In dieser Arbeit fasst die Autorin ihre Erfahrungen eines Praktikums an einer Gesamtschule zusammen. In der fünfwöchigen Dauer des Praktikums konnte die Autorin in den Schulalltag eindringen und durch das Hospitieren die unterschiedlichsten Unterrichtsstunden kennen lernen.
Einführend werden Beobachtungen eines Religionsunterrichts von zwei Lehrkräften angeführt. Diese Beobachtungen werden ausführlich ausgewertet und es folgt eine Schlussfolgerung. Anschließend erfolgt eine detaillierte Darstellung einer Unterrichtsstunde im Fach Religion. Die Autorin stellt zunächst die Lerngruppen der Klasse vor, dann wird die Stellung der Unterrichtsstunde in der Unterrichtseinheit erläutert. Danach folgen eine Sachanalyse und eine fach-didaktischen Erörterung der Unterrichtsstunde. Abschließend geht die Autorin auf die Lernziele der Unterrichtsstunde ein und schildert die Durchführung einer eigenen Stunde im Fach Religion. Die Arbeit schließt mit einer Reflexion und einem Resümee über das Praktikum ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsfeldanalyse Schule
2. Hospitationen
3. Beobachtung
3.1 Einleitung
3.2 Beobachtungsprotokoll
3.2.1 Beobachtung im Religionsunterricht bei Frau Hoffmann
3.2.2 Beobachtung im Religionsunterricht von Herr Petzold
3.3 Auswertung
3.4 Schlussfolgerung
4. Ausführliche Darstellung einer Unterrichtsstunde
4.1 Vorstellung der Lerngruppe
4.2 Stellung der Unterrichtsstunde in der Unterrichtseinheit
4.3 Sachanalyse
4.4 Fachdidaktische Erörterung
4.5 Die Lernziele der Unterrichtsstunde
4.6 Unterrichtsverlaufsplan
4.7 Durchführung der eigenen RU-Stunde
4.8 Reflexion des Unterrichtsversuchs
5. Kompetenzprofil
6. Resümee des Praktikums
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse schulpraktischer Erfahrungen im Religionsunterricht, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Beobachtung von Unterrichtsstörungen, dem Umgang mit verschiedenen Sozialformen und der Planung sowie Durchführung einer eigenen Unterrichtseinheit zum Thema „Karfreitag“ liegt. Die Forschungsfrage konzentriert sich dabei darauf, wie Lehrkräfte konstruktiv auf Unterrichtsstörungen reagieren und wie unterschiedliche Methoden und Sozialformen das Lernklima sowie die Auseinandersetzung der Schüler mit religiösen Inhalten beeinflussen.
- Bedingungsfeldanalyse und Rahmenbedingungen des Religionsunterrichts an einer Gesamtschule
- Analyse von Unterrichtsstörungen und verschiedenen Lehrer-Reaktionsweisen
- Didaktische Planung und Durchführung einer Unterrichtsstunde zum Karfreitag
- Reflexion über den Einsatz von Methodenvielfalt und Sozialformen
- Weiterentwicklung der eigenen Lehrerprofessionalität und Kompetenzen
Auszug aus dem Buch
3.3 Auswertung
Aus den Beobachtungen zeigte sich, dass das Ignorieren weniger den Unterrichtsverlauf störte als das ständige Ermahnen, dass zu einer andauernden Unterbrechung des Unterrichtsflusses führte. Das Verhalten von Herr Petzold, den störenden Schüler zu ignorieren, löste zuerst eine unruhige Atmosphäre aus. Nach kurzer Zeit aber schlossen sich die restlichen Schüler*innen der Lehrkraft an und ignorierten den Schüler. Das völlige Ausblenden verhalf, sich wieder in den Unterrichtsverlauf einzufinden: Es fand somit kein Abbruch des Unterrichtflusses statt.
Im Beispiel von Frau Hoffman konnte man erkennen, dass auch das Thema des Unterrichts zu Problemen mit dem Schüler führen kann. Indem er lautstark seine Meinung kund gibt über das Nicht-Verstehen dieser Thematik, kann dies auch ein Hinweis darauf sein, dass es ihm schwerfällt. Folglich „klinkt er sich aus“, weil er nichts mehr nachvollziehen kann und stört durch sein Verhalten den Unterricht. Nun ist die Frage, in wie weit die Lehrkraft darauf eingehen und entsprechend intervenieren kann.
Ergänzend soll dazu angemerkt werden, dass die Kurzgeschichte eher für Kleinkinder konzipiert wurde, da sie sehr einfach verständlich ist und die Sätze sich auf maximal vier pro Seite beschränken. Die Lehrkraft deutete dies auch im Vorhinein an, versuchte jedoch eine Verbindung zum Thema mit der Geschichte zu erarbeiten. Es kann durchaus sein, dass der Unterrichtsinhalt in diesem Fall nicht altersadäquat zugeschnitten war und somit zur Unterforderung führte.
Weiter sollten Aspekte aufgezeigt werden, die in den Situationen berücksichtigt werden müssen und somit einen Vergleich dieser Unterrichtsstörungen kaum zulassen. Es stellt sich die Frage, in wie weit das Geschlecht der Lehrkraft eine Rolle spielte, in wie weit ein höheres Respektempfinden vorlag. Weiter zeigte sich der Unterschied, dass der störende Schüler Dennis im Unterrichtsgeschehen mit eingebunden war, während der Schüler in Herrn Petzolds Stunde von „Außen“ störte.
Den Fokus auf Dennis Verhalten gerichtet lässt auch die Annahme zu, dass er generell mit den Themen dieses Faches Probleme hat und diese auch in jeder Stunde verkündet. Darin sehe ich die Notwendigkeit grundlegend ein Einzelgespräch mit ihm zu führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsfeldanalyse Schule: Das Kapitel beschreibt das Umfeld des Praktikums an einer Gesamtschule, beleuchtet die schulischen Rahmenbedingungen sowie die spezifischen Bedingungen des Religionsunterrichts.
2. Hospitationen: Hier werden Beobachtungen zu Sozialformen, insbesondere zum Frontalunterricht, reflektiert und die Bedeutung der Methodenvielfalt zur Steigerung der Schülermotivation diskutiert.
3. Beobachtung: Dieses Kapitel analysiert das Lehrerverhalten bei Unterrichtsstörungen anhand konkreter Praxisbeispiele und diskutiert Interventionsstrategien.
4. Ausführliche Darstellung einer Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel umfasst die detaillierte Planung, Durchführung und Reflexion einer eigenen Unterrichtsstunde zum Thema Karfreitag.
5. Kompetenzprofil: Hier reflektiert die Autorin ihre persönliche Entwicklung, insbesondere in Bezug auf Planungs- und religionspädagogische Kompetenzen während des Praktikums.
6. Resümee des Praktikums: Das Kapitel schließt mit einem Rückblick auf die gemachten Erfahrungen, zieht ein Fazit zu den gesteckten Zielen und benennt Erkenntnisse für die zukünftige Lehrerrolle.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Schulpraktische Studien, Unterrichtsstörungen, Lehrerverhalten, Sozialformen, Karfreitag, Methodenvielfalt, Klassenführung, Kompetenzprofil, Religionspädagogik, Schüleraktivierung, Unterrichtsplanung, Reflexion, Lebensweltbezug, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert Erfahrungen aus den schulpraktischen Studien im Fach Evangelische Religion an einer Gesamtschule, wobei der Fokus auf Unterrichtsbeobachtung, Planung und eigenem Handeln liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der professionelle Umgang mit Unterrichtsstörungen, die Bedeutung methodischer Vielfalt sowie die didaktische Aufarbeitung christlicher Feiertage im Kontext der Lebenswelt der Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die eigene Lehrerrolle zu professionalisieren, indem theoretische didaktische Ansätze in die Praxis übertragen, beobachtet und anschließend kritisch reflektiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Methode der teilnehmenden Unterrichtsbeobachtung, dem Protokollieren von Praxissituationen sowie der reflexiven Aufarbeitung dieser Erfahrungen auf Basis fachdidaktischer Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Störungen im Unterricht, die detaillierte Planung einer Unterrichtseinheit zum Karfreitag sowie die Reflexion der Durchführung dieser Stunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Religionsunterricht, Unterrichtsbeobachtung, Lehrerverhalten, Methodenvielfalt, Kompetenzorientierung und Reflexion.
Wie geht die Autorin mit dem Schüler Dennis um, der den Unterricht stört?
Die Autorin analysiert Dennis' störendes Verhalten als Ausdruck möglicher inhaltlicher Überforderung oder mangelnden Zugangs zum Fach und sieht die Notwendigkeit für ein individuelles Gespräch.
Welche Rolle spielt die „Karfreitagsstunde“ für das Fazit?
Diese Stunde dient als zentrales Praxisbeispiel, an dem die Autorin den Transfer von fachdidaktischer Theorie zur konkreten Gestaltung und die Bedeutung der Anpassung an die Lerngruppe demonstriert.
- Quote paper
- Cyn Wen (Author), 2017, Praktikumserfahrung an einer Gesamtschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496656