Diese Arbeit definiert zunächst, was ein Filmfestival genau ist, bevor näher auf das Filmfestival "Alcine" in Alcalá de Henares eingegangen wird. Auf generelle Informationen folgt eine Beschreibung der persönlichen Erfahrungen. Des Weiteren werden die Filme "Ahora no puedo" und "Carmen y Lola" analyisiert. Die Arbeit schließt mit einem Resümee.
"[Red] carpets, open-air screenings, paparazzi, a bustling crowd that fills the theaters and dominates the public spaces that are temporarily taken over by the festival event". Nach Valck sind diese die Bilder, welche vor dem inneren Auge erscheinen, sobald man an den Terminus des Filmfestivals denkt. Diese Vorstellungen und Erwartungen an ein kinematografisches Festival suggerieren Macht, Prestige und Relevanz desselben und erheben somit einen hohen Anspruch an das Festival als soziales Event, welches unabdingbar für seine Besucher scheint.
Valck hebt in ihrer Arbeit jedoch die Schwierigkeit hervor, eine eindeutige Definition für das Filmfestival festzulegen. Vielmehr betont sie die Bedeutung eines Grundgerüstes, um die verschiedenen Arten und Weisen, nach welchen die Filmfestivals agieren und operieren, offenzulegen und daraus die Parameter zu entlarven, durch welche man die verschiedenen Festivalformen voneinander abgrenzen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Definition eines Filmfestivals
2. Das Filmfestival Alcine in Alcalá de Henares
2.1 Generelle Information
2.2 Persönliche Erfahrung bei Alcine48
3. Filmanalyse
3.1 Ahora no puedo
3.2 Carmen y Lola
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Filmfestival Alcine in Alcalá de Henares aus theoretischer sowie praktischer Perspektive zu beleuchten und eine filmwissenschaftliche Analyse zweier ausgewählter Werke vorzunehmen.
- Theoretische Einordnung des Begriffs Filmfestival nach Marijke de Valck und Daniel Fuchs
- Praktischer Erfahrungsbericht der 48. Festivalausgabe (Alcine48) aus Sicht einer Studierendengruppe
- Analyse der sozialen Problematik von Mutterschaft und Erwerbstätigkeit im Film "Ahora no puedo"
- Untersuchung von Identität, Tradition und verbotener Liebe in "Carmen y Lola"
- Reflexion über den Stellenwert praxisorientierter Exkursionen im Studium der Romanistik
Auszug aus dem Buch
3.1 Ahora no puedo
Der 12-minütige und mehrfach prämierte Kurzfilm Ahora no puedo, welcher im Rahmen der Veranstaltung Cineastas emergentes auf dem Festival Alcine gezeigt wurde, stammt aus dem Jahr 2012 und ist von der spanischen Regisseurin Roser Aguilar.17
In diesem Kurzfilm wird die Problematik in unserer Gesellschaft thematisiert, Mutter und zugleich Arbeiterin zu sein. Obgleich man denken sollte, dies stelle heutzutage kein Problem mehr dar, so sieht die Realität doch oft anders aus. Der Film veranschaulicht dies subtil direkt zu Beginn, indem man die Schauspielerin und Mutter Sara sieht, welche sich im Spiegel betrachtet und sich dabei offensichtlich mit einer anderen Frau vergleicht, die neben ihr steht. Man sieht Sara die Unsicherheit unmittelbar an und diese kurze Szene lässt den Zuschauer förmlich spüren, dass sich Sara im Vergleich minderwertiger fühlt. Darin könnte man eine indirekte Anspielung darauf sehen, wie schwer es Mütter haben, sobald es darum geht, wieder in die Arbeitswelt einzusteigen und von wie vielen Bedenken und Unsicherheiten, welche einem als Frau von der Gesellschaft suggeriert werden, dies begleitet wird.18
In der darauffolgenden Szene sieht man die Protagonistin in einem Warteraum mit mehreren anderen Frauen sitzen, während sie die Einzige ist, welche ihr Baby im Kinderwagen bei sich hat. In dem Moment, in welchem ihr Kind anfängt zu weinen, wird sie von allen Seiten unverhohlen angestarrt und dieses Starren wiederum wird von genervten Blicken sowie Augenrollen begleitet. Saras Kind und somit auch sie selbst als Mutter werden hierdurch als Störenfriede diffamiert, die augenscheinlich nicht in die Szene eines Castings passen. Diese Szene stellt die Mutter als eine, der kinderlosen Konkurrenz in der Arbeitswelt untergestellte, Person dar.19
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition eines Filmfestivals: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen und Schwierigkeiten bei der Definition von Filmfestivals unter Berücksichtigung ihrer Funktion als soziale Events und Vermittler zwischen Produktion und Verleih.
2. Das Filmfestival Alcine in Alcalá de Henares: Hier werden allgemeine Fakten zum Festival vorgestellt und ein persönlicher Erfahrungsbericht über die Teilnahme an der 48. Ausgabe verfasst, inklusive Einblicken in die Arbeit als studentische Helfer.
3. Filmanalyse: Dieser Abschnitt widmet sich der detaillierten inhaltlichen und interpretatorischen Untersuchung der Kurzfilme "Ahora no puedo" und "Carmen y Lola".
4. Resümee: Das Kapitel schließt mit einer persönlichen Reflexion über den Mehrwert praxisorientierter Seminarformen und der Bedeutung dieser Exkursion für das Romanistik-Studium.
Schlüsselwörter
Filmfestival, Alcine48, Kurzfilm, Kulturmanagement, Filmanalyse, Ahora no puedo, Carmen y Lola, Romanistik, Praxisorientierung, Gesellschaftskritik, Identität, Geschlechterrollen, Spanien, Kinematografie, studentische Exkursion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt Erfahrungen und Reflexionen einer studentischen Exkursion zum spanischen Filmfestival Alcine in Alcalá de Henares sowie die Analyse zweier dort gezeigter Kurzfilme.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Organisation von Filmfestivals, der Rolle von Studierenden bei solchen Großveranstaltungen sowie der filmischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wie Mutterschaft, Homosexualität und Tradition.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, sowohl den praktischen Einblick in das Kulturmanagement eines Festivals zu dokumentieren als auch eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ausgewählten spanischen Kurzfilmen zu leisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der theoretischen Begriffsbestimmung, deskriptive Erfahrungsberichte sowie die filmwissenschaftliche Filmanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Festivals Alcine, einen persönlichen Bericht über die Aufgaben der Studierenden vor Ort und eine tiefergehende Analyse der Filme "Ahora no puedo" und "Carmen y Lola".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Filmfestival, Kulturmanagement, Filmanalyse, Identität, Gesellschaftskritik und studentische Exkursion beschreiben.
Welches zentrale Problem thematisiert der Film "Ahora no puedo"?
Der Film thematisiert die gesellschaftlichen Schwierigkeiten und inneren Konflikte von Frauen, die versuchen, eine Karriere und die Rolle als Mutter gleichzeitig zu vereinbaren.
Welche Bedeutung haben die Symbole im Film "Carmen y Lola"?
Der Vogel symbolisiert die Freiheit und Liebe, während der Wachtturm für die Gefangenschaft, die soziale Kontrolle und die Unterdrückung der Protagonistinnen innerhalb ihrer Gemeinschaft steht.
- Citar trabajo
- Sara Zschiesche-Calvo (Autor), 2019, Das Filmfestival "Alcine48". Erfahrungen und Reflexionen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495249