Digitale Währungssysteme im B2C-Handel

Kryptowährungen für Deutschland


Hausarbeit, 2019
16 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung

2. Digitale Währungssysteme
2.1. Merkmale von digitalen Währungssystemen
2.2. Blockchain-Technologie
2.3. Beispiele für Kryptowährungen
2.3.1. Bitcoin
2.3.2. Ethereum
2.3.3. Ripple
2.4. Aspekte der Sicherheit

3. Chancen und Risiken von Kryptowährungen
3.1. Chancen
3.2. Risiken
3.3. Verbreitungsmöglichkeiten

4. Schlussbetrachtung
4.1. Zusammenfassung
4.2. Fazit
4.3. Ausblick

Quellen- und Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Funktionsweise einer Blockchain

Abbildung 2: Entwicklung des Bitcoins

Abbildung 3: Mögliche Darstellung von Kryptowährungen

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

Viele Länder dieser Welt steigen nach und nach auf bargeldloses Bezahlen um. Schweden weist den Weg, denn sie haben weltweit den niedrigsten Anteil an Bargeld. Selbst kleinste Beträge können mittlerweile bargeldlos bezahlt werden – egal ob beim Bäcker oder auf dem Flohmarkt. Das ist sehr praktisch, birgt aber auch Risiken in sich. Die Abhängigkeit vom privaten Bankensektor steigt und das behagt nicht allen Bürgern. Das sogenannte Buchgeld auf dem Girokonto kann verloren gehen, wenn die Bank pleitegeht. Die Bürger Griechenlands mussten das schmerzhaft erfahren, als die Bankabhebungen 2015 massiv eingeschränkt wurden, um einen vollständigen Zusammenbruch des griechischen Bankensektors zu verhindern. Venezuela, welches momentan in einer Wirtschaftskrise steckt, hat sich deshalb für eine Alternative zum normalen Geld entschieden. Mit dem Petro, einer digitalen Währung und weiteren Konzepten neuer Währungssysteme versucht das Land ihre wirtschaftlichen Probleme zu verbessern. Aber würde sich eine digitale Währung auch für die alltäglichen Geschäfte in Deutschland eignen?

1.2. Gang der Untersuchung

Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es herauszukristallisieren, welche digitale Währung sich für den Business-to-Customer (B2C) Handel in der Stadt eignen würde. Einleitend dazu werden digitale Währungssysteme näher definiert und vom momentanen Währungssystem abgegrenzt. Danach wird die Blockchain-Technologie, die Grundlage für die digitalen Währungssysteme ist, erklärt. Zur Beantwortung der Leitfrage werden die aktuell meistgenutzten und bekanntesten Kryptowährungen vorgestellt und ihre Eigenschaften herausgestellt. Im darauffolgenden Teil werden die sicherheitsrelevanten Fragen beleuchtet. Dann werden die Chancen und Risiken von Kryptowährungen gegenübergestellt und auf die Verbreitungsmöglichkeiten in der Stadt geguckt. In der Schlussbetrachtung werden die Ergebnisse anschließen zusammengefasst und es wird ein Ausblick für die nähere Zukunft getroffen.

2. Digitale Währungssysteme

2.1. Merkmale von digitalen Währungssystemen

Damit ein Währungssystem funktioniert, darf der Geldbestand nicht manipulierbar sein. Um dies zu garantieren werden Geldbestände seit vielen tausend Jahren zentralisiert über eine dritte neutrale Partei verwaltet.[1] Mit der Entwicklung des Internets in den 90er Jahren wurden viele Wege kreiert Geld auch digital, als virtuelles Zahlungsmittel zu verwenden.[2] Um den Transfer von Geld direkt von Computer zu Computer, bzw. von Person zu Person zu ermöglichen, ohne eine dritte Kontrollinstanz, veröffentlichte eine bislang noch unbekannte Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto, 2008 die dezentralen Peer-to-Peer-Systeme (P2P). Mit dieser Erfindung wurde der Grundstein für funktionierende digitale Währungssysteme gelegt.[3] Anders als bisher ist damit die Bezahlung über eine rein digitale Währung möglich, die nicht im normalen Geldkreislauf der Banken existiert.[4] In Deutschland sind die digitalen Währungen auch als Kryptowährungen bekannt. Ziel der digitalen Währungssysteme ist es unter anderem günstigere Transaktionskosten für Internetgeschäfte zu bieten, insbesondere bei der Überweisung von geringen Summen.[5]

2.2. Blockchain-Technologie

Im Hintergrund einer funktionierenden Kryptowährung ist die sogenannte Blockchain-Technologie. Diese Technologie ist aber nicht nur für finanzielle Transaktionen anwendbar, sondern zum Beispiel auch für gesicherte Dokumente. Im Grunde ist eine Blockchain eine weltweit nutzbare, kryptografisch geschützte Datenbank, die für Peer-to-Peer-Systeme genutzt werden kann. Jede Veränderung, bzw. neue Transaktion wir Block für Block an die Blockchain angefügt, weshalb sie zu einer immer länger werdenden Kette von Blöcken wird. Die komplette Historie der Blockchain wird dabei in chronologischer Reihenfolge gespeichert. Um einen aktuellen Kontostand einer Kryptowährung ablesen zu können, muss daher die vollständige Transaktionshistorie rekonstruiert werden.[6] Im englischsprachigen Raum bezeichnet man die Blockchain deshalb auch treffend als „Distributed Ledger“, also ein „verteiltes Hauptbuch“.[7]

Die Daten der Blockchain werden hierbei dezentral im Peer-to-Peer-Netzwerk gespeichert und sind somit unabhängig von einer dritten Kontrollinstanz. Jeder Teilnehmer im P2P-Netzwerk kann auf die komplette Blockchain zugreifen und verfügt über das Recht neue Blöcke hinzufügen.[8] Vorteil bei dieser Vorgehensweise ist, dass die Datenbank vor technischen Ausfällen oder einseitiger Manipulation geschützt ist.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Funktionsweise einer Blockchain[10]

2.3. Beispiele für Kryptowährungen

2.3.1. Bitcoin

Die bekannteste aller Kryptowährungen ist aktuell der Bitcoin. Erfunden wurde dieser von Satoshi Nakamoto, dem Gründer der P2P-Systeme. Zu seinen Ehren wird die kleinste Einheit eines Bitcoins auch Satoshi genannt. Umgerechnet sind 100 Millionen Satoshis ein Bitcoin.[11] In den ersten Jahren waren Bitcoins lediglich bei wenigen Kryptografie-interessierten Gruppen bekannt. Er rückte wahrscheinlich erst Mitte 2011 in den Fokus der Öffentlichkeit, als die Enthüllungsplattform WikiLeaks dazu aufrief Bitcoins für Spenden zu nutzen, da ihre sonstigen Konten gesperrt wurden. Im Jahr 2013 machten die Bitcoins die nächsten Schlagzeilen, als der Wechselkurs rasant von unter $ 15 auf über $ 1.200 bis Ende November anstieg.[12]

Das Bitcoin-System besteht aus drei Elementen, die Nutzer, die Blockchain und die Miner, die wechselseitig miteinander verknüpft sind. Die Nutzer besitzen die Bitcoins und nutzen diese für Ihre Transaktionen. Voraussetzung hierfür ist ein Computer mit Internetzugang, auf dem ein Bitcoin-Programm installiert ist. Darin enthalten ist das sogenannte Wallet (Bitcoin-Konto), welches vergleichbar wie ein Portmonee zur Aufbewahrung der Bitcoins dient. Geschützt wird dieses durch einen privaten Schlüssel - ähnlich einem PIN oder Passwort. Die Blockchain bildet in verketteten Blöcken die Transaktionshistorie ab und zeigt den Bitcoin-Kontostand der Nutzer an. Die Miner (dt. Bergmänner) schürfen im übertragenen Sinne neue Bitcoins, indem sie für die Nutzer und die Blockchain arbeiten. Sie kontrollieren die Transaktionen und erstellen neue Blöcke für die Blockchain. Hierfür wird eine enorme Rechenleistung der Mining-Computer benötigt. Ein einzelner Computer kann diese Rechenaufgabe innerhalb weniger Stunden erledigen, oder aber auch mehrere Wochen benötigen. Da weltweit tausende Computer gleichzeitig an einer Rechenaufgabe arbeiten, wird die Lösung meist in einer überschaubaren Zeit gefunden. Die Belohnung, in Form von Bitcoins, geht danach an den Miner, der die Rechenaufgabe gelöst hat.[13]

Maximal sollten 21 Millionen Bitcoins verfügbar sein, davon befinden sich bereits zwei Drittel im Umlauf. Man geht davon aus, dass im Jahre 2033 diese Summe erreicht sein wird.[14]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Entwicklung des Bitcoins[15]

2.3.2. Ethereum

Die am zweithäufigsten genutzte Kryptowährung ist Ethereum, welche seit 2015 auf dem Markt ist. Entwickelt wurde diese von Vitalik Buterin, Gavin Wood und Jeffrey Wilcke. Ethereum basiert ebenfalls auf der Blockchain-Technologie, ist aber keine reine Kryptowährung, sondern ebenfalls eine Plattform für ‚Distributed Apps‘, oder kurz Dapps, die aus vielseitig anwendbaren Smart Contracts bestehen. Dies sind Computerprotokolle, die Verträge abbilden und überprüfen können oder die Vertragsabwicklung technisch unterstützen. Damit ist es möglich Programme und Dienstleistungen dezentral anzubieten und zu nutzen.[16]

Die Kryptowährung des Ethereum-Netzwerkes nennt sich Ether. Es ist aber auch möglich innerhalb des Ethereum weitere Kryptowährungen zu generieren. Während bei Bitcoin die Abwicklung einer Transaktion durchschnittlich zehn Minuten dauert, sind es bei Ethereum nur ca. zwölf Sekunden. Ein weiterer Unterschied zum Marktführer Bitcoin ist die maximale Anzahl an Währungseinheiten. Momentan befinden sich bereits 105 Millionen Ether[17] im Umlauf und mit jedem Mining werden fünf weitere Ether freigesetzt. Jährlich dürfen 18 Millionen Ether dazukommen. Ein Limit wie beim Bitcoin wurde aber nicht festgesetzt.[18]

2.3.3. Ripple

2011 gründete Jed McCaleb die Kryptowährung Ripple, welche momentan auf Platz drei der bekanntesten Kryptowährungen ist. Wie auch bei Ethereum wird Ripple oft wie ein Synonym für die eigentliche Kryptowährung XRP genutzt. Das private Unternehmen Ripple hat sich zum Ziel genommen, als Dienstleister für Banken zu dienen und die Transaktionskosten und –geschwindigkeit zu optimieren. Anders als der Bitcoin oder Ethereum dient XRP eher als Bindeglied zwischen den herkömmlichen Währungen. Sie wollen die verschiedenen Zahlungssysteme miteinander verbinden, um international den Überweisungsverkehr zu koordinieren.[19] Bereits über 200 Banken und Finanzdienstleister weltweit haben sich diesem Netzwerk angeschlossen.[20] Vorteil dieses Systems ist es, dass die Ein- und Auszahlung in unterschiedlichen Währungen ohne Zeitverzögerung erfolgen kann. Dafür ist Ripple eher ungeeignet für den Spekulationsmarkt, da mit über 41 Milliarden XRP deutlich mehr Währungseinheiten als bei Bitcoin oder Ethereum im Umlauf sind – es gibt daher ein Angebotsüberhang.[21] Dies ist aber auch vom Unternehmen gewollt, da die Transaktionskosten nur so niedrig gehalten werden können. Genau wie bei Bitcoin ist die Anzahl der XRP-Münzen nicht unendlich - Ripple hat ein Limit von 100 Milliarden festgelegt. Auch wenn man bei Ripple von einem dezentralen System spricht, kam in der Vergangenheit Kritik an dem Konzept auf, da über 60 % der Münzen vom Unternehmen selbst gehalten werden und nicht in den freien Umlauf kommen.[22]

[...]


[1] Vgl. Halaburda, Hanna / Sarvary, Miklos: Beyond Bitcoin. The Economics of Digital Currencies, 1. Auflage, London 2016, S. 100 f.

[2] Vgl. Clement, Reiner / Schreiber, Dirk: Internet-Ökonomie. Grundlagen und Fallbeispiele der vernetzten Wirtschaft, 3. Auflage, Heidelberg 2016, S. 328 f.

[3] Vgl. Halaburda / Sarvary (2016) S.100 f. und Vgl. Rosenberger, Patrick: Bitcoin und Blockchain. Vom Scheitern einer Ideologie und dem Erfolg einer revolutionären Technik, 1. Auflage, Münster 2018, S. 9

[4] Vgl. Peyrl, Reingard: Digitale Währungen - Zahlungsmittel der Zukunft?, 1. Auflage, Linz 2015, S. 2

[5] Vgl. Halaburda / Sarvary (2016) S. 97 f.

[6] Vgl. BitFury Group / Garzik, Jeff: Public versus Private Blockchains. Part 1: Permissioned Blockchains, 1. Auflage, o. O. 2015, S. 6

[7] Vgl. Swanson, Tim: Consensus-as-a-service: a brief report on the emergence of permissioned, distributed ledger systems, 1. Auflage, o. O. 2015, S. 21 f.

[8] Vgl. Nakamoto, Satoshi: Bitcoin. A Peer-to-Peer Electronic Cash System, 1. Auflage, o. O. 2008, S. 4

[9] Vgl. Roßbach, Peter Blockchain-Technologien und ihre Implikationen - Teil 1 Was verbirgt sich hinter der Blockchain-Technologie, 1. Auflage, o. O. 2016, S. 3 f.

[10] Abbildung 1, auf: https://innovationsblog.dzbank.de /wp-content/uploads/2017/09/blockchain1.png, 16.02.2019 um 16:40 Uhr

[11] Vgl. Halaburda / Sarvary (2016) S. 97 f. und Rosenberger (2018) S. 9

[12] Vgl. Halaburda / Sarvary (2016) S. 98

[13] Vgl. Clement / Schreiber (2016) S. 329 ff.

[14] Vgl. Rosenberger (2018) S.7

[15] Abbildung 2, aus Clement / Schreiber (2016) S. 347

[16] Vgl. Ethereum, auf https://ethereum.org/, 13.02.2019 um 20:15 Uhr

[17] Vgl. Ethereum, auf https://coinmarketcap.com/, 28.02.2019 um 09:00 Uhr

[18] Vgl. Digitalwährungen: Bitcoin vs. Ethereum, das ist der größte Unterschied, auf https://www.finanzen.net/nachricht/devisen/digitalwaehrung-bitcoin-vs-ethereum-das-ist-der-groesste-unterschied-5653679, 28.02.2019 09:39

[19] Vgl. Rosenberger (2018) S. 57 f.

[20] Vgl. Ripple, auf https://ripple.com/, 01.02.2019 um 20:35 Uhr

[21] Vgl. XRP, auf https://coinmarketcap.com/, 28.02.2019 um 09:00 Uhr

[22] Vgl. Rosenberger (2018) S. 58 f.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Digitale Währungssysteme im B2C-Handel
Untertitel
Kryptowährungen für Deutschland
Hochschule
Northern Business School
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V496492
ISBN (eBook)
9783346013378
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Digitale Währungssysteme, B2C, Kryptowährung, Bitcoin, Ripple, Ether, Wirtschaftsinformatik, Deutschland
Arbeit zitieren
Sarah Ernst (Autor), 2019, Digitale Währungssysteme im B2C-Handel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496492

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