In dieser Arbeit soll geklärt werden, welche Auswirkungen die neuen Verordnungen auf die Identifikation der optimalen Verrechnungspreismethode für immaterielle Vermögenswerte hat.
Um diese Frage zu beantwortet werden zunächst die allgemeinen und rechtlichen Grundlagen der Verrechnungspreise und ihre Bedeutung erklärt. Sowie der Begriff definiert. Im Weiteren wird dann der Fremdvergleichsgrundsatz, ebenso wie die verschiedenen steuerlich anerkannten Verrechnungspreismethoden erläutert. Im Anschluss werden die Kriterien für die Identifikation der optimalen Verrechnungspreisemethode behandelt. Im nächsten Kapitel wird dann zunächst der Begriff der immateriellen Vermögenswerte geklärt, sowie ihre Bedeutung im Verrechnungspreisprozess und die Besonderheiten bei der Identifikation der optimalen Verrechnungspreismethode für immaterielle Vermögenswerte. Als nächstes folgt eine kurze allgemeine Erklärung zur BEPS Initiative, und deren Zielen, sowie zu den BEPS Aktionspunkte 8-10. Im Anschluss sollen die Veränderungen durch die BEPS Initiative untersucht werden. Hierfür wird zu erst die Defintion von immateriellen Vermögenswerten durch BEPS kurz erläutert. Im Anschluss soll dann die Risikoanalyse nach BEPS und die Fremdvergleichsfaktoren nach BEPS untersucht werden. Danach soll die Wahl der geeigneten Verrechnungspreismethode betrachtet werden. Zum Schluss sollen die gewonnen Erkenntnisse zu einem Fazit zusammengefasst werden und die Forschungsfrage beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Verrechnungspreise
2.1 Grundlagen der Verrechnungspreise
2.2 Fremdvergleichsgrundsatz
2.3 Verrechnungspreismethoden
2.4 Kriterien für die Identifikation der optimalen Verrechnungspreismethode
3 Immaterielle Wirtschaftsgüter
3.1 Definition und Bedeutung von immateriellen Vermögenswerten im Verrechnungspreisprozess
3.2 Besonderheiten bei der Identifikation der optimalen Verrechnungspreismethode von immateriellen Vermögenswerten
4 BEPS
4.1 BEPS im Allgemeinen
4.2 BEPS Aktionspunkte 8-10
5 Änderungen für Verrechnungspreismethoden durch BEPS
5.1 Definition immaterielle Vermögenswerte nach BEPS
5.2 Risikoanalyse nach BEPS
5.3 Fremdvergleichsfaktoren nach BEPS
5.3.1 Eigentum an immateriellen Vermögenswerten und die Übernahme von Funktionen und Risiken
5.3.2 Leitlinien für die Bestimmung der fremdvergleichskonformen Bedingungen in Fällen mit immateriellen Werten
5.4 Wahl der am besten geeigneten Verrechnungspreismethode
6 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Bestimmung angemessener Verrechnungspreise für immaterielle Vermögenswerte vor dem Hintergrund der durch die OECD initiierten BEPS-Maßnahmen. Das primäre Ziel besteht darin zu klären, wie sich die neuen BEPS-Richtlinien auf die Identifikation optimaler Verrechnungspreismethoden auswirken.
- Grundlagen und Bedeutung von Verrechnungspreisen im Konzernumfeld
- Besonderheiten immaterieller Vermögenswerte im Verrechnungspreisprozess
- Einfluss der BEPS-Aktionspunkte 8-10 auf die Methodenwahl
- Neue Anforderungen an die Risikoanalyse und Funktionszuordnung
- Anwendung der fremdvergleichskonformen Bedingungen
Auszug aus dem Buch
3.2 Besonderheiten bei der Identifikation der optimalen Verrechnungspreismethode von immateriellen Vermögenswerten
Wie bereits beschrieben ist der Fremdvergleich für immaterielle Vermögenswerten aufgrund ihrer Einzigartigkeit mit besonderen Schwierigkeiten behaftet, daher muss häufig auf einen hypothetischen Fremdvergleich ausgewichen werden.64
Der Ablauf der Identifikation der Verrechnungspreismethode erfolgt grundsätzlich jedoch sehr ähnlich zu materiellen Vermögenswerten. Es ergeben sich allerdings gewisse Besonderheiten, die zu berücksichtigen sind. Es ist der Gesamtkontext der Transaktion, insbesondere die Verrechnungspreise vor und nach dem Transfer zu beachten. Bei der Bestimmung des Bewertungsobjekts sind häufig betriebswirtschaftliche Bewertungsstandarts wie die DIN-Norm 77100 zu beachten.65 Bei der Bewertung müssen die zukunftsorientierten Gewinnpotentiale aus der Unternehmensplanung unter Berücksichtigung der begrenzten Nutzungsdauer von immateriellen Vermögenswerten, den steuerlich bedingten Abschreibungen und Sofortbesteuerung auf Ebene des Abgebenden, für das jeweilige Wirtschaftsgut isoliert und auf den jeweiligen Stichtag diskontiert werden.66 Des Weiteren bleibt die Frage nach der Berücksichtigung von Synergien und Standortvorteilen.67
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Verrechnungspreisbestimmung bei konzerninternen Transaktionen ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen der BEPS-Verordnungen.
2 Verrechnungspreise: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Fremdvergleichsgrundsatzes sowie die verschiedenen steuerlich anerkannten Methoden zur Preisbestimmung im internationalen Konzernumfeld.
3 Immaterielle Wirtschaftsgüter: Hier wird die Bedeutung immaterieller Werte im Verrechnungspreisprozess hervorgehoben und auf die spezifischen Schwierigkeiten bei deren Bewertung hingewiesen.
4 BEPS: Dieses Kapitel gibt einen allgemeinen Überblick über das OECD-Projekt zur Vermeidung von Gewinnverkürzungen und -verlagerungen sowie die spezifischen Aktionspunkte 8-10.
5 Änderungen für Verrechnungspreismethoden durch BEPS: Es werden die wesentlichen Neuerungen durch BEPS bezüglich der Definition immaterieller Werte, der Risikoanalyse und der Wahl der geeigneten Verrechnungspreismethode detailliert analysiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie der BEPS-Aktionsplan die Unklarheiten bei der Risiko- und Funktionszuordnung reduziert, merkt jedoch die gestiegene Subjektivität der Methodenwahl kritisch an.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, Immaterielle Vermögenswerte, BEPS, Fremdvergleichsgrundsatz, Gewinnverlagerung, OECD, Risikoanalyse, Funktionsverlagerung, Steuerrecht, Konzernsteuerung, Verrechnungspreismethode, Wertschöpfung, Gewinnaufteilungsmethode, Transferpakete, Unternehmensplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Preisfindung für immaterielle Vermögenswerte innerhalb von Konzernstrukturen unter besonderer Berücksichtigung der neuen OECD-Richtlinien.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Fremdvergleichsgrundsatz, der Definition immaterieller Werte, der Risikoanalyse und den regulatorischen Änderungen durch das BEPS-Projekt.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Es soll geklärt werden, wie sich die neuen BEPS-Regulierungen auf die Auswahl der optimalen Verrechnungspreismethode für immaterielle Vermögenswerte auswirken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von OECD-Berichten, steuerrechtlichen Verordnungen und betriebswirtschaftlichen Standards.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Verrechnungspreismethoden, den spezifischen Kriterien für immaterielle Werte sowie den durch BEPS induzierten Änderungen in der Risiko- und Funktionsanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Verrechnungspreise, BEPS, immaterielle Vermögenswerte, Fremdvergleichsgrundsatz, Risikoanalyse und Gewinnverschiebung.
Warum ist der hypothetische Fremdvergleich bei immateriellen Werten oft notwendig?
Aufgrund der Einzigartigkeit immaterieller Vermögenswerte fehlen häufig direkte Vergleichsdaten am Markt, weshalb man zur Bestimmung angemessener Preise auf interne Funktionsanalysen und Planrechnungen ausweichen muss.
Welchen Einfluss hat das rechtliche Eigentum laut BEPS-Richtlinien?
Rechtliches Eigentum allein begründet nach BEPS keinen Anspruch auf Erträge; entscheidend sind vielmehr die Ausübung werthaltiger Funktionen sowie die Übernahme der damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken.
Inwiefern hat die BEPS-Initiative die Situation verbessert?
Sie hat durch den neuen Risikoanalyse-Ansatz eine klarere Struktur für die Zuordnung von Funktionen und Risiken geschaffen, was die Nachvollziehbarkeit gegenüber Finanzbehörden erhöhen soll.
Was ist das Hauptkritikpunkt des Autors an der Gewinnaufteilungsmethode?
Der Autor bemängelt, dass diese Methode im Vergleich zu anderen Ansätzen stark von subjektiven Faktoren wie Zinssätzen und Gewinnprognosen abhängt und mit einem hohen Aufwand verbunden ist.
- Arbeit zitieren
- Frederik Kersting (Autor:in), 2018, Verrechnungspreise bei immateriellen Vermögenswerten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494309