Ziel dieser Arbeit ist es, theoretischen Rahmenbedingungen von Feedback nach den fünf Axiomen der Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick im Anwendungsbeispiel Leistungssport darzustellen, und die effektive Gestaltung in der Praxis auszuarbeiten.
Zunächst werden dazu die theoretischen Grundlagen für die zwischenmenschliche Kommunikation dargestellt, sowie nachfolgend auf die Einordnung und Wirkungsweise von Feedback eingegangen. Anhand des kommunikationstheoretischen Rahmens, durch Watzlawick und Schulz von Thun, wird das Feedback im praktischen Zusammenhang im Leistungssport Ski Alpin dargestellt. Hier wird als Grundlage die Leistungsverbesserung, genauer gesagt das Korrekturfeedbackgespräch analysiert, sowie die zwei Kommunikationsmodelle mit deren Gemeinsamkeiten und Unterschieden für Feedback erläutert. Daraus folgen verschiedene Anwendungsmöglichkeiten und Anforderungen, die effektives Feedback ermöglichen und somit die Kommunikation und damit die Vermittlung von Lerninhalten besser gestalten.
Abschließend soll deutlich werden, dass Feedback im Kommunikationsprozess durch situationsangepasste Äußerungen, Techniken und Verhalten zur nachhaltigen Verbesserung einerseits auf der sportlichen, andererseits auch auf der zwischenmenschlichen Ebene führen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Einordnung und Funktion von Feedback im Kommunikationsprozess
2.1 Kommunikationstheoretische Rahmenbedingungen für Feedback
2.2 Praxisanwendung am Beispiel des Leistungssportes Ski Alpin
3. Vergleich der Herangehensweisen zwischen zwei Kommunikationsmodellen unter Anwendung des Fallbeispiels
3.1 Die fünf Axiome von Paul Watzlawick
3.2 Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun
4. Bedeutung von Feedback in der Kommunikationstheorie unter Anwendung des Fallbeispiels
4.1 Anforderung und Schlüsselfunktion von effektivem Feedback
4.2 Effektives Feedback
4.3 Feedbackregeln
5. Einfluss von Feedback auf zukünftige Interaktionen
6. Ausblick und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Wirkungsweise von effektivem Feedback innerhalb des zwischenmenschlichen Kommunikationsprozesses, insbesondere im Kontext des Trainer-Athlet-Dialogs im Leistungssport Ski Alpin. Ziel ist es, theoretische Rahmenbedingungen zu identifizieren und die praktische Gestaltung zielführender Feedbackgespräche zur sportlichen Leistungsentwicklung herauszuarbeiten.
- Grundlagen der zwischenmenschlichen Kommunikation (Watzlawick, Schulz von Thun)
- Die Rolle von Feedback als zirkulärer Rückkopplungsprozess
- Vergleich von Kommunikationsmodellen in der sportlichen Praxis
- Techniken für effektives Feedback (z.B. Feedback-Sandwich)
- Die Bedeutung von Selbstreflexion und Metakommunikation
Auszug aus dem Buch
3.1 Die fünf Axiome von Paul Watzlawick
Watzlawick hat die fünf Axiome zur „praktischen Nützlichkeit“ und Anwendung in der Kommunikation zusammengefasst, um die einfachsten Kommunikationseigenschaften, die im Bereich des Zwischenmenschlichen wirken darzustellen. Für Feedback in diesem Zusammenhang wurde bereits das erste Axiom (2.) vorgestellt, denn die Eigenschaft, dass „man nicht nicht kommunizieren“ kann, trifft auf eine empfangene Information ebenso zu, wie auf die gesendete „Rückkopplung“. Zur Erläuterung des zweiten Axioms im Zusammenhang mit Feedback gilt es die zuvor genannte Metakommunikation (2.), die den Beziehungsaspekt einer Information darstellt zu betrachten. Der Beziehungs- wie auch der Inhaltsaspekt werden in jeder Kommunikation übermittelt. Die Definition des Beziehungsaspektes, ist die Mitteilung, wie „der Sender die Beziehung zwischen sich und dem Empfänger sieht, [als] persönliche Stellungnahme.“ In der Praxisanwendung bedeutet dies, dass der Trainer- Athlet- Rückmeldungsdialog nur über die Metakommunikation eine einheitliche Sprache entwickelt werden kann, die dann eine Neutralität des Beziehungsaspektes schaffen kann, welches wiederum den Inhaltsaspekt der Information in den Vordergrund der Kommunikation stellt
Das dritte Axiom beinhaltet die Interpunktion, welche das menschliche Verhalten „organisiert“ und damit als „Reiz- Reaktions- Verhalten“ der kreisförmigen Ereignisfolgen der Beziehung zu betrachten ist. Hier wird die Reaktion auf ein Feedbackverhalten (Reiz) ausgelöst, welche wiederum durch seine Kreisförmigkeit also Verstärkung des Verhaltens vom Trainer rückwirkend zu beobachten ist. Sender und Empfänger im „ununterbrochenen Austausch von Mitteilungen“ reagieren demnach auf das Verhalten des anderen, im Sinne einer Reaktion. Hier bezieht sich nun Feedback auf die nonverbalen Informationen von Kommunikationsabläufen zwischen Trainer und Athlet, die jeweils kreisförmiges „Verhalten sowohl als Ursache, als auch Wirkung“ bedingen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz verbaler und nonverbaler Kommunikation ein und steckt das Ziel ab, Feedbackprozesse anhand der Theorien von Watzlawick und Schulz von Thun auf das Fallbeispiel Ski Alpin anzuwenden.
2. Allgemeine Einordnung und Funktion von Feedback im Kommunikationsprozess: Dieses Kapitel erläutert Feedback als interaktiven, kreisförmigen Prozess der Informationsvervollständigung und beleuchtet die enorme Bedeutung nonverbaler Anteile nach Mehrabian.
3. Vergleich der Herangehensweisen zwischen zwei Kommunikationsmodellen unter Anwendung des Fallbeispiels: Hier werden die Theorien von Watzlawick und Schulz von Thun vergleichend gegenübergestellt, um ihre Relevanz für eine neutrale und objektive Feedbackgestaltung zwischen Trainer und Athlet herauszuarbeiten.
4. Bedeutung von Feedback in der Kommunikationstheorie unter Anwendung des Fallbeispiels: Dieses Kapitel vertieft die Anforderungen an Feedback, analysiert das Johari-Fenster zur Selbst- und Fremdwahrnehmung und stellt Techniken wie die Sandwich-Methode vor.
5. Einfluss von Feedback auf zukünftige Interaktionen: Es wird dargestellt, wie korrekt angewendetes Feedback nachhaltig Vertrauen aufbaut, die Beziehung festigt und so langfristig die Qualität der Kommunikation und sportliche Erfolge sichert.
6. Ausblick und Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass effektive Kommunikation bei der Selbstreflexion beginnt und Feedback ein unverzichtbares Instrument ist, um im Sport wie auch im Alltag zielgerichtet miteinander zu interagieren.
Schlüsselwörter
Feedback, Kommunikationsprozess, Trainer-Athlet-Dialog, Ski Alpin, Watzlawick, Schulz von Thun, Kommunikationsquadrat, Axiome, Metakommunikation, Rückkopplung, Selbstreflexion, Johari-Fenster, Sandwich-Technik, Sportmanagement, Leistungssport.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle von Feedback im zwischenmenschlichen Kommunikationsprozess, mit einem besonderen Fokus auf die praktische Anwendung zwischen Trainer und Athlet im Leistungssport.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Kommunikationstheorien, die Einordnung von Feedback als zirkulären Prozess, der Umgang mit nonverbalen Signalen sowie Strategien für ein wertschätzendes und effektives Feedback.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die theoretischen Rahmenbedingungen von Feedback darzustellen und zu untersuchen, wie Trainer diese Erkenntnisse praktisch für die sportliche Leistungsentwicklung und Konfliktlösung nutzen können.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick (Fünf Axiome) und das Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise von Feedback, vergleicht Kommunikationsmodelle, erläutert die Bedeutung von Metakommunikation und stellt Techniken wie die Sandwich-Feedback-Methode anhand des Beispiels Ski Alpin vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Feedback, Kommunikationsprozess, Leistungssport, Selbstreflexion, Metakommunikation und die genannten Kommunikationstheoretiker.
Welche Rolle spielt das Johari-Fenster in dieser Arbeit?
Das Johari-Fenster wird genutzt, um zu veranschaulichen, wie Feedback den "blinden Fleck" eines Athleten verkleinern und so sein Bewusstsein für eigenes Verhalten sowie die Zusammenarbeit mit dem Trainer verbessern kann.
Wie unterscheidet sich die "moderne" von der "traditionellen" Feedback-Sandwich-Technik?
Die moderne Sandwich-Technik zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Feedbackempfänger durch aktive Selbstreflexion und offene Fragen des Trainers stärker in den Lösungsfindungsprozess einbindet, anstatt ihn nur passiv zu korrigieren.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2014, Wie gelingt effektives Feedback im Kommunikationsprozess?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494357