Lex Gabinia. Ursachen und Folgen der Piraterie im Römischen Reich


Seminararbeit, 2014

32 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Quellenlage

3. Das Piratenproblem
3.1 Ursprung der Piraten
3.2 Piraten als Problem für Rom

4. Pompeius erhält sein Kommando
4.1 Pompeius - Der Feldherr Roms
4.2 Gabinius Gesetz zur Bekämpfung des Piratenproblems

5. Pompeius Angriffskrieg

6. Folgen und Auswirkungen für die römische Republik

7. Zusammenfassung

8. Quellenverzeichnis

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Proseminarsarbeit beschäftigt sich mit der Lex Gabinia, wie es dazu kam, was sie auslöste und welche Folgen diese hatte.

Im ersten Teil geht es um die allgemeine Quellenlage, sowie deren Bedeutung für die Hausarbeit. Dabei wird sich besonders der Frage nach der Genauigkeit bzw. nach der realistischen Begebenheit der Quellen gewidmet. Im zweiten Teil stehen die Piraten im Vordergrund, wie diese zu einem solchen Problem werden konnten und wieso man nicht schon eher etwas unternahm, um ihre Ausbreitung zu verhindern. Im darauffolgenden Abschnitt geht es kurz um Pompeius und wie er zu diesem außerordentlichen Kommando kam. Danach folgt im vierten Abschnitt eine kurze Zusammenfassung des Geschehens und der Handlungen, welche zur Bekämpfung der Piraten unternommen wurden. Im letzten Teil dieser Hausarbeit soll es um die Folgen bzw. die Auswirkungen auf das politische System Roms gehen.

Die Lex Gabinia wurde in einem Zeitraum verfasst und durch den Senat gebracht, als die römische Republik sich gerade noch von den Folgen, welche durch Sulla und Marcus (Bürgerkriege) verursacht wurden, zu erholen versuchte. In dieser Zeit gelang es einem Mann, Pompeius, durch seine besonderen Fähigkeiten in der Kriegsführung zu einem begnadeten und gefürchteten Feldherrn zu werden. Seine Stellung und sein Ansehen waren so groß, dass, wann immer größere Gefahren auf die römische Republik zukamen, er derjenige war, welcher für die „Rettung der Republik“ geschickt wurde.

So erreichte er schon vor der Lex Gabinia, dass er 2 außerordentliche Kommanden erhielt und einen Triumph, für seinen Sieg in Spanien, bekam. Nun stand die römische Republik vor einem neuen Problem, die Piraterie. Auch für diese Problematik bzw. Bedrohung wurde wieder Pompeius ins Feld geschickt oder besser gesagt, aufs Wasser, da seine Vorgänger nicht Herr der Lage werden konnten.

2. Quellenlage

Aus dem Jahr 67/66 v. Chr. berichten uns 4 große Autoren aus der Antike. Aus römischer Sicht ist uns die Rede, „de Lege Manilia de imperio Gnaei Pompei“ von Cicero überliefert, welche Pompeius vor dem Senat verteidigt. Hier geht es zwar hauptsächlich um die Lex Manilia und den Krieg gegen Mithridates, jedoch geht er hier auch kurz auf die Lex Gabinia ein, da diese als Vorläufer für den mithridatischen Krieg dient. Er berichtet zwar nicht genau von den geschehenen Ereignissen, sondern benutzt eher die vollbrachte Leistung, um Pompeius besser darzustellen. Jedoch kann man aus diesen Aussagen Rückschlüsse zu dem Geschehenen machen. Zudem gibt er Gründe an, warum die Seeräuber zu einem enormen Problem geworden sind und was sie der römischen Wirtschaft angetan haben. Um jedoch eine genauere Übersicht über den Kriegsverlauf und deren Ausbruch zu bekommen, muss man eine andere Quelle in Betracht ziehen. Am wohl ausführlichsten, berichtet uns Plutarch in seinen Büchern „Große Griechen und Römer“, welche einen sehr biographischen Charakter haben. Unter eben diesen großen Griechen und Römern befindet sich auch Pompeius. Vor ihm behandelt Plutarch das Leben des Agesilaos und nach der Vita Pompeius vergleicht er beide. Plutarch versucht die Ereignisse zur Lex Gabinia kompakt, aber auch detailreich wiederzugeben. Des Weiteren sind uns für diesen Zeitraum auch noch andere Quellen überliefert. Zum einen die Bücher des Cassio Dio zur römischen Geschichte, welche nicht alle vollständig rekonstruiert werden konnten, jedoch für unseren Zeitraum vollständig sind. Im Buch 36 berichtet er uns von eben diesen Ereignissen. Auch er schafft es uns sehr detailliert und umfangreich zu Berichten, wie es dazu gekommen ist und wie der Verlauf sich gestaltete.

Als letzte große Quelle gesellt sich noch Appian von Alexandria in die Reihe der griechischen Autoren, welche über die Seeräuber berichten. In seinem Buch über Mithridates berichtet er uns auch von den Ereignissen zu den Seeräuberkriegen, da diese die Vorläufer zum 2. Krieg gegen Mithridates waren. Somit haben wir die glückliche Lage, dass dieses Ereignis von mehreren Antiken Autoren erwähnt, aber auch ausführlich beschrieben wird.

Natürlich stellt sich bei diesen Quellen die Frage, wie ihre Zuverlässigkeit ist. Jedoch ist es nicht Aufgabe dieser Hausarbeit, dies zu Untersuchen. Jedoch gehe ich davon aus, dass man die Zahlen als einen groben Richtwert nehmen sollte, um eine Orientierung zu haben, aber diese nicht als wahr hinnehmen. Natürlich könnte man dies machen, aber wenn sich allein schon in den verschiedenen Überlieferungen die Zahlen unterscheiden können wir nie mit Gewissheit sagen, dass eine von beiden stimmen muss bzw. kann.

3. Das Piratenproblem

Der nun folgende Abschnitt widmet sich den Piraten, im speziellen, woher sie kamen, was ihre Gründe für die Piraterie waren und was sie taten, damit sie ein solch großes Problem für die römische Republik darstellten, welche daraufhin ihren, zu dem Zeitpunkt, besten Feldherren schicken musste um das Problem zu lösen.

3.1 Ursprung der Piraten

Die Seeräuberei an und für sich ist kein Problem, welches erst in der Zeit des Pompeius entstanden ist, sondern schon viele Jahrhunderte zurückliegt. Er ist auch nicht der Erste, der in den Krieg gegen sie zieht oder wo der römische Staat Gesetze gegen die Piraten Gesetze erlässt[1]. Sie stellten schon viel länger eine Bedrohung dar, selbst in der Hochzeit der Griechen[2] haben diese enormen Probleme mit der Piraterie[3]. Darum stellt sich auch in dieser Hausarbeit die Frage, wo diese Piraten herkommen, warum sie gerade zu diesen wurden und welche große Gefahr sie darstellten. Zuerst möchte ich auf die Gründe eingehen, warum es in dieser Zeit ein solches Aufkommen von Seeräubern gab.

Es gibt, meiner Meinung nach, zwei Hauptgründe. Zum einen ist es, dass Rom es geschafft hatte die Macht von Karthago, aber auch von den Seleukiden zu brechen, und so ein Machtvakuum entstanden ist. Nach deren Brechung hatte es Rom nicht geschafft die Sicherheit auf dem Mittelmeer weiter zu gewährleisten bzw. hatte sich gar nicht erst darum gekümmert[4]. Zum zweiten hatte es Mithridates geschafft eine „Armee“ aus Piraten zu errichten, welche besonders das östliche Mittelmeer unsicher machten. Sie waren die inoffiziellen Matrosen, welche nicht wirklich ihm gehorchten, aber trotzdem für ihn kämpften[5]. Allein aus diesem „Bündnis“ wurden die Piraten eine große Bedrohung für die römische Republik.

Wenn man sich die Piraten an und für sich anschaut, so stellt man fest, dass viele andere Gründe hatten als Mithridates zu unterstützen, geschweige denn ihm loyal gegenüber zu sein. Viel mehr waren es viele einzelne Schicksale, welche sich zusammenrauften.

Wie bereits oben erwähnt, hatten die Menschen nach der Machtbrechung Karthagos keine sicheren Strukturen mehr, welche sie beschützen konnten, somit war es möglich, dass sich viele kleine Machtgruppen etablieren konnten und den südlichen bzw. östlichen Mittelmeerraum unsicher machten. Die Menschen lebten somit unter Angst und Schrecken und sahen keinen anderen Ausweg als ihre Heimat zu verlassen[6].

Jedoch waren die Menschen dazu veranlasst ihre Heimat zu verlassen, da sie durch die Folgen des mithridatischen Krieges alles verloren haben. Sie mussten fliehen und somit ihre gesamte Lebensumwelt und ihr Heim hinter sich

lassen. Als diese zurückkamen, hatten sie nur noch sehr wenig oder nichts, da ihnen alles genommen wurde. Zu diesen Vertriebenen gehörten unter anderen Menschen aus Syrien, Zypern, Pamphylien und Pontos. Somit mussten sie sich etwas Neues suchen womit sie überleben konnten. Nun ernteten sie keine Felder bzw. Land ab, sondern das Meer. Hier gab es schließlich auch viel zu holen und wenig zu verlieren, da die Römer zum einen die Meere nicht wirklich überwachten und zum anderen sie mit anderen Dingen beschäftigt waren. Somit war es ein leichtes die Handelsschiffe zu überfallen und zu kapern. Dies entpuppte sich als ein solch lukratives Geschäft, dass es natürlich auch andere anzog, welche sich am Gewinn beteiligen wollten. Jedoch gab es nicht nur wertvolle Güter wie Gold, Silber oder Eisen zu erbeuten, sondern auch Lebensmittel, welche von den Provinzen Roms über das Mittelmeer nach Rom gebracht wurden.[7]

[...]


[1] Vgl. Pohl: römische Politik und die Piraterie, S. 208 ff.

[2] Vgl. Christ: Pompeius, S. 56

[3] Vgl. Pohl: römische Politik und die Piraterie, S. 113 ff.

[4] Vgl. Christ: Pompeius, S. 56

[5] Appian: Römische Geschichte, Mith. 92.416

[6] Dio: Roman History, Book 36.20

[7] Appian: Römische Geschichte, Mith. 92.416-421

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Lex Gabinia. Ursachen und Folgen der Piraterie im Römischen Reich
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Historisches Institut)
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
32
Katalognummer
V496103
ISBN (eBook)
9783346010155
ISBN (Buch)
9783346010162
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die folgende Proseminarsarbeit beschäftigt sich mit der Lex Gabinia, wie es dazu kam, was sie auslöste und welche Folgen diese hatte. Der Fokus liegt hierbei besonders auf Pompeius und seinem Handel. Des Weiteren wurde fast ausschließlich mit den Originalquellen gearbeitet.
Schlagworte
Rom, Lex, Gabinia, Römisches Reich, Piraten, Pompeius, Altertum, Krieg, Antike, Mittelmeer
Arbeit zitieren
Erik Heidecker (Autor), 2014, Lex Gabinia. Ursachen und Folgen der Piraterie im Römischen Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496103

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