Im Jahre 1992 wurde der Begriff „Balanced Scorecard“ erstmals von den Herren Robert S. Kaplan, Professor an der Harvard Business School, und David P. Norton, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Renaissance, in den USA eingeführt. Seit Ende der neunziger Jahre befassen sich auch deutsche Unternehmen intensiv mit diesem Thema und haben das System der BSC in ihre Unternehmen implementiert, beziehungsweise sind gerade dabei ein solches System einzuführen. Ziel ist es dabei, die vorhandene Unternehmensstrategie zu optimieren bzw. überhaupt erst eine
Unternehmensstrategie zu entwickeln.
Im Rahmen dieser Arbeit wird sich die Verfasserin mit dem eigentlichen Implementierungsprozess der BSC beschäftigen und die einzelnen Einführungsphasen näher analysieren. Dabei werden die Motive für die Unternehmensentscheidung zur Einführung einer BSC aufgeführt und auch die während der Implementierung auftauchenden Gefahren betrachtet. Die vorliegende Arbeit ist in fünf Kapitel untergliedert, die inhaltlich aufeinander aufbauen und somit im Zusammenhang zu verstehen sind. In der Einleitung wird der Aufbau sowie die Zielsetzung der Arbeit beschrieben. An dieser Stelle wird das Vorgehen bei der Erstellung der vorliegenden Arbeit genauer beleuchtet.
Im zweiten Teil der Ausarbeitung wird auf die Allgemeinheiten eingegangen und es werden grundlegende Fragen geklärt, wie z.B. :
-Was versteht man genau unter einer Balanced Scorecard?
-Wie ist eine Balanced Scorecard aufgebaut?
-Welchen Nutzen bringt die Balanced Scorecard dem Unternehmen bzw. warum sollte ein Unternehmen sich für die Implementierung der Balanced Scorecard entscheiden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Balanced Scorecard im Gesamtzusammenhang der Steuerungsinstrumente
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Historische Entstehung und Entwicklung der Balanced Scorecard
2.3 Kernelemente der Balanced Scorecard
2.3.1 Aufbau bzw. Inhalt einer Balanced Scorecard
2.3.2. Darstellung der vier Perspektiven
2.3.2.1 Finanzperspektive
2.3.2.2 Kundenperspektive
2.3.2.3 Interne Prozessperspektive
2.3.2.4 Lern – und Entwicklungsperspektive
2.4 Stärken- / Schwächenanalyse
2.4.1 Stärken der Balanced Scorecard
2.4.2 Schwächen der Balanced Scorecard
3. Balanced Scorecard als Managementsystem
3.1 Ableitungsmöglichkeiten der Balanced Scorecard
3.2 Vorgehensweise bei der Konzeptionierung einer Balanced Scorecard
3.3 Allgemeiner Implementierungsprozess der Balanced Scorecard
3.4 Problematik bei der Einführung bzw. der Anwendung einer Balanced Scorecard
4. Implementierung einer Balanced Scorecard in ein Versicherungsunternehmen
4.1 Allgemeine Bedeutung der Balanced Scorecard in der Versicherungswirtschaft
4.2 Durchdringungsgrad der Balanced Scorecard – Einführung
4.3 Notwendige Vorbereitungen bei der Einführung.einer Balanced Scorecard
4.4 Verschiedene Implementierungsmöglichkeiten
4.4.1 Anwendung im operativen Geschäft
4.4.2 IT – gestützte Implementierung
4.5 Chancen bzw. Risiken der Balanced Scorecard
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit analysiert den Implementierungsprozess der Balanced Scorecard (BSC) in der Versicherungswirtschaft. Ziel ist es, den Aufbau und die Phasen einer erfolgreichen Einführung zu untersuchen, Motive für die Anwendung zu beleuchten und potenzielle Risiken sowie kritische Erfolgsfaktoren für Versicherungsunternehmen aufzuzeigen.
- Grundlagen und Definition der Balanced Scorecard als Managementinstrument.
- Konzeptionierung und Implementierungsprozesse in Unternehmen.
- Besonderheiten der BSC in der Versicherungswirtschaft nach der Deregulierung.
- Analyse von Stärken, Schwächen und IT-gestützten Implementierungsformen.
- Strategische Ausrichtung durch die Verknüpfung von Finanz- und Leistungskennzahlen.
Auszug aus dem Buch
2.3 Kernelemente der Balanced Scorecard
Eine BSC soll nicht als Schablone, sondern lediglich als Ergänzung zur traditionellen, finanziellen Betrachtungsweise von Unternehmensprozessen dienen. Sie stellt eine Instrumententafel dar, die oft mit dem Cockpit eines Flugzeuges verglichen wird. Sie unterstützt die Geschäftsführung dabei Unternehmensziele zu entwickeln und die zur Erreichung dieser Ziele benötigten Kennzahlen zu interpretieren. Aus dieser Tatsache heraus läßt sich schlußfolgern, dass eine BSC für jedes Unternehmen individuell aufgebaut und eingeführt werden muß – sie muß immer genau auf die individuellen Unternehmensbedürfnisse zugeschnitten werden. Die BSC soll helfen den Mitarbeitern Mechanismen und Methoden nahezubringen, die sie dabei unterstützen, die Strategie des Unternehmens in ihrer täglichen Arbeit umzusetzen.
Laut Friedag benötigt jedes Unternehmen eine Mission, eine Vision und eine Strategie. Um die Notwendigkeit einer BSC besser darstellen zu können und Unklarheiten zu vermeiden, müssen diese drei grundlegenden Begriffe stets fest definiert sein.
Unter einer Mission versteht man im allgemeinen Sprachgebrauch einen Auftrag oder eine Bestimmung. Im betriebswirtschaftlichen Sinne steht die Mission an übergeordneter Stelle und ist der Ausgangspunkt eines jeden Unternehmens. Sie beschreibt, warum ein Unternehmen existiert. Für den Kunden hat die Mission eine gewisse Identifikationsfunktion.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Entstehung der Balanced Scorecard durch Kaplan und Norton sowie die Zielsetzung und Vorgehensweise der vorliegenden Arbeit.
2. Balanced Scorecard im Gesamtzusammenhang der Steuerungsinstrumente: Erläutert die Begriffsdefinition, die historischen Ursprünge im Controlling sowie die vier zentralen Perspektiven und eine Stärken-Schwächen-Analyse.
3. Balanced Scorecard als Managementsystem: Analysiert verschiedene Ableitungsmöglichkeiten, die Konzeptionierung in Teilphasen und den allgemeinen Implementierungsprozess sowie typische Anwendungsprobleme.
4. Implementierung einer Balanced Scorecard in ein Versicherungsunternehmen: Untersucht die spezifische Bedeutung der BSC für Versicherer nach der Marktderegulierung, diskutiert Implementierungsgrade sowie IT-gestützte Ansätze und Chancen bzw. Risiken.
5. Zusammenfassung: Fasst die Kernerkenntnisse zusammen und bewertet die Rolle der BSC als zukunftsorientiertes strategisches Führungssystem.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, BSC, Versicherungswirtschaft, Controlling, Unternehmensstrategie, Kennzahlen, Implementierung, Finanzperspektive, Kundenperspektive, Prozessperspektive, Lern- und Entwicklungsperspektive, Wertetreiber, Deregulierung, Managementinstrument, Zielvereinbarung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Implementierung der Balanced Scorecard als Instrument zur ganzheitlichen Unternehmenssteuerung, speziell angepasst auf die Anforderungen von Versicherungsunternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen der BSC, deren Konzeptionierung als Managementsystem sowie die spezifischen Herausforderungen und Chancen bei der Einführung in der Assekuranz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Implementierungsprozess der BSC zu analysieren, auftretende Unklarheiten zu beseitigen und den Nutzen für Versicherer in einem zunehmend kompetitiven Umfeld aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf den Standardwerken von Kaplan und Norton sowie ergänzender Fachliteratur zur Unternehmenssteuerung und Versicherungswirtschaft basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ableitung strategischer Ziele, die methodische Vorgehensweise bei der Konzeption, den konkreten Implementierungsprozess sowie die IT-gestützte Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Balanced Scorecard (BSC), Strategieumsetzung, Kennzahlen, Versicherungswirtschaft und Wertetreiber.
Warum ist die BSC für Versicherungen besonders relevant?
Versicherungen sind informationsintensive Unternehmen. Die BSC hilft hier, durch die Verknüpfung von Früh- und Spätindikatoren, zukunftsorientierte Steuerung zu ermöglichen, was nach der Deregulierung des Marktes essenziell wurde.
Was sind die größten Gefahren bei der Einführung einer BSC?
Zu den Risiken zählen eine zu hohe Komplexität, die Nutzung von fehlerhaften oder unvollständigen Daten, ein übermäßiger Fokus auf rein finanzielle Kennzahlen und die mangelnde Akzeptanz durch Führungskräfte und Mitarbeiter.
Welche Rolle spielt die IT bei der Implementierung?
IT-Systeme und Intranet-Lösungen können den Prozess durch eine effiziente Informationsverbreitung und ein strukturiertes Kennzahlen-Reporting maßgeblich erleichtern und beschleunigen.
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- Nicole Wilhelmi (Author), 2004, Die Implementierung der Balanced Scorecard in die Versicherungswirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49647