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Der Weg zum Gottesurteil im "Tristan" von Gottfried von Straßburg

Title: Der Weg zum Gottesurteil im "Tristan" von Gottfried von Straßburg

Seminar Paper , 2016 , 38 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Bastian Fischl (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die Arbeit beschäftigt sich mit der Gottesurteilspassage im „Tristan“ von Gottfried von Straßburg. Sie behandelt dabei die folgenden Fragen: Wie kommt es zum Gottesurteil? Welche Rolle spielt die Falschheit? Wie verhalten sich die Akteure im Vorfeld des Gottesurteils und welche Rolle spielen diese? Was sind die notwendigen Bedingungen und Funktionen des gefälschten Reinigungseides von Isoldes?

Die Geschichte von Tristan und Isolde ist sicherlich eine der bekanntesten der Literaturgeschichte überhaupt. Auch Gottfried widmete sich in seinem fragmentarischen Roman „Tristan“ in fast 20.000 Versen der Erzählung von Tristan von Parmenien und seiner Geliebten Isolde von Irland. Eine Liebesgeschichte also. Jedoch es ist nicht nur diese. Die Rezeption von Gottfried ist ebenso voll von List, Betrug und Falschheit. Und mitten in diese Gemengelage ist auch noch Gott hineingesetzt.

In der Gottesurteilspassage konzentrieren sich zentrale Themen des Romans. Aus der Sicht der Interpreten ist besonders der Ausgang des Gottesurteils nicht nur bedeutend für das Verständnis einzelner Motive, sondern ganz entscheidend für die gesamte Auslegung von Werk und Autor. Hier existiert ein breiter und umkämpfter wissenschaftlicher Diskurs, der heute noch nicht abgeschlossen ist. Die folgende pragmatische Analyse jedoch beschäftigt sich nicht mit dem Ergebnis des Gottesurteils und dessen Auslegung. Vielmehr soll es eine Betrachtung der Vorgeschehnisse, die in ihrer Konsequenz zum Gottesurteil führen erfolgen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ebertraum

2.1 Tristan und der Eber

2.2 Der Auslöser des Ebertraumes

2.3 Zwischenfazit

3. Der zwîvel unde der arcwân

3.1 Die Falschheit

3.1.1 Problembeschreibung aus Markes Sicht

3.1.2 Problembeschreibung aus Isoldes Sicht

3.2 Die Auflösung der Inkonsistenz

4. Die „Aderlass – Episode“ – Verschärfung des Konfliktes

5. Das Gottesurteil als letzter Ausweg

5.1 Der Bischof von Themse

5.2 Exkurs – Beweis

5.3 Definition Beweis

5.4 Die Lösung

5.5 Die Vorladung und Anklage

6. Das Gottesurteil

6.1 Detailbetrachtung – Die Gerichtsart

6.2 Detailbetrachtung – Das Verfahren

7. Die List

7.1 Die Möglichkeiten

7.2 Die Manipulation des Reinigungseides

7.3 Göttlicher Einfluss

8. Die Durchführung – Der Reinigungseid Isoldes

9. Schluss – Persönliches Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gottesurteilspassage in Gottfrieds „Tristan“ unter einer pragmatischen Perspektive, wobei nicht das Ergebnis, sondern die Vorgeschehnisse und Bedingungen im Zentrum stehen, die zur Manipulation des Reinigungseides durch Isolde führen.

  • Struktur des Gottesurteils und Voraussetzungen für das Misstrauen Markes
  • Die Rolle von Falschheit, List und Inkonsistenz im Konfliktverlauf
  • Gottesurteil als institutioneller letzter Ausweg in einer Phase der Unentscheidbarkeit
  • Analyse der manipulativen Taktiken Isoldes zur Beweislastumkehr
  • Die Funktion des göttlichen Beistands im Kontext menschlicher Strategien

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Falschheit

[15047ff] bietet uns zur Bewertung eine theoretische Grundlage. Zum besseren Verständnis sei an dieser Stelle auf Abbildung 1 verwiesen.

Aus der Abbildung ergibt sich eine genauere Bestimmung des Falschheitsbegriffes bei Gottfried. Die Falschheit beschreibt demnach ein Spannungsverhältnis zwischen Äußerlichkeit und Innerlichkeit. Äußerlichkeit und Innerlichkeit stehen in einem Missverhältnis zueinander. Die Darstellung nach außen hin stimmt dabei nicht mit der inneren Disposition überein. Dieser Zustand der Widersprüchlichkeit sei im Folgenden mit dem Begriff der „Inkonsistenz“ bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Bedeutung der Gottesurteilspassage für die Gesamtauslegung von Gottfrieds „Tristan“ ein und definiert das Forschungsziel der pragmatischen Analyse.

2. Der Ebertraum: Das Kapitel analysiert die Traumsequenz Marjodos und deren Funktion als Keimzelle für das Misstrauen Markes gegenüber Tristan und Isolde.

3. Der zwîvel unde der arcwân: Hier wird das Spannungsverhältnis der Falschheit und die resultierende Inkonsistenz zwischen dem äußeren Anschein und der inneren Disposition der Akteure untersucht.

4. Die „Aderlass – Episode“ – Verschärfung des Konfliktes: Die Episode wird als gescheiterter Versuch Markes gewertet, die Inkonsistenz aufzulösen, was zur Steigerung des Konflikts führt.

5. Das Gottesurteil als letzter Ausweg: Das Kapitel beleuchtet das Scheitern weltlicher Beweisführungen und die daraus resultierende Notwendigkeit, Gott als letzte Instanz in einem Inzichtverfahren anzurufen.

6. Das Gottesurteil: Es erfolgt eine detaillierte Betrachtung der spezifischen Gerichtsart und des als Feuerprobe ausgelegten Verfahrens innerhalb des Rechtsrahmens.

7. Die List: Die Analyse konzentriert sich auf die Möglichkeiten der Manipulation und wie Isolde den Reinigungseid durch taktische Bedingungen aktiv beeinflusst.

8. Die Durchführung – Der Reinigungseid Isoldes: Dieses Kapitel vergleicht die im Text beschriebene Eidformel mit den zuvor erarbeiteten Bedingungen und zeigt die erfolgreiche Ausführung der List.

9. Schluss – Persönliches Fazit: Das Fazit resümiert die erzählerische Planungsgüte Gottfrieds hinsichtlich der konstruierten List Isoldes und der logischen Stimmigkeit der Handlung.

Schlüsselwörter

Gottfried von Straßburg, Tristan und Isolde, Gottesurteil, Falschheit, Inkonsistenz, Reinigungseid, List, Beweissicherung, Marjodo, Marke, Tristan, Mediävistik, Feuerprobe, Pragmatische Analyse, Handlungslogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Vorgeschichte und die Rahmenbedingungen, die zur Gottesurteilsszene in Gottfrieds „Tristan“ führen, mit einem Fokus auf die pragmatischen Mechanismen von List und Wahrheitsfindung.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen das Spannungsfeld zwischen Falschheit und Inkonsistenz, die Rolle der Akteure bei der Konstruktion von Beweisen sowie die Funktion des Gottesurteils als Instrumentarium in einem Konflikt.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Isolde den Reinigungseid manipuliert und welche Bedingungen und Funktionen diesen gefälschten Eid in der Erzählstruktur ermöglichen und absichern.

Welche methodische Herangehensweise wählt der Autor?

Der Autor wählt einen pragmatischen Analyseansatz, der textliche Belege mit fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur (u.a. von Krohn, Combridge, Grubmüller und Okken) verknüpft, um die logischen Konstruktionen der Handlung offenzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse des Konflikts – vom Ebertraum über die Aderlass-Episode bis hin zum eigentlichen Gottesurteil – und untersucht dabei detailliert die Bedingungen der Manipulation des Eides.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Neben den Hauptfiguren wie Tristan, Isolde und Marke sind Begriffe wie Gottesurteil, List, Falschheit, Inkonsistenz und Reinigungseid für die Arbeit maßgeblich.

Wie bewertet der Autor die Rolle Gottes im Roman?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Gott im Gottesurteil primär als „Gott der List“ fungiert, der keine zweifelsfreie Schuldfeststellung trifft, sondern ein Instrumentarium zur Prüfung von Aussagen bietet, welches Isolde für ihre Zwecke nutzen kann.

Warum ist das "Vorrecht der Formulierung des Eides" für Isolde so wichtig?

Da in der damaligen Rechtspraxis üblicherweise der Kläger den Eid vorgibt, ist es für Isolde überlebenswichtig, diese Vorgabe zu intervenieren und den Eid selbst zu formulieren, um die Manipulation durch rhetorische List erst zu ermöglichen.

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Details

Title
Der Weg zum Gottesurteil im "Tristan" von Gottfried von Straßburg
College
LMU Munich
Grade
1,00
Author
Bastian Fischl (Author)
Publication Year
2016
Pages
38
Catalog Number
V496172
ISBN (eBook)
9783346000286
ISBN (Book)
9783346000293
Language
German
Tags
Tristan Isolde Gottfried Straßburg Rüdiger Krohn Gott Gottesurteil zwivel arcwan Reinigungseid Feuerordal Fischl Bastian Melot Marjodo Tantris Morold Eschenbach Minne Parzival Gericht Justiz Gerichtshof Hof Hofe Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bastian Fischl (Author), 2016, Der Weg zum Gottesurteil im "Tristan" von Gottfried von Straßburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496172
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