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Die Anatomie der Gerechtigkeit. Ein theoretischer und historischer Überblick

Título: Die Anatomie der Gerechtigkeit. Ein theoretischer und historischer Überblick

Trabajo de Seminario , 2019 , 22 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: John Isufi (Autor)

Filosofía - Ensayos generales, épocas
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Erkenntnisinteresse und Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist die Schaffung eines theoretischen und historischen Überblicks über den Begriff der Gerechtigkeit sowie die Entflechtung des begrifflichen Dickichts durch die differenzierte Analyse der vielfältigen Dimensionen der Gerechtigkeit aus verschiedenen Blickwinkeln.

Gerechtigkeit ist einer der ältesten und zugleich umstrittensten Begriffe. Nahezu alle Menschen und Parteien haben eine eigene Antwort auf die Frage, was gerecht ist. Große Denker wie Aristoteles, Immanuel Kant, Jeremy Bentham, John Rawls und Amartya Sen, um nur einige zu nennen, haben sich bereits dem eingehenden Studium dieser Thematik gewidmet.
Die Kontroverse besteht dennoch fort. So hat sich über Jahrtausende ein komplexes Dickicht von Begriffsbildern um die Gerechtigkeitsfrage entwickelt, das die unterschiedlichen Lebensverhältnisse und Werte-systeme der Menschen verschiedener Kulturen und Epochen widerspiegelt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitende Worte

1.1 Problemstellung & Erkenntnisinteresse

1.2 Struktur der Arbeit

2 Was ist Gerechtigkeit – was nicht?

2.1 Begriffsannäherung & -abgrenzung verwandter Begriffe

2.2 Zur normativen Begründung von Sozialpolitik

2.3 Multidimensionaler Systematisierungsansatz

3 Gerechtigkeitstheorien im Wandel der Zeit

3.1 Antike: Aristoteles „Nikomachische Ethik“

3.2 Neuzeit: Utilitarismus & Deontologie

3.3 Zeitgeschichte: John Rawls & Amartya Sen

4 Zusammenfassende Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden theoretischen und historischen Überblick über den Gerechtigkeitsbegriff zu geben, um durch eine differenzierte Analyse der vielfältigen Dimensionen die Komplexität und das begriffliche Dickicht dieses Konzepts aufzulösen.

  • Grundlagen und Abgrenzung des Gerechtigkeitsbegriffs
  • Normative Begründung und Systematisierung in der Sozialpolitik
  • Historische Entwicklung von der Antike bis zur Gegenwart
  • Gegenüberstellung ethischer Modelle (Utilitarismus vs. Deontologie)
  • Moderne Theorien nach John Rawls und Amartya Sen

Auszug aus dem Buch

3.1 Antike: Aristoteles „Nikomachische Ethik“

Wie denkt Aristoteles, einer der bekanntesten Philosophen des antiken Griechenlands – u. a. neben Platon und Sokrates – über die Gerechtigkeit? Der Gerechtigkeit widmet Aristoteles ein ganzes der zehn Bücher der „Nikomachischen Ethik“, was von der hohen Wichtigkeit von Gerechtigkeit für sein Ethikverständnis zeugt. So schwärmt Aristoteles: „[…] Gerechtigkeit ist die vollkommene Tugend […] eine Tugend so wunderbar schön, daß [!] nicht Abend- nicht Morgenstern gleich ihr erglänzt […]“ (NE, 1129b). Für Aristoteles ist Gerechtigkeit folglich nicht nur eine Tugend, sondern die höchste Tugend.

Aristoteles selbst definiert Gerechtigkeit als „einen Habitus [Herv. d. Verf.] […], vermöge dessen man […] gerecht handelt und das Gerechte will, und […] Ungerechtigkeit [als] einen Habitus, vermöge dessen man ungerecht handelt und das Ungerechte will“ (NE, 1129a). Solch rekursive Definitionen bergen jedoch die Gefahr eines Zirkelschlusses, weshalb es einer Klärung dessen bedarf, was Aristoteles konkret als „gerecht“ respektive „ungerecht“ betrachtet.

Wilfried Hinsch (vgl. 2016, S. 15–20) erläutert, in Anlehnung an die Kommentierungen der „Nikomachischen Ethik“ durch Thomas von Aquin, dass Aristoteles Gerechtigkeitsbegriff insb. die Dimensionen Subjektivität, Interpersonalität, Legalität, Egalität und die aristotelische Klassifikation umfasse. Subjektivität meine in diesem Zusammenhang, dass Gerechtigkeit eine Tugend sei, d. h. eine persönliche Qualität (Einstellung/Habitus, Intentionen etc.), nicht jedoch die Eigenschaft von Handlungen oder deren Konsequenzen. Unter Interpersonalität sei der – der Gerechtigkeit immanente – Bezug auf andere Personen zu verstehen. So diene eine gerechte Intention stets dem Wohl der Mitbürger und nicht etwa dem Eigennutz. Mit Legalität sei gemeint, dass Gerechtigkeit in der Erfüllung berechtigter Ansprüche Dritter (bzw. dem Ausgleich der korrespondierenden Schuld) liege. Aufgrund des historischen Kontexts warnt Hinsch jedoch davor, die aristotelische Vorstellung von Recht und Schuld durch die Brille des modernen (legalen) Rechtsverständnisses zu deuten. Stattdessen schlägt Hinsch vor, die Begründung eines berechtigten Anspruchs, im Sinne von Aristoteles, umfassender zu deuten, nämlich sowohl rechtlichen als auch moralischen Ursprungs.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitende Worte: Einführung in die Vielschichtigkeit des Gerechtigkeitsbegriffs und Erläuterung des methodischen Vorgehens dieser Arbeit.

2 Was ist Gerechtigkeit – was nicht?: Analyse definitorischer Abgrenzungen und Vorstellung eines multidimensionalen Systematisierungsansatzes im Kontext der Sozialpolitik.

3 Gerechtigkeitstheorien im Wandel der Zeit: Historische Betrachtung der Gerechtigkeit von der antiken Ethik über utilitaristische und deontologische Ansätze bis hin zu modernen Theorien von Rawls und Sen.

4 Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Resümee der zentralen Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung der Gerechtigkeitsdebatte in einer technisierten Zukunft.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeit, Sozialpolitik, Ethik, Utilitarismus, Deontologie, John Rawls, Amartya Sen, Aristoteles, Verteilungsgerechtigkeit, Chancengerechtigkeit, Fähigkeitenansatz, Nachhaltigkeit, Trolley-Dilemma, Fairness, soziale Marktwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Anatomie der Gerechtigkeit, also dem Versuch, den komplexen und umstrittenen Begriff der Gerechtigkeit wissenschaftlich einzuordnen und in seinen vielfältigen Dimensionen zu strukturieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die Begriffsabgrenzung, die normative Einordnung in die Sozialpolitik, die historische Entwicklung der Gerechtigkeitstheorien sowie die Anwendung ethischer Modelle auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen ab.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Erstellung eines theoretischen und historischen Überblicks, um durch eine differenzierte Analyse des Begriffs „Gerechtigkeit“ zur Entflechtung der Debatte beizutragen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte, theoretische Arbeit, die primär auf der systematischen Gegenüberstellung philosophischer und ökonomischer Gerechtigkeitstheorien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst definitorische Grundlagen, ordnet diese in sozialpolitische Kontexte ein, und untersucht anschließend drei historische Phasen: die Antike (Aristoteles), die Neuzeit (Utilitarismus/Deontologie) und die Zeitgeschichte (Rawls/Sen).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Gerechtigkeit, Sozialpolitik, Ethik, Utilitarismus, Deontologie, Fairness und der Fähigkeitenansatz nach Amartya Sen.

Warum ist das Trolley-Dilemma für diese Arbeit relevant?

Es dient als anschauliches Gedankenexperiment, um den fundamentalen Konflikt zwischen utilitaristischer Nutzenmaximierung und deontologischer Pflichtethik aufzuzeigen und auf aktuelle Fragen wie das autonome Fahren zu übertragen.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von John Rawls von dem von Amartya Sen?

Während Rawls sich stark auf die faire Verteilung von Gütern und Rechten (Gerechtigkeit als Fairness) unter hypothetischen Bedingungen konzentriert, kritisiert Sen dies als zu fokussiert und plädiert stattdessen für den „Fähigkeitenansatz“, bei dem die tatsächliche Befähigung zur Lebensführung maßgeblich ist.

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Detalles

Título
Die Anatomie der Gerechtigkeit. Ein theoretischer und historischer Überblick
Universidad
Bochum University of Applied Sciences
Calificación
1,0
Autor
John Isufi (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
22
No. de catálogo
V495828
ISBN (Ebook)
9783346010339
ISBN (Libro)
9783346010346
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gerechtigkeit Rawls Amartya Sen Trolley Aristoteles Gleichheit Nachhaltigkeit Sozialpolitik Utilitarismus Deontologie Kant Bentham Mill
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
John Isufi (Autor), 2019, Die Anatomie der Gerechtigkeit. Ein theoretischer und historischer Überblick, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495828
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