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Deutschland im UN-Sicherheitsrat. Eine Machtfrage?

Antwortversuche aus neorealistischer Perspektive

Titre: Deutschland im UN-Sicherheitsrat. Eine Machtfrage?

Dossier / Travail , 2018 , 16 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Andreas Schumacher (Auteur)

Politique - Sujet: Organisations internationales
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Als mächtigstes Organ der Vereinten Nationen gilt der Sicherheitsrat. In diesem Organ werden die wichtigsten Beschlüsse getroffen, wobei die fünf ständigen Mitglieder ein Vetorecht besitzen. Der Sicherheitsrat war in der Zeit des Kalten Krieges betroffen von einer ständigen Blockadehaltung der USA und der Sowjetunion und damit nicht handlungsfähig. Erst nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes endete diese Blockadehaltung und der Sicherheitsrat gewann schnell an Einfluss und Gewicht im internationalen System. Dies führte zu umfangreichen Reformdebatten, in dessen Kern dem Sicherheitsrat eine fehlende Repräsentation und damit auch Legitimation abgesprochen wurde, da die Zusammensetzung des Sicherheitsrates immer noch der Machtkonstellation nach dem 2. Weltkrieg entsprach und damit den heutigen Verhältnissen nicht mehr angepasst erscheint. So ist der Westen und der globale Norden extrem überrepräsentiert, wohingegen aufstrebende Mächte aus Asien und Lateinamerika sowie Afrika unterrepräsentiert sind. Die Reformdebatte drehte sich also sehr stark um die Erweiterung des Sicherheitsrates um neue ständige und nichtständige Mitglieder. Hier offenbarte auch die Bundesrepublik ihre Ambitionen auf einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat und mischte sich in die Debatte ein.

Als Hauptargumente wurden oftmals genannt, dass Deutschland als drittgrößter Beitragszahler (Deutschland zahlt mehr als vier der fünf ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat) und als drittgrößter Truppensteller für Einsätze der Vereinten Nationen ein Anrecht auf einen Sitz habe. Diese vordergründig nachvollziehbare Argumentation fußt jedoch auf tiefergehenden Prozessen und Veränderungen im internationalen politischen System sowie der daraus resultierenden Auswirkungen auf die deutsche Außenpolitik. Um also eine schlüssige Begründung für das Streben Deutschlands nach einem ständigen Sitz zu erhalten, soll hierbei auf die von Kenneth Waltz aufgeworfenen Theorie des Neorealismus zurückgegriffen werden. Der Neorealismus entstand unter den Eindrücken des Ost-West-Konfliktes und steht nach dem Ende desselben in der Kritik, er könne die veränderte geopolitische Lage nicht mehr erklären. Deshalb soll mit dieser Untersuchung nicht nur eine Antwort auf die Beweggründe Deutschlands für sein Streben nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat gegeben werden, sondern es soll auch überprüft werden, ob der Neorealismus auch heute noch plausible Antworten auf politische Fragen geben kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Neorealismus nach Kenneth Waltz

3. Deutschlands Bemühungen um einen ständigen Posten im UN-Sicherheitsrat aus neorealistischer Perspektive

3.1 Deutschland nach der Wende

3.2 Deutschlands Streben in den Sicherheitsrat

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe für das deutsche Streben nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen unter Anwendung der neorealistischen Theorie nach Kenneth Waltz, um zu bewerten, ob das Verhalten der Bundesrepublik als rationale Macht- und Interessenpolitik interpretiert werden kann.

  • Neorealistische Theorie und systemische Analyse nach Kenneth Waltz
  • Geopolitischer Strukturwandel nach dem Ende des Ost-West-Konflikts
  • Veränderung der Rolle Deutschlands in internationalen Institutionen
  • Eindämmungs- und Machtsteigerungsstrategien im Sicherheitsrat

Auszug aus dem Buch

3.2 Deutschlands Streben in den Sicherheitsrat

In Bezug auf die erste Annahme lässt sich tatsächlich feststellen, dass Deutschland eine Art balancing-Strategie gegenüber der USA gefahren ist und fährt. Dies geschieht allerdings nicht in dem Ausbau der eigenen militärischen Machtmittel, sondern durch den gezielten Aufbau der Europäischen Union als Gegenpol im unipolaren internationalen System. Der Integrationsprozess der Europäische Union gehört nicht erst seit 1990 zum außenpolitischen Leitbild der Bundesrepublik. Vielmehr wurde die europäische Integration zu einem zentralen außenpolitischen Ziel Deutschlands erhoben, indem man den europäischen Integrationsprozess fortführen und unumkehrbar machen wollte.40 Deutschland zählte damit zu den Triebfedern des europäischen Integrationsprozesses. Die reine Wirtschaftsunion sollte nach und nach zu einer politischen Union ausgebaut werden. Der Wirtschaftsunion wurde eine Währungsunion hinzugefügt, eine gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik sowie eine umfassende institutionelle Reform durch den Lissabonner Vertrag. Hinzu kam eine stete Erweiterung der Mitgliedsländer, zuletzt in Osteuropa. Die europäischen Nationen haben es also geschafft, durch eine Zusammenlegung der nationalen Machtressourcen, insbesondere auch derer Deutschlands, die Europäischen Union zu einem wichtigen und mächtigen Spieler auf dem internationalen Parkett werden zu lassen. Aus der neorealistischen Perspektive betrachtet hat Deutschland also versucht durch Allianzbildung eine Gegenmacht zu den USA zu bilden und somit die unipolare Struktur in eine bipolare zu verwandeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entstehung der Vereinten Nationen, die Bedeutung des Sicherheitsrates und führt in die wissenschaftliche Fragestellung bezüglich der deutschen Ambitionen auf einen ständigen Sitz ein.

2. Der Neorealismus nach Kenneth Waltz: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Neorealismus dargestellt, insbesondere das Konzept der Anarchie, das Selbsthilfesystem und die rationalen Annahmen über das Handeln von Staaten als einheitliche Akteure.

3. Deutschlands Bemühungen um einen ständigen Posten im UN-Sicherheitsrat aus neorealistischer Perspektive: Dieses Kapitel analysiert das deutsche außenpolitische Verhalten nach 1990 und leitet Annahmen über eine Machtsteigerungs- und Eindämmungsstrategie ab, die an den Sicherheitsrat geknüpft sind.

3.1 Deutschland nach der Wende: Der Abschnitt fokussiert auf die veränderte geostrategische Lage Deutschlands nach dem Kalten Krieg und den damit verbundenen Zuwachs an politischem Spielraum und Machtressourcen.

3.2 Deutschlands Streben in den Sicherheitsrat: Hier werden die konkreten außenpolitischen Maßnahmen Deutschlands wie die Allianzbildung (G4) und die Nutzung internationaler Institutionen zur Interessenwahrung unter neorealistischer Perspektive kritisch geprüft.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass das deutsche Streben nach einem ständigen Sitz als neorealistisch geprägte Macht- und Interessenpolitik gedeutet werden kann.

Schlüsselwörter

Neorealismus, Kenneth Waltz, Vereinte Nationen, Sicherheitsrat, Deutschland, Außenpolitik, Machtpolitik, balancing, Unipolarität, Souveränität, Machtgewinn, Interessenpolitik, Multilateralismus, G4, Institutionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Bestreben Deutschlands, einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu erlangen, unter der theoretischen Linse des Neorealismus von Kenneth Waltz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Theorie der Internationalen Beziehungen, die Analyse der geopolitischen Lage Deutschlands nach der Wiedervereinigung und die Funktionsweise internationaler Machtstrukturen im Sicherheitsrat.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu überprüfen, ob das außenpolitische Agieren Deutschlands in Bezug auf den UN-Sicherheitsrat als rationales, neorealistisches Machtstreben erklärt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deduktive Herangehensweise genutzt, bei der aus der neorealistischen Theorie Annahmen über das staatliche Handeln abgeleitet und diese dann anhand historischer und politischer Ereignisse der deutschen Außenpolitik auf ihre Plausibilität geprüft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung durch Waltz, der Analyse der deutschen „neuen Mittellage“ nach dem Ost-West-Konflikt und der empirischen Bewertung der deutschen Strategien gegenüber den USA und anderen Mitgliedern des Sicherheitsrates.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Neorealismus, Machtpolitik, balancing, Sicherheitsrat, UN-Sitz und nationale Interessen.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Europäischen Union in diesem Kontext?

Die EU wird als Instrument zur Allianzenbildung gesehen, mit dem Deutschland versucht, ein Gegengewicht zum unipolaren Einfluss der USA aufzubauen.

Warum spielt das Jahr 2011 für die Argumentation eine Rolle?

Die Stimmenthaltung Deutschlands bei der Abstimmung über die Flugverbotszone in Libyen dient als Fallbeispiel für eine eigenständige, national interessengeleitete Außenpolitik, die neorealistische Interpretationen stützt.

Was ist das entscheidende Kriterium für einen ständigen Sitz laut der Arbeit?

Der Autor argumentiert, dass nicht finanzielle Beiträge oder Truppensteller-Funktionen entscheidend sind, sondern letztlich reine politische Macht.

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Résumé des informations

Titre
Deutschland im UN-Sicherheitsrat. Eine Machtfrage?
Sous-titre
Antwortversuche aus neorealistischer Perspektive
Université
University of Freiburg
Note
1,3
Auteur
Andreas Schumacher (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
16
N° de catalogue
V495524
ISBN (ebook)
9783668988972
ISBN (Livre)
9783668988989
Langue
allemand
mots-clé
deutschland un-sicherheitsrat eine machtfrage antwortversuche perspektive
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andreas Schumacher (Auteur), 2018, Deutschland im UN-Sicherheitsrat. Eine Machtfrage?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495524
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Extrait de  16  pages
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