Einleitung
Im Anfang war Clemens Brentanos Werk über die Nonne Anna Katharina von Emmerick, die die Leiden Jesu selbst an ihrem Körper erlebte. Brentano veröffentlichte 1913 das Buch “Das bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christus “, welches er schrieb indem er fünf Jahre neben Katharina von Emmerick wachte und ihre Visionen aufzeichnete. Gibson nahm diese gewalttätige Darstellung der Passion Christi als Grundlage für seinen Film „Die Passion Christi“, die 2004 weltweit in die Kinos kam. Die Frage, die sich bei der Rezeption des Films aufdrängt, ist die, ob Gibson mit ihm in der Lage ist seinen Anspruch auf die Vermittlung eines spirituellen Erlebnisses über die (Mit-) Leidenserfahrung der Zuschauer gerecht zu werden, wie er es postuliert. Die nun folgenden Kapitel stellen sich der Frage, indem sie sich einerseits den ikonographischen Grundlagen, die für die ästhetische Präsentation des Films herangezogen wurden, widmen, und andererseits die cineastische Transmedialisierung filmwissenschaftlich und filmrhetorisch untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffsklärung
- Ikonographie
- compassio und imitation christi
- Körperlichkeit der Erlösung
- Analyse: Film und bildende Kunst
- Gethsemane
- Ecce Homo
- Kreuzigungsdarstellung
- Pietà
- Schlusswort
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert Mel Gibsons Film „Die Passion Christi“ und untersucht, ob er die Vermittlung eines spirituellen Erlebnisses über die Leidenserfahrung des Zuschauers, wie es der Regisseur intendiert, erreicht.
- Die ikonographischen Grundlagen, die für die ästhetische Präsentation des Films herangezogen werden
- Die cineastische Transmedialisierung filmwissenschaftlich und filmrhetorisch
- Der Einsatz von visuellen und akustischen Zeichen im Film
- Die Rolle von compassio und imitatio Christi in der Passionsdarstellung
- Die Frage, ob das Leiden Christi im Film subjektiv wahrgenommen werden kann
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert das Konzept der „unforgetting“, das Gibsons Arbeit zugrunde liegt.
- Das Kapitel „Begriffsklärung“ definiert den Begriff der Ikonographie und erklärt die Bedeutung von compassio und imitatio Christi in der Passionsdarstellung.
- Das Kapitel „Analyse: Film und bildende Kunst“ untersucht den Einsatz ikonographischer Codes in Gibsons Film und analysiert einzelne Szenen im Hinblick auf ihre ästhetische und narrative Funktion.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Ikonographie, compassio, imitatio Christi, Leidenserfahrung, filmische Transmedialisierung, visuelle Zeichen, akustische Zeichen, und das Medium Film als Instrument der Massenkommunikation.
Häufig gestellte Fragen zu Mel Gibsons "Die Passion Christi"
Was war die literarische Grundlage für den Film?
Gibson stützte sich stark auf die Visionen der Nonne Anna Katharina von Emmerick, die von Clemens Brentano aufgezeichnet wurden.
Was bedeuten "compassio" und "imitatio christi"?
Compassio bezeichnet das Mitleiden mit Christus, während imitatio christi die Nachfolge und Nachahmung seines Lebensweges und Leidens beschreibt.
Wie nutzt der Film ikonographische Vorbilder?
Der Film zitiert klassische christliche Bildmotive wie Gethsemane, Ecce Homo, die Kreuzigung und die Pietà, um eine vertraute religiöse Ästhetik zu erzeugen.
Warum ist die Darstellung der Gewalt im Film so umstritten?
Kritiker fragen, ob die explizite Gewalt spirituelle Erfahrung (Compassio) ermöglicht oder lediglich Ekel und Voyeurismus beim Zuschauer auslöst.
Was ist das Ziel der cineastischen Transmedialisierung?
Gibson wollte religiöse Texte und Visionen durch visuelle und akustische Zeichen in ein modernes Medium übersetzen, um ein spirituelles Erlebnis für Massen zu schaffen.
- Quote paper
- Patricia Battke (Author), 2005, Mel Gibsons 'Die Passion Christi' - Compassio oder Ekel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49435