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Der tägliche Kampf um den Leser. Kundenorientierung bei BILD

Title: Der tägliche Kampf um den Leser. Kundenorientierung bei BILD

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefan Meingast (Author)

Communications - Print Media, Press
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Der Erfolg der BILD-Zeitung ist bemerkenswert: Mit einer Auflage von 4,45 Millionen Exemplaren im Jahr 1999 ist BILD die größte Tageszeitung Europas und wird weltweit lediglich von vier japanischen Zeitungen in der Auflagenhöhe übertroffen. Auch im Hinblick auf die Leser-Blatt-Bindung genießt BILD eine Sonderstellung: Mehr als 50 Prozent der Leser kaufen bereits morgens vor neun Uhr die an über 100 000 Vertriebsstellen angebotene Zeitung. Fast jeder Fünfte verlässt gezielt deshalb das Haus, um sich eine Ausgabe der BILD-Zeitung zu besorgen. Die Leser zeichnen sich besonders durch ihre Treue aus: So versäumen nahezu 80 Prozent keine Ausgabe, 90 Prozent würden BILD stark vermissen, wenn es sie nicht mehr gäbe. 57 Prozent haben von 12 Ausgaben auch 12 gekauft.
Ein Rezept, das sicherlich zum Erfolg des „Faszinativum BILD“ beigetragen hat, ist die Anweisung des derzeitigen Chefredakteurs von BILD-München, Wilhelm Hellmuth. Bevor eine Geschichte in den Druck gehen könne, müsse der Redakteur zwei Fragen beantworten: A) Für wen schreibt man?, und: B) Warum soll man das lesen? Dies erscheint die Voraussetzung zu sein, wenn man annimmt, dass BILD für die Leser besondere Leistungen erbringt.
Ziel dieser Arbeit ist die Beantwortung beider oben angeführten Fragen und damit die Offenlegung einer Ingredienz, die neben weiteren Faktoren zum Erfolg von BILD beigetragen hat. Nach dieser Vorgabe behandelt die Arbeit besonders rezeptionsanalytische als auch textanalytische Ansätze, die jedoch durch die spezifische, oben vorgestellte Fragestellung nicht losgelöst von einem medienökonomischen Zugang betrachtet werden können - die Beantwortung der von Hellmuth vorgegebenen Fragen zielt ja nicht zuletzt ab auf die Realisierung eines Verkaufserfolgs am Kiosk. Die Forschungslage ist im Bezug auf die BILD-Zeitung sehr umfangreich, begründet durch die seit 1968 nicht mehr verstummende Kritik an dieser Speerspitze des Print-Boulevards als auch am Boulevardformat im Allgemeinen, die bis zu einer Gefährdung der Demokratie reicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. „FÜR WEN SCHREIBT MAN?“

1. Leser der Boulevardpresse

2. Leser der BILD-Zeitung

a) Anzahl und Reichweite

b) Sozialstruktur

c) Politische Einstellung

d) Der „typische“ BILD-Leser

3. Bild des Rezipienten beim Kommunikator

III. „WARUM SOLL MAN DAS LESEN?“

1. Funktion von Unterhaltung

2. Wünsche des Boulevard-Lesers

3. Wünsche des BILD-Lesers

a) Formale Ansprüche

b) Allgemeine inhaltliche Ansprüche

c) Spezielle inhaltliche Ansprüche

d) Zusammenfassung

IV. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kundenorientierung der BILD-Zeitung vor dem Hintergrund des ökonomischen Imperativs der Boulevardpresse. Ziel ist die Beantwortung der zwei zentralen Fragestellungen des Chefredakteurs Wilhelm Hellmuth – „Für wen schreibt man?“ und „Warum soll man das lesen?“ – um die Erfolgsfaktoren des Mediums aufzudecken.

  • Analyse der Leserschaft und ihrer soziodemografischen Struktur
  • Untersuchung der Rezeptionsmotive und Unterhaltungsfunktionen
  • Gegenüberstellung von Kommunikatoren-Bild und Rezipienten-Wünschen
  • Bewertung der inhaltlichen Schwerpunkte und des Medieneinflusses
  • Reflexion über ökonomische Zwänge und publizistische Qualität

Auszug aus dem Buch

3. Bild des Rezipienten beim Kommunikator

Eine in der Forschung gängige These besagt, dass zu den wichtigsten beruflichen Qualifikationen und die Erfahrungen eines Journalisten die Einstellung auf den Rezipienten gilt. Interessant ist aus diesem Grund ein Blick auf das Bild, welches der Boulevard-Journalist von seinem Leser hat. Das Ergebnis von Umfragen war, dass sie ein stark vereinfachtes, stereotypes Bild vom Rezipienten haben, geprägt durch Spekulationen, Vorurteilen und Erfahrungen. In den Interviews zeichneten die Journalisten ein negatives Bild ihrer Leser: Sie sahen sie als harmlos an, ohne feste Meinung, sensationslüstern, von bescheidener Intelligenz, primitiv und geistig nur am Rande interessiert. Die Schlussfolgerung liegt nahe, dass Boulevard-Journalisten ihrem Publikum gegenüber abgeneigt sind, ihren Leserkreis nicht mögen.

Ein ebenso einseitiges Bild scheinen die Journalisten der Unterhaltungspresse von ihren Lesern zu haben, wenn es um die Handlungsmotive für die Lektüre der Zeitung geht. Aus einer egozentrischen Grundhaltung heraus sprechen die Journalisten von ihrem Kunden als „Der ‚dumme’ Leser, der nicht denken, sondern nur unterhalten werden will, und bei dem Niveau nicht mehr gefragt ist.“ Nur wenige sehen es als ihre wichtigste Aufgabe an, den Leser zu unterhalten. Die Unterhaltungsaufgabe wird oft als sekundär, wenn nicht gar als unwesentlich betrachtet. Am wichtigsten erscheint die objektive und wahrheitsgetreue Berichterstattung. Gefragt nach den Themen, die beim Leser am meisten ankommen, werden nach Häufigkeit der Nennung genannt „sex and crime“, menschliche Schicksale, medizinische Ratschläge, Modeneuheiten, Kultur und Reisen. Ob sich diese Annahme mit den Wünschen der Rezipienten deckt, wird unter anderem im nächsten Kapitel geklärt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt den außergewöhnlichen Markterfolg der BILD-Zeitung dar und führt die zwei zentralen Leitfragen der Untersuchung ein.

II. „FÜR WEN SCHREIBT MAN?“: Dieses Kapitel analysiert die demografische Zusammensetzung der Leserschaft sowie die spezifische Wahrnehmung der Leser durch die Boulevard-Journalisten.

III. „WARUM SOLL MAN DAS LESEN?“: Hier wird die Rolle der Unterhaltung und die Erfüllung spezifischer Leserwünsche an die Zeitungsthemen und die journalistische Aufbereitung untersucht.

IV. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das Vorgehen der BILD-Zeitung unter dem Aspekt des ökonomischen Imperativs ein.

Schlüsselwörter

BILD-Zeitung, Boulevardpresse, Journalismusforschung, Medienökonomie, Kundenorientierung, Leserbindung, Boulevardisierung, Rezeptionsforschung, Unterhaltungsfunktion, Zielgruppenanalyse, Medienmanagement, Sensationsdarstellung, Kaufzeitung, Printmedien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strategien der BILD-Zeitung, um ihre Marktposition durch konsequente Kundenorientierung zu festigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Leserschaft, den Erwartungen an journalistische Inhalte sowie dem Spannungsfeld zwischen ökonomischem Erfolg und redaktioneller Gestaltung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der zwei Fragen „Für wen schreibt man?“ und „Warum soll man das lesen?“, um die Erfolgsfaktoren des Mediums aus medienwissenschaftlicher Sicht zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus rezeptionsanalytischen und textanalytischen Ansätzen sowie eine Auswertung bestehender Umfragedaten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die soziodemografischen Daten der Leserschaft als auch die psychologischen und inhaltlichen Gründe für deren Bindung an das Boulevardmedium detailliert betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Boulevardpresse, Kundenorientierung, Medienökonomie, Unterhaltungsfunktion und BILD-Zeitung.

Wie unterscheidet sich das Bild der Journalisten von ihren Lesern von der Realität?

Die Untersuchung zeigt, dass Boulevard-Journalisten ihre Leser oft als eher unintelligent und sensationslüstern wahrnehmen, während die Leser selbst eher Übersichtlichkeit und Schnelligkeit schätzen.

Welche Rolle spielt der „ökonomische Imperativ“ für BILD?

Der ökonomische Imperativ bestimmt die redaktionellen Entscheidungen maßgeblich, da als „Kaufzeitung“ täglich ein neuer Anreiz geschaffen werden muss, um sich gegen die Konkurrenz am Kiosk durchzusetzen.

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Details

Title
Der tägliche Kampf um den Leser. Kundenorientierung bei BILD
College
LMU Munich
Course
Journalismusforschung auf dem Prüfstand
Grade
1,0
Author
Stefan Meingast (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V49660
ISBN (eBook)
9783638460460
ISBN (Book)
9783638756112
Language
German
Tags
Kampf Leser Kundenorientierung BILD Journalismusforschung Prüfstand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Meingast (Author), 2002, Der tägliche Kampf um den Leser. Kundenorientierung bei BILD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49660
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