Die Zielsetzung meiner Hausarbeit wird sein, den Leser*innen zu verdeutlichen, aus welchem Grund die AfD in kurzer Zeit einen Wechsel auf zwei Ebenen vollzogen hat. Weshalb hat sich bereits kurz nach Gründung der AfD ein Wechsel sowohl an der Parteispitze als auch in der inhaltlichen Ausrichtung der Partei vollzogen?
Ausgehend von dieser Fragestellung lässt sich von mir die folgende These formulieren: „Die AfD hat im Jahr 2013 mit ihrer politischen Ausrichtung und ihren Forderungen eine Lücke im deutschen Parteiensystem geschlossen, die bei Teilen der deutschen Bevölkerung großen Zuspruch fand. Im Zuge ihrer Entwicklung hat sich die AfD durch interne Machtkämpfe von einer Partei, deren Fokus auf sozio-ökonomischen Themen lag, zu einer Partei mit sozio-kultureller Themensetzung und neuer Parteiführung entwickelt.“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Fragestellung und Ziel der Arbeit
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Gründung der AfD
2.1. Gründungsmotiv der AfD
2.2. Die inhaltliche Themensetzung der AfD nach ihrer Gründung
3. Die Wahlprogramme der AfD nach ihrer Gründung zur Bundestagswahl 2013 und Europawahl 2014
3.1. Inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Bundestagswahlprogramm 2013 und Europawahlprogramm 2014
3.2. Verortung der AfD im deutschen Parteiensystem zum Zeitpunkt der Europawahl 2014
3.3. Zwischenfazit
4. Entwicklung der AfD nach der Europawahl 2014
4.1. Zerwürfnisse nach Europawahl
4.2. Ost-West-Unterschiede in Deutschland
4.3. PEGIDA und die Erfurter Resolution
4.4. Bremer Parteitag und der „Weckruf 2015“ als Versuch der Rettung?!
4.5. Der Essener Parteitag 2015
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Gründe für den raschen Wandel der AfD kurz nach ihrer Gründung zu analysieren, wobei insbesondere die Transformation von einer primär sozio-ökonomisch ausgerichteten Partei zu einer national-konservativen Kraft mit sozio-kulturellem Schwerpunkt untersucht wird.
- Gründungsgeschichte und ursprüngliche Motive der AfD
- Inhaltliche Analyse der Wahlprogramme von 2013 und 2014
- Innerparteiliche Konflikte und die Rolle des wirtschaftsliberalen Lagers
- Einfluss der Flüchtlingskrise und die Entstehung neuer politischer Schwerpunkte
- Personeller Machtwechsel und der Führungsstil innerhalb der Partei
Auszug aus dem Buch
4.5. Der Essener Parteitag 2015
Vor der Wahl des Parteivorsitzes, wurde auf dem Parteitag in Essen noch einmal deutlich, wie gespalten die Partei zu dem Zeitpunkt war und welche Themen die AfD in der Hauptsache verfolgte. Das Thema Europa fand kaum noch Berücksichtigung, stattdessen fokussierte man sich vor allem auf die Themen Zuwanderung und Asylpolitik (vgl. Schneider, 2015). Vor dem Hintergrund der im Sommer 2015 stark einsetzenden Flüchtlingsbewegung, in deren Folge Deutschland Tausende Schutzsuchende aufnahm, geriet das Thema der Eurorettung stetig in den Hintergrund der Öffentlichkeit. Aus diesem Grund ergab sich für die AfD ein neuer politischer Handlungsbedarf, den vor allem das national-konservative Lager für sich nutzte (vgl. Hensel et. al., 2017, 10). So wurde Bernd Lucke auf dem Parteitag ausgepfiffen als er darauf verwies, dass man die Gefühle unzähliger deutscher Staatsbürger, die den muslimischen Glauben anhängen, verletzen würde, wenn man den Islam angreifen würde (vgl. Schneider, 2015).
Nach dem auf dem Bremer Parteitag die Satzungsänderung hinsichtlich des Parteivorsitzes beschlossen wurde, wurde im Zuge des Essener Parteitags die Wahl des/ der Parteivorsitzende/n vollzogen. Nach der ursprünglichen Annahme, dass Bernd Lucke diese für sich entscheiden würde, gewann jedoch Frauke Petry die Wahl mit 60% der Stimmen (vgl. Franzmann, 2016, 34). Durch dieses Ergebnis kam es zu einem offiziellen Machtwechsel innerhalb der Partei. Bernd Lucke, Gründer der Partei und Vertreter des wirtschaftsliberalen Lagers, war abgewählt und Frauke Petry, die dem national-konservativen Lager anhing, übernahm die Führung an der Spitze der Partei (vgl. Rosenfelder, 2017, 124). Durch dieses Wahlergebnis konnte sich der sozio-kulturelle Schwerpunkt der Partei manifestieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt die Fragestellung und Zielsetzung dar, indem sie den Richtungsstreit und den personellen Wandel der Partei als Ausgangspunkt der Untersuchung definiert.
2. Gründung der AfD: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Partei aus dem Protest gegen die Eurorettungspolitik und analysiert die initiale sozio-ökonomische Schwerpunktsetzung.
3. Die Wahlprogramme der AfD nach ihrer Gründung zur Bundestagswahl 2013 und Europawahl 2014: Es erfolgt eine inhaltliche Analyse der Parteiprogramme, die den Fokus auf Währungs- und Europapolitik sowie eine erste Verortung im deutschen Parteiensystem aufzeigt.
4. Entwicklung der AfD nach der Europawahl 2014: Dieses Kapitel behandelt die innerparteilichen Zerwürfnisse, den Einfluss von PEGIDA und die inhaltliche Verschiebung hin zu sozio-kulturellen Themen, die im Machtwechsel in Essen gipfelten.
5. Fazit: Das Fazit bestätigt die These der thematischen und personellen Transformation von einem wirtschaftsliberalen zu einem national-konservativen Akteur.
Schlüsselwörter
AfD, Bernd Lucke, Frauke Petry, Parteigründung, Eurokrise, Europawahl 2014, Bundestagswahl 2013, wirtschaftsliberal, national-konservativ, Richtungsstreit, sozio-ökonomisch, sozio-kulturell, Machtwechsel, Erfurter Resolution, Weckruf 2015
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die inhaltliche und personelle Transformation der Alternative für Deutschland (AfD) in ihrer frühen Phase nach der Gründung im Jahr 2013.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Entwicklung von der Euro-Kritik hin zu einer verstärkt sozio-kulturellen Themensetzung, insbesondere Asyl- und Zuwanderungspolitik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Gründe für den Wechsel der inhaltlichen Ausrichtung sowie den Machtwechsel an der Parteispitze von Bernd Lucke zu Frauke Petry wissenschaftlich zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die Wahlprogramme sowie wissenschaftliche Sekundärliteratur zur Parteienentwicklung auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Gründungsmotive, die Analyse der frühen Wahlprogramme und die Dokumentation der innerparteilichen Konflikte bis zum Essener Parteitag 2015.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Eurokrise, Richtungsstreit, wirtschaftsliberales Lager, national-konservatives Lager und Parteientransformation charakterisieren.
Welche Rolle spielte der Verein „Weckruf 2015“ für die AfD?
Der Verein war ein Versuch von Bernd Lucke, die liberale Strömung innerhalb der Partei zu festigen, scheiterte jedoch an internen Widerständen und rechtlichen Hürden.
Warum war der Essener Parteitag 2015 entscheidend für die Ausrichtung der AfD?
In Essen setzte sich Frauke Petry gegen Bernd Lucke durch, was das Ende des wirtschaftsliberalen Einflusses markierte und den Weg für eine national-konservative Neuausrichtung endgültig freimachte.
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- Lukas Kaphammel (Autor), 2018, Von Bernd Lucke zu Frauke Petry. Die Entwicklung der AfD, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495624