Entstehung und Eigenschaften von Gletschern. Glaziale Prozesse und Formenschatz


Hausarbeit, 2010
8 Seiten, Note: 2.1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Hauptteil
2.1. Gletscher
2.1.1.Entstehung von Gletschern
2.1.2.Eigenschaften von Gletschern
2.2.Glazialer Formenschatz
2.2.1.Glaziale Erosion
2.2.2.Glaziale Akkumulation
2.2.3.Glazialfluviale Prozesse
2.3.Die glaziale Serie
2.4.Nutzen der Gletscher für den Menschen

3.Fazit

4.Quellen

1.Einleitung

In der vorliegenden Arbeit wird sich mit dem Thema der glazialen Prozesse und dem Formenschatz auseinandergesetzt. Dabei soll zunächst auf die Entstehung und die Eigenschaften von Gletschern eingegangen werden, woraufhin der glaziale Formenschatz folgt. Dieser kann in die glaziale Erosion, Akkumulation und den glazialfluvialen Formenschatz unterteilt werden. Daraufhin soll das Schema der glazialen Serie vorgestellt werden. Abschließend wird sich mit der Frage nach dem Nutzen für den Menschen in der Gegenwart auseinandergesetzt.

2.Hauptteil

2.1. Gletscher

2.1.1.Entstehung von Gletschern

Zunächst lagert sich bei der Entstehung von Gletschern Neuschnee über Altschnee ab, was eine Ablationsperiode überdauern muss. Anschließend kommt es zu der Bildung von Firn, welcher eine geringere Dichte besitzt als Neu- und Altschnee. Eine weitere Sinterung durch Sublimation, Rekristallation und Gleitvorgänge lässt weißes Firneis entstehen, welches wiederum eine geringere Dichte als Firn besitzt. Durch weitere Rekristallationsvorgänge wird Gletschereis produziert. Im Laufe der Entwicklung von Schnee zum Gletschereis kommt es also zu einer zunehmenden Verdichtung der Wassermoleküle, also einer geringeren Dichte. (Louis 1979, S.415)

2.1.2.Eigenschaften von Gletschern

Gletscher können in zwei verschiedene Bereiche eingeteilt werden: das Nährgebiet und das Zehrgebiet. Das Nährgebiet wird durch die Zufuhr von Schnee gespeist. Aufgrund der Gletscherbewegung kommt es zu einem talwärtigen Massentransport in wärmere Regionen, wodurch es zur Verdunstung, Abfuhr, Schmelzung oder Abfluss kommt. Somit wird im Zehrgebiet ein Nettoverlust der Gletschermasse erreicht. (Strahler & Strahler 1999, S.472)

2.2.Glazialer Formenschatz

2.2.1.Glaziale Erosion

Das Gewicht, der Druck und die Gletscherbewegung bewirken eine Erosion an der Gletschersohle. Das gelöste Material wird als Grundmoräne eingefügt, welche wiederum an der Gletscherunterseite für Gletscherschrammen sorgen. Die durch diese Detersion abgeriebenen Sedimente, welche auch als Gletschermehl bezeichnet werden, erzeugen eine milchig-blaue Trübung der Schmelzwasserbäche. Die Detraktion hingegen produziert nicht nur Sedimente und Schutt geringer Korngröße, sondern auch Schutt mit größerer Korngröße. (Ahnert 1996, S.335)

Durch diese Prozesse werden zuvor kantige Erhebungen erodiert und erscheinen später als Rundhöcker mit glatt geschliffenen Oberflächen. Da die Widerstandsfähigkeit unterschiedlicher Gesteine und die Bewegungsgeschwindigkeit divergent sind, werden vielfältige Ausschürfungen im Felsen erzeugt, wodurch Felsbecken entstehen können. Diese werden häufig nach dem Abschmelzen des Eises von Felsbeckenseen gefüllt. (Ahnert 1996, S.335/6)

Das Kar bezeichnet meist den Ausgangspunkt eines alpinen Gletschers. Der Ursprung des Kars bildet eine leicht gewölbte Wanne, welche in dem Felsen eingelagert ist. Durch die Fließbewegung des Gletschers wird diese in zunehmendem Maße erodiert, wodurch die Wanne tiefer wird und das erodierte Material auf der Talseite als Karschwelle abgelagert wird. Nach dem Schmelzen des Gletschers kann sich hier ein See bilden. (Leser 2009, S.257)

Mit dem Kar zusammenhängend bildet sich das Trogtal hangabwärts zum Kar, welches durch zwei steile Hänge begrenzt wird. Während des glazialen Pleistozäns war dieser Trog mit Eis gefüllt. Nach der Vereisung ist das Wasser abgelaufen, jedoch wurden durch Erosion Täler und Wannen ausgebildet, in denen sich Wasserläufe und Seen befinden. Wenn dieser Vorfluter eine große Menge Geröll mit sich trägt, können sich fluviale Sedimente einlagern, wodurch es zu der Aufschüttung einer Talsohle kommt. Auf diese Weise entsteht ein Trogtal, wenn es sich nahe an einer Küste befindet und unterhalb des Meeresspiegels gelegen ist, ein Meeresarm oder ein Fjord. (Strahler & Strahler 2009, S.651)

2.2.2.Glaziale Akkumulation

Eine Form der glazialen Akkumulation sind die Moränen, welche Materialaufschüttungen bezeichnen. Durch Erosion des Bodens oder Denudation von Hängen gelangt das Material in den Gletscher und wird nach dem Abschmelzen des Gletschers abgelagert. Abhängig von der Lage des Materials im Gletscher werden die Moränen unterschieden in Grundmoräne, Innenmoräne, Seitenmoräne, Mittelmoräne und Obermoräne. Der erodierte Schutt, welcher sich an der Gletscherunterseite anlagert, wird als Grundmoräne bezeichnet. Wenn sich das Material jedoch durch die Fließbewegung des Gletschers durch Gletscherspalten aufwärts bewegt und in den Gletscher gelangt, wird dies als Innenmoräne bezeichnet. Das erodierte Material, welches durch die schleifende Wirkung an den Seitenhängen eines vergletscherten Tals produziert wird, lagert sich entsprechend an den Seiten des Gletschers an und wird als Seitenmoräne bezeichnet. Durch den Zusammenfluss von zwei Talgletschern wird aufgrund der aneinander gelagerten Seitenmoränen beider Gletscher eine Moräne in den Gletscher eingeschlossen, was die Mittelmoräne bezeichnet. Die Obermoräne entsteht durch das stetige Abschmelzen von Eis, wodurch sich der zuvor im Gletscher befindliche Schutt an der Eisoberfläche anreichert. (Ahnert 1996, S.339)

Eine zweite Form der glazialen Akkumulation sind die Drumlins. Dieser Begriff bezeichnet Hügel, welche aus Lockergestein bestehen und sich im Ablagerungsbereich von Gletschern befinden. Sie entstehen durch die Gletscherbewegung, welche ein Zusammenschieben oder Aufpressen des Grundmoränenmaterials bewirkt. Sie liegen stromlinienförmig in der Landschaft, wobei die Längsachse sich in Eisstoßrichtung befindet. Während die Luvseite steiler ausfällt, ist die Leeseite flacher ausgeprägt. (Leser 2009, S. 256)

2.2.3.Glazialfluviale Prozesse

Der Hauptgegenstand der glazialfluvialen Prozesse bildet das Schmelzwasser. Die Menge von diesem ist abhängig von der dem Gletscher umgebenden Temperatur. Doch nicht nur die Lufttemperatur, sondern damit zusammenhängend auch die Temperatur des Gletschers ist entscheidend, da davon abhängt, ob das Schmelzwaser in Gletscherspalten wieder gefriert oder ob es als Schmelzwasserstrom aus dem Gletscher austreten kann. Somit ist das Schmelzwasser von der Oberflächentemperatur abhängig. Wenn das Wasser genug Wärme mit sich trägt, kann sich ein tunnelartiges Netz ausbilden, wodurch ein stetiger Wasserabfluss möglich wird. (Ahnert 1996, S.334)

Eine glazialfluviale Form sind die Kames. Diese sind isolierte Schuttablagerungen, welche zwischen Toteiskörpern eingelagert sind. Nach dem Abschmelzen des Eises bleiben diese als sortierte Schutthaufen zurück. (Leser 2009, S.268/269)

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Entstehung und Eigenschaften von Gletschern. Glaziale Prozesse und Formenschatz
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
2.1
Autor
Jahr
2010
Seiten
8
Katalognummer
V494025
ISBN (eBook)
9783668999480
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entstehung, eigenschaften, gletschern, glaziale, prozesse, formenschatz
Arbeit zitieren
Daniela Niemeyer (Autor), 2010, Entstehung und Eigenschaften von Gletschern. Glaziale Prozesse und Formenschatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494025

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