Patientenbefragung und -auswertung im Klinikum Osnabrück-Klinik Natruper Holz zum Thema "Bedeutende Phänomene im Kranheitsverlauf"

Interviewanalyse einer Patientin


Hausarbeit, 2003

17 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Darstellung des Interviewverlaufs

2. Kategorien

3. Falldarstellung

4. Falldiskussion (Phänomene)

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang: Transkription des Interviews

1. Darstellung des Interviewverlaufs

Bei der vorliegenden Ausarbeitung handelt es sich um eine Projektarbeit. Diese ist im Rahmen des Studienganges Pflegewissenschaft (2. Semester) an der Fachhochschule Osnabrück in Kooperation mit dem Klinikum Osnabrück - Klinik Natruper Holz, entstanden.

In dieser Klinik konnte ein leitfadengestütztes Interview mit narrativem Charakter durchgeführt werden. Die Befragung fand, zwischen zwei Studentinnen und einer Patientin, auf einer Station für geriatrische Frührehabilitation statt. Die Rahmenbedingungen des Interviews erwiesen sich als schwierig. Hier sei im Besonderen erwähnt, dass kein ruhiger Raum zur Verfügung stand. Wünschenswert wäre auch eine kurze Übergabe durch das Pflegepersonal gewesen. Die Patientin wurde uns jedoch lediglich, mit der Aussage, dass sie einverstanden wäre mit einem Interview, von weitem gezeigt. Auf Nachfragen konnten wir Einsicht in die Patientenakte nehmen und bekamen die Auskunft, dass es sich hier um eine unauffällige Patientin handelt. Die 98-jährige Patientin, Frau W., trafen wir im Gemeinschaftsraum an. Dort verabschiedete sich gerade ihr Neffe von ihr, der zu Besuch war. Unser erster Eindruck war, der einer selbstbewussten und für ihr Alter noch sehr rüstigen Dame. Zudem wirkte sie zeitlich, örtlich, situativ und zu ihrer Person orientiert.

Wir begrüßten Frau W. und stellten uns vor. Nachdem wir erneut ihr Einverständnis zur Befragung eingeholt hatten, einigten wir uns gemeinsam, das Interview in ihrem Drei-Bett-Zimmer durchzuführen. Eine Mitpatientin befand sich dort, Frau W. gab an, dass sie dies nicht stören würde. Nach einer kurzen Vorbesprechung sollte das Interview und seine Aufzeichnung beginnen. Das vorher getestete Diktiergerät funktionierte, aufgrund eines später festgestellten Wackelkontaktes, nicht mehr. Deshalb wurde das Gespräch mitgeschrieben und gleich anschließend protokolliert. Trotzdem ist nicht auszuschließen, daß teilweise Inhalte verlorengegangen sein könnten und der genaue Wortlaut verfremdet wurde. Das eigentliche Interview dauerte, die Störungen durch Mitpatienten und Angehörige nicht mit gerechnet, 50 Minuten.

2. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Kategorien

a) Allgemeine Daten

- Frau W. ist 98 Jahre alt.
- verwitwet seit 1956
- keine Kinder, aber Neffen und Nichten
- lebt alleine zu Hause (1.Stock); im Erdgeschoss lebt ihre Schwägerin die von einem Pflegedienst versorgt wird.
- Frau W. hat nur eine Putzfrau und eine Fußpflegerin engagiert. Sie versorgt sich größtenteils alleine.

b) Krankheitsverlauf

- Frau W. ist zu Hause, auf die Lehne ihres Sessels, gefallen Z. 68-70
- Schmerzen in der Hüfte. Zwei Tage lang mit Spritzen behandelt
( Hausarzt) Z. 67- 68
- Keine Besserung, daraufhin wurde die Hüfte geröntgt ( Fraktur erkannt) Z. 68
- Einlieferung in die Klinik, wo gleich operiert wurde ( Duokopfprothese) Z. 69-70
- Rückenmarksnarkose und Blutkonserven erhalten Z. 47-48
- 14 Tage nach der OP wurden die Fäden der Op-Wunde gezogen Z. 52
- Aufnahme in die Reha-klinik, Reha-maßnahmen mit Therapeuten Z. 83-84
- Seitdem 6. Mai, Frau W. läuft ohne Begleitung ( Rollator) Z. 66
- Frau W. nimmt an weiteren Therapiemaßnahmen teil
(Treppensteigen, Gedächtnistraining, Kochgruppe) Z. 25-27 u. Z. 87-89

c) Bewertung der Reha

- Pflegekräfte und Therapeuten haben zu wenig Zeit Z. 33-35
- „Na ja, das ist wohl so überall so.“ Z. 34-35
- Vitalzeichenkontrolle und Blutuntersuchung jeden Tag Z. 41-44
- Enttäuschung wegen Aufgabe des 2-Bettzimmers Z. 72
- Mahlzeiten sind zu oft aufeinanderfolgend Z. 62-64
- Ständig wechselnde Therapeuten Z. 86-89

d) Krankheitserleben

- „... bin ja auch schon alt“ Z. 4
- Interessiertes Nachfragen zum Ablauf der Operation und der anschließenden postoperativen Behandlung im Akutkrankenhaus Z. 47-55

- Tabletten nehmen ihr den Appetit - „Macht aber nichts.“ Z. 58 e) Ziele/ Zukunft

- „Wenn ich das wüsste.“ Z. 74
- Soviel selber machen, wie geht Z. 75
- Gehen mit Hilfe eines Rollators Z. 74
- Möchte unbedingt wieder selber kochen Z. 76-77
- Frau W. möchte einen Pflegedienst in Anspruch nehmen Z. 77-78 f) Soziales Umfeld

- Frau W. ist seit 1956 Witwe Z. 6
- Frau W. wohnt im 1. Stock ihres Hauses. Unten wohnt die Schwägerin,
die pflegebedürftig ist Z. 74-78
- Besuch der Neffen und Nichten Z. 91-93; 20
- Hobbys: Kreuzworträtsel und Besuch der Verwandten Z. 19-20

4. Falldarstellung

Krankheitserleben

Frau W. ist sich ihres Alters und ihres körperlichen Zustandes bewusst, ebenso der Endlichkeit ihrer Ressourcen, sowie ihrer gesundheitlichen Verfassung (Z. 4: „ Man muss sich schon anstrengen; bin ja auch schon alt. “). Die Grenzen ihrer Selbständigkeit schildert sie realistisch und bestimmt. (Z. 17,9,10,13 u. 89) „ Ich überlege alle was ich selbst noch kann. “(Z. 75).

Frau W. ist teilweise sehr interessiert an der Auseinandersetzung mit ihrer Erkrankung. So fragt sie zum Beispiel nach dem Gewicht der eingesetzten Prothese. (Z. 49 u. Z. 52) Sie wirkt aufgeklärt über die Maßnahmen, die das Pflegepersonal bei seiner täglichen Routine, an ihr durchführt. (Z. 41-42) Unter Berücksichtigung ihrer anstehenden Entlassung macht sie sich Gedanken über die Fortschritte, die sie bisher erzielt hat. Von den vielen verschiedenen verordneten Tabletten, kann sie uns nur das Diuretika umgangssprachlich benennen. (Z. 57-58)

Soziales Umfeld

Frau W. verlässt sich in bestimmten Dingen vollends auf die Unterstützung durch ihre Verwandten. Sie scheint großes Vertrauen gegenüber den sie betreuenden Neffen und Nichten und ihren Entscheidungen zu haben. (Z. 80) Andere Personen aus ihrer näheren Umgebung erwähnt sie nicht namentlich, sondern nur ihrer Funktion nach. (Z. 9-10, 17, 86 u. 91)

Biographie

Die 98-jährige Patienten schildert ihren Lebenslauf klar und mit der Betonung signifikanter Punkte, wie zum Beispiel den Tod ihres Mannes. (Z. 6 u. 100-101) Eine wichtige Station ihres Lebens ist die Pflege ihres an Tbc erkrankten Mannes. Ihre 16-jährige Berufstätigkeit hat ihr Selbstbewusstsein gefördert und sie großen Wert auf ihre Selbstständigkeit legen lassen. (95-97) Dies wird auch deutlich durch die Antwort auf die Frage nach einer Wiederheirat „ Nein, hab ich nie dran gedacht, ich war ja auch gut versorgt. “ (Z. 106). Ob sie damit nur die finanzielle Versorgung, oder auch die emotionale Ebene meint, wird hieraus nicht ersichtlich. Da sie auch im eigenen Haus lebt, bei dessen Bau sie mitgeholfen hat, ist davon auszugehen das hier eher die finanzielle Versorgung gemeint ist. Auch nennt sie nicht die Ursache für ihre Kinderlosigkeit oder ob zum Beispiel überhaupt ein Kinderwunsch bestanden hat. Sie bedauert in keiner Aussage keine eigenen Kinder gehabt zu haben. Als soziale Kontakte nennt sie ihre Neffen, Nichten und ihre Schwägerin und äußert keine Einsamkeitsgefühle (Z. 6-7). In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich hauptsächlich mit dem Empfangen von Besuch durch diese und das Lösen von Kreuzworträtseln. (Z. 19-20)

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Patientenbefragung und -auswertung im Klinikum Osnabrück-Klinik Natruper Holz zum Thema "Bedeutende Phänomene im Kranheitsverlauf"
Untertitel
Interviewanalyse einer Patientin
Hochschule
Hochschule Osnabrück
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V49439
ISBN (eBook)
9783638458948
ISBN (Buch)
9783638782319
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Patientenbefragung, Klinikum, Osnabrück-Klinik, Natruper, Holz, Thema, Bedeutende, Phänomene, Kranheitsverlauf
Arbeit zitieren
Christian J. Pape (Autor:in), 2003, Patientenbefragung und -auswertung im Klinikum Osnabrück-Klinik Natruper Holz zum Thema "Bedeutende Phänomene im Kranheitsverlauf", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49439

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