Diese Zusammenfassung umfasst das Thema der Geschichte Israels. Der Autor entschied sich aus mehreren Gründen das Buch von Barbara Schmitz, die 2. aktualisierte Auflage der "Geschichte Israels" aus dem Jahre 2015 zusammenzufassen. Da sind einmal die persönlichen Gründe. Als Pfarrgemeinderat, Kommunionhelfer und Leiter von Wort-Gottes-Feiern in der Pfarre St. Pölten – St. Johannes Kapistran, vor allem jedoch als praktizierender Christ, war und ist es dem Autor ein Bedürfnis sich intensiv mit den Grundlagen des Glaubens auseinanderzusetzen. Da die Geschichte Israels untrennbar in Beziehung mit dem Alten Testament steht, war es für den Autor selbstverständlich, sich dieses Themas anzunehmen.
Weiters waren für den Autor die gegenwärtigen Ereignisse im Nahen Osten entscheidend, hiermit versteht er den Bürgerkrieg in Syrien, sich mit dem gegenständlichen Thema zu befassen. Dies deshalb, da in diesen auch Israel involviert ist und dies, ebenso wie die Verlegung der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Donald John Trump, einen wohl nicht unwesentlichen Schritt für die zukünftige israelische Geschichte bedeuten kann und wird.
Des Weiteren sind für den Autor die aktuellen kirchlichen Ereignisse nicht unerheblich. So fand im Jänner 2019 das 19. Internationale Bischofstreffen in Jerusalem statt. Bei diesem Treffen ging es um die Entwicklungen im Nahen Osten unter der Berücksichtigung der palästinensischen Gebiete und Israels.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Geschichte und Geschichten Israels. Hermeneutische Überlegungen
2.2 Babylonisches Exil und Perserzeit (6. – 4. Jh. v. Chr.)
2.3 Die Entstehung des Pentateuchs. Literarische Verarbeitungen in der Exils- und Perserzeit (6. – 4. Jh. v. Chr.)
2.4 Die Königszeit in Israel und Juda (10. – 6. Jh. v. Chr.)
2.5 Die Entstehung des Jerusalemer Geschichtswerks und anderer Textüberlieferungen (8. – 7. Jh. v. Chr.)
2.6 Erzählungen über die Anfänge
2.7 Die Entstehung erster Erzählkränze (vor 700 v. Chr.)
2.8 Israel in hellenistisch-römischer Zeit: Ein kurzer Ausblick
3. Persönliche Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der inhaltlichen Zusammenfassung des Werkes "Geschichte Israels" von Barbara Schmitz. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Autorin die komplexen literarischen Ursprünge des Alten Testaments mit der historischen Entwicklung Israels verknüpft und welche hermeneutischen Ansätze sie dabei verfolgt.
- Historische Entwicklung Israels vom Exil bis zur hellenistisch-römischen Zeit
- Literarische Genese des Pentateuchs und des Jerusalemer Geschichtswerks
- Hermeneutische Analyse des biblischen Textverständnisses
- Rolle von Identitätsstiftung und Tradition im Exil
- Kritische Reflexion über die Diskrepanz zwischen biblischer Darstellung und archäologisch-historischen Erkenntnissen
Auszug aus dem Buch
2.1 Geschichte und Geschichten Israels. Hermeneutische Überlegungen
Im ersten Kapitel verweist die Autorin Schmitz darauf, dass es sich bei der Bibel nicht um Geschichtsschreibung im klassischen Sinn handelt, sondern vielmehr um eine Sammlung von Büchern die zu den unterschiedlichsten Zeiten entstanden sind und „die politischen, gesellschaftlichen und menschlichen Erfahrungen (7)“ spiegeln. Nachdem die Bibel Geschichten über einen sehr langen Zeitraum, von den Erzeltern bis zu Esra und Nehemia, erzählt, werden diese Geschichten als Literatur gewertet. Es werden vier Vorüberlegungen angestellt.
Eine Vorüberlegung ist geschichtsbetrachtend. Dies bedeutet die Geschichte wird im klassischen Sinne als ein Ablauf von Ereignissen angesehen. Die zweite Vorüberlegung geht davon aus, dass die Texte der Bibel ca. 700 bis 800 Jahre nach den jeweiligen Ereignissen entstanden und beim Verfassen der Texte die identitätsstiftende Wirkung für Israel im Vordergrund stand. Diese Texte sollten für die jüdische Gemeinschaft weitgehende Orientierung bieten. Die dritte Vorüberlegung verweist darauf, dass die Geschichten der Bibel unter den verschiedensten Blickwinkel überliefert wurden und es daher „nicht die eine biblische Geschichte gibt, sondern dass bereits in der Bibel Geschichte unterschiedlich und in sich vielfältig geschildert wird (10).“ In der vierten Vorüberlegung geht es um die Frage nach dem historischen Standort, d.h. es geht um jenen Blickwinkel aus welchem die jeweiligen Geschichten bzw. die Geschichte betrachtet wird. Aufgrund der Vorüberlegungen beginnt die geschichtliche Darstellung Israels mit der Exils- und Perserzeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönlichen und theologischen Beweggründe des Autors, sich mit dem Werk von Barbara Schmitz auseinanderzusetzen, und verknüpft das Thema mit aktuellen Ereignissen im Nahen Osten.
2. Hauptteil: Der Hauptteil bietet eine strukturierte Zusammenfassung der historischen und theologischen Kernaspekte des Buches, gegliedert nach den zentralen Epochen und literarischen Entstehungsprozessen.
2.1 Geschichte und Geschichten Israels. Hermeneutische Überlegungen: Dieses Kapitel legt die methodischen Grundlagen dar, indem es die Bibel als literarische Sammlung statt als reine Geschichtsschreibung definiert und vier hermeneutische Vorüberlegungen zur Analyse einführt.
2.2 Babylonisches Exil und Perserzeit (6. – 4. Jh. v. Chr.): Es wird die Zäsur der Tempelzerstörung 587 v. Chr. behandelt, die zu tiefgreifenden theologischen Veränderungen, der Identitätskrise und der Entstehung des jüdischen Schrifttums führte.
2.3 Die Entstehung des Pentateuchs. Literarische Verarbeitungen in der Exils- und Perserzeit (6. – 4. Jh. v. Chr.): Dieses Kapitel analysiert die Rekonstruktion der alttestamentlichen Schriften und das moderne "Münsteraner Pentateuchmodell" als Erklärung für die Entstehung der Tora.
2.4 Die Königszeit in Israel und Juda (10. – 6. Jh. v. Chr.): Der Fokus liegt hier auf der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der beiden Reiche sowie der prophetischen Kritik an sozialen Missständen und der religiösen Praxis.
2.5 Die Entstehung des Jerusalemer Geschichtswerks und anderer Textüberlieferungen (8. – 7. Jh. v. Chr.): Es wird die hohe literarische Produktivität in der Zeit zwischen dem Untergang des Nord- und Südreichs untersucht, insbesondere im Zusammenhang mit dem Deuteronomium.
2.6 Erzählungen über die Anfänge: Dieses Kapitel widmet sich den biblischen Urgeschichten, den Erzelternerzählungen, dem Exodus und dem Einzug in das gelobte Land als identitätsstiftende Familiengeschichten.
2.7 Die Entstehung erster Erzählkränze (vor 700 v. Chr.): Hier wird die Zusammenführung regionaler Überlieferungen aus Nord und Süd zu einer Familiengeschichte sowie die Entstehung des Bundesbuchs thematisiert.
2.8 Israel in hellenistisch-römischer Zeit: Ein kurzer Ausblick: Der abschließende Ausblick beleuchtet die Auswirkungen des Alexanderzuges und die damit verbundene Notwendigkeit einer theologischen Neubesinnung der jüdischen Diaspora.
3. Persönliche Stellungnahme: Der Autor reflektiert seinen Erkenntnisgewinn, kritisiert die Kürze einzelner Kapitel und würdigt den ungewöhnlichen Aufbau des Buches als didaktisch wertvolle Einführung.
Schlüsselwörter
Geschichte Israels, Altes Testament, Babylonisches Exil, Pentateuch, Hermeneutik, Tanach, JHWH, Identitätsstiftung, Diaspora, Königszeit, Juda, Prophetie, Barbara Schmitz, biblische Exegese, Kultzentralisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine strukturierte Zusammenfassung und kritische Würdigung des Buches "Geschichte Israels" der Theologin Barbara Schmitz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die literarische Entstehungsgeschichte des Alten Testaments, die historische Entwicklung der israelitischen Reiche und die hermeneutischen Herausforderungen bei der Interpretation biblischer Texte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung und den biblischen Erzählungen, wie sie Barbara Schmitz darlegt, für den Leser verständlich und zugänglich aufzubereiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor orientiert sich in seiner Zusammenfassung eng an der Kapiteleinteilung und den inhaltlichen Schwerpunkten des Primärwerks, ergänzt durch eine persönliche stellungnehmende Reflexion.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische und thematische Abschnitte, die von der Zeit des Babylonischen Exils über die Königszeit bis hin zur hellenistisch-römischen Ära reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Geschichte Israels, Altes Testament, Babylonisches Exil, Pentateuch, Hermeneutik, Tanach und Identitätsstiftung.
Warum beginnt die Autorin die Geschichtsdarstellung gerade mit dem Exil?
Die Arbeit merkt kritisch an, dass die Wahl des babylonischen Exils als Ausgangspunkt für eine "Geschichte Israels" ungewöhnlich ist und fragt nach den zugrundeliegenden methodischen Beweggründen der Autorin.
Wie bewertet der Autor die wissenschaftliche Tiefe des Buches?
Der Autor lobt die verständliche Sprache und Übersichtlichkeit des Werkes, bemängelt jedoch bei einigen Kapiteln eine zu skizzenhafte Darstellung der Entstehungskontexte biblischer Schriften.
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- Peter Seewald (Author), 2019, Israel und seine Geschichte. Von der Exil- und Perserzeit bis zur hellenistisch-römischen Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494148