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Medienevents. Katalysatoren europäischer Identität?

Title: Medienevents. Katalysatoren europäischer Identität?

Term Paper , 2016 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stephan Jaskolla (Author)

Communications - Intercultural Communication
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Die vorliegende Arbeit soll unter anderem die Konzepte "kollektive" und "europäische Identität" erläutern und einen Überblick über die theoretischen Annahmen innerhalb dieses Forschungsgebiets liefern. Europa und seine größte Institution – die EU – stehen in den letzten Jahren zahlreichen Problemen gegenüber. Staatspleiten und hohe Arbeitslosigkeitsquoten in Südeuropa, eine große Anzahl flüchtender Menschen aus dem Nahen Osten und Nordafrika sowie Terroranschläge stellen den Zusammenhalt und die Solidarität innerhalb Europas auf die Probe. In Zeiten wie diesen, in denen eine Gemeinschaft unter Stress steht, ist eine "identitäre Verbundenheit mit einer politischen Gruppe" unabdingbar.

Wie aber kann eine solche Identität, gerade in einem so großen und kulturell sowie geschichtlich diversen Raum wie Europa, geschaffen und ausgeprägt werden? Lichtenstein führt an, dass eine entsprechende Identität nicht ausschließlich politisch oder wirtschaftlich fundiert sein muss beziehungsweise im Sinne der "Wahrnehmung wechselseitiger Vorteile" begründet sein sollte, sondern tiefergehend und intensiver sein müsste.

An dieser Stelle rücken Medien in den Fokus der Beobachtung: Medienereignisse, die eine große Masse an Menschen erreichen und diesen neben Bildern und Informationen auch gemeinsame Themen und Erinnerungen bieten, könnten die Entwicklung einer solchen Identität begünstigen beziehungsweise die Ausprägung einer bereits vorhandenen europäischen Identität verstärken. Somit scheint es sinnvoll, die Konzepte ‚kollektive‘ und insbesondere ‚europäische Identität‘ mit dem ‚Medienevent-Konzept‘ nach Dayan und Katz, beziehungsweise dessen Erweiterung, zu verknüpfen, um herauszufinden, ob Medienevents tatsächlich identitätsstiftend im Sinne einer europäischen Identität sein können. Wie Roche bereits feststellt, bieten gerade "Mega-Events und Sportkultur im Allgemeinen [...] den Menschen kulturelle Ressourcen und Chancen, um sich mit ihren grundlegenden menschlichen Bedürfnissen nach individueller Identität und Vermittlung (auch in der Gruppe) auseinanderzusetzen." Ob diese Grundannahme allerdings nur für Sportevents gilt, oder für sämtliche als Medienevents kategorisierbaren Ereignisse, und ob bestimmte Arten von Events in höheres identitätsstiftendes Potential aufweisen könnten als andere, ist eine weitere interessante Fragestellung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. KOLLEKTIVE & EUROPÄISCHE IDENTITÄT – EINE BEGRIFFSBESTIMMUNG

2.1 KOLLEKTIVE IDENTITÄT

2.2 EUROPÄISCHE IDENTITÄT

3. MEDIENEVENTS

3.1 MEDIENEVENTS ALS FORSCHUNGSGEGENSTAND

3.2 MEDIENEVENTS ALS KATALYSATOR EUROPÄISCHER IDENTITÄT?

4. FAZIT

5. QUELLENVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das identitätsstiftende Potenzial von Medienevents im Kontext der Entwicklung und Stärkung einer kollektiven europäischen Identität. Dabei wird analysiert, inwiefern Medienevents als Katalysatoren fungieren können, um Zugehörigkeitsgefühle innerhalb des europäischen Raums zu fördern oder zu festigen.

  • Grundlagen kollektiver Identität in der sozialwissenschaftlichen Forschung
  • Strukturmerkmale und Kategorisierung von Medienevents nach dem Modell von Dayan und Katz
  • Die Rolle von Symbolen, Mythen und Ritualen in der Identitätskonstruktion
  • Zusammenhang zwischen nationaler und europäischer Identität
  • Die Bedeutung von Abgrenzungsprozessen gegenüber außereuropäischen Akteuren

Auszug aus dem Buch

3.2 Medienevents als Katalysator europäischer Identität?

Nach Erläuterung der Aspekte kollektive Identität, europäische Identität und Medienevents stellt sich nun also die Frage: Können Medienevents ein Katalysator für kollektive europäische Identität sein? Und wenn ja, welche Art von Events bieten das größtmögliche Potential dafür? Es wurde bereits festgestellt, dass ein Zugehörigkeitsgefühl zu einem Kollektiv eine wesentliche Vorbedingung für kollektive Identität darstellt. Da Medienevents über die „largest audiences in the history of the world“ (Dayan/Katz 1994: 14) verfügen, können Medienevents zumindest ein großes Kollektiv schaffen, das eben durch die geteilte Erfahrung des Zuschauens vereint wird. Auf welcher Ebene (regional, national, europäisch, global) dieses Kollektiv wahrgenommen bzw. sichtbar wird, scheint in diesem Kontext die relevante Frage zu sein und bedeutet daher, dass geprüft werden sollte, ob bestimmte Medienevents eher in regionalen, nationalen, europäischen oder globalen Kontexten präsentiert werden. Brüggemann et al. sprechen hier von „Kontextualisierung der Geschehnisse in einen [...] Berichterstattungsrahmen“ (Brüggemann et al. 2009: 404). Ein naheliegender Indikator wäre an dieser Stelle der Urheber des Medienevents. Ein Staatsbegräbnis, das von einem nationalen Akteur aus organisiert wird, mag je nach Prominenz des Verstorbenen zwar ein transnationales Medienevent sein, also auch außerhalb der Staatsgrenzen des Betroffenen Bedeutung haben, wird aber vermutlich eher mit nationalen Symbolen, wie Flaggen und Hymnen, versehen sein. Zudem besteht hier die Problematik, dass politische Kommunikation in Form von Events nicht unter die Definition von Medienevents fällt (Brüggemann et al. 2009: 404). Dennoch sollte der Kategorie ‚Coronation’ nicht gänzlich ihr Potenzial bezüglich europäischer Identität abgesprochen werden, wie weiter unten aufgezeigt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Krisensituation Europas und führt in die Fragestellung ein, ob Medienevents als identitätsstiftende Ressourcen für eine europäische Identität dienen können.

2. KOLLEKTIVE & EUROPÄISCHE IDENTITÄT – EINE BEGRIFFSBESTIMMUNG: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen der kollektiven sowie europäischen Identität und diskutiert deren dynamischen Charakter sowie die Rolle von Symbolen und Abgrenzungsprozessen.

3. MEDIENEVENTS: Hier erfolgt eine theoretische Einführung in das Genre der Medienevents anhand der Klassifizierung von Dayan und Katz sowie eine kritische Auseinandersetzung mit deren Potenzial als Katalysatoren für europäische Identität.

4. FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert über die bestehenden Forschungslücken und weist auf die Notwendigkeit einer empirisch erfassbaren Operationalisierung hin.

5. QUELLENVERZEICHNIS: Dieses Kapitel listet die verwendeten wissenschaftlichen Fachliteraturquellen sowie die herangezogenen Online-Quellen auf.

Schlüsselwörter

Kollektive Identität, Europäische Identität, Medienevents, Sozialwissenschaften, Identitätskonstruktion, Symbolik, Massenmedien, Europäische Öffentlichkeit, Konstruktivismus, Integrationspotenzial, Politische Identität, Status-Identität, Kommunikation, Sozialer Zusammenhalt, Europa

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Zusammenhänge zwischen Medienevents und der Konstruktion einer kollektiven europäischen Identität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die sozialwissenschaftliche Identitätsforschung, das Medienevent-Konzept nach Dayan und Katz sowie die Bedingungen, unter denen mediale Ereignisse Identität fördern oder hemmen können.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, ob und unter welchen Bedingungen Medienevents als Katalysatoren fungieren können, um eine europäische kollektive Identität zu stiften.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die bestehende Konzepte der Identitätsforschung und Medienevent-Theorien verknüpft, um einen Rahmen für weiterführende empirische Studien zu schaffen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung von Identität (kulturell/bürgerlich/kollektiv) und eine fundierte medienwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Medienevents als Forschungsgegenstand.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kollektive Identität, Europäische Identität, Medienevents, Symbolik, Integrationspotenzial und Konstruktivismus stehen im Zentrum der Untersuchung.

Warum ist der Begriff des „leeren Signifikanten“ in dieser Arbeit relevant?

Er verdeutlicht, dass der Begriff „Europa“ willkürlich mit Inhalten gefüllt werden kann, um ein Kollektiv zu bilden, das ansonsten keinen gemeinsamen Gründungsmythos besitzt.

Welche Rolle spielen „traumatische Ereignisse“ laut dem Autor für die Identitätsbildung?

Traumatische Ereignisse wie Terror oder Kriege können durch Prozesse der Außenabgrenzung (Freund-Feind-Schema) den kollektiven Gemeinschaftssinn innerhalb eines definierten Raumes verstärken.

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Details

Title
Medienevents. Katalysatoren europäischer Identität?
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,7
Author
Stephan Jaskolla (Author)
Publication Year
2016
Pages
21
Catalog Number
V494933
ISBN (eBook)
9783668997219
ISBN (Book)
9783668997226
Language
German
Tags
Medienevents Dayan Katz Identität Identitätsforschung Europäische Identität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Jaskolla (Author), 2016, Medienevents. Katalysatoren europäischer Identität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494933
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