In einem Essay scheint es sich der Autor bequem machen zu wollen, indem er sich erlaubt, abseits des vom Maximalprofit vorangepeitschten Getriebes auf der hektischen Straße der Weltwissenschaften auf ihr nur spazieren zu gehen mit Zeit und Muße, den Spazierstock hin und wieder in der Hand schwirrend drehen zu lassen, so wie Charlie Chaplin es in seinen Filmen zu tun pflegte.
Ein Essayist ist nicht angehalten, im Sinne des Zeitgeistes zu schreiben und nur in eine Richtung zu blicken, in eine Richtung zu gehen, in eine Richtung zu denken und in eine Richtung zu schreiben. Desgleichen: Sich von dem fremden Wesen Geld beherrschen, durch es seine Stirn verengen zu lassen und dem Fetisch zu huldigen. In der bürgerlichen Gesellschaft ist jeder ein anderer als er selbst und jeder lebt nur in der Vorstellung der anderen. Diese perverse Bestimmung des sogenannten modernen Menschen hat uns Rousseau mitgegeben, der wohl der bedeutendste Philosoph des Spaziergangs war, ein Träumer und Verächter des Geldes, der ihn in freier Natur kultivierte und für den die wohltuendsten Spaziergänge diejenigen waren, auf denen er die Führung des Verlaufes seine begleitenden und ihm voran laufenden Hund überließ.
Inhaltsverzeichnis
1. „Man sieht: die Philosophie könne auch ihren Chiliasmus haben …“
2. Einem Essay fehlt Stringenz
3. Der wissenschaftliche Sozialismus zeichnet sich durch eine klare Begründung aus
4. In Deutschland bildete sich eine Phalanx von Philosophen heraus
5. Die die Arbeit planenden Kopfarbeiter konnten schon auf einer sehr frühen Entwicklungsstufe der Gesellschaft die geplante Arbeit durch andere Hände ausführen lassen
6. Die Natur ist zunächst unmittelbar da, ohne Zutun des Menschen
7. Der Aufstieg des werdenden Menschen zur wissenschaftlichen Sozialistin verläuft aber nicht gradlinig
8. Ich wurde schon einmal als Mädchen geboren, vertritt ein Philosoph
9. Die antiken Philosophen orientieren sich primär auf eine objektiv waltende Vernunft
10. Die Meditationes de prima philosophia, in qua Die existentia et animae immortalitas demonstratur
11. Paarungsversuche brachten größere Erkenntnisfrüchte hervor
12. Der Mensch lag falsch, als er sich ein Wesen einbildete, das ihm überlegen ist
13. In der elften These über Feuerbach ist eine Erkenntnis der Welt an ihre Veränderung gekoppelt
14. Es wurde gesagt, dass die mechanische Erklärung der Welt hatte wissenschaftsgeschichtlich ihre Berechtigung gehabt hatte
15. In seiner Allgemeinen Naturgeschichte und Theorie des Himmels aus dem Jahr 1755 weisen Planeten eine nebulöse Geschichte auf
16. Die Arbeit also ist es, die das Wesen des Menschen ausmacht
17. Der Aufstieg des werdenden Menschen zur wissenschaftlichen Sozialistin verläuft aber nicht gradlinig
18. Die Negation der Negation ist die permanente Selbstaufhebung
19. Der Mensch verändert die Welt, aber durch diesen Arbeitsprozess verändert er auch sich selbst
20. Wer eine sich immer gleichbleibende Natur des Menschen in die gesellschaftswissenschaftliche Diskussion einbrockt
21. Es ist noch auf den Kollaps der Sowjetunion einzugehen
22. Die Welt ist gottverlassen und in sich zerrissen
23. Eine zweite Oktoberrevolution kommt dem Sprung über den eigenen Schatten gleich
24. Überall haben sich die Frauen heute eingenistet
25. Das raue Volk mit seinen schwieligen Händen verstehe
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die philosophische Entwicklung des Materialismus und des wissenschaftlichen Sozialismus, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis von Arbeit, Naturbeherrschung und menschlicher Emanzipation. Dabei wird kritisch hinterfragt, wie verschiedene Philosophen das "aufrechte Gehen" des Menschen und dessen Befreiung aus religiösen und idealistischen Fesseln gedeutet haben, um schließlich eine wissenschaftliche Weltanschauung zu begründen.
- Die Bedeutung von Arbeit als zentralem Faktor der Menschwerdung und gesellschaftlichen Emanzipation.
- Kritik an der idealistischen Philosophie und deren Überwindung durch den dialektischen Materialismus.
- Die Rolle der Aufklärung und deren Widersprüche im Kontext politischer Revolutionen.
- Die Analyse des modernen Kapitalismus und der notwendige Bruch mit bürgerlichen Ideologien.
- Das Potenzial und die Geschichte des Kommunismus als Befreiung aus der Lohnsklaverei.
Auszug aus dem Buch
Die Frucht der Philosophie ist für ihn das Schweigen.
Er schildert in den Bekenntnissen die Szene des Ausgangs seiner Vorlesung im Haus des Grafen von Egmont über die ungerechten Verfolgungen, die er erlitt: „Jedermann schwieg, Frau von Egmont schien mir allein bewegt, sie zitterte sichtlich, faßte sich aber bald wieder und beobachtete wie die übrige Gesellschaft Schweigen. Das war die einzige Frucht, die ich von dieser Vorlesung und meiner Erklärung erntete“. 2. Es ist bezeichnend, dass sein letztes, sprachmusikalisch brillantes Werk Träumereien beim Spazierengehen es als einzig ihm noch bleibenden Lebensgenuss feiert, nachdem sich der schwere schwarze Schleier der Melancholie über sein Gemüt gelegt hatte.
Die Mitmenschen haben ihn verstoßen; er ist kein Aussteiger, sondern aus der Ordnung der Dinge gerissen worden, ohne zu wissen, wie dies geschah. Ihn als Aussteiger bezeichnen blendet die psychisch zermürbende Heimsuchung durch Verschwörungstheorien am Ende seines Lebens aus. Es bleibt am Ende des Lebens nur der Traum. Was bleibt denn sonst für die Entrechteten, die nicht wissen, wo ihr Weg hinführt und die den Blick in einen Spiegel fürchten, als zu träumen, wie die Matrosen auf hoher See aus lauter Langweile den nächsten Landgang herbeiträumen, in Valparaíso, Rio oder Shanghai, und sich an Hand ihrer Tätowierungen an die Häfen erinnern, in denen die Tristesse kurz unterbrochen wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einleitung in das Essay mit persönlichen Gedanken zur Philosophie und zur Rolle des Essayisten im Zeitgeist.
Kapitel 2: Reflexion über die fehlende Stringenz des Essays und die Freiheit des Autors gegenüber strenger Wissenschaftlichkeit.
Kapitel 3: Darstellung des wissenschaftlichen Sozialismus als Reflex von Klassenkämpfen und als Anleitung zum revolutionären Handeln.
Kapitel 4: Diskussion über die Phalanx deutscher Philosophen und die Entdeckung des Primats der Praxis durch Revolutionäre.
Kapitel 5: Analyse der Arbeitsteilung zwischen Kopf- und Handarbeit sowie der historischen Wurzeln der Ausbeutung.
Kapitel 6: Untersuchung der Natur des Menschen und der Bedeutung des aufrechten Gangs für die Gehirnentwicklung.
Kapitel 7: Darstellung des ungradlinigen Aufstiegs des Menschen hin zur wissenschaftlichen Sozialistin und die Rückschläge der Verzweiflung.
Kapitel 8: Philosophische Betrachtung von Göttern, Mythen und der Bedeutung der kollektiven Arbeit zur Überwindung von Naturkatastrophen.
Kapitel 9: Analyse antiker Vernunftbegriffe im Kontext der Entwicklung von Götterglauben hin zu materialistischen Weltanschauungen.
Kapitel 10: Auseinandersetzung mit dem mechanischen Weltbild von Descartes und Newton sowie dessen Kritik durch den dialektischen Materialismus.
Kapitel 11: Erörterung der Entwicklung biologischen Erkenntnisdenkens und der Rolle des Darwinismus für den Paradigmenwechsel.
Kapitel 12: Kritik am Menschenbild der Aufklärung und dem Idealismus als notwendiger Zwischenschritt zur wissenschaftlichen Erkenntnis.
Kapitel 13: Vertiefung der Feuerbachthesen im Kontext der Überwindung von Materialismus und Idealismus.
Kapitel 14: Historische Einordnung der mechanischen Naturerklärung und der Bedeutung der industriellen Revolution.
Kapitel 15: Analyse der Planetenentstehung bei Kant und Laplace als erste Schritte zu einer historischen Naturauffassung.
Kapitel 16: Identität von Geist und Körper sowie die Überwindung des cartesianischen Dualismus.
Kapitel 17: Bedeutung des aufrechten Ganges und der Arbeit im Hinblick auf die Endlichkeit des Universums und die menschliche Emanzipation.
Kapitel 18: Betrachtung der Geschichte als Prozess und die Rolle der Kritik in der bürgerlichen und proletarischen Emanzipation.
Kapitel 19: Untersuchung der historischen Rolle von Arbeit und Revolution zur Überwindung der Entfremdung.
Kapitel 20: Prozesshaftigkeit des Denkens in der heutigen Gesellschaft und die Ablehnung starrer Kategorien.
Kapitel 21: Reflexion über den Kollaps der Sowjetunion und die Lehren für die zukünftige revolutionäre Praxis.
Kapitel 22: Schlussbetrachtung zur gottverlassenen Welt und der Notwendigkeit einer erneuten weltumspannenden Revolution.
Kapitel 23: Analyse der "zweiten Oktoberrevolution" als notwendiger Sprung über den eigenen Schatten.
Kapitel 24: Bilanz der Rolle der Frau und der zukünftigen Anforderungen an den Kommunismus.
Kapitel 25: Abschließende Forderung nach dem Verständnis des Volkes und der Bedeutung von Wissenschaft und Weltgeschichte als Schwestern.
Schlüsselwörter
Wissenschaftlicher Sozialismus, Dialektischer Materialismus, Arbeitsprozess, Emanzipation, Revolution, Klassenkampf, Entfremdung, Aufklärung, Naturbeherrschung, Proletariat, Bourgeoisie, Geschichte, Ideologiekritik, Philosophie, Transformation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische und philosophische Entwicklung des materialistischen Denkens und des wissenschaftlichen Sozialismus als Mittel zur menschlichen Emanzipation aus den Fesseln der Ausbeutung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Dialektik von Natur und Geschichte, der Bedeutung der menschlichen Arbeit für die Gehirn- und Gesellschaftsentwicklung sowie der kritischen Auseinandersetzung mit idealistischer Philosophie und bürgerlicher Ideologie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den historischen Prozess des "aufrechten Ganges" des Menschen als Prozess der Befreiung aus metaphysischen und religiösen Abhängigkeiten darzustellen und die wissenschaftliche Notwendigkeit einer proletarischen Revolution aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet die dialektisch-materialistische Methode, um historische Ereignisse und philosophische Strömungen in ihrem jeweiligen ökonomischen und gesellschaftlichen Kontext zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil spannt einen Bogen von den antiken Naturphilosophen über die Aufklärung und den deutschen Idealismus bis hin zum Marxismus-Leninismus, wobei die Rolle der Arbeit, der Technik und des Klassenkampfes im Zentrum stehen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "dialektische Negation", "Produktionsverhältnisse", "wissenschaftlicher Sozialismus", "Arbeitsprozess" und "revolutionäre Praxis".
Wie bewertet der Autor die Rolle der Religion im gesellschaftlichen Kontext?
Der Autor versteht Religion primär als Instrument zur Unterdrückung der Massen und zur Verschleierung der tatsächlichen ökonomischen Machtverhältnisse, weshalb er einen konsequenten Atheismus als Bedingung für die Emanzipation fordert.
Warum bezieht sich der Autor so intensiv auf historische Persönlichkeiten wie Rousseau, Kant und Hegel?
Der Autor nutzt diese Denker, um die Entwicklung des abendländischen Denkens von der Metaphysik hin zum wissenschaftlichen Verständnis des historischen Prozesses aufzuzeigen und deren jeweilige Beiträge sowie Irrtümer im Kontext des Klassenkampfes zu dekonstruieren.
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- Heinz Ahlreip (Author), 2019, Der Aufstieg des werdenden Menschen zur wissenschaftlichen Sozialistin. Essay über die Entwicklung des Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495716