Inwiefern eine Abschaffung von Bargeld sinnvoll für den deutschen Staat und die deutsche Gesellschaft ist, wird im Folgenden aus Sicht der Gesellschaft im Hinblick auf mögliche Chancen und Risiken analysiert und anhand eines Ausblickes dargestellt.
Die vorliegende Arbeit ist in insgesamt 7 Kapitel unterteilt. Zunächst werden die wesentlichen Grundlagen von Bargeld genauer betrachtet. Hierbei wird das Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel definiert. Außerdem wird auf die Funktion des Geldes eingegangen und der Unterschied zwischen Bargeld und Buchgeld verdeutlicht.
Anschließend wird das Zahlungsverhalten der deutschen Gesellschaft beleuchtet. Der Fokus liegt dabei auf den möglichen Auswirkungen auf das Zahlverhalten und auf den bargeldlosen Zahlungsverfahren im europäischen Raum. Das vierte Kapitel widmet sich den Perspektiven einer bargeldlosen Gesellschaft. Darauf aufbauend werden mögliche Chancen einer Abschaffung von Bargeld betrachtet. Hierbei wird auf die Reduzierung des Bankensturms, die anfallenden Kosten des Bargeldes und auf den Zusammenhang von Bargeld und Kriminalität eingegangen.
Darauffolgend werden die Risiken für eine deutsche Gesellschaft ohne Bargeld betrachtet. Das Kapitel 6 beinhaltet die qualitative Expertenbefragung als Grundlage der empirischen Erhebung. Dabei wird dieses Kapitel in die herausgearbeiteten Themenblöcke des Interviewleitfadens unterteilt. Zuletzt findet die Schlussfolgerung der Arbeit statt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden zusammengefasst. Der Beitrag, den diese Arbeit zur Frage nach dem Nutzen der Abschaffung von Bargeld leisten kann, wird in Form eines Ausblicks dargelegt, wobei auf die zuvor recherchierten und analysierten Fakten zurückgegriffen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung
1.2. Vorgehensweise
2. Grundlagen und Definition
2.1. Definition von Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel
2.2. Funktionen des Bargeldes
2.3. Unterschied zwischen Bargeld und Buchgeld
3. Zahlungsverhalten der Deutschen
3.1. Auswirkungen auf das Zahlverhalten der Deutschen
3.2. Bargeldlose Zahlungsverfahren im europäischen Raum
4. Perspektiven einer bargeldlosen Gesellschaft in Deutschland
4.1. Chancen
4.1.1. Reduzierung des Risikos eines Bankensturms
4.1.2. Kosten des Bargeldes
4.1.3. Bargeld und Kriminalität
4.1.4. Weitere Chancen
5. Risiken
6. Empirische Erhebung
6.1. Methodik
6.2. Durchführung
6.3. Auswertung
6.3.1. Standpunkt und allgemeine Einschätzung
6.3.2. Chancen und Risiken von Bargeldabschaffung in Deutschland
6.3.3. Gegenwärtige und zukünftige Relevanz
7. Schlussbetrachtung
7.1. Zusammenfassung
7.2. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert kritisch die Chancen und Risiken einer dauerhaften Bargeldabschaffung in Deutschland aus gesellschaftlicher Perspektive und geht der Forschungsfrage nach, inwiefern eine solche Umstellung für den Staat und die Bürger sinnvoll ist.
- Grundlagen des Bargelds und Funktionen des Geldes
- Analyse des aktuellen Zahlungsverhaltens in Deutschland
- Potenziale einer bargeldlosen Gesellschaft (u.a. Kriminalitätsbekämpfung, Kosteneffizienz)
- Risiken der Bargeldabschaffung (u.a. Datenschutz, soziale Ausgrenzung, Überwachung)
- Empirische Untersuchung mittels Experteninterviews
Auszug aus dem Buch
4.1.1. Reduzierung des Risikos eines Bankensturms
Geschäftsbanken halten die Zentralbank auf der Aktivseite ihrer Bilanzen, um zahlungsfähig zu sein. Jedoch ist das Geld von der Zentralbank für die Kreditinstitute weniger profitabel als im Vergleich zu alternativen Anlagen. Dies ist der Grund, weshalb Geschäftsbanken nur für den Anteil an Kundeneinlagen Zentralbankguthaben haben. Dieser fließt im üblichen Geschäftsverlauf durch Barabhebungen oder Überweisungen vom Kunden ab. Dazu kommt noch die von der Zentralbank festgesetzte Mindestreserve. Daher ist das Giralgeld bei den Geschäftsbanken nur teilweise durch das Zentralbankgeld gedeckt und demzufolge können Kreditinstitute zahlungsunfähig werden (Deutsche Bank Research 2017, S.5).
Aufgrund dessen sind Bankeinlagen dem Risiko der Zahlungsunfähigkeit der kontoführenden Bank ausgesetzt. Wenn die Kreditinstitute in die Lage geraten, Kundeneinlagen nicht zurückzahlen zu können, verlieren die Anleger ihr Geld (Deutsche Bank Research 2017, S.5f.).
Bargeld stellt für die privaten Haushalte die einzige Möglichkeit dar, Zentralbankgeld zu halten und damit einem Ausfallrisiko auszuweichen. Gesetzt den Fall, dass eine Bank insolvent geht, würde der Besitzer durch die Bargeldabschaffung den Schutz vor dem Verlust der eigenen Einlagen verlieren. Jedoch trägt hierbei der Besitzer die Kosten und Risiken selbst. Er geht das Risiko eines Diebstahls oder des physischen Verlusts ein und verzichtet auf Zinserträge. Wenn die Kunden einer Bank das Recht in Anspruch nehmen, ihre Einlagen in Bargeld umzutauschen, um die Ersparnisse vor dem Zahlungsausfall einer Bank zu schützen, beschleunigt dies den Konkurs des Kreditinstitutes. Sollten Anleger ihre Einlagen in Gefahr sehen, könnten sie in einer Art Wettlauf gegen die Zeit starten, um ihr Geld in großen Mengen bar abzuheben. Dies würde einen sogenannten Bankensturm verursachen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs ein und stellt das Ziel sowie die Vorgehensweise der Arbeit vor.
2. Grundlagen und Definition: Hier werden die terminologischen Grundlagen wie der Ursprung von Geld, die Funktionen von Bargeld sowie der Unterschied zwischen Bargeld und Buchgeld erläutert.
3. Zahlungsverhalten der Deutschen: Das Kapitel beleuchtet das aktuelle Zahlungsverhalten der Bevölkerung und die Entwicklungen sowie die Akzeptanz bargeldloser Verfahren im europäischen Raum.
4. Perspektiven einer bargeldlosen Gesellschaft in Deutschland: Dieser Abschnitt analysiert die verschiedenen Chancen und Perspektiven, die eine bargeldlose Gesellschaft in Deutschland bieten könnte.
5. Risiken: Hier werden die spezifischen Gefahren und Risiken einer Bargeldabschaffung, insbesondere hinsichtlich Datenschutz und gesellschaftlicher Teilhabe, diskutiert.
6. Empirische Erhebung: In diesem Kapitel wird die Methodik der Experteninterviews beschrieben und die Ergebnisse zur Einschätzung der Bargeldabschaffung ausgewertet.
7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung und einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Zahlungsverkehrs.
Schlüsselwörter
Bargeld, Bargeldabschaffung, Digitalisierung, Zahlungsverhalten, Buchgeld, Bankensturm, Datenschutz, Privatsphäre, Kriminalität, Schattenwirtschaft, Negativzinsen, Finanzpolitik, Experteninterview, elektronischer Zahlungsverkehr, Zahlungsdienstleister
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse einer möglichen Abschaffung von Bargeld in Deutschland und untersucht dabei die Chancen und Risiken für die Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind das Zahlungsverhalten, die technologische Entwicklung im Finanzsektor, die Rolle der Geldpolitik sowie die Auswirkungen auf Datenschutz und soziale Teilhabe.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, eine fundierte Analyse der Vor- und Nachteile einer bargeldlosen Gesellschaft zu liefern, um daraus Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung und Handlungsnotwendigkeiten abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Neben einer theoretischen Aufarbeitung der Thematik wurde eine qualitative empirische Studie in Form von Experteninterviews durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen das aktuelle Zahlungsverhalten sowie die Perspektiven einer bargeldlosen Gesellschaft und deren Risiken (z.B. Datenschutz, Cyberkriminalität) detailliert erörtert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bargeldabschaffung, Digitalisierung, Privatsphäre, Schattenwirtschaft und Zahlungsinnovationen geprägt.
Wie bewerten die befragten Experten das Risiko eines Bankensturms?
Die Experten betrachten die Problematik im Kontext der Zentralbankfunktionen und diskutieren, wie eine Bargeldabschaffung das Risiko für das Finanzsystem sowohl beeinflussen als auch verändern könnte.
Welche Schlussfolgerung ziehen die Experten zum Zusammenhang von Bargeld und Kriminalität?
Die Experten sehen keine direkte, massive Kausalität zwischen Bargeldnutzung und der Bekämpfung großer Kriminalität, da moderne kriminelle Machenschaften oft unbar und über internationale Finanzstrukturen abgewickelt werden.
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- Anonym (Author), 2018, Abschaffung von Bargeld. Chancen und Risiken für die deutsche Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496231