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Migrationsspezifische Bildungsungleichheit am Ausbildungsmarkt in Deutschland

Titre: Migrationsspezifische Bildungsungleichheit am Ausbildungsmarkt in Deutschland

Dossier / Travail , 2019 , 14 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Sophia Linten (Auteur)

Sociologie - Travail, Education, Organisation
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Welche Ursachen sind für die migrationsspezifische Bildungsungleichheit beim Übergang in eine Berufsausbildung verantwortlich? Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden in Kapitel zwei der Arbeit zunächst drei Theorien vorgestellt, welche migrationsspezifische Ungleichheit auf verschiedene Weise erklären.

Zuerst wird die Theorie von Raymond Boudon erläutert, welcher sich auf primäre und sekundäre Herkunftseffekte beruft. Daraufhin werden zwei Diskriminierungsansätze dargestellt, welche die Ursache für Ungleichbehandlung von Personen mit anderer Ethnie und Herkunft bei den Unternehmen suchen, jedoch jeweils einen anderen Ansatz verfolgen. Im dritten Kapitel wird der aktuelle Forschungsstand aufgezeigt, welcher konkrete Ursachen für die migrationsspezifische Bildungsungleichheit beim Übergang in eine Berufsausbildung aufdecken soll. Zunächst werden die primären und sekundären Herkunftseffekte dargelegt, welche den Zugang zu einer beruflichen Ausbildung beeinflussen. Daraufhin werden Studien vorgestellt, welche die Diskriminierung am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt untersucht haben.

Die Ergebnisse sollen den vorgestellten Diskriminierungstheorien zugeordnet und diskutiert werden. Ein Fazit fasst in Kapitel vier abschließend alle wichtigen Ergebnisse zusammen. Darüber hinaus werden Handlungsmöglichkeiten vorgestellt, welche den Übergang von Personen mit Migrationshintergrund in eine Berufsausbildung erleichtern könnten. Im Rahmen dieser Arbeit soll keine bestimmte Migrantengruppe untersucht werden, da Unternehmen Bewerbungen von Personen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund erhalten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie

2.1 Der Erklärungsansatz für migrationsspezifische Bildungsungleichheit nach Boudon

2.2 Theoretische Diskriminierungsansätze auf dem Arbeitsmarkt

2.2.1 Statistische Diskriminierung

2.2.2 Präferenzbasierte Diskriminierung

3 Einflussfaktoren auf den Übergang von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in eine Berufsausbildung

3.1 Primäre Herkunftseffekte

3.2 Sekundäre Herkunftseffekte

3.3 Diskriminierung im Auswahlprozess

4 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für migrationsspezifische Bildungsungleichheiten beim Übergang von Jugendlichen in eine duale Berufsausbildung in Deutschland und analysiert dabei sowohl theoretische Erklärungsmodelle als auch den aktuellen Forschungsstand zu diskriminierenden Auswahlprozessen in Unternehmen.

  • Analyse primärer und sekundärer Herkunftseffekte nach Raymond Boudon
  • Untersuchung von Diskriminierungsmechanismen auf dem Arbeitsmarkt
  • Einfluss von Sprachkompetenz und sozialen Netzwerken auf Ausbildungschancen
  • Rolle der Unternehmen bei der Bewerberselektion und Auswahlkriterien
  • Diskussion von Handlungsoptionen zur Förderung der Chancengleichheit

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Statistische Diskriminierung

Auf der Arbeitgeberseite hat sich die Signaltheorie von Spence (1974) bewährt. Diese besagt, dass Arbeitgeber Bewerber aufgrund von bestimmten Merkmalen in eine Warteschlange einordnen. Dadurch wollen sie unvollständigen Informationen hinsichtlich der Produktivität, der Trainierbarkeit oder Zuverlässigkeit der Jugendlichen mit Migrationshintergrund bestmöglich vorbeugen. Diese Kompetenzen und Charaktereigenschaften sind zentral für Unternehmen und werden für den erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung vorausgesetzt.

Betriebe schließen jedoch aufgrund von unvollständigen Informationen bei den Auswahlverfahren von den Verhaltenswahrscheinlichkeiten verschiedener Gruppen auf das Verhalten einzelner Bewerber. Dieser Aspekt ist unter dem Begriff der statistischen Diskriminierung bekannt. So wird beispielsweise ein geringerer Schulabschluss, welcher bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund öfter vorkommt, als bei einheimischen Jugendlichen, mit geringerer Leistungsfähigkeit, Leistungsmotivation, Belastbarkeit oder Zuverlässigkeit assoziiert (Becker 2011: 26). Der Schulabschluss ist ein Signal, welches die mögliche Produktivität der Bewerber vorhersagt.

Auch Indizes, unveränderliche Personenmerkmale wie zum Beispiel das Geschlecht, die Ethnie oder die Hautfarbe, geben dem Arbeitgeber so Aufschluss über die mögliche Produktivität von Bewerbern (Seibert 2011: 199). Weiterhin werden Jugendliche mit Migrationshintergrund als Fehlinvestition angesehen, da die Unternehmen mit ihnen einen organisatorischen Mehraufwand aufgrund von mehrheitlichen Sprachproblemen haben. Zudem sind Arbeitgeber nicht sicher, ob die Lehrlinge oder Arbeitskräfte lange im Betrieb verweilen und dann würde der Verwertungsgrad jener Lehrlinge oder Arbeitskräfte sinken (Beck & Becker 2010: 324). All diese Faktoren wirken sich für ausländische Lehrstellenbewerber nachteilig auf die Chance des Erhalts eines Ausbildungsplatzes aus (Becker 2011: 26).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz der Untersuchung von Bildungsungleichheiten bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund vor dem Hintergrund eines drohenden Fachkräftemangels.

2 Theorie: Dieses Kapitel stellt theoretische Konzepte zur Erklärung von Bildungsungleichheit vor, insbesondere das Modell von Boudon sowie ökonomische Diskriminierungstheorien.

2.1 Der Erklärungsansatz für migrationsspezifische Bildungsungleichheit nach Boudon: Der Abschnitt differenziert zwischen primären Herkunftseffekten, die auf Ressourcenunterschieden basieren, und sekundären Effekten, die sich auf Bildungsentscheidungen beziehen.

2.2 Theoretische Diskriminierungsansätze auf dem Arbeitsmarkt: Hier werden arbeitsmarktspezifische Erklärungen für Ungleichbehandlungen durch Arbeitgeber eingeführt.

2.2.1 Statistische Diskriminierung: Dieser Teil beschreibt, wie Unternehmen anhand von Signalen wie Schulabschlüssen oder Herkunft pauschale Einschätzungen zur Produktivität von Bewerbern vornehmen.

2.2.2 Präferenzbasierte Diskriminierung: Der Abschnitt beleuchtet, wie Vorurteile und Präferenzen von Arbeitgebern oder Kunden zu einer bewussten Benachteiligung bestimmter Gruppen führen können.

3 Einflussfaktoren auf den Übergang von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in eine Berufsausbildung: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen mit empirischen Befunden zur Situation auf dem Ausbildungsmarkt.

3.1 Primäre Herkunftseffekte: Es wird analysiert, wie soziale Netzwerke, Noten und Sprachkenntnisse den Zugang zu Ausbildungsplätzen bereits im Vorfeld beeinflussen.

3.2 Sekundäre Herkunftseffekte: Dieser Abschnitt thematisiert den Einfluss von Bildungsentscheidungen, Berufspräferenzen und sozialem Engagement auf den Übergangserfolg.

3.3 Diskriminierung im Auswahlprozess: Hier wird anhand von Feldexperimenten aufgezeigt, wie Unternehmen im tatsächlichen Bewerbungsprozess bei gleicher Qualifikation unterschiedliche Selektionskriterien anwenden.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ursachen für die benachteiligte Situation Jugendlicher mit Migrationshintergrund zusammen und diskutiert politische sowie betriebliche Handlungsempfehlungen.

Schlüsselwörter

Migrationshintergrund, Bildungsungleichheit, Berufsausbildung, primäre Herkunftseffekte, sekundäre Herkunftseffekte, statistische Diskriminierung, präferenzbasierte Diskriminierung, Arbeitsmarkt, Signaltheorie, Ausbildungsplatzsuche, Bewerbungsprozess, Chancengleichheit, Fachkräftemangel, soziale Netzwerke, Integrationsförderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen für die Benachteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund beim Übergang von der Schule in eine duale Berufsausbildung in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind soziologische Erklärungsansätze für Bildungsdisparitäten, ökonomische Diskriminierungstheorien sowie die empirische Analyse von Auswahlprozessen in Ausbildungsbetrieben.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Gründe für die geringere Einmündungsquote von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in eine Ausbildung zu identifizieren und zu erklären, warum diese trotz gleichwertiger Qualifikationen oft schlechtere Chancen haben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender empirischer Studien, darunter Feldexperimente zur Bewerberauswahl sowie Umfragedaten des BIBB.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Boudon, Diskriminierungstheorien) und die praktische Analyse der Einflussfaktoren wie Sprachkompetenz, soziale Netzwerke und konkrete Selektionskriterien von Unternehmen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind primäre und sekundäre Herkunftseffekte, statistische und präferenzbasierte Diskriminierung sowie der Begriff des Migrationshintergrunds im Kontext des deutschen Bildungssystems.

Welche Rolle spielen "primäre Herkunftseffekte" bei der Bildungsungleichheit?

Sie beschreiben soziale Ungleichheiten, die bereits vor Beginn der beruflichen Bildungsphase innerhalb der Familie entstehen, wie etwa durch Unterschiede bei finanziellen Ressourcen, kulturellem Kapital oder Sprachkompetenzen.

Wie unterscheidet sich "statistische" von "präferenzbasierter" Diskriminierung?

Bei der statistischen Diskriminierung nutzen Unternehmen bestimmte Merkmale als Signale für eine (vermutete) geringere Produktivität. Bei der präferenzbasierten Diskriminierung hingegen werden Bewerber aufgrund von Vorurteilen oder einer Abneigung gegen bestimmte soziale Gruppen benachteiligt, selbst wenn sie die geforderten Qualifikationen besitzen.

Gibt es Unterschiede in der Diskriminierung je nach Unternehmensgröße?

Ja, die Arbeit weist darauf hin, dass kleine Unternehmen mit weniger als sechs Mitarbeitern tendenziell stärker diskriminieren als große, stärker standardisierte Betriebe.

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Résumé des informations

Titre
Migrationsspezifische Bildungsungleichheit am Ausbildungsmarkt in Deutschland
Université
University of Duisburg-Essen  (Soziologie)
Cours
Seminar
Note
2,0
Auteur
Sophia Linten (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
14
N° de catalogue
V496292
ISBN (ebook)
9783346010353
ISBN (Livre)
9783346010360
Langue
allemand
mots-clé
Bildungsungleichheit Migration Primäre und Sekundäre Herkunftseffekte Boudon Statistische und Präferenzbasierte Diskriminierung Ausbildungsmarkt Deutschland
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sophia Linten (Auteur), 2019, Migrationsspezifische Bildungsungleichheit am Ausbildungsmarkt in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496292
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Extrait de  14  pages
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