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Mel Gibsons 'Die Passion Christi' - Compassio oder Ekel?

Title: Mel Gibsons  'Die Passion Christi' - Compassio oder Ekel?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Patricia Battke (Author)

Rhetoric / Elocution / Oratory
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Einleitung

Im Anfang war Clemens Brentanos Werk über die Nonne Anna Katharina von Emmerick, die die Leiden Jesu selbst an ihrem Körper erlebte. Brentano veröffentlichte 1913 das Buch “Das bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christus “, welches er schrieb indem er fünf Jahre neben Katharina von Emmerick wachte und ihre Visionen aufzeichnete. Gibson nahm diese gewalttätige Darstellung der Passion Christi als Grundlage für seinen Film „Die Passion Christi“, die 2004 weltweit in die Kinos kam. Die Frage, die sich bei der Rezeption des Films aufdrängt, ist die, ob Gibson mit ihm in der Lage ist seinen Anspruch auf die Vermittlung eines spirituellen Erlebnisses über die (Mit-) Leidenserfahrung der Zuschauer gerecht zu werden, wie er es postuliert. Die nun folgenden Kapitel stellen sich der Frage, indem sie sich einerseits den ikonographischen Grundlagen, die für die ästhetische Präsentation des Films herangezogen wurden, widmen, und andererseits die cineastische Transmedialisierung filmwissenschaftlich und filmrhetorisch untersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

2.1. Ikonographie

2.2. compassio und imitatio christi

2.3. Körperlichkeit der Erlösung

3. Analyse: Film und bildende Kunst

3.1. Gethsemane

3.2. Ecce Homo

3.3. Kreuzigungsdarstellung

3.4. Pietà

4. Schlusswort

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Mel Gibsons Film "Die Passion Christi" hinsichtlich seines Anspruchs, ein spirituelles Erlebnis durch die Mit-Leidenserfahrung der Zuschauer zu vermitteln. Dabei wird analysiert, ob der Film durch den Rückgriff auf ikonographische Grundlagen der bildenden Kunst und eine spezifische filmrhetorische Gestaltung in der Lage ist, compassio beim Rezipienten auszulösen, oder ob die gewaltsame Inszenierung primär Ekel hervorruft.

  • Intermediale Bezugnahmen zwischen Film und klassischer Passionsikonographie
  • Die Rolle der „compassio“ (Mitleid) und „imitatio christi“ im filmischen Kontext
  • Filmrhetorik und der Einsatz von Ton und Montage zur Affektsteuerung
  • Die Bedeutung der Körperlichkeit und der „Körperlogik“ im Spätmittelalter im Vergleich zur Filmdarstellung
  • Kritische Reflexion über Authentizität und die Memoria-Funktion der Passionsdarstellung

Auszug aus dem Buch

3.3. Kreuzigungsdarstellung

Mit dem chronologischen Fortschreiten des Tages schreitet auch im Film das Geschehen immer weiter voran, bis es in der Kreuzigung gipfelt. Dieser dramatische Höhepunkt des Films fährt erneut mit allen Mittel der Filmkunst auf, und die gewalttätigen Übergriffe erreichen hier ebenso ihren brutalen Gipfel. Doch schauen wir uns zunächst die Mitteltafel der Kreuzigungsdarstellung von Matthias Grünwald, vom Isenheimer Altar an, die um 1515 entstanden ist und die Gibson teilweise für seine Kreuzigungs-Szene als Vorlage diente.

Der Isenheimer Altar gilt als einer der Höhepunkte der Passionsikonographie, in dessen Zuge die Entwicklung zur realistischen Darstellung des Tods Jesu ging. Vor allem Maria und Johannes treten als von Schmerz und Trauer ergriffene Personen auf. Ein neuer Akzent liegt auf der Schilderung der menschlichen Reaktionen und Gefühle derer, die das Geschehen miterleben und somit eine Meditation und menschliche Anteilnahme am Leiden Christi möglich ist. Bei der Illustration der Maria ist der persönliche Schmerz so gesteigert, dass er sich in körperlichen Reaktionen manifestiert und sie in Ohnmacht fallend und von Johannes haltend versinnbildlicht wird.

Häufig wird Maria Magdalena seine Füße küssend dargestellt, da sie durch ihre eigene biblische Schuld auch Teil der Ursachen für das Leiden des Erlösers ist. Interessanterweise, ist es im Film nicht Magdalena, sondern Maria, die die blutverschmierten Füße ihres Sohnes küsst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Anspruch Mel Gibsons, durch seinen Film "Die Passion Christi" ein spirituelles Erlebnis zu vermitteln, und stellt die Frage nach der Wirksamkeit der filmischen Mittel bei der Zuschauerrezeption.

2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel erläutert kunsthistorische und theologische Begriffe wie Ikonographie, compassio, imitatio christi und Körperlichkeit der Erlösung, um das theoretische Fundament für die Filmanalyse zu schaffen.

3. Analyse: Film und bildende Kunst: In diesem Hauptteil wird der Film anhand von vier konkreten Szenen (Gethsemane, Ecce Homo, Kreuzigung, Pietà) in Bezug zu historischen Kunstwerken gesetzt und filmrhetorisch untersucht.

4. Schlusswort: Das Fazit kommt zu dem Ergebnis, dass die gewaltsame Zurschaustellung bei Gibson eher Ekel als Mitleid erzeugt und der Film die angestrebte Memoria-Funktion und Erlösungsthematik im kino-kommunikativen Kontext nicht überzeugend transportieren kann.

5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur sowie der Bild- und Filmquellen.

Schlüsselwörter

Mel Gibson, Die Passion Christi, Ikonographie, compassio, imitatio christi, Körperlichkeit, Filmrhetorik, Passionsdarstellung, Memoria, Affektsteuerung, Kreuzigung, Bildcode, Rezeption, Authentizität, Pietà

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Mel Gibsons Film „Die Passion Christi“ und untersucht, wie der Regisseur durch den Einsatz von ikonographischen Vorbildern und filmischen Mitteln versucht, die Zuschauer emotional in das Passionsgeschehen einzubinden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Film und bildender Kunst, die Darstellung von Leiden, die semiotische Bedeutung filmischer Zeichen sowie die christliche Tradition der Passionsikonographie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, ob Gibson mit seinem Film tatsächlich ein spirituelles Erlebnis und compassio (Mitleid) beim Zuschauer erreichen kann oder ob die extreme Gewaltdarstellung zu einer Distanzierung und bloßem Ekel führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine filmwissenschaftliche und filmrhetorische Analyse durchgeführt, die den Film mit klassischen ikonographischen Vorlagen (z.B. Matthias Grünewald, Dürer, Doré) vergleicht und Begriffe aus der Semiotik sowie der Kunstgeschichte heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden vier zentrale Szenen des Films – Gethsemane, Ecce Homo, die Kreuzigungsdarstellung und die Pietà – detailliert analysiert und deren rhetorische Wirkung sowie ihre intermediale Bezugnahme untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie compassio, Körperlichkeit, Ikonographie, Filmrhetorik, Memoria und Affektsteuerung charakterisieren.

Wie bewertet die Autorin den Einsatz von Rückblenden im Film?

Die Autorin argumentiert, dass die Rückblenden relativ spät im Film eingesetzt werden und die Dialoge meist nicht übersetzt sind, wodurch sie ihre Funktion, das Leiden Jesu theologisch zu legitimieren, weitgehend verfehlen.

Welche Rolle spielt der „atmosphärische Ton“ bei der Inszenierung?

Der atmosphärische Ton, wie etwa das Grillenzirpen oder das Röcheln Jesu, dient dazu, die Bedeutung des körperlichen Zustands Jesu zu verstärken und eine spezifische, ruhige Stimmung zu erzeugen, die im Kontrast zu actionorientierten Filmen steht.

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Details

Title
Mel Gibsons 'Die Passion Christi' - Compassio oder Ekel?
College
University of Tubingen
Course
Passionen
Grade
1,0
Author
Patricia Battke (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V49435
ISBN (eBook)
9783638458900
Language
German
Tags
Gibsons Passion Christi Compassio Ekel Passionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patricia Battke (Author), 2005, Mel Gibsons 'Die Passion Christi' - Compassio oder Ekel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49435
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