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Antidiskriminierungspraxis im Spannungsfeld von Intersektionalität und Recht. Auflösbare Widersprüche oder unvereinbare Gegenstände?

Título: Antidiskriminierungspraxis im Spannungsfeld von Intersektionalität und Recht. Auflösbare Widersprüche oder unvereinbare Gegenstände?

Ensayo , 2017 , 11 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Stefanie Weigel (Autor)

Ciencias sociales (General)
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Der Essay befasst sich unter Berücksichtigung theoretischer Ansätze von Intersektionalität (Crenshaw 1989; Walgenbach 2014; Winker 2012) mit dem Spannungsfeld von Antidiskriminierungsrecht und Antidiskriminierungspraxis, das sich unter anderem aufgrund der Problematik der Verwendung von Kategorien der Diskriminierung ergibt.
In dem im vorliegenden Essay aufgeworfenen interdisziplinären Diskurs zwischen Recht und Ungleichheitsforschung wird die Möglichkeit einer Generalklausel im Antidiskriminierungsgesetz (AGG) kritisch überdacht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Der Gegenstand der Intersektionalität in Literatur und Recht

2.1.1 Intersektionalität in der wissenschaftlichen Literatur

2.1.2 Intersektionalität im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz

2.2 Lösungsansätze für die Antidiskriminierungspraxis im Spannungsfeld von Theorie und Recht

3 Schluss und Zukunftsperspektiven

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen intersektionalen Theorien und der aktuellen Rechtswirklichkeit des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Ziel ist es, die Widersprüche zwischen der theoretischen Anerkennung der Verschränktheit von Diskriminierungsmerkmalen und der rechtlichen Praxis einer additiven Kategorienbetrachtung zu analysieren und mögliche Lösungswege aufzuzeigen.

  • Die theoretische Verankerung und wissenschaftliche Debatte um den Begriff der Intersektionalität.
  • Die Divergenz zwischen gesellschaftlicher Realität und den starren rechtlichen Strukturen des AGG.
  • Die Grenzen aktueller Beratungspraxis bei der Berücksichtigung mehrdimensionaler Diskriminierungserfahrungen.
  • Potenzielle Lösungsmodelle wie die Einführung einer Generalklausel oder proaktive Rechtsauslegung.
  • Die kritische Reflexion über die Wirksamkeit punktueller Gesetzesänderungen gegenüber strukturellen Machtverhältnissen.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 INTERSEKTIONALITÄT IN DER WISSENSCHAFTLICHEN LITERATUR

Nach Walgenbach erfordert eine Begriffsdefinition von Intersektionalität, dass diese sowohl die Perspektive der Sozialwissenschaften als auch den antidiskriminierungsrechtlichen Kontext berücksichtigt (vgl. Walgenbach 2014: 54). Somit umfasst der Definitionsversuch unter anderem Macht- und Herrschaftsverhältnisse sowie soziale Ungleichheiten und die Überwindung additiver Perspektiven. Winker definiert Intersektionalität als „die Verwobenheit von ungleichheitsgenerierenden Dimensionen wie Geschlecht, Klasse und Ethnizität [..], die sich wechselseitig beeinflussen (Winker 2012: 14). Dass die Befassung mit dem Begriff der Intersektionalität stets nur „work in progress“ (Walgenbach 2014: 54) sein kann, zeigt die Geschichte der Intersektionalität, die im 18. Jahrhundert mit der Kritik von Ungleichheits-Verhältnissen einsetzte (vgl. Purtschert/Meyer 2010: 132).

Dennoch wurde der Begriff der Intersektionalität erst 1989 von Crenshaw geprägt, die anhand der Metapher einer Straßenkreuzung unter anderem ausführte, dass Intersektionalität mehr als die Summe von Rassismus und Sexismus sei (vgl. Crenshaw 1989: 139-141, 149). Nach Crenshaw weitete sich die Intersektionalitäts-Debatte in verschiedene Richtungen aus (vgl. Purtschert/Meyer 2010: 132f.). Vor allem wurde betont, dass die Definition von ‚Anderssein‘ neben der sozialen Ungleichheit unter Berücksichtigung von Herrschaft zu denken ist (vgl. Walgenbach 2014: 65f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz der komplexen, intersektionalen gesellschaftlichen Realität durch seine begrenzte Kategorisierung oft nicht gerecht wird.

2 Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet zunächst die theoretische Debatte um Intersektionalität und kontrastiert diese mit der rechtlichen Anwendung im AGG, bevor er Ansätze zur Überwindung dieser Spannungsfelder diskutiert.

3 Schluss und Zukunftsperspektiven: Das abschließende Kapitel resümiert, dass das aktuelle Recht Machtkritik und Intersektionalität weitgehend ausblendet, und evaluiert Perspektiven wie die Etablierung eines umfassenderen Rechtsbegriffs zur Stärkung der Betroffenen.

Schlüsselwörter

Intersektionalität, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, AGG, Antidiskriminierungspraxis, Diskriminierung, Machtkritik, Soziale Ungleichheit, Rechtsforschung, Beratungspraxis, Mehrdimensionalität, Generalklausel, Rechtsauslegung, Strukturelle Diskriminierung, Identitätspolitik, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem ungelösten Spannungsfeld zwischen intersektionalen Theorien, die Ungleichheiten als verwoben betrachten, und der juristischen Praxis des AGG, welche Diskriminierungsmerkmale oft additiv und getrennt voneinander behandelt.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Theoriegeschichte der Intersektionalität, der Kritik an der aktuellen Rechtsdogmatik des AGG sowie der Analyse von Beratungspraxen im Kontext von Mehrfachdiskriminierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob die Widersprüche zwischen intersektionaler Theorie und Recht auflösbar sind und wie die Antidiskriminierungspraxis gestärkt werden kann, um der gesellschaftlichen Realität der Betroffenen besser gerecht zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die rechtssoziologische Ansätze nutzt und Literatur sowie Gesetzeskommentare heranzieht, um das Spannungsfeld zwischen Theorie und Recht zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die wissenschaftliche Definition von Intersektionalität, deren Integration (oder das Fehlen derselben) im AGG sowie Ansätze zur strategischen Prozessführung und Gesetzesänderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Intersektionalität, AGG, Diskriminierung, Machtkritik, soziale Ungleichheit, Mehrdimensionalität und Rechtsauslegung.

Wie bewertet die Autorin die Idee, lediglich neue Kategorien in das AGG aufzunehmen?

Die Autorin steht dem skeptisch gegenüber, da punktuelle Ergänzungen nicht die grundsätzlichen Probleme der Beweisführung und die zugrundeliegenden Machtstrukturen lösen, sondern eher als „Tropfen auf dem heißen Stein“ wirken.

Was ist der Kern des Vorschlags zur „Neu-Setzung von Diskriminierung“?

Der Vorschlag von Elsuni zielt darauf ab, Diskriminierung als umfassenden Rechtsbegriff zu etablieren, um Betroffenen die Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrungen strategisch und ohne Reduzierung auf geschlossene Einzelkategorien in die Rechtswirklichkeit einzubringen.

Final del extracto de 11 páginas  - subir

Detalles

Título
Antidiskriminierungspraxis im Spannungsfeld von Intersektionalität und Recht. Auflösbare Widersprüche oder unvereinbare Gegenstände?
Universidad
University of Hamburg
Calificación
1,0
Autor
Stefanie Weigel (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
11
No. de catálogo
V496110
ISBN (Ebook)
9783346007308
ISBN (Libro)
9783346007315
Idioma
Alemán
Etiqueta
antidiskriminierungspraxis spannungsfeld intersektionalität recht auflösbare widersprüche gegenstände
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefanie Weigel (Autor), 2017, Antidiskriminierungspraxis im Spannungsfeld von Intersektionalität und Recht. Auflösbare Widersprüche oder unvereinbare Gegenstände?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496110
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