Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Der totalitäre Rousseau. Eine kritische Betrachtung des volonté générale

Title: Der totalitäre Rousseau. Eine kritische Betrachtung des volonté générale

Essay , 2015 , 6 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Andreas Schumacher (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Heutzutage verbinden die meisten Menschen mit dem Konzept der Demokratie die Ideale der Freiheit und Gleichheit. Dass Jean-Jacques Rousseau in seinem 1762 erschienenen Hauptwerk Du Contract Social ou Principes du Droit Politique (Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes) eine radikale Demokratietheorie entwarf, welche totalitäre Züge in sich trägt, erscheint vor diesem Hintergrund umso erstaunlicher. Es stellt sich nun die Frage, inwieweit der Staatsentwurf Rousseaus von einem totalitären Geist durchzogen ist. Um dies aufzuklären, werden im Folgenden an beispielhaften Ausschnitten einzelne Aspekte seines contract social und des damit verbundenen volonté générale kritisch hinterfragt und nach totalitären Elementen untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff des volonté générale und die Voraussetzungen des Gesellschaftsvertrags

3. Kritik an der totalitären Tendenz der Rousseauschen Demokratietheorie

3.1 Die Rolle des Individuums und die Gefahr der Entindividualisierung

3.2 Homogenität, Konfliktvermeidung und deren Folgen

3.3 Zur Problematik der direktdemokratischen Umsetzung

3.4 Die Unteilbarkeit der Souveränität und die Ablehnung der Gewaltenteilung

3.5 Unterdrückung von Parteien und Interessengruppen

4. Fazit und kritische Würdigung

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht das Hauptwerk von Jean-Jacques Rousseau, "Du Contract Social", mit dem Ziel, die in seiner radikalen Demokratietheorie angelegten totalitären Züge und deren Auswirkungen auf die individuelle Freiheit und rechtsstaatliche Prinzipien kritisch zu hinterfragen.

  • Analyse des "volonté générale" (Gemeinwille)
  • Untersuchung der Gefahren der Entindividualisierung
  • Kritik an der Ablehnung der Gewaltenteilung
  • Problematisierung der Unterdrückung von Pluralismus und Interessengruppen
  • Diskussion über das Verhältnis von Freiheit und staatlichem Zwang

Auszug aus dem Buch

Der totalitäre Rousseau - eine kritische Betrachtung des volonté générale

Heutzutage verbinden die meisten Menschen mit dem Konzept der Demokratie die Ideale der Freiheit und Gleichheit. Dass Jean-Jacques Rousseau in seinem 1762 erschienenen Hauptwerk Du Contract Social ou Principes du Droit Politique (Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes) eine radikale Demokratietheorie entwarf, welche totalitäre Züge in sich trägt, erscheint vor diesem Hintergrund umso erstaunlicher. Es stellt sich nun die Frage, inwieweit der Staatsentwurf Rousseaus von einem totalitären Geist durchzogen ist. Um dies aufzuklären, werden im Folgenden an beispielhaften Ausschnitten einzelne Aspekte seines contract social und des damit verbundenen volonté générale kritisch hinterfragt und nach totalitären Elementen untersucht.

Rousseau beginnt sein Werk mit ein paar einführenden Worten, die aber bereits sehr tief in seine Gedanken blicken lassen. „Die gesellschaftliche Ordnung ist ein geheiligtes Recht“1 dogmatisiert er gleich zu Beginn. Wenn etwas heilig ist, dann ist es im allgemeinen Verständnis unantastbar, nicht veränderbar und für den Menschen nicht erreichbar. Er stilisiert also gleich zu Beginn seinen Entwurf einer Demokratie zu etwas Religiösem und Sakralem. Ist dieses System erst einmal implementiert, dann scheint sich jede Kritik an demselben zu verbieten.

Nachdem Rousseau die Voraussetzungen für den Gesellschaftsvertrag beschrieben hat, kommt er nun zu dessen Entstehung. Sein Ziel ist es, einen Entwurf zu formulieren, der das Vermögen und Leben eines jeden Einzelnen schützt, aber die Individuen genau so frei lässt, wie im Naturzustand zuvor. Damit dies geschehen kann, ist es nötig, dass jeder Einzelne sich vollständig an das Gemeinwesen veräußert.2 Dieser Gedanke erscheint in sich widersprüchlich. Eine völlige Rechtslosigkeit gegenüber eines abstrakten volonté générale bietet Freiheit, aber eine Freiheit ohne Rechte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, inwieweit Rousseaus Staatsentwurf totalitäre Züge aufweist und begründet die kritische Auseinandersetzung mit dem volonté générale.

2. Der Begriff des volonté générale und die Voraussetzungen des Gesellschaftsvertrags: Dieses Kapitel erläutert die dogmatische Setzung der gesellschaftlichen Ordnung durch Rousseau und die daraus resultierende Notwendigkeit der völligen Entäußerung des Individuums.

3. Kritik an der totalitären Tendenz der Rousseauschen Demokratietheorie: Der Hauptteil analysiert die Gefahren von Rousseaus Theorie, insbesondere die Entindividualisierung, die Ablehnung der Gewaltenteilung und die Unterdrückung von Pluralismus.

4. Fazit und kritische Würdigung: Das Fazit fasst zusammen, dass Rousseaus Theorie in einer Diktatur der Mehrheit gipfelt, würdigt aber zugleich seine Bedeutung als Gegenentwurf zum Absolutismus.

Schlüsselwörter

Jean-Jacques Rousseau, Du Contract Social, volonté générale, Totalitarismus, Demokratie, Freiheit, Gleichheit, Gesellschaftsvertrag, Gewaltenteilung, Volkssouveränität, Pluralismus, Entindividualisierung, Diktatur der Mehrheit, Staatstheorie, Gemeinwille.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit der Demokratietheorie von Jean-Jacques Rousseau auseinander und untersucht, inwiefern seine Konzepte totalitäre Elemente enthalten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören der Gesellschaftsvertrag, der Gemeinwille (volonté générale), das Verhältnis von Individuum und Staat sowie die Problematik von Herrschaftsstrukturen.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die zentrale Frage ist, inwieweit der Staatsentwurf von Rousseau von einem totalitären Geist durchzogen ist und ob dieser mit freiheitlichen demokratischen Idealen vereinbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Analyse verwendet?

Der Autor führt eine textkritische Untersuchung durch, bei der zentrale Ausschnitte aus Rousseaus Hauptwerk "Du Contract Social" in den Kontext politikwissenschaftlicher Theorie gesetzt und hinterfragt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Entindividualisierung des Bürgers, der Ablehnung der Gewaltenteilung, der Unvereinbarkeit mit gesellschaftlichem Pluralismus und der Problematik der direktdemokratischen Umsetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie volonté générale, Totalitarismus, Gesellschaftsvertrag, Volkssouveränität und Demokratietheorie beschreiben.

Warum hält der Autor die "völlige Entäußerung" des Einzelnen für problematisch?

Der Autor argumentiert, dass die vollständige Unterordnung des Einzelnen unter den Gemeinwillen zu einer Freiheit ohne Rechte führt, was das Individuum schutzlos einem abstrakten Regelsystem ausliefert.

Wie bewertet der Autor Rousseaus Ablehnung der Gewaltenteilung?

Der Autor kritisiert diese Ablehnung scharf und verweist darauf, dass die Gewaltenteilung ein bewährter Grundpfeiler demokratischer Stabilität ist, um Unrecht und Zensur zu verhindern.

Excerpt out of 6 pages  - scroll top

Details

Title
Der totalitäre Rousseau. Eine kritische Betrachtung des volonté générale
College
University of Freiburg
Grade
2,3
Author
Andreas Schumacher (Author)
Publication Year
2015
Pages
6
Catalog Number
V495520
ISBN (eBook)
9783346004604
Language
German
Tags
rousseau eine betrachtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Schumacher (Author), 2015, Der totalitäre Rousseau. Eine kritische Betrachtung des volonté générale, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495520
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  6  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint