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Das lyrische Gespräch zwischen Anna Achmatova und Osip Mandel’štam

Title: Das lyrische Gespräch zwischen Anna Achmatova und Osip Mandel’štam

Term Paper , 2004 , 31 Pages , Grade: 1

Autor:in: Anna Perlina (Author)

Russian / Slavic Languages
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Summary Excerpt Details

Als Gegenstand einer kritischen Auseinandersetzung mit den Wechselbeziehungen im lyrischen Werk von Anna Achmatova und Osip Mandel’štam sind die unterschiedlichsten thematischen Schwerpunkte denkbar. Es erscheint beispielsweise möglich und sinnvoll über die Umsetzung Achmatovas und Mandel’štams akmeistischer Konzepte oder über die Verarbeitung ihrer Schicksale im lyrischen Schaffen zu sprechen. Man könnte auch versuchen, die Ähnlichkeiten zweier sehr unterschiedlicher poetischer Systeme herauszustellen. Im Zentrum dieser Arbeit sollen aber einige für die beiden Dichter grundlegende Ideen und Konzepte stehen, welche ihr gesamtes Schaffen prägten. Von besonderem Interesse ist dabei das Dialogkonzept jedes der Beiden, welches sie in ihrer Lyrik umsetzten, sowie das lyrische Gespräch, das die beiden jahrzehntelang miteinander führten.
Am 25 August 1923 schreibt Mandel’štam in einem Brief an Achmatova:Знайте, что я обладаю способностью вести воображаемую беседу только с двумя людьми: с Николаем Степановичем и с Вами. Беседа с Колей не прервалась и никогда не прервется.
Ein ähnliches ununterbrochenes Gespräch entwickelt sich in den Gedichten Achmatovas, beginnend mit ihrer frühen Liebeslyrik und setzt sich bis zu den letzten Versionen von Poėma bez geroja fort. Mandel’štam verwandelt sich in ihrem poetischen System in die symbolische Figur eines Dichters. Auf eine ähnliche Weise wird auch die Gestalt Achmatovas in seine Dichtung integriert, nur erscheint sie dort viel früher und wird stärker stilisiert.
Vor diesem Hintergrund werden die Gemeinsamkeiten in der Lyrik der beiden Dichter sowie ihre gegenseitige Beeinflussung anhand ausgewählter Beispielwerke eingehend betrachtet. Allerdings bleiben die Unterschiedlichkeit ihrer poetischen Systeme sowie die Differenz der formalen Konzepte ihrer Werke bei meiner Aussagebildung vorwiegend unberücksichtigt.

Excerpt


Gliederung

Einleitung

I. Intertextualität und die akmeistische Poesieauffassung

II. Wort, Stimme, Dialog

II.1.1. Твое чудесное произношенье (Mandel’štam) – eine Interpretation

II.1.2. Dichtergespräch oder Liebesdialog?

II.2.1. Как у облака на краю (Achmatova) – eine Interpretation

II.3. Wort, Stimme, Dialog - Zusammenfassung der Ergebnisse

III. Terrorzeit und Dichterschicksal

III.1. Leben und Werk – Verschmelzung der Grenzen

III.2. Bilanz: Terrorzeit und Dichterschicksal

IV. Zeit und das akmeistische Dichtergespräch

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe lyrische Gespräch zwischen Anna Achmatova und Osip Mandel’štam, wobei sie analysiert, wie beide Dichter ihre gemeinsamen akmeistischen Konzepte, ihr Verständnis von Dialogizität und ihre biographischen Erfahrungen mit politischem Terror in ihrem lyrischen Werk verarbeiten und gegenseitig in Bezug setzen.

  • Analyse des Dialogkonzepts und der poetischen Wechselbeziehungen in der Lyrik von Achmatova und Mandel’štam.
  • Untersuchung der Bedeutung von Gedächtnis und Intertextualität innerhalb der akmeistischen Poetik.
  • Interpretation ausgewählter Gedichte zur Verdeutlichung der lebensmetaphorischen und zeitkritischen Aspekte.
  • Erörterung der existentiellen Rolle des Dichters als moralisch bewusstes Individuum in einer durch Terror bedrohten Gesellschaft.
  • Vergleichende Betrachtung der Darstellung von Dichterschicksalen und der Unsterblichkeit des poetischen Wortes.

Auszug aus dem Buch

II.1.1. Твое чудесное произношенье (Mandel’štam) – eine Interpretation

Zunächst tritt das lyrische Subjekt in einen Dialog mit dem Du. („«Цо» - это я тебя зову!“) Sein Rufen ist eine Antwort auf die einem heißen Pfeifen ähnelnde Sprache des Du.

И далеко прошелестело: Я тоже на земле живу.

Die Antwort des lyrischen Subjekts dringt Raum überquerend zum seinem Dialogpartner vor. Die Gestalten der Dialogpartner sind laut Świerszcz auf ihre Stimmen reduziert. Die wenigen Anzeichen ihrer physischen Präsenz sind vom Dialogverhalten abhängig (Beispiel: „голова отяжелела“ – ist eine Auswirkung des Sprechens). Die Stimmen lassen sich assoziativ mit Naturphänomenen verknüpfen („прошелестело“ wie Blätter). Die Aussagen sind eine rein lautliche Natur, noch jenseits sprachlicher Strukturen. Anscheinend ist die vollständige Wortbedeutung des Rauschens allein für den Dialogpartner, den Seelenverwandten verständlich.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die thematische Nähe und den geistigen Dialog zwischen Achmatova und Mandel’štam trotz unterschiedlicher poetischer Systeme.

I. Intertextualität und die akmeistische Poesieauffassung: Darstellung der akmeistischen Theorie, die das Gedächtnis und den intertextuellen Dialog als zentrale kulturelle Speicherfunktion begreift.

II. Wort, Stimme, Dialog: Analyse der Dialogdarstellung anhand von Mandel’štams und Achmatovas Gedichten als Ausdruck einer seelenverwandten Kommunikation.

II.1.1. Твое чудесное произношенье (Mandel’štam) – eine Interpretation: Detaillierte Untersuchung der lautlichen Natur des Dialogs in Mandel’štams Gedicht und dessen Symbolik.

II.1.2. Dichtergespräch oder Liebesdialog?: Erörterung, inwieweit die Dialoge als spezifische Dichtergespräche oder universelle Liebesdialoge zu verstehen sind.

II.2.1. Как у облака на краю (Achmatova) – eine Interpretation: Vergleichende Analyse von Achmatovas Umgang mit der Dialogthematik und der raum-zeitlichen Dimension ihrer Dichtung.

II.3. Wort, Stimme, Dialog - Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Untersuchung, die die Ähnlichkeit der Gesprächsdarstellungen und die Rolle des "fremden Wortes" hervorhebt.

III. Terrorzeit und Dichterschicksal: Untersuchung des Einflusses politischer Verfolgung auf das lyrische Schaffen und die existenzielle Not der Dichter.

III.1. Leben und Werk – Verschmelzung der Grenzen: Analyse biographischer Einflüsse auf die Lyrik und die Darstellung des Dichters als Fremder in einer entmenschlichten Gesellschaft.

III.2. Bilanz: Terrorzeit und Dichterschicksal: Zusammenfassende Betrachtung des Dichters als Widerstandskämpfer gegen das Unrecht durch die Bewahrung der reinen Kunst.

IV. Zeit und das akmeistische Dichtergespräch: Untersuchung der posthumen Fortführung des Dialogs durch Achmatova im Gedenken an Mandel’štam.

Schlüsselwörter

Anna Achmatova, Osip Mandel’štam, Akmeismus, Intertextualität, Dialogizität, Lyrik, Dichterschicksal, kulturelles Gedächtnis, Poetik, Terror, Sankt Petersburg, Sprache, Unsterblichkeit, Symbolik, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Beziehung und dem lyrischen Gespräch zwischen den bedeutenden russischen Dichtern Anna Achmatova und Osip Mandel’štam im Kontext ihrer akmeistischen Poetik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Dialogkonzept der Dichter, die Rolle des kulturellen Gedächtnisses, der Einfluss politischer Terrorzeit auf ihr Schaffen sowie die existenzielle Rolle des Dichters in der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Art und Weise zu erörtern, wie beide Dichter ihre gegenseitige Beeinflussung und ihre gemeinsamen Leitthemen in ihrer Lyrik verarbeiten, und dabei das Konzept des lyrischen Dialogs zu präzisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf der Interpretation ausgewählter Gedichte unter Einbeziehung akmeistischer Literaturtheorien und intertextueller Ansätze basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die akmeistische Poesieauffassung, die Analyse konkreter Gesprächsdarstellungen in den Gedichten, die Auswirkungen von Terror und politischem Exil auf das Dichterschicksal sowie die Kontinuität des Dialogs über den Tod hinaus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Akmeismus, Dialogizität, Intertextualität, Dichterschicksal, kulturelles Gedächtnis und die poetische Verarbeitung historischer Umbrüche.

Wie interpretieren die Dichter das Konzept der Zeit in ihrem Dialog?

Die Dichter begreifen die Zeit als eine Art "Synchronie", bei der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in der Lyrik gleichzeitig existieren, was es ermöglicht, den Dialog über den physischen Tod hinaus fortzuführen.

Welche Rolle spielt die Stadt Sankt Petersburg in den analysierten Gedichten?

Stankt Petersburg fungiert als Symbol für die kulturelle Identität, deren Wandel und Zerstörung im Zuge politischer Umwälzungen die existenzielle Not der Dichter verdeutlicht.

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Details

Title
Das lyrische Gespräch zwischen Anna Achmatova und Osip Mandel’štam
College
University of Bonn  (Slavistisches Seminar)
Grade
1
Author
Anna Perlina (Author)
Publication Year
2004
Pages
31
Catalog Number
V49542
ISBN (eBook)
9783638459730
Language
German
Tags
Gespräch Anna Achmatova Osip Mandel’štam
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Perlina (Author), 2004, Das lyrische Gespräch zwischen Anna Achmatova und Osip Mandel’štam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49542
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