und Funktionen der Verfremdungseffekte im epischen Theater am Beispiel Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe"

Título: Formen und Funktionen der Verfremdungseffekte im epischen Theater am Beispiel Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe"

Trabajo Escrito , 2019 , 16 Páginas , Calificación: 3,0

Autor:in: Simon Hillebrand (Autor)

Didáctica de la asignatura Alemán - Literatura, Obras
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Bertolt Brecht reformierte mit seinen neuen Methoden und Techniken das Theater. Ein Aspekt dieser Theaterreform sind die Verfremdungseffekte, welche in verschiedenen Formen in Erscheinung treten können. Im Folgenden soll kurz erläutert werden, welche Neuerungen und Unterschiede Brecht mit seiner Theaterform einsetzt und welche Funktionen die Verfremdungseffekte dabei besitzen. Die Funktionen des Verfremdungseffekts sollen anhand von zwei Beispielen – dem Gestus des Lachens und den Brecht-Songs – an Brechts Werk Die heilige Johanna der Schlachthöfe untersucht werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das aristotelische Theater

3. Brechts episches Theater

4. Verfremdungseffekt als Unterbrechung der Handlung

5. Formen der Verfremdungseffekte und ihre Funktion am Beispiel Die heilige Johanna der Schlachthöfe

5.1 Brecht-Songs

5.2. Lachen als V-Effekt

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktischen Anwendungen von Verfremdungseffekten im epischen Theater nach Bertolt Brecht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie durch spezifische theatrale Mittel – insbesondere Brecht-Songs und den Gestus des Lachens – das Publikum aus der affektiven Identifikation gelöst und zu kritischem, eingreifendem Denken angeregt werden kann, demonstriert am Beispiel des Dramas „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“.

  • Theoretische Abgrenzung zwischen aristotelischem und epischem Theater
  • Konzeptualisierung des Verfremdungseffekts als Unterbrechung von Handlungsabläufen
  • Analyse der Brecht-Songs als Instrumente der Kommentierung und Perspektivverschiebung
  • Untersuchung von übersteigertem Lachen als parodistisches Element der V-Effekte
  • Die gesellschaftskritische Funktion des Theaters als Mittel zur Bewusstmachung veränderbarer Verhältnisse

Auszug aus dem Buch

5.1 Brecht-Songs

Die sogenannten Brecht-Songs sind ein Kennzeichen für das epische Theater nach Brecht. Sie fungieren als „Hauptmittel der Verfremdung“. Die Wirkung der Verfremdung wird durch den „Wechsel der Form“ verstärkt. Brecht postuliert, dass der Wechsel von Schauspiel und Handlung zu Song bzw. Gesang explizit zu trennen ist, sodass eine „Verschmelzung der Künste“ ausgeschlossen wird. Dieser Prozess der Verschmelzung der Künste, könnte den Zuschauer erfassen und somit illusionistisch auf ihn wirken. Auf der Bühne wird die Trennung der Elemente unter anderem durch den Beleuchtungswechsel gewährleistet. Dadurch ist es möglich, beispielsweise einen Song strikt von der vorangegangenen und der darauffolgenden Handlung zu trennen. Wichtig sei es vor allem, dass der „Schauspieler auch den Singenden“ zeigt, er also seinen Gestus verändert. Denn „er muß deutlich machen, daß er eine andere Ebene betritt, so daß keinesfalls das gehobene Reden und Singen als eine Steigerung des nüchternen Redens empfunden wird“. Der Schauspieler muss somit einen, für den Zuschauer sichtbaren, „Funktionswechsel“ durchführen.

Die Brecht-Songs sind als eine Form der V-Effekte anzusehen, da sie als „durch Musik intensivierte Wendungen ans Publikum“ verstanden werden können. Sie leisten einen Beitrag, die vierte Wand aufzulösen und das Publikum ins Bühnengeschehen miteinzubeziehen. Wichtig zu erwähnen ist, dass diese Songs „keineswegs organisch aus der Handlung [hervorgehen], sondern […] deutlich von ihr abgesetzt [sind]“. Nach Grimm agieren die Brecht-Songs als „Kommentare, die das Geschehen auf der Bühne vorausdeutend […] oder rückblickend […] spiegeln“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, Brechts Theaterreform und die Funktion von Verfremdungseffekten anhand konkreter Beispiele aus „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ zu untersuchen.

2. Das aristotelische Theater: Hier wird die traditionelle Form des Theaters beschrieben, die durch Identifikation, Katharsis und eine geschlossene, lineare Handlungsführung geprägt ist.

3. Brechts episches Theater: Das Kapitel erläutert Brechts Reform des Theaters, bei der durch die Auflösung der vierten Wand und Unterbrechungen das Publikum zum kritischen, eingreifenden Denken animiert werden soll.

4. Verfremdungseffekt als Unterbrechung der Handlung: Dieses Kapitel definiert den V-Effekt als zentrales Verfahren, um Vertrautes in einen ungewohnten Kontext zu rücken und gesellschaftliche Verhältnisse als veränderbar darzustellen.

5. Formen der Verfremdungseffekte und ihre Funktion am Beispiel Die heilige Johanna der Schlachthöfe: Die praktischen Anwendungsmöglichkeiten von Brecht-Songs und dem Gestus des Lachens werden detailliert auf das Werk hin analysiert.

5.1 Brecht-Songs: Es wird dargelegt, wie Lieder durch ihren Bruch mit der Handlung den Schauspieler aus der Rolle treten lassen und dem Publikum eine distanzierte Reflexion ermöglichen.

5.2. Lachen als V-Effekt: Dieses Kapitel zeigt, wie überspitztes oder übertriebenes Gelächter als parodistisches Element eingesetzt wird, um Illusionen zu zerstören und Missstände hervorzuheben.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass alle untersuchten V-Effekte das Ziel verfolgen, das Publikum aus der Illusion zu reißen, damit es gesellschaftliche Zustände kritisch hinterfragen und verändern kann.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Episches Theater, Verfremdungseffekt, V-Effekt, Die heilige Johanna der Schlachthöfe, Theaterreform, Brecht-Songs, Gestus, Aristotelisches Theater, Eingreifendes Denken, Anti-Illusionismus, Gesellschaftskritik, Rollendistanz, Zuschauerreflexion, Dramenanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Aspekte der Verfremdungseffekte im epischen Theater von Bertolt Brecht, speziell im Hinblick auf deren Funktion für den Zuschauer.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen der traditionellen aristotelischen Form und Brechts epischem Theater, das Konzept der Unterbrechung sowie die Analyse spezifischer V-Effekte wie Songs und Lachen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Brecht durch den gezielten Einsatz von Verfremdung das Publikum dazu bewegt, gesellschaftliche Zusammenhänge nicht als gegeben hinzunehmen, sondern kritisch zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der dramentheoretische Konzepte auf die Szenenstruktur des Dramas „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des epischen Theaters erarbeitet, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Brecht-Songs und des Lachens als V-Effekte im gewählten Drama.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Episches Theater, V-Effekt, Brecht-Songs, Gesellschaftskritik und Anti-Illusionismus charakterisieren.

Welche Funktion hat der „Brecht-Song“ in der untersuchten Szene der Fleischkrise?

Der Song dient als Unterbrechung der Börsenschlacht, um die Handlung zu kommentieren, die Perspektive der Betroffenen einzubringen und das Publikum aus der unmittelbaren Identifikation zu lösen.

Inwiefern wirkt das „schallende Gelächter“ der Packherren in der siebten Szene verfremdend?

Das Gelächter wirkt verfremdend, da es in der ernsten Situation des Bettelns um Hilfe eine übersteigerte, höhnische Reaktion darstellt, die den Zuschauer zwingt, die Szene aus einer kritischen Distanz zu betrachten.

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Detalles

Título
Formen und Funktionen der Verfremdungseffekte im epischen Theater am Beispiel Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe"
Universidad
University of Münster  (Germanistisches Institut)
Curso
Bertolt Brecht
Calificación
3,0
Autor
Simon Hillebrand (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
16
No. de catálogo
V494022
ISBN (Ebook)
9783668993709
ISBN (Libro)
9783668993716
Idioma
Alemán
Etiqueta
formen funktionen verfremdungseffekte theater beispiel brechts johanna schlachthöfe
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Simon Hillebrand (Autor), 2019, Formen und Funktionen der Verfremdungseffekte im epischen Theater am Beispiel Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494022
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