Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften nach Deutschland. Handlungsfelder für Politik, Gesellschaft und öffentliche Verwaltung


Fachbuch, 2019
124 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Literatur und Forschungsstand
1.2 Methodisches Vorgehen

2 Problemdarstellung
2.1 Demografische Entwicklung
2.2 Fachkräftemangel

3 Entlastungspotenzial durch ausländische Fachkräfte
3.1 Der Beitrag von Ausländern zum deutschen Staatshaushalt
3.2 Alternativen zur Rekrutierung von ausländischen Fachkräften

4 Ziele im Zusammenhang mit dem Zuzug von qualifizierten Fachkräften
4.1 Besetzung offener Stellen

5 Zuwanderung von Fachkräften in Vergleichsstaaten
5.1 Kanada
5.2 Australien
5.3 Dänemark
5.4 Deutschland
5.5 Zusammenfassung des Ländervergleichs
5.6 Fachkräftezuwanderung im Vergleich

6 Handlungsfelder
6.1 Politisches Statement: Zentrale Einwanderungsbehörde
6.2 Steigerung der Attraktivität als Einwanderungsland
6.3 Wettbewerbssicherheit durch aktives Rekrutierungsmanagement

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

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Impressum:

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Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bevölkerung im Erwerbsalter im Zeitraum 2013 bis 2060

Abbildung 2: Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in Deutschland nach Altersgruppen in den Jahren 2013 bis 2060

Abbildung 3: TOP 10 der anhaltenden Engpassberufe mit abgeschlossener Berufsausbildung

Abbildung 4: Beschäftigungsentwicklung in MINT-Berufen

Abbildung 5: TOP 10 der anhaltenden Engpassberufe mit Aufstiegsfortbildung

Abbildung 6: Fiskalische Entlastung der Bevölkerung pro Kopf und Jahr bei Nettozuzug von 200 Personen jährlich, in Abhängigkeit von der Qualifikationsstruktur der Zuwanderer

Abbildung 7: Altersstruktur in Kanada von 2007 bis 2017

Abbildung 8: Arbeitslosenquote in Kanada von 2008 bis 2018

Abbildung 9: Altersstruktur in Australien von 2007 bis 2017

Abbildung 10: Arbeitslosenquote in Australien von 2008 bis 2018

Abbildung 11: Altersstruktur in Dänemark von 2007 bis 2017

Abbildung 12: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland von 2016 bis 2060

Abbildung 13: Zahl der Einwohner in Deutschland nach Bevölkerungsgruppen am 31.12.2017

Abbildung 14: Arbeitslosenquote in Deutschland im Jahresdurchschnitt von 1996 bis 2018

Abbildung 15: Unterfälle der Migration (eigene Darstellung)

Abbildung 16: Ausländeranteil der 15- bis 64-Jährigen im Bundesgebiet

Abbildung 17: Ablaufdiagramm für die Antragstellung aus dem Ausland

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Das Punktesystem des Federal Skilled Worker Program

Tabelle 2: Das australische Punktesystem im Skill-Select-Verfahren

Tabelle 3: Prognose zu den Arbeitslosenzahlen in den EU-Ländern bis 2019

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Deutschland ist im Grunde schon ein Einwanderungsland“,1 erklärte Angela Merkel in einem Bürgerdialog im Jahr 2015. Dieser Aussage der Bundeskanzlerin schloss sich eine intensiv und kontrovers geführte öffentliche Debatte an.

Noch vor einigen Jahren wurde die gesellschaftliche Entwicklung gemeinhin prägnant mit dem Leitsatz: „Wir werden weniger, älter, bunter.“ beschrieben. Diverse Krisenherde weltweit und die Öffnung des Binnenmarktes der Europäischen Union (EU) führten dazu, dass die Zuwanderung nach Deutschland zunahm und die Bevölkerung wuchs, anstatt - wie prognostiziert -, zu schrumpfen.

Die Anzahl der Zuwanderer2 führte allerdings zu keiner grundsätzlichen Umkehr der demografischen Entwicklung. Die damit verbundenen Herausforderungen blieben damit fortbestehen.

In dieser Masterthesis wird untersucht, welche Handlungsfelder von Seiten der Politik, der Gesellschaft und der öffentlichen Verwaltung für die Steuerung des Zuzugs ausländischer Fachkräfte von zentraler Bedeutung sind.

Dabei wird sich die Untersuchung auf den steuerbaren Zuzug qualifizierter Fachkräften aus dem EU-Ausland beschränken. Insbesondere der Zuzug Asylsuchender kann mangels Steuerbarkeit diverser Faktoren, wie Alter oder Qualifikation, nicht Bestandteil der Ausarbeitung werden.

Die bundesdeutsche Regierungskoalition einigte sich in ihrem Koalitionsvertrag auf die Verabschiedung eines Zuwanderungsgesetzes. Die Veröffentlichung des Entwurfs steht kurz bevor.

Die Zuwanderungsregelungen wurden zuletzt mit Wirkung zum 01.01.2005 reformiert. Ob die geltende Rechtslage Grundlage einer zukunftsfähigen Zuwanderungspolitik sein kann, wird aus den Vergleichen zum Zuwanderungsrecht anderer Zuwanderungsländer hervorgehen. Dabei werden Kanada und Australien als klassische Einwanderungsländer und Dänemark, das auf Grund seiner Arbeitsplatz­kapazitäten als Zuwanderungsziel in geografischer Nähe gilt, in den Fokus der vergleichenden Betrachtung genommen.

Das forschungsleitende Interesse ist der Umgang mit der Erwerbszuwanderung nach Deutschland. Es wird, wissenschaftlich untersucht, welche Handlungsfelder aus gesellschafts- und arbeitsmarktpolitischer Sicht für eine zukunftsfähige und wettbewerbssichernde Zuwanderungspolitik von Bedeutung sind.

Zunächst wird in den Abschnitten zwei und drei dargestellt, wieso eine Reform der Zuwanderungspolitik notwendig ist und welches Potenzial die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte bietet. Im vierten Abschnitt werden die konkreten Ziele der Fachkräftesicherungspolitik dargestellt.

Dem schließt sich eine vergleichende Betrachtung Deutschlands mit Kanada, Australien und Dänemark an. Der Ländervergleich fokussiert sich auf die Ausgestaltung der Zuwanderung sowie die Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte.

Auf Grundlage des Vergleichs werden die Handlungsfelder abgeleitet.

Ziel der Ausarbeitung ist es, die folgenden Fragen zu beantworten:

- Wie ist die Zuwanderungssteuerung in den Vergleichsstaaten ausgestaltet und könnte das Vorgehen auf Deutschland übertragen werden?
- Welche Handlungsfelder und Maßnahmen lassen sich im Kontext einer politischen Betrachtungsweise und im Hinblick auf die strategische Ausrichtung der öffentlichen Verwaltung daraus ableiten?

Ergänzend soll die praktische Umsetzung der Maßnahmen durch die Behörden auf Grundlage betriebswirtschaftlicher Instrumente zur Rekrutierung, Steuerung und Vermarktung der Zuwanderung nach Deutschland skizziert werden.

1.1 Literatur und Forschungsstand

Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass die Zuwanderung im Allgemeinen und die Fachkräftezuwanderung im Besonderen eine hohe Bedeutung für die Sicherung des Arbeitsangebotes in den entwickelten Volkswirtschaften haben. Es hat sich vor allem gezeigt, dass Immigration kein vorübergehendes Phänomen ist.

Die vorhandenen Untersuchungen zu diesem Thema sind von der Diversität der jeweiligen Disziplinen geprägt. Inter- oder transdisziplinäre Studien – und somit umfassende Lösungsansätze – liegen bisher nicht vor.

Die Arbeitsmarktforschung hat die Arbeitsmarktsituation im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung und Zuwanderung bereits sehr umfassend erforscht. Außerdem befasst sich die Forschung mit Ausgestaltungsentwürfen für eine deutsche Erwerbszuwanderungspolitik, so insbesondere mit der Frage nach einer angebots- oder nachfrageorientierten Erwerbszuwanderung und in diesem Zusammenhang auch mit einem etwaigen Punktesystem.

Die Arbeitsmarktforscher Brücker 3 und Hinte et al. 4 plädieren eindringlich für eine angebotsorientierte Fachkräftezuwanderung. Bonin untersucht dazu die Auswirkungen auf den Sozialstaat.5 Die gesellschaftlichen Auswirkungen bleiben bei diesen Betrachtungen jedoch außen vor.

Diverse Studien und Gutachten, aber auch Statistiken und Prognosen, unterstützen die empirische Aufarbeitung des Fachkräfteengpasses und ermöglichen eine differenzierte Betrachtung der Bedarfe.6 Etablierte Forschungsinstitute, sowie Studien und Gutachten im Auftrag von Stiftungen und Behörden, leisten einen erheblichen Beitrag zur empirischen Untersuchung der Fachkräftesicherung. Dazu zählen insbesondere das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Institut der Wirtschaft Köln (IW), die Bertelsmann-Stiftung, verschiedene oberster Bundesbehörden wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie die Friedrich-Ebert-Stiftung.

Auch Hunger plädiert für eine angebotsorientierte Zuwanderungsausgestaltung am Beispiel der klassischen Einwanderungsländer, weist jedoch zugleich darauf hin, dass Schwierigkeiten hinsichtlich des ausgebauten Wohlfahrtssystems in Deutschland bestehen.7

Humpert 8 und Geis et al. 9 untersuchten internationale Einwanderungssysteme und verglichen die deutsche Ausgestaltung mit den jeweiligen Länderstudien. Die ausgewählten Länder weisen sowohl Übereinstimmungen als auch Abweichungen auf und können daher sinnvoll miteinander verglichen werden. Geis et al. beurteilen eine potenzialorientierte Zuwanderungsausgestaltung am Beispiel der dänischen Greencard sowie eine Vereinfachung der gesetzlichen Regelungen, verbunden mit einem modernen Verwaltungsvollzug, als eine optimierte Zuwanderungsausgestaltung.10 Humpert konstatiert, dass sich das deutsche Zuwanderungsrecht zu einem der liberalsten in der EU entwickelt hat.11

Die verwaltungsseitige Umsetzung zur erfolgreichen Zuwanderungssteuerung war bislang nicht Gegenstand empirischer Untersuchungen. Im Hinblick auf die Handlungsfelder im behördlichen Kontext mit der Zuwanderung nach Deutschland wird die vorliegende Masterthesis einen ersten Ansatz vorstellen.

1.2 Methodisches Vorgehen

Die Untersuchung der „Handlungsfelder für den Zuzug von qualifizierten Fachkräften nach Deutschland“ erfolgt im Rahmen der zeitlichen Vorgaben für die Erstellung der Masterthesis auf Grundlage einer Literatur- und Dokumentenanalyse.

Die Recherche findet in Universitätsbibliotheken, wirtschaftswissenschaftlichen Datenbanken und insbesondere dem Internet statt. Auf den Webseiten von u. a. Behörden, Stiftungen und Forschungsinstituten sind zahlreiche Studien und Gutachten öffentlich zugänglich. Über das Internet sind außerdem die elektronischen Bibliotheken der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Friedrich-Ebert-Stiftung bedient worden. Darüber hinaus dienen statistische Ämter als Quelle für aktuelle Vergleichsdaten.

Auf Grundlage der vorab vorgenommenen Betrachtung der Zuwanderungsausgestaltungen in den Vergleichsstaaten werden Handlungsfelder für die öffentliche Verwaltung abgeleitet. Durch die Analyse entsprechender sozialwissenschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Literatur werden die Erkenntnisse im verwaltungswirtschaftlichen Sinne auf den Untersuchungsgegenstand transferiert.

Dabei wird insbesondere Wert darauf gelegt, die Forschungsstände der jeweiligen Fachgebiete miteinander zu verknüpfen. So soll erstmals ein interdisziplinärer Ansatz zur Begegnung des forschungsleitenden Themas entwickelt werden. Dieser Anspruch verbietet es, die betroffenen Fachbereiche in einer Tiefe zu beleuchten, die der Vielschichtigkeit der Themengebiete und der Fülle an Forschungsmaterial gerecht würden. Es sei in diesem Zusammenhang stattdessen auf bereits vorhandene Ausarbeitungen verwiesen. Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll auf deren Verknüpfung liegen.

2 Problemdarstellung

Die Steuerung einer gezielten Fachkräftezuwanderungspolitik kann nur gelingen, wenn die Probleme, mit denen sich Deutschland in der Zukunft auseinandersetzen muss, trennscharf identifiziert und benannt werden. Der nachfolgende Abschnitt soll einen Beitrag dazu leisten, nachzuvollziehen, welche Ausgangslage die Rahmenbedingungen für die weiteren Untersuchungen schafft. Nachfolgend wird eine genauere Auseinandersetzung mit der demografischen Entwicklung stattfinden.

2.1 Demografische Entwicklung

Der demografische Wandel ist als Herausforderung und Chance zugleich zu betrachten.12 Unter Demografie ist eine Beschreibung und Entwicklung der Bevölkerung sowie ihrer Strukturen zu verstehen.13 Die demografische Entwicklung ist abhängig von der Fertilität, Mortalität und der Zuwanderung.14 Die deutsche Bevölkerung schrumpft nicht nur, sondern altert außerdem enorm. Die Ursache liegt in der Erhöhung der allgemeinen Lebenserwartung sowie der niedrigen Geburtenrate pro Frau (durchschnittlich 1,4 Kinder pro Frau)15. Auch für die Zukunft wird erwartet, dass die Fertilitätsrate tendenziell sinkt und die Lebenserwartung umgekehrt weiter steigt.16

Der Anteil der Erwerbstätigen sinkt dabei im Verhältnis zur übrigen Bevölkerung enorm und verändert dadurch die Bevölkerungsstruktur. Das statistische Bundesamt hat unter verschiedenen Annahmen Prognosen berechnet und stellt in dem Diagramm die Ergebnisse zu allen geprüften Annahmen dar. Für die vorliegende Arbeit sind die Annahmen zur Zuwanderung besonders interessant. Bei der Annahme einer kontinuierlich schwächeren Zuwanderung mit durchschnittlich 130.000 Personen jährlich sinkt das Erwerbspersonenpotential von etwa 48 Millionen im Jahr 2013 auf etwa 34 Millionen im Jahr 2060. Bei einer kontinuierlich stärkeren Zuwanderung mit durchschnittlich 230.000 Personen jährlich, wird das Erwerbspersonenpotenzial auf etwa 37,5 Millionen zurückgehen.17

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bevölkerung im Erwerbsalter im Zeitraum 2013 bis 206018

Um die klassische Bevölkerungspyramide, wie es sie etwa im Deutschen Reich um das Jahr 1910 noch gab, abzubilden, müssten Kinder und Jugendliche die quantitativ stärksten Jahrgänge darstellen und sich die Besetzungszahlen der älteren Jahrgänge als Folge der Sterblichkeit verringern.19 Die positiven Auswirkungen eines hohen Anteils junger Menschen auf die demografische Entwicklung werden in Abbildung 1 ebenfalls dargestellt, jedoch ist die Tendenz sinkend. Der Altersmedian im Jahr 2015 war in Deutschland jedoch im weltweiten Vergleich zu den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern mit 45,9 Jahren der zweithöchste und im europäischen Vergleich sogar der mit Abstand höchste Wert.20

Im Hinblick auf Abbildung 1 ist außerdem festzustellen, dass das Rentenalter seit dem Jahr 2012 erst mit 67 Jahren eintritt.21 Demnach bedarf es der Berücksichtigung der Erwerbstätigen im Alter von 65 und 66 Jahren. In der Folge sinkt der Anteil der vom sozialen Sicherungssystem abhängigen Altersrentner. Das statistische Bundesamt hat die Neuerung im Sozialversicherungsrecht für die Jahre 2013 bis 2060 berücksichtigt (s. Abbildung 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in Deutschland nach Altersgruppen in den Jahren 2013 bis 206022

Dennoch wird sich das zahlenmäßige Verhältnis von potenziellen Empfängern von Leistungen der Alterssicherungssysteme zu den potenziellen Erbringern dieser Leistungen verschlechtern.23 Daraus ergeben sich enorme volkswirtschaftliche, sozialstaatliche, aber auch betriebswirtschaftliche Herausforderungen.

Aus der Abbildung 2 wird deutlich, dass der Anteil der über 67-jährigen im Jahr 2060 nahezu doppelt so hoch sein wird wie der Anteil der unter 20-jährigen. Zugleich sinkt der Anteil der potentiellen Erwerbspersonen im Alter von 20 bis 67 Jahren auf etwa 2/3 des aktuellen Erwerbspersonenpotentials, was zeigt, dass die Soziallasten dieser Bevölkerungsgruppe mit Blick auf das Jahr 2060 sehr hoch sein werden.

Das Sozialversicherungssystem beruht auf dem sog. Drei-Generationen-Vertrag. Der Generationenvertrag besteht aus einem Umlageverfahren der gesetzlichen Sozialversicherungen, welches das Prinzip der Altenversorgung aus dem familiären Generationenvertrag auf die Kollektivebene überträgt.24 Die Erwerbstätigen sorgen nach dieser Systematik sowohl für ihre Vorläufer-Genration als auch für die Kinder und Jugendlichen der Nachfolgegeneration. Letzteren ist durch die Eltern-Generation bis zur eigenen Erwerbstätigkeit oder bis zum einschließlich 25. Lebensjahr Unterhalt zu leisten. Wenn die Anzahl dieser Leistungsträger abnimmt und, wie beispielsweise für das Jahr 2060 prognostiziert, nur noch 51 % der Bevölkerung potentielle Erwerbspersonen darstellen, während der Anteil der Nicht-Erwerbsfähigen (bzw. Nicht-Erwerbstätigen) bei 49 % liegt25, dann wird deutlich, dass es einer Steuerung bedarf, um diesen – den sozialen Frieden stark gefährdenden – Status nicht zu erreichen. Unter Erwerbspersonenpotential ist die absolute Obergrenze des potentiellen Arbeitskräfteangebots zu verstehen. Der Terminus umfasst sowohl die Erwerbstätigen als auch die Erwerbslosen und die so genannte „Stille Reserve“, die zwar erwerbsfähig, aber erwerbslos ist und dennoch nicht in der Arbeitslosenstatistik erfasst wird.26

Der demografische Wandel stellt eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Zur Begegnung dieser enormen Herausforderung reicht ein singulärer Ansatz wie eine verstärkte Erwerbsmigration nicht aus.

Trotzdem handelt es sich mit Blick auf die wachsende Bedeutung des Humankapitals in der Wissensgesellschaft und in Anbetracht des Umstands, dass Denk- und Dienstleistungen regelmäßig nur noch von qualifizierten Fachkräften erbracht werden können, um einen unabdingbaren Lösungsansatz. Bauer spricht in diesem Zusammenhang von einer „Demografiekrise“.27

2.2 Fachkräftemangel

Qualifizierte Fachkräfte sind ein Schlüsselfaktor um Wachstum und Wohlstand zu sichern und auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben.28 Im Falle eines Mangels an qualifizierten Fachkräften könnten im Umkehrschluss das wirtschaftliche Wachstum und der Wohlstand in Deutschland in Gefahr geraten. Im Folgenden wird zunächst definiert, was unter den Bezeichnungen „Fachkräftemangel“ und „qualifizierte Fachkraft“ zu verstehen ist.

2.2.1 Definitionen

„In der Arbeitsmarktforschung wird von Fachkräftemangel gesprochen, wenn es im Verhältnis zur Arbeitsnachfrage (Stellenangebote) zu wenige passend qualifizierte Arbeitskräfte und zu wenige den Anforderungen entsprechend qualifizierbare Arbeitskräfte gibt.“29 Die Kriterien der Bundesagentur für Arbeit zur Erstellung von Positivlisten für Mangelberufe sind,

- dass die durchschnittliche Zeitdauer bis zur Besetzung einer offenen Stelle (Vakanzzeit) mindestens 40% über dem Durchschnitt liegt,
- auf 100 offene (gemeldete) Stellen weniger als 300 Arbeitslose kommen,
- sowie dass die durchschnittliche Vakanzzeit gegenüber dem Referenzzeitraum um mindestens zehn Tage ansteigt.30

Eine Fachkraft ist zunächst eine Erwerbsperson mit einer abgeschlossenen Ausbildung. Als qualifiziert gilt eine Berufsausbildung, wenn sie von mindestens zweijähriger Dauer ist. Dabei ist es grundsätzlich unerheblich, ob es sich um eine Ausbildung des mittleren Qualifikationsniveaus oder um ein akademisches Hochschulstudium handelt.31

Bußmann und Seyda definieren Personen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen höheren berufsqualifizierenden Abschluss vorweisen können, als Fachkräfte. In Abgrenzung dazu sind Helfer bzw. Ungelernte von der Bezeichnung nicht erfasst.32

Die Bundesagentur für Arbeit ordnet die Qualifikationsstufen zwar genauso ein, wie Bußmann und Seyda, hält jedoch keine Definition in ihrer Fachkräfteengpassanalyse vor. Durch eine abgeschlossene Ausbildung wird bereits die Bezeichnung als Fachkraft festgestellt, weitere Qualifizierungen erhöhen den Wert der Ausbildung und führen zur Bezeichnung dieser Fachkräfte als „Spezialisten“. Akademiker gelten in Anbetracht ihrer hohen Qualifikationsebene als „Experten“. In der Positivliste über die Engpassberufe erscheinen aber alle Berufsbranchen, deren Anforderungsniveau bei dem der Fachkraft beginnt.33

Nach Angenendt handelt es sich bei qualifizierten Fachkräften um Beschäftigte in Ausbildungsberufen.34

Da es für die Untersuchung der Handlungsfelder für den Zuzug von qualifizierten Fachkräften unabhängig vom Qualifikationsniveau um die Steigerung des Humankapitals geht, wird der Definition von Bußmann/Seyda, welche den Ausführungen der Bundesagentur für Arbeit entspricht, gefolgt. Unterschiedliche Ausbildungs­systeme haben schließlich auch zur Folge, dass akademisiertes Personal aus dem Ausland in Deutschland häufig nur Berufen nachgehen kann, die im Inland ein geringeres Anforderungsniveau aufweisen.

2.2.2 Ursachen

Die demografische Entwicklung hat zwar zur Folge, dass das Erwerbspersonenpotential sinkt. Der Fachkräftemangel hat jedoch andere Ursachen.

Obgleich es ungenutztes Erwerbspersonenpotenzial gibt, kann dieses aus unterschiedlichsten Gründen nicht für die offenen Stellen herangezogen werden. Dabei kann es sich um unqualifizierte Personen handeln. Es bestehen häufig aber auch qualifikatorische, berufliche oder regionale Disparitäten, so genannte „Mismatches“. Dies bedeutet, dass das Arbeitsangebot und die Arbeitsnachfrage nicht zueinander passen. Durch Fortbildungen können nur marginale Qualifikationssteigerungen bzw. -änderungen erreicht werden, sodass die Disparitäten schwierig zu beheben sind.35

Laut einer Studie von Mischler und Ulrich werden außerdem Berufe mit wenig Ansehen seltener gewählt.36

Der Mangel an Fachkräften hängt aber auch mit der Erwerbsbeteiligung und dem Wanderungssaldo zusammen.37

Um die Handlungsfelder für die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland genau bestimmen zu können, wäre eine Einschätzung des Bedarfs in qualitativer und quantitativer Hinsicht erforderlich.

Eine derartige Bedarfsprognose für Fachkräfte ist auf Grund volatiler Komponenten jedoch kaum möglich.38 Als solche Komponente sei an dieser Stelle beispiels­weise die Digitalisierung genannt. Die Entwicklung ist zwar anerkanntermaßen nicht aufzuhalten, dennoch bestehen keine einheitlichen Erkenntnisse über die Auswirkungen dieser strukturellen Veränderungen.39

Die Prognosen über das Fachkräfteangebot müssen sich immer auf Annahmen über den zukünftigen ordnungs- und finanzpolitischen Kontext stützen. Auch die Fachkräftenachfrage ist von der nicht vorhersehbaren technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung abhängig.40

Hinsichtlich der Qualifikationsbedarfe bestehen jedoch, wie der nachfolgende Abschnitt zeigt, Erkenntnisse über die Mangelsegmente sowie die entsprechenden Berufsfelder.

2.2.3 Mangelsegmente nach Bildungsniveau

Im Folgenden werden die Mangelsegmente bei der Fachkräftesicherung kurz dargestellt. Es erfolgt eine Unterscheidung nach Ausbildungs- und Fortbildungsberufen sowie nach akademischen Berufen.

2.2.3.1 Ausbildungsberufe

Der Bedarf an Fachkräften im Verhältnis zur Arbeitslosigkeit liegt derzeit am höchsten im Bereich der Kranken- und Gesundheitspflege, gefolgt von Automatisierungstechnik und Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, wie die nachfolgende Abbildung zeigt.41

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: TOP 10 der anhaltenden Engpassberufe mit abgeschlossener Berufsausbildung42

Anger et al. sehen den größten Engpass bei den Facharbeitern in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).43 Die aggregierte Fachkräftelücke von MINT-Facharbeitern lag im April 2018 bei 151.600 Personen, gefolgt von 104.400 Personen im Segment der Experten- bzw. Akademikerberufe sowie 58.800 Personen im Segment der Spezialisten- bzw. Meister- und Technikerberufe. Dabei handelt es sich um den höchsten Stand seit den Aufzeichnungen der Fachkräftelücken in den Engpassberufen seit 2011.44

Aber auch im Bereich der Krankenpflege ist der Fachkräftemangel bereits im Jahre 2020 in Höhe von zehn Prozent zu erwarten. Für das Jahr 2040 ist mit einem Mangel an ausgebildetem Personal in allen Fachbereichen zu rechnen.45

In MINT-Berufen, in denen das Arbeitskräfteangebot eine Unterdeckung aufweist, zeigt sich eine besonders starke Dynamik bei Zuwanderern und überproportional bei Geflüchteten (s. Abbildung 4).46

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Beschäftigungsentwicklung in MINT-Berufen47

2.2.3.2 Fortbildungsberufe

Im Bereich der Spezialisten, typischerweise Personen mit einem Fortbildungsabschluss wie Meister-, Techniker- oder Fachschulabschluss48, besteht ein anhaltender Bedarf im Bereich der Fachkrankenpflege, Physiotherapie und Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (s. Abbildung 5).49

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: TOP 10 der anhaltenden Engpassberufe mit Aufstiegsfortbildung50

Zu beachten ist, dass der Bundesagentur für Arbeit nur etwa jede zweite offene Stelle gemeldet wird, sodass angenommen wird, die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen sei etwa doppelt so hoch.51 Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erstellt deshalb eigene Analysen, die den tatsächlichen Gegebenheiten näher kommen sollen.

2.2.3.3 Berufe mit Hochschulabschluss

Nicht nur in den MINT-Berufen, wie speziell im Bereich der Softwareentwicklung und Programmierung52, sondern auch im Bereich der Human- und Zahnmedizin, der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie der Kunstwissenschaften lässt sich ein Bedarf ein Akademikern feststellen.53 Die Fachkräfteunterdeckung besteht außerdem im Bereich der Pharmazie.54 Bereits im Jahre 2020 werden voraussichtlich acht Prozent der Ingenieursstellen und sechs Prozent der Stellen für Ärzte nicht besetzt werden können. Die Situation verschärft sich mit Blick auf die Arbeitslandschaft 2040 noch weiter.55

2.2.4 Folgen eines anhaltenden Fachkräftemangels

Die Stärke der deutschen Wirtschaft lässt sich an der konstant hohen Arbeitskräftenachfrage ablesen.56 Die gute Konjunktur sorgt dafür, dass neben der guten Beschäftigungssituation ein Mangel an Fachkräften in verschiedenen Berufssegmenten vorliegt, wenngleich es sich derzeitig noch um keinen flächendeckenden Fachkräftemangel handelt.57

Fachkräfte sichern das wirtschaftliche Wachstum und den gesellschaftlichen Wohlstand der Gesellschaft.58 In der Folge eines anhaltenden Fachkräftemangels ergäbe sich ein Verlust an Prosperität.59 Die viertstärkste Volkswirtschaft der Welt zeichnet sich durch eine ökonomische Vorreiterstellung in Europa aus.

Eine starke Wirtschaft ermöglicht auch ein weitreichend ausgebautes Wohlfahrtssystem. Zwar genießt das Sozialstaatsprinzip eine Verankerung von Verfassungs wegen, dennoch würde die sich konkrete Ausgestaltung des Wohlfahrtssystems mit der Wirtschaftslage verändern.

Es kommt hinzu, dass Deutschland auf eine starke Überalterung zusteuert. Das Ausbleiben der Pflege von Angehörigen in Pflegeeinrichtungen auf Grund fehlender Fachkräfte hätte zur Folge, dass das Erwerbspersonenpotential nicht ausgeschöpft werden könnte, da die Personenfürsorge sonst nicht sichergestellt wäre. Hinzu käme, dass die Löhne von Pflegekräften und die Kosten für die Alten- und Krankenpflege anstiegen.

Bei Eintreten des Falles, dass Erwerbsfähige ihr fachliches Know-How zugunsten der Pflege Angehöriger nicht einbringen könnten, müsste die Produktivität ander­weitig sichergestellt werden, um die Wirtschaftsleistung weiterhin gewährleisten zu können.

Die Schlüsselfunktion der Fachkräfte liegt in den Auswirkungen ihrer Arbeitsleistung auf die Wirtschaft. Deshalb sind bereits inländische „(…) Potenziale von Frauen, Älteren und Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch von Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderungen (…)“60 erkannt und zur Fachkräftesicherung mobilisiert worden. Zur weiteren Förderung und Mobilisierung der potentiellen Erwerbspersonen liegt deshalb bereits ein Fachkräftekonzept des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vor.61

Als worst-case-Szenario infolge abnehmenden Wohlstands ist die Störung des sozialen Friedens anzusehen.

3 Entlastungspotenzial durch ausländische Fachkräfte

Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung untersuchte Bonin vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung im Jahr 2014 den Beitrag von Ausländern und künftigen Zuwanderern zum deutschen Staatshaushalt.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Ausländer den Sozialstaat strukturell entlasten, indem ihr Beitrag zu den öffentlichen Haushalten den Transferleistungsbezug aller Ausländer übersteigt.62 Dieser Einschätzung liegt eine so genannte Generationenbilanzierung zugrunde. Dabei vergleicht Bonin die Sozialtransfers inklusive Bildung und Bildungsförderung mit den Zuflüssen aus Steuern und Abgaben im Untersuchungszeitraum 2012. Im Ergebnis konstatiert die Studie einen Nettoüberschuss von 3.300 Euro pro Ausländer.63

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Rechnung eher konservativ ist. Es sind „(…) nur die Beiträge jener Menschen eingeflossen […], die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Nähme man noch jene ausländischen Mitbürger hinzu, die die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen haben, würde der fiskalische Nutzen mit großer Wahrscheinlichkeit noch höher ausfallen, da dieser Personenkreis im Durchschnitt ökonomisch erfolgreicher ist als die Gruppe der Ausländer.“64

In einer Nachlese zur Migrationsdebatte äußerte Sinn Kritik an diesem Vorgehen. Der Umstand, dass Bonin in seiner Studie lediglich „(…) die Kosten der direkt zuzurechnenden Sozialtransfers und eine Schätzung für die Aufwendungen im Bildungsbereich berücksichtigt (…)“, lasse staatliche Grenzkosten, wie die Kosten für Verteidigung oder die öffentliche Verwaltung außer Betracht.65 Zu bemängeln sei auch, dass die „(…) Einnahmen des Staates aus Beteiligungen an Unternehmen, Erbschaftssteuern und pauschale[n] Produktionsabgaben von Unternehmen“ nicht berücksichtigt würden.66

3.1 Der Beitrag von Ausländern zum deutschen Staatshaushalt

Bonin zeichnet ein Szenario der Zuwanderung 200.000 Hochqualifizierter nach Deutschland und berechnet, dass sich dadurch eine fiskalische Entlastung in Höhe von 1.062 Euro pro Kopf erzielen ließe (s. Abbildung 6).67 Dieses Szenario stellt allenfalls ein „best-case“-Szenario dar, erscheint jedoch angesichts des derzeitigen „Brain Drains“ in Deutschland unrealistisch.68 Unter einem Brain Drain ist in Abgrenzung zum „Brain Gain“ ein Nettoverlust an qualifizierten und hochqualifizierten Arbeitskräften durch Zuwanderung zu verstehen.69

Die Qualifikationsstruktur der Neuzuwanderer hat sich jedoch positiv entwickelt. Der Anteil der Hochschulabsolventen unter den Neuzuwanderern war im Jahr 2013 deutlich höher als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Auf Grund der nicht steuerbaren Zuwanderung in Folge von Fluchtursachen wurde der Trend zu einer höheren Qualifikation unterbrochen. Es ist aber nach Brücker davon auszugehen, dass die Qualifikation der Neuzuwanderer weiter ansteigen wird, wenn die Nettozuwanderung auf ein durchschnittliches Niveau von etwa 200.000 Personen sinkt.70

Jedenfalls als bewiesen gilt, dass Migration positive Arbeitsmarkteffekte bewirkt.71 Unter diesem Gesichtspunkt hat eine humankapital- und arbeitsmarkt­orientierte Zuwanderungspolitik das Potenzial, eine fiskalische Entlastung zu bewirken. Dabei kommt es auf die Zuwanderungs- und Qualifikationsstruktur an.

Bonin stellt in der vorgenannten Studie dar, dass eine jährliche Zuwanderung von 200.000 Personen die einheimische Bevölkerung um 406 Euro pro Kopf und Jahr entlasten würde, wenn 30 % der Zuwanderer hoch qualifiziert wären und 50 % über eine mittlere Qualifikation sowie 20 % über eine niedrige Qualifikation verfügten (s. Abbildung 6). Diese Zuwanderungs- und Qualifikationsstruktur wird als realistisch eingeschätzt.72

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Fiskalische Entlastung der Bevölkerung pro Kopf und Jahr bei Nettozuzug von 200 Personen jährlich, in Abhängigkeit von der Qualifikationsstruktur der Zuwanderer73

Insgesamt hat sich die Struktur der heute in Deutschland lebenden Ausländer dahingehend geändert, dass die Ausländer im Vergleich zur sog. Gastarbeitergeneration inzwischen über ein höheres durchschnittliches Bildungsniveau verfügen. Auf Grund des aktuell noch hohen Anteils an nicht in den Arbeitsmarkt integrierten, gering qualifizierten Arbeitskräften aus der Zeit der Anwerbung von Gastarbeitern, fielen die fiskalischen Erträge im Jahr 2012 dennoch negativ aus.74 Eine Vielzahl von Studien kommt zu dem Ergebnis, dass einheimische Arbeitskräfte und Migranten unvollkommene Substitute sind und die einheimischen Arbeitskräfte ihre Position auf dem Arbeitsmarkt in Folge der Zuwanderung verbessern, während die bereits in Deutschland lebenden Migranten Nachteile erleiden.75

Die Qualifikationsstruktur der Neuzuwanderer hat sich im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts umgekehrt. Im Jahr 2000 waren 23 % der Neuzuwanderer hoch und 41 % niedrig qualifiziert. 2009 hingegen waren 43 % der Neuzuwanderer hoch qualifiziert und 25 % niedrig qualifiziert.76

Eine Studie von Seibert und Wapler kommt zu dem Ergebnis, dass unter den Neuzugewanderten der Anteil an Akademikern deutlich höher ist als unter den Deutschen ohne Migrationshintergrund.77

Insbesondere den Zuwanderern aus den EU-Staaten gelinge die Integration in den Arbeitsmarkt. Sie seien häufiger erwerbstätig und erreichten ausbildungsadäquate Berufspositionen. Für Zuwanderer aus Drittstaaten sei die Erkenntnis nicht vergleichbar positiv. Die qualifikationsgerechte Steuerung der Zuwanderung sowie die Integration in den Arbeitsmarkt gelängen insgesamt in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts deutlich besser als in der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts.78

3.2 Alternativen zur Rekrutierung von ausländischen Fachkräften

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat bereits im Jahre 2011 ein Konzept zur systematisierten Fachkräftesicherung verabschiedet.79 Die Rekrutierung von ausländischen Fachkräften stellt dabei eine Möglichkeit zur Fachkräftesicherung dar. Daneben werden weitere Maßnahmen zur Ausschöpfung des inländischen Erwerbspersonenpotenzials ergriffen:

- Aktivierung und Beschäftigungssicherung
- eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Bildungschancen für alle von Anfang an
- Qualifizierung mittels Aus- und Weiterbildung.80

Im Zusammenhang mit qualifizierter Fachkräftezuwanderung wird auch das Thema Integration genannt. Einerseits gilt es, potenzielle Erwerbspersonen zu integrieren, zu qualifizieren und die Bildungschancen zu erhöhen. Andererseits werden Arbeitnehmern mehr Zugeständnisse gemacht, um die Erwerbstätigkeit in Einklang mit dem familiären Alltag zu bringen und Sicherheit zu bieten. Die Förderung der Erwerbstätigkeit von Frauen stellt ein zentrales Element der Fachkräftesicherung dar, da das damit verbundene Mobilisierungspotenzial sehr hoch ist. Auch Menschen über 55 Jahren und Langzeitarbeitslose werden gefördert, um erneut in die Erwerbstätigkeit zu gelangen.81

Laut dem Fortschrittsbericht 2017 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung sind die Maßnahmen zur Fachkräftesicherung erfolgreich.82 Der Erhöhung des Anteils erwerbstätiger Frauen sowie der Fachkräftezuwanderung kommt eine zentrale Bedeutung zu. Die Fachkräftezuwanderung hat den Nebeneffekt, dass die Schrumpfung der inländischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter teilweise aufgefangen werden kann.83 Ferner führen die Maßnahmen zur Fachkräftesicherung nicht dazu, dass die Engpasslagen abgenommen haben. Das Bundesministerium konstatiert, dass weder die Mobilisierung und Aktivierung aller inländischen erwerbsfähigen Personen noch eine qualifizierte Zuwanderung hinreichend kompensatorisch wirken können.84

Folglich bedarf es zwar Maßnahmen, die neben der Fachkräfterekrutierung umgesetzt werden, allerdings reichen die Maßnahmen kumulativ zur Fachkräftesicherung nicht aus. In conclusio besteht faktisch keine Alternative zur Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland, auf Grund derer die Rekrutierung hinfällig wäre.

Im Folgenden werden die Ziele dargestellt, die mit dem Zuzug qualifizierter Fachkräfte verbunden werden.

4 Ziele im Zusammenhang mit dem Zuzug von qualifizierten Fachkräften

Neben der Fachkräftesicherung werden mit dem Zuzug von qualifizierten Fachkräften drei weitere zentrale Ziele verfolgt.

4.1 Besetzung offener Stellen

Laut der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit besteht in einigen Berufszweigen und Regionen ein Mangel an Fachkräften. Dabei wird zwischen Fachkräfteengpässen und dem Fachkräftemangel unterschieden. Für die vorliegende Untersuchung kommt es auf die Unterscheidung nicht an. Vielmehr wird darauf abgestellt, ob Defizite verzeichnet werden. Insofern ist es zunächst unerheblich, ob und wie ausgeprägt die Defizite sind. Ein Ziel der Rekrutierung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland ist die Besetzung offener Stellen.85

4.1.1 Stärkung der Wirtschaft und des öffentlichen Haushalts

Die starke Wirtschaft Deutschlands und das Erfordernis der Sicherstellung von Innovationsfähigkeit setzen eine hohe Anzahl Erwerbstätiger zur Bewältigung des Arbeitsaufkommens voraus. Da das im Inland auszuschöpfende Potenzial begrenzt ist, bedarf es einer Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland. Durch die Besetzung offener Stellen durch ausländische Fachkräfte kann sich die Wirtschaft weiter entwickeln; durch Steuern und Abgaben profitiert der öffentliche Haushalt, einschließlich der Sozialversicherungen, von der Erwerbstätigkeit qualifizierter Fachkräften.86

4.1.2 Steigerung der Bedarfe an Humankapital

Die klassischen Einwanderungsländer haben angesichts einer allgemeinen Entwicklung zu wissensbasierten Gesellschaftsmodellen lange vor den europäischen Staaten erkannt, dass sie von hochqualifizierten Zuwanderern profitieren können. Bonin stellte für Deutschland im Jahr 2014 eine Berechnung an, die verdeutlicht, welchen Mehrwert die Zuwanderung von Hochqualifizierten schafft.87 Da die Wohlstandsnationen negative demografische Entwicklungen aufweisen, wird sich die Wettbewerbssituation im Kampf um die besten Fachkräfte zwischen den Einwanderungsländern intensivieren. Auch für Deutschland muss es daher Ziel sein, das Humankapital durch den Zuzug von qualifizierten Fachkräften zu erhöhen.

5 Zuwanderung von Fachkräften in Vergleichsstaaten

Um mögliche Handlungsfelder für den Zuzug von Fachkräften nach Deutschland auszumachen, bedarf es einer vergleichenden Betrachtung der Einwanderungssysteme anderer Länder mit dem Deutschlands. Hierzu werden die geografisch fernen, klassischen Einwanderungsländer Kanada und Australien mit jeweils langjährigen Erfolgsgeschichten bei der Akquise von Zuwanderern sowie ein nicht-klassisches88, europäisches Einwanderungsland, welches ebenso wie Deutschland über eine starke Wirtschaft verfügt, aber einen Mangel an Fachkräften verzeichnet, nämlich Dänemark, mit Blick auf ihre Einwanderungssysteme verglichen. Anstelle von Kanada hätten ebenso die Vereinigten Staaten von Amerika betrachtet werden können. Kanada wurde jedoch wegen der vergleichbareren Bevölkerungsgröße und seiner guten internationalen Reputation im Hinblick auf das Einwanderungs- bzw. Bewerberauswahlsystem ausgewählt.

Die drei verglichenen Einwanderungsländer verfügen bzw. verfügten über systematisierte angebotsorientierte Modelle zur Steuerung der Zuwanderung. Die Ausgestaltung variiert jedoch sowohl hinsichtlich der jeweils zugrunde gelegten Kriterien als auch der dazu gehörenden Gewichtungen.89 Außerdem werden die angebotsorientierten Modelle durch nachfrageorientierte Komponenten ergänzt.90 Von besonderem Interesse sind die Hintergründe der Rücknahme der angebotsorientierten (punktebasierten) Zuwanderungsmöglichkeit für Hochqualifizierte nach Dänemark.

Ziel der vergleichenden Betrachtung ist ein Erkenntnisgewinn über Gemeinsamkeiten und Unterschiede, insbesondere im Hinblick auf Zuwanderungsregelungen und Rekrutierungsmaßnamen der Vergleichsstaaten. Die Zuwanderungsregelungen als zentrales Element der Zuwanderung geben Aufschluss über die Freizügigkeit der Möglichkeiten des Zuzugs, wobei der Fokus auf der Erwerbsmigration liegt.

[...]


1 Merkel, A., zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung (01.06.2015): Bürgerdialog der Regierung Merkel: „Deutschland ist ein Einwanderungsland“. URL: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/angela-merkel-sieht-deutschland-als-einwanderungsland-13623846.html, zuletzt abgerufen am 07.11.2018.

2 Hinweis: Zugunsten einer sprachlichen Vereinfachung wird im Text die maskuline Personenform verwendet, außer es handelt sich dezidiert um weibliche Personen. Die sprachliche Vereinfachung bezieht somit auch feminine Personen(‐gruppen) mit ein und soll keinen ausschließenden Charakter haben.

3 Vgl. Brücker, H. (2014): Ein Plädoyer für die Arbeitnehmerfreizügigkeit. In: Wirtschaftsdienst, 94 (3/2014). S. 176-179.

4 Vgl. Hinte, H. et al. (2016): Punkte machen?! Warum Deutschland ein aktives Auswahlsystem für ausländische Fachkräfte braucht und wie ein solches System aussehen kann. Perspektiven der Wirtschaftspolitik 2016, 17(1).

5 Vgl. Bonin, H. (2014): Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.

6 Vgl. Prognos (2015): Arbeitslandschaft 2040. vbw Studie. München; vgl. Bußmann, S./ Seyda, S. (2016): Fachkräfteengpässe in Unternehmen. Berufe mit Aufstiegsfortbildung: Zwischen Fachkräfteengpässen und Digitalisierung. Institut der deutschen Wirtschaft. Köln. URL: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2016/286344/Fachkraefteengpaesse_in_Unternehmen_Gutachten_2016.pdf, zuletzt abgerufen am 17.09.2018; vgl. Bundesagentur für Arbeit (2018): Fachkräfteengpassanalyse. In: Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt. Stand: Juni 2018. Nürnberg. URL: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse-2018-06.pdf, zu-letzt abgerufen am 30.10.2018; u. a.

7 Vgl. Hunger (2017): Steuerungssysteme der Erwerbszuwanderung im internationalen Vergleich: Welches System passt am besten zu Deutschland? In: Bertelmann Stiftung (Hrsg.). Faire Fachkräftezuwanderung nach Deutschland. Grundlagen und Handlungsfelder im Kontext eines Einwanderungsgesetzes. S. 193.

8 Vgl. Humpert, S. (2015): Fachkräftezuwanderung im internationalen Vergleich. Working Paper 62. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Hrsg.). URL: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/WorkingPapers/wp62-fachkraefte-zuwanderung.pdf;jsessionid=08F502163E60CC334ABBD3EE1ABC3C92.1_cid286?__blob=publicationFile, zuletzt abgerufen am 19.09.2018.

9 Vgl. Geis, W. et al. (2016): Fachkräfte für Deutschland. Potenziale einer gesteuerten Zuwanderung. Institut der deutschen Wirtschaft (Hrsg.): IW-Analysen Nr. 105. Köln.

10 Vgl. Geis, W. et al. (2016): Fachkräfte für Deutschland. Potenziale einer gesteuerten Zuwanderung. Institut der deutschen Wirtschaft (Hrsg.): IW-Analysen Nr. 105. Köln. S. 115, 117.

11 Vgl. Humpert, S. (2015): Fachkräftezuwanderung im internationalen Vergleich. Working Paper 62. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Hrsg.). S. 42. URL: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/WorkingPapers/wp62-fachkraefte-zuwanderung.pdf;jsessionid=08F502163E60CC334ABBD3EE1ABC3C92.1_cid286?__blob=publicationFile, zu-letzt abgerufen am 19.09.2018.

12 Vgl. Kühn, F. (2017): Die demografische Entwicklung in Deutschland. URL: http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/demografischer-wandel/196911/fertilitaet-mortalitaet-migration, zuletzt abgerufen am 5.10.2018.

13 Vgl. Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (2018) : Demografie. URL: https://www.bmi.bund.de/DE/themen/heimat-integration/demografie/demografie-node.html, zuletzt abgerufen am 23.10.2018.

14 Vgl. Kühn, F. (2017): Die demografische Entwicklung in Deutschland. URL: http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/demografischer-wandel/196911/fertilitaet-mortalitaet-migration, zuletzt abgerufen am 5.10.2018; Statistisches Bundesamt (2015): Bevölkerung Deutschlands bis 2060. 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung. S. 13. URL: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2015/bevoelkerung/Pressebroschuere_Bevoelk2060.pdf?__blob=publicationFile, zuletzt abgerufen am 5.10.2018.

15 Vgl. Statistisches Bundesamt (2015): Bevölkerung Deutschlands bis 2060. 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung. S. 13. URL: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2015/bevoelkerung/Pressebroschuere_Bevoelk2060.pdf?__blob=publicationFile, zuletzt abgerufen am 5.10.2018.

16 Vgl. ebenda.

17 Vgl. a.a.O., S.8, 22.

18 A.a.O., S. 22.

19 A.a.O., S. 17.

20 United Nations Department of Economic and Social Affairs (UN DESA) (Population Division) (2017). Durchschnittsalter der Bevölkerung in den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern im Jahr 2015 (Altersmedian in Jahren). In Statista - Das Statistik-Portal. URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37220/umfrage/altersmedian-der-bevoelkerung-in-ausgewaehlten-laendern/, zuletzt abgerufen am 05.10.2018.

21 Vgl. Gesetz zur Anpassung der Regelaltersgrenze an die demografische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung. Bundesgesetzblatt, Teil I, Nr. 16 vom 30.04.2007, S. 554.

22 Vgl. Verband der Ersatzkassen (2018): Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in Deutschland nach Altersgruppen in den Jahren von 2013 bis 2060 (in Millionen). In Statista - Das Statistik-Portal. URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/702412/umfrage/demographie-bevoelkerungsentwicklung-in-deutschland-nach-altersgruppen/, zuletzt abgerufen am 05.10.2018.

23 Vgl. Statistisches Bundesamt (2015): Bevölkerung Deutschlands bis 2060. 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung. S. 7. URL: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2015/bevoelkerung/Pressebroschuere_Bevoelk2060.pdf?__blob=publicationFile, zuletzt abgerufen am 5.10.2018.

24 Vgl. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (n. d.): Der öffentliche Generationenvertrag. URL: https://www.berlin-institut.org/themenspecials/generationenvertrag/der-oeffentliche-generationenvertrag.html, zuletzt abgerufen am 23.10.2018.

25 Vgl. Statistisches Bundesamt (2015): 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland. URL: https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/#!y=2060, zuletzt abgerufen am 23.10.2018.

26 Vgl. Fuchs, J./ Kubis, A. (2017): Demografie und Fachkräftemangel: Warum Deutschland qualifizierte Zuwanderer braucht. In: Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.). Faire Fachkräftezuwanderung nach Deutschland. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung. S. 27.

27 Vgl. Bauer, T. K. (2017): Herausforderungen und Chancen der Fachkräftezuwanderung nach Deutschland. In: Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.). Faire Fachkräftezuwanderung nach Deutschland. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung. S. 13.

28 Vgl. Geis, W. et al. (2016): Fachkräfte für Deutschland. Potenziale einer gesteuerten Zuwanderung. Institut der deutschen Wirtschaft (Hrsg.): IW-Analysen Nr. 105. Köln. S. 8.

29 Bundesagentur für Arbeit (2018): Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt – Fachkräfteengpassanalyse. Nürnberg. Juni 2018. S. 5. URL: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse-2018-06.pdf, zuletzt abgerufen am 29.09.2018.

30 Vgl. Humpert, S. (2015): Fachkräftezuwanderung im internationalen Vergleich. Working Paper 62. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Hrsg.). S. 24. URL: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/WorkingPapers/wp62-fachkraefte-zuwanderung.pdf;jsessionid=08F502163E60CC334ABBD3EE1ABC3C92.1_cid286?__blob=publicationFile, zu-letzt abgerufen am 19.09.2018.

31 Vgl. Bußmann, S./ Seyda, S. (2016): Fachkräfteengpässe in Unternehmen. Berufe mit Aufstiegsfortbildung: Zwischen Fachkräfteengpässen und Digitalisierung. Institut der deutschen Wirtschaft. Köln. S. 7. URL: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2016/286344/Fachkraefteengpaesse_in_Unternehmen_Gutachten_2016.pdf, zuletzt abgerufen am 17.09.2018.

32 Vgl. ebenda.

33 Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2018): Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt – Fachkräfteengpassanalyse. Stand: Juni 2018. Nürnberg. S. 6 ff. URL: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse-2018-06.pdf, zuletzt abgerufen am 30.10.2018.

34 Vgl. Angenendt, S. (2013): Ziele und Handlungsfelder einer kohärenten Migrationspolitik. Gutachten im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung. S. 5. URL: http://library.fes.de/pdf-files/wiso/10355.pdf, zuletzt abgerufen am 4.10.2018.

35 Vgl. Institut für Arbeitsmarktforschung (2018): Zentrale Befunde zu aktuellen Arbeitsmarktthemen. URL: http://doku.iab.de/grauepap/2018/Zentrale_Befunde_zu_aktuellen_Arbeitsmarktthemen.pdf, zuletzt abgerufen am 19.09.2018.

36 Vgl. Mischler, T./ Ulrich, J. G. (2018): Was eine Berufsausbildung im Handwerk attraktiv macht. Ergebnisse einer Befragung von Jugendlichen. In: Report 5/2018. Forschungs- und Arbeitsergebnisse aus dem Bundesinstitut für Berufsbildung.

37 Vgl. Brücker, H. et al. (2013): Fachkräftebedarf in Deutschland. Zur kurz- und langfristigen Entwicklung von Fachkräfteangebot und –nachfrage, Arbeitslosigkeit und Zuwanderung. IAB-Stellungnahme 1/2013. S. 6.

38 Vgl. Brücker, H. et al. (2013): Fachkräftebedarf in Deutschland. Zur kurz- und langfristigen Entwicklung von Fachkräfteangebot und –nachfrage, Arbeitslosigkeit und Zuwanderung. IAB-Stellungnahme 1/2013. S. 16.

39 Vgl. Marbler, M. (2018): Digitalisierung im deutschen Mittelstand. Befragungsergebnisse. Folien 3-7, 9. URL: https://www.ey.com/Publication/vwLUAssets/ey-digitalisierung-im-deutschen-mittelstand-maerz-2018/$FILE/ey-digitalisierung-im-deutschen-mittelstand-maerz-2018.pdf, zuletzt abgerufen am 17.09.2018; evtl. auch Roland Berger https://bdi.eu/media/user_upload/Digitale_Transformation.pdf, zuletzt abgerufen am 17.09.2018; Telekom zum Thema Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen, URL: https://www.digitalisierungsindex.de/wp-content/uploads/2017/12/Digitalisierung-Studie-Mittelstand-web.pdf , zuletzt abgerufen am 17.09.2018.

40 Vgl. Geis, W. et al. (2016): Fachkräfte für Deutschland. Potenziale einer gesteuerten Zuwanderung. Institut der deutschen Wirtschaft (Hrsg.): IW-Analysen Nr. 105. Köln. S. 13; vgl. Brücker, H. et al. (2013): Fachkräftebedarf in Deutschland. Zur kurz- und langfristigen Entwicklung von Fachkräfteangebot und –nachfrage, Arbeitslosigkeit und Zuwanderung. IAB-Stellungnahme 1/2013. S. 16.

41 Vgl. Bußmann, S. (2015): Fachkräfteengpässe in Unternehmen. Der Ausbildungsmarkt für Engpassberufe. Institut der deutschen Wirtschaft. Köln. S. 12. URL: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2015/253964/Fachkraefteengpaesse_in_Unternehmen_Gutachten_Kofa_IW_Koeln.pdf, zuletzt abgerufen am 17.09.2018.

42 Ebenda.

43 Vgl. Anger, C./ Plünnecke, A./ Schüler, R. M. (2018): INSM-Bildungsmonitor 2018. Teilhabe, Wohlstand und Digitalisierung. Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Institut der deutschen Wirtschaft. Köln. S. 76.

44 Vgl. a.a.O., S. 55.

45 Vgl. Prognos (2015): Arbeitslandschaft 2040.vbw Studie. München. S. 62.

46 Vgl. Anger, C./ Koppel, O./ Plünnecke, A. (2018): MINT-Frühjahrsreport 2018. MINT – Offenheit, Chancen, In-novationen. Gutachten für BDA, BDI, MINT Zukunft schaffen und Gesamtmetall. Institut der deutschen Wirtschaft. Köln. S. 39.

47 Ebenda.

48 Vgl. Bußmann, S./ Seyda, S. (2016): Fachkräfteengpässe in Unternehmen. Berufe mit Aufstiegsfortbildung: Zwischen Fachkräfteengpässen und Digitalisierung. Institut der deutschen Wirtschaft. Köln. S. 7. URL: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2016/286344/Fachkraefteengpaesse_in_Unternehmen_Gutachten_2016.pdf, zuletzt abgerufen am 17.09.2018.

49 Vgl. a.a.O., S. 16.

50 Ebenda.

51 Vgl. a.a.O., S.4.

52 Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2018): Fachkräfteengpassanalyse. In: Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt. Stand: Juni 2018. Nürnberg. S. 7. URL: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse-2018-06.pdf, zuletzt abgerufen am 30.10.2018.

53 Vgl. Prognos (2015): Arbeitslandschaft 2040.vbw Studie. München. S. 61 f.

54 Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2018): Fachkräfteengpassanalyse. In: Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt. Stand: Juni 2018. Nürnberg. S. 7. URL: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse-2018-06.pdf, zuletzt abgerufen am 30.10.2018.

55 Vgl. Prognos (2015): Arbeitslandschaft 2040.vbw Studie. München. S. 61 f.

56 Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2017): Fortschrittsbericht 2017 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung. S. 50. URL: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a758-16-fortschrittsbericht-fachkraefte-fuer-2017.pdf;jsessionid=9B55CB2EC4E73CACB2AC8203969F6808?__blob=publicationFile&v=3, zuletzt abgerufen am 19.09.2018.

57 Vgl. a.a.O., S. 11 f.

58 Vgl. a.a.O., S. 34.

59 Vgl. Zimmermann, K. F. (2014): Freiheit und Bedrängnis: Zuwanderung am Arbeitsmarkt. IZA Standpunkte Nr. 66. S. 9. URL: http://ftp.iza.org/sp66.pdf, zuletzt abgerufen am 11.09.2018.

60 Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2017): Fortschrittsbericht 2017 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung. S. 34. URL: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a758-16-fortschrittsbericht-fachkraefte-fuer-2017.pdf;jsessionid=9B55CB2EC4E73CACB2AC8203969F6808?__blob=publicationFile&v=3, zuletzt abgerufen am 19.09.2018.

61 Vgl. a.a.O., S. 35.

62 Vgl. Bonin, H. (2014): Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt. Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.). Gütersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung. S. 7.

63 Vgl. a.a.O., S. 51.

64 Dräger, J./ Kober, U. (Vorwort), in: Bonin, H. (2014): Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt. Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.). Gütersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung. S. 1.

65 Sinn, H.-W. (2015): Eine Nachlese zur Migrationsdebatte. In: ifo Schnelldienst 3/2015, 68. Jahrgang vom 12. Februar 2015. S. 3.

66 A.a.O., S. 4.

67 Vgl. Bonin, H. (2014): Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt. Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.). Gütersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung. S. 56.

68 Vgl. Brücker, H. (2010): Brain Gain oder Brain Drain. Deutschland und Europa fallen im Wettbewerb um die besten Köpfe zurück. IAB-Forum 2/2010. S. 5.

69 In Anlehnung an Brücker, H. (2010): Brain Gain oder Brain Drain. Deutschland und Europa fallen im Wettbewerb um die besten Köpfe zurück. IAB-Forum 2/2010. S. 4.

70 Vgl. Brücker, H. (2015): Mehr Chancen als Risiken durch Zuwanderung. Aktuelle Berichte 1/2015. S. 5.

71 Vgl. Sinn, H.-W. (2015): Eine Nachlese zur Migrationsdebatte. In: ifo Schnelldienst 3/2015, 68. Jahrgang vom 12. Februar 2015. S. 3; vgl. Bonin, H. (2014): Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt. Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.). Gütersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung. S. 51.

72 Vgl. Bonin, H. (2014): Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt. Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.). Gütersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung. S. 59.

73 A.a.O., S. 58.

74 Vgl. a.a.O., S. 6, 58.

75 Vgl. Brücker, H./ Jahn, E. J. (2010): Gewinner und Verlierer. Einheimische Arbeitskräfte profitieren von Zuwanderung. IAB-Forum 2/2010. S. 21 ff.; vgl. Brücker, H. (2013): Auswirkungen der Einwanderung auf Arbeitsmarkt und Sozialstaat. Neue Erkenntnisse und Schlussfolgerungen für die Einwanderungspolitik. Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.). Gütersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung. S. 22.

76 Vgl. Brücker, H. (2013): Auswirkungen der Einwanderung auf Arbeitsmarkt und Sozialstaat. Neue Erkenntnisse und Schlussfolgerungen für die Einwanderungspolitik. Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.). Gütersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung. S. 12 f.; vgl. Seibert, H./ Wapler, R. (2012): Zuwanderung nach Deutschland. Aus dem Ausland kommen immer mehr Akademiker. IAB-Kurzbericht 21/2012. S. 2.

77 Vgl. Seibert, H./ Wapler, R. (2012): Zuwanderung nach Deutschland. Aus dem Ausland kommen immer mehr Akademiker. IAB-Kurzbericht 21/2012. S. 3.

78 Vgl. a.a.O., S. 7.

79 Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2017): Fortschrittsbericht 2017 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung. S. 8. URL: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a758-16-fortschrittsbericht-fachkraefte-fuer-2017.pdf;jsessionid=9B55CB2EC4E73CACB2AC8203969F6808?__blob=publicationFile&v=3, zuletzt abgerufen am 19.09.2018.

80 Vgl. a.a.O., S. 34.

81 Vgl. a.a.O., S. 34-40.

82 Vgl. a.a.O., S. 50.

83 Vgl. Bonin, H./ Rinne, U. zitiert nach: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2017): Fortschrittsbericht 2017 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung. S. 52. URL: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a758-16-fortschrittsbericht-fachkraefte-fuer-2017.pdf;jsessionid=9B55CB2EC4E73CACB2AC8203969F6808?__blob=publicationFile&v=3, zuletzt abgerufen am 19.09.2018.

84 Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2017): Fortschrittsbericht 2017 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung. S. 53. URL: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a758-16-fortschrittsbericht-fachkraefte-fuer-2017.pdf;jsessionid=9B55CB2EC4E73CACB2AC8203969F6808?__blob=publicationFile&v=3, zuletzt abgerufen am 19.09.2018.

85 Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2018): Fachkräfteengpassanalyse. In: Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt. Stand: Juni 2018. Nürnberg. S. 5, 9. URL: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse-2018-06.pdf, zu-letzt abgerufen am 30.10.2018.

86 Vgl. ifo Institut (2018): Qualifizierte Zuwanderung in Deutschland. Eine Studie im Auftrag der Industrie- und Handelskammer. München. S. 6. URL: https://www.cesifo-group.de/DocDL/ifo_Studie_Qualifizierte_Zuwanderung_IHK_Impulse.pdf, zuletzt abgerufen am 01.10.2018.

87 Vgl. Bonin, H. (2014): Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt. Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.). Gütersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung. S. 59.

88 Vgl. Bonin, J. (2009): Migrations- und Integrationspolitik in Dänemark und Finnland – ein nordischer Sonderweg? S. 29. URL: https://d-nb.info/1005814902/34, zuletzt abgerufen am 27.9.2018.

89 Vgl. Hunger, U. (2017): Steuerungssysteme der Erwerbszuwanderung im internationalen Vergleich: Welches System passt am besten zu Deutschland? In: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.). Faire Fachkräftezuwanderung nach Deutschland. Grundlagen und Handlungsbedarf im Kontext eines Einwanderungsgesetzes. Bielefeld: Verlag Bertelsmann Stiftung. S. 189.

90 Vgl. a.a.O., S. 187-191.

Ende der Leseprobe aus 124 Seiten

Details

Titel
Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften nach Deutschland. Handlungsfelder für Politik, Gesellschaft und öffentliche Verwaltung
Autor
Jahr
2019
Seiten
124
Katalognummer
V495272
ISBN (eBook)
9783960957225
ISBN (Buch)
9783960957232
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fachkräfte, Zuwanderung, Handlungsfelder, Arbeitsmigration, Migration, Immigration, Willkommenskultur, Fachkräftesicherungspolitik, Recruiting, öffentliche Verwaltung, Politik, Gesellschaft, Vergleichsstaaten, Kanada, Australien, Dänemark, Ministerium Zuwanderung, Zuwanderungssteuerung, Fachkräftemangel, Zentrale Einwanderungsbehörde, Paradigmenwechsel, Rekrutierungsmanagement, Zuwanderungscontrolling, Zuwanderungsmarketing, Aufklärung, nationales Bewusstsein, qualifizierte Fachkräfte
Arbeit zitieren
Sejla Fazlic (Autor), 2019, Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften nach Deutschland. Handlungsfelder für Politik, Gesellschaft und öffentliche Verwaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495272

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