Diese Arbeit bewertet die DATEV eG, die Genossenschaft und den Steuerberater der IT- Dienstleister, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer nach dem Transaktionskostenansatz. Anhand von drei Beispielen wurde die Dienstleistungskooperation aus dem Produktportfolio und den Dienstleistungen der DATEV untersucht. Relevant für die Analyse ist der Transaktionskostenansatz. Hierfür wurden die drei Transaktionsdimensionen Häufigkeit, Unsicherheit und Spezifität in den Vordergrund gestellt. Der Autor kam zu dem Ergebnis, dass die DATEV eG als Dienstleistungskooperation die optimale Organisationsform für IT- Dienstleistungen für Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer darstellt.
Die DATEV eG ist eine Genossenschaft von Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. Das Softwarehaus konzentriert sich auf IT-Dienstleistungen in den Bereichen Rechnungswesen und Personalwirtschaft, betriebswirtschaftliche Beratung, Steuern, Enterprise Resource Planning (ERP) sowie Organisation und Planung.
In den 60er Jahren boomte die Wirtschaft und das Arbeitsfeld von Steuerberatern, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern wurde zunehmend größer und komplexer. Der Beratungsbedarf stieg und die Steuergesetzgebung unterlag einem großen Wandel. Der erhöhte Arbeitsbedarf führte bei den Kanzleien zu einer großen Nachfrage von Fachkräften und computergestützten Verarbeitungsprozessen. Da die Rechenzentren zum damaligen Zeitpunkt nicht auf die beruflichen Besonderheiten und Anforderungen der Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer abgestimmt waren, entschlossen sich einige Steuerberater zur Zusammenarbeit im IT- Bereich. Es wurden so standardisierte Produkte entwickelt, die jeder Steuerberater, Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer nutzen konnte.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
1.1) Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
1.2) Warum wird in diesem Sektor kooperiert?
2) Grundlagen
2.1) Die DATEV eG
2.2) Der Transaktionskostenansatz
2.3) IT- Dienstleistungskooperationen – Analyserahmen
3) Hauptteil
3.1) DATEVnet – Das Internetportal der DATEV
3.2) Das DATEV Verbundsystem DVS
3.3) Die DATEV eG als Zertifizierungsanbieter
4) Schluss
4.1) Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effizienz von Kooperationen in Dienstleistungsunternehmen am Beispiel der DATEV eG. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Genossenschaftsform unter Anwendung des Transaktionskostenansatzes als optimale Organisationsform für IT-Dienstleistungen gegenüber Markt- oder Hierarchielösungen für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte zu bewerten ist.
- Analyse kooperativer Strukturen in steuerberatenden Berufen
- Anwendung des Transaktionskostenansatzes auf IT-Dienstleistungen
- Untersuchung von DATEVnet als Kommunikations- und Sicherheitsportal
- Bewertung des DATEV Verbundsystems (DVS) für die Datenverarbeitung
- Evaluation der DATEV eG als Zertifizierungsanbieter
Auszug aus dem Buch
DATEVnet – Das Internetportal der DATEV
Das durch Firewall- und Virenschutzprogramme gesicherte Internetportal der DATEV bietet den Mitgliedern die Möglichkeit, unter hoher Sicherheit die Vorteile und Dienste des Internets zu nutzen, z.B. Emailabfrage oder Datentransfer zum DATEV Rechenzentrum, und einen abgesicherten Datentransfer auf höchstem Schutzniveau tätigen zu können. Außerdem gibt es Bereiche zur Recherche, Fragestellungen und Kommunikation mit Mitgliedern. Aktuelle Berichte, allgemein relevante Informationen, z.B. neue Gesetzgebungen, und allgemein Wissenswertes für jeden Steuerberater, Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer. Sie können völlig ohne zusätzlich nötigen Schutz genutzt werden, gesichert mir mehreren Firewalls und Sicherheitszertifikaten. Die Nutzung kann ebenfalls ohne Probleme für die EDV der einzelnen Kanzleien abgerufen werden und ermöglicht zeitnahe Problembehebung, Kommunikation mit dem Rechenzentrum und Austausch zwischen verschiedenen Kanzleien.
Diese Dienstleistung der DATEV eG wird allen Mitgliedern angeboten, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Auch Mandanten können darauf zugreifen, nachdem im Jahr 2005 die Türen der Genossenschaft auch für Kunden oder Partner der Mitglieder geöffnet waren.
Die Mitglieder der DATEV, die diese Plattform nutzen, sowohl passiv als auch aktiv, stehen vor der Wahl, dieses Angebot innerhalb der Kooperation zu nutzen, sie können die Lösung am Markt beschaffen, also in diesem Fall das Internet mit einem standardisierten Anbieter als Provider nutzen und sich entsprechend selbst absichern. Sie haben auch als dritte Option die Möglichkeit, selbst innerhalb ihrer Kanzlei eine Lösung dafür zu bestimmen. Also einen eigenen EDV Bereich, der einen sicheren Internetzugang ermöglicht.
Um diese richtige Entscheidung, also die optimale Organisationsform zu finden, müssen die Transaktionsdimensionen betrachtet werden. Betrachten wir zu erst die Dimension der Unsicherheit. Wie wir festgestellt haben, bedeutet Unsicherheit, eine eingeschränkte Vorhersagbarkeit zukünftiger Ereignisse und Verhaltensweisen. In diesem Bespiel wissen wir nicht, wie hoch die Gesamtkosten der Absicherung für einen sicheren Internetzugang sind, damit man die Mandantendaten direkt zur Verarbeitung extern verschicken kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Berufsfeld der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte ein und erläutert die Beweggründe für die Bildung von Kooperationen in diesem Sektor.
2) Grundlagen: Hier werden die DATEV eG vorgestellt, der theoretische Rahmen des Transaktionskostenansatzes definiert und die Dimensionen für die Analyse von IT-Dienstleistungskooperationen festgelegt.
3) Hauptteil: Der Hauptteil analysiert anhand der drei Schwerpunkte DATEVnet, DATEV Verbundsystem und der Rolle als Zertifizierungsanbieter, warum die Genossenschaft die optimale Organisationsform darstellt.
4) Schluss: Im Fazit werden die Ergebnisse der Transaktionskostenanalyse zusammengefasst und die Effizienz der kooperativen Struktur für die Mitglieder der DATEV bestätigt.
Schlüsselwörter
DATEV eG, Transaktionskostenansatz, Genossenschaft, IT-Dienstleistungen, Steuerberater, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, DATEVnet, Verbundsystem DVS, Zertifizierungsanbieter, Mandantengeschäft, Datensicherheit, Organisationsform, Kooperation, Effizienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die kooperativen Strukturen in Dienstleistungsunternehmen am konkreten Beispiel der DATEV eG und bewertet deren Effizienz für steuerberatende und rechtsberatende Berufe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche IT-Infrastruktur, Datensicherheit, elektronische Zertifizierung sowie die organisatorische Einbettung dieser Dienstleistungen in eine genossenschaftliche Struktur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis des Transaktionskostenansatzes zu belegen, dass die Genossenschaft DATEV eG eine effizientere Organisationsform darstellt als reine Marktlösungen oder hierarchische Einzelstrukturen in den Kanzleien.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt den transaktionskostenökonomischen Ansatz, wobei insbesondere die Dimensionen Unsicherheit, Häufigkeit und Spezifität von Transaktionen zur Bewertung herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil evaluiert das Internetportal DATEVnet, das Verbundsystem DVS sowie die Rolle der DATEV als Zertifizierungsdienstanbieter unter den gewählten theoretischen Kriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben der DATEV eG vor allem Transaktionskostenansatz, IT-Dienstleistungen, Datensicherheit und Kooperation.
Warum ist eine hybride Organisationsform laut der Autorin für die Kanzleien optimal?
Eine hybride Form wie die Genossenschaft ermöglicht es, die Vorteile von Skaleneffekten und gemeinsamem Wissen zu nutzen, während gleichzeitig die spezifischen Risiken und hohen Absicherungskosten am freien Markt minimiert werden.
Welche Bedeutung hat die Zertifizierung für die Arbeit?
Die Zertifizierung ist essenziell, um im digitalen Zeitalter die Echtheit und Vertraulichkeit sensibler Mandantendaten zu garantieren und das Vertrauensverhältnis zwischen Berater und Mandant rechtssicher abzusichern.
- Citation du texte
- Janina Lohse (Auteur), 2009, Kooperative IT- Dienstleistungen für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495786