Bei der vorliegenden Ausarbeitung handelt es sich um eine Projektarbeit. Diese ist im Rahmen des Studienganges Pflegewissenschaft (2. Semester) an der Fachhochschule Osnabrück in Kooperation mit dem Klinikum Osnabrück - Klinik Natruper Holz, entstanden.
In dieser Klinik konnte ein leitfadengestütztes Interview mit narrativem Charakter durchgeführt werden. Die Befragung fand, zwischen zwei Studentinnen und einer Patientin, auf einer Station für geriatrische Frührehabilitation statt. Die Rahmenbedingungen des Interviews erwiesen sich als schwierig. Hier sei im Besonderen erwähnt, dass kein ruhiger Raum zur Verfügung stand. Wünschenswert wäre auch eine kurze Übergabe durch das Pflegepersonal gewesen. Die Patientin wurde uns jedoch lediglich, mit der Aussage, dass sie einverstanden wäre mit einem Interview, von weitem gezeigt. Auf Nachfragen konnten wir Einsicht in die Patientenakte nehmen und bekamen die Auskunft, dass es sich hier um eine unauffällige Patientin handelt. Die 98-jährige Patientin, Frau W., trafen wir im Gemeinschaftsraum an. Dort verabschiedete sich gerade ihr Neffe von ihr, der zu Besuch war. Unser erster Eindruck war, der einer selbstbewussten und für ihr Alter noch sehr rüstigen Dame. Zudem wirkte sie zeitlich, örtlich, situativ und zu ihrer Person orientiert. Wir begrüßten Frau W. und stellten uns vor. Nachdem wir erneut ihr Einverständnis zur Befragung eingeholt hatten, einigten wir uns gemeinsam, das Interview in ihrem Drei-Bett-Zimmer durchzuführen. Eine Mitpatientin befand sich dort, Frau W. gab an, dass sie dies nicht stören würde. Nach einer kurzen Vorbesprechung sollte das Interview und seine Aufzeichnung beginnen. Das vorher getestete Diktiergerät funktionierte, aufgrund eines später festgestellten Wackelkontaktes, nicht mehr. Deshalb wurde das Gespräch mitgeschrieben und gleich anschließend protokolliert. Trotzdem ist nicht auszuschließen, daß teilweise Inhalte verlorengegangen sein könnten und der genaue Wortlaut verfremdet wurde. Das eigentliche Interview dauerte, die Störungen durch Mitpatienten und Angehörige nicht mit gerechnet, 50 Minuten.
Inhaltsverzeichnis
1. Darstellung des Interviewverlaufs
2. Kategorien
3. Falldarstellung
4. Falldiskussion (Phänomene)
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
7. Anhang: Transkription des Interviews
Zielsetzung & Themen
Die Projektarbeit verfolgt das Ziel, im Rahmen eines narrativen, leitfadengestützten Interviews bedeutende Phänomene im Krankheitsverlauf einer 98-jährigen Patientin zu ermitteln und anhand pflegewissenschaftlicher Konzepte zu diskutieren, um die Herausforderungen der Übergangsphase vom stationären Aufenthalt zurück in die häusliche Umgebung zu beleuchten.
- Pflegewissenschaftliche Analyse des Krankheitserlebens
- Anwendung der Konzepte Kompetenz, Social Support und Coping
- Bewertung von Rehabilitationsmaßnahmen aus Patientensicht
- Bedeutung biographischer Erfahrungen für die Krankheitsbewältigung
- Herausforderungen der häuslichen Selbstständigkeit im Alter
Auszug aus dem Buch
4. Falldarstellung
Frau W. ist sich ihres Alters und ihres körperlichen Zustandes bewusst, ebenso der Endlichkeit ihrer Ressourcen, sowie ihrer gesundheitlichen Verfassung (Z. 4: „Man muss sich schon anstrengen; bin ja auch schon alt.“). Die Grenzen ihrer Selbständigkeit schildert sie realistisch und bestimmt. (Z. 17,9,10,13 u. 89) „Ich überlege alle was ich selbst noch kann.“(Z. 75).
Frau W. ist teilweise sehr interessiert an der Auseinandersetzung mit ihrer Erkrankung. So fragt sie zum Beispiel nach dem Gewicht der eingesetzten Prothese. (Z. 49 u. Z. 52) Sie wirkt aufgeklärt über die Maßnahmen, die das Pflegepersonal bei seiner täglichen Routine, an ihr durchführt. (Z. 41-42) Unter Berücksichtigung ihrer anstehenden Entlassung macht sie sich Gedanken über die Fortschritte, die sie bisher erzielt hat. Von den vielen verschiedenen verordneten Tabletten, kann sie uns nur das Diuretika umgangssprachlich benennen. (Z. 57-58)
Frau W. verlässt sich in bestimmten Dingen vollends auf die Unterstützung durch ihre Verwandten. Sie scheint großes Vertrauen gegenüber den sie betreuenden Neffen und Nichten und ihren Entscheidungen zu haben. (Z. 80) Andere Personen aus ihrer näheren Umgebung erwähnt sie nicht namentlich, sondern nur ihrer Funktion nach. (Z. 9-10, 17, 86 u. 91)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Darstellung des Interviewverlaufs: Dieses Kapitel erläutert den Kontext der Projektarbeit sowie die schwierigen Rahmenbedingungen des Interviews auf einer Station für geriatrische Frührehabilitation.
2. Kategorien: Hier werden die erhobenen Daten systematisch nach Themenfeldern wie allgemeine Daten, Krankheitsverlauf, Reha-Bewertung und Zukunftsperspektiven gegliedert.
3. Falldarstellung: Dieses Kapitel beschreibt das Krankheitserleben, das soziale Umfeld, die Biographie sowie die Bewertung der Pflegemaßnahmen aus Sicht der Patientin.
4. Falldiskussion (Phänomene): Die Ergebnisse werden hier pflegewissenschaftlich unter den Aspekten Social Support, Kompetenz und Coping kritisch diskutiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Biographiearbeit und des sozialen Rückhalts für die erfolgreiche Wiedereingliederung in die häusliche Umgebung zusammen.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen und Modelle.
7. Anhang: Transkription des Interviews: Vollständige Mitschrift des geführten narrativen Interviews mit der Patientin.
Schlüsselwörter
Pflegewissenschaft, Geriatrische Frührehabilitation, Patientenbefragung, Krankheitsverlauf, Social Support, Kompetenz, Coping, Biographieforschung, Hüftoperation, Duokopfprothese, Selbstständigkeit, Pflegeprozess, Patientenperspektive, Alter, Krankenhausentlassung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Projektarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert anhand eines leitfadengestützten Interviews mit einer 98-jährigen Patientin zentrale Phänomene, die ihren Krankheitsverlauf und ihre Genesung nach einer Hüftoperation prägen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das individuelle Krankheitserleben, der Einfluss von familiärem Social Support, die Bedeutung von Bewältigungsstrategien (Coping) und die Herausforderungen der häuslichen Autonomie.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Perspektive der Patientin auf ihre Behandlung und ihre Zukunft zu verstehen, um Ansätze für eine gelungene Unterstützung bei der Entlassung aus dem Krankenhaus zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein qualitatives, leitfadengestütztes Interview mit narrativem Charakter geführt, dessen Ergebnisse im Anschluss kategorisiert und pflegewissenschaftlich diskutiert wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgen die Falldarstellung sowie eine vertiefende Falldiskussion, in der die Aussagen der Patientin auf Basis pflegewissenschaftlicher Theorien interpretiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Pflegewissenschaft, Geriatrie, Social Support, Coping, Patientenperspektive und die Förderung der Selbstständigkeit im Alter.
Wie bewertet die Patientin ihre Reha-Erfahrungen konkret?
Die Patientin lobt das Engagement des Personals, kritisiert jedoch Zeitmangel, den Wechsel von Therapeuten, die Mahlzeitenfolge sowie den Verlust des Zweibettzimmers als belastend.
Welche Rolle spielt die Familie für die Patientin?
Die Familie fungiert als zentraler Social Support; die Patientin vertraut ihren Angehörigen bei organisatorischen Aufgaben voll und ganz, möchte aber gleichzeitig ihre eigene Autonomie bewahren.
Wie geht die Patientin mit ihrer eingeschränkten Mobilität um?
Sie nutzt Hilfsmittel wie den Rollator und setzt sich aktiv mit ihren verbliebenen Fähigkeiten auseinander, verdrängt jedoch teilweise die Realität der nötigen Vorbereitungen für ein selbstständiges Leben zu Hause.
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- Christian J. Pape (Author), 2003, Patientenbefragung und -auswertung im Klinikum Osnabrück-Klinik Natruper Holz zum Thema "Bedeutende Phänomene im Kranheitsverlauf", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49439