Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einsprachigen italienischen Gebrauchswörterbüchern und geht in der Folge genauer auf ihre Markierungen ein. Wörterbücher haben eine lange Tradition und sind insbesondere in Italien durch die Sprachenvielfalt von großer Bedeutung.
Liegt der Beginn der zweisprachigen italienischen Lexikographie im 14. Jahrhundert, so finden sich die Anfänge der einsprachigen Lexikographie etwas später im 15. Jahrhundert, wobei Schweickhardt den Vocabulista von Luigi Pulci als erstes einsprachiges Werk nennt, geschrieben in den Jahren 1460 bis 1466.
Nach der Einigung Italiens im Jahr 1861 fühlten sich viele Linguisten berufen, der italienischen Bevölkerung eine Hilfestellung beim Erlernen ihrer Dachsprache zu bieten. Diese Dachsprache, die das Toskanische als Basis hat, wurde auch vor Italiens Einigung für lange Zeit hauptsächlich von Literaten und als Schriftsprache angewandt.
Auch nach der politischen Einigung der Apenninen-halbinsel blieben die Regionalsprachen und Dialekte weit verbreitet, und erst mit dem Einzug des Fernsehens etwa hundert Jahre später konnte ein größeres Bewusstsein für die italienische Standardsprache geschaffen werden. Aktuell gibt es im italophonen Sprachgebiet mehrere bedeutende einsprachige Wörterbücher, welche im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts zusammengestellt wurden.
Drei ausgewählte Werke werden in dieser Arbeit genauer vorgestellt: Das "GRADIT - Grande dizionario italiano dell'uso", "Lo Zingarelli. Vocabolario della Lingua italiana" und "Il Devoto/Oli. Vocabolario della lingua italiana".
Diese Arbeit wirft zunächst einen allgemeinen Blick auf einsprachige Wörterbücher und ihre Struktur, bevor die oben genannten drei Werke – GRADIT, Zingarelli und Devoto-Oli – einer genaueren Betrachtung hinsichtlich ihrer Hauptmerkmale unterworfen werden. In der Folge widmet sich ein Kapitel den Markierungen, wobei, nach einer Begriffserklärung, auf die Markierungen in den jeweiligen Wörterbüchern eingegangen wird.
Anhand von Beispielen aus den drei ausgewählten Wörter-büchern werden diese Markierungen veranschaulicht. Danach werden die jeweiligen Markierungsschemata der ausgewählten Werke mittels weiterer Wörterbucheinträge auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht. Abschließend stellt die vorliegende Arbeit das Diasystem von Hausmann vor, welches eine Möglichkeit zur Gliederung von Markierungen darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einsprachige Gebrauchswörterbücher
3. Italienische einsprachige Wörterbücher
3.1. Das GRADIT – Grande dizionario italiano dell’uso
3.2. Lo Zingarelli
3.3. Il Devoto-Oli
4. Markierungen in einsprachigen italienischen Wörterbüchern
4.1. Markierungen und ihre Anwendungen
4.2. Markierungen im GRADIT
4.3. Markierungen im Zingarelli
4.4. Markierungen im Devoto-Oli
4.5. Wörterbuchartikel im Vergleich
5. Das Diasystem von Hausmann
6. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht einsprachige italienische Gebrauchswörterbücher mit einem speziellen Fokus auf deren Markierungssysteme. Ziel ist es, die unterschiedlichen methodischen Ansätze zur Kennzeichnung von Sprachvarietäten und Gebrauchshorizonten in führenden Wörterbuchwerken zu analysieren und anhand des Diasystems von Hausmann in einen theoretischen Kontext zu setzen.
- Struktur und Makrostruktur einsprachiger Wörterbücher
- Analyse der Markierungspraxis in GRADIT, Zingarelli und Devoto-Oli
- Vergleichende Untersuchung von Wörterbucheinträgen
- Anwendung des Diasystems nach Hausmann zur Kategorisierung von Markierungen
Auszug aus dem Buch
4.1. Markierungen und ihre Anwendungen
Markierungen in Wörterbüchern werden meist als Abkürzungen realisiert. Die Abkürzungen werden Marker genannt, wobei die Terminologie im Deutschen allerdings nicht einheitlich ist. Man spricht auch von Markierungsprädikaten oder Markierungsetiketten. (Hausmann 1989, S 649). In dieser Arbeit wird die Bezeichnung “Marker” verwendet. Marker als zusätzliche Information zum betreffenden Lemma sind Teil des Markierungsschemas eines Wörterbuches, und sie werden in den jeweiligen Einleitungen und Anweisungen (z.B. in Form des Abkürzungsverzeichnisses) erklärt.
Wann wird nun ein sprachliches Phänomen markiert? Schöntag macht klar, dass sich die Bestandteile der Sprache grob in folgende Bereiche einteilen lässt: In jene der Normalität und in jene, die von der Normalität abweichen (2009, 21). Dementsprechend wird ein Stichwort dann markiert, wenn es von der Normalität abweicht, das heißt bei unmittelbarer Auffälligkeit. Unauffällige Wortschatzeinheiten werden als der Normalität entsprechend empfunden und bleiben unmarkiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der italienischen einsprachigen Lexikografie ein und nennt die drei für die Analyse ausgewählten Wörterbücher.
2. Einsprachige Gebrauchswörterbücher: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Lexikografie, insbesondere die Unterscheidung zwischen Makro- und Mikrostruktur, erläutert.
3. Italienische einsprachige Wörterbücher: Dieses Kapitel stellt die drei ausgewählten Werke GRADIT, Lo Zingarelli und Il Devoto-Oli und deren spezifische Entstehungsgeschichte vor.
4. Markierungen in einsprachigen italienischen Wörterbüchern: Der Fokus liegt hier auf der Definition von Markern sowie deren spezifischer Anwendung und Darstellung in den drei analysierten Wörterbüchern.
5. Das Diasystem von Hausmann: Das Kapitel erläutert das theoretische Modell von Hausmann zur systematischen Gliederung von Wörterbuchmarkierungen in ein Makrosystem mit elf Mikrosystemen.
6. Schlussbemerkungen: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst und die Unterschiede sowie die praktische Relevanz der Markierungssysteme für den Wörterbuchnutzer bewertet.
Schlüsselwörter
Einsprachige Wörterbücher, Lexikografie, GRADIT, Lo Zingarelli, Il Devoto-Oli, Markierungen, Marker, Makrostruktur, Mikrostruktur, Diasystem, Hausmann, Italienische Sprache, Wortschatz, Sprachvarietäten, Etymologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Markierungssystemen in einsprachigen italienischen Gebrauchswörterbüchern und untersucht, wie diese Werke zusätzliche Informationen über den Gebrauch von Wörtern strukturieren.
Welche Wörterbuchwerke stehen im Zentrum der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf das GRADIT (Grande dizionario italiano dell’uso), das Zingarelli und das Devoto-Oli.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, die verschiedenen Markierungsschemata dieser Wörterbücher zu analysieren, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen und sie mit dem theoretischen Diasystem von Hausmann zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und vergleichenden Analyse der Wörterbuchartikel sowie einer Einordnung der gefundenen Marker in die metalexikografischen Kategorien nach Hausmann.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Markern, der detaillierten Beschreibung der Markierungspraxen in den gewählten Wörterbüchern und einem konkreten Vergleich anhand ausgewählter Stichworte wie "burnout" und "anguria".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Lexikografie, Wörterbuchmarkierungen, Diasystem, Makro- und Mikrostruktur sowie die Namen der drei untersuchten Wörterbücher charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Markierungspraxis im GRADIT von den anderen Werken?
Das GRADIT ist bekannt für seine "Marche d'uso", eine systematische Verwendung von elf verschiedenen Kürzeln, die den Gebrauchshorizont eines jeden Lemmas präzise kennzeichnen.
Welchen Nutzen hat das Diasystem von Hausmann für den Wörterbuchbenutzer?
Das Diasystem dient dazu, die oft heterogenen Markierungen in Wörterbüchern in eine einheitliche theoretische Struktur zu überführen, was Nichtmuttersprachlern eine bessere Orientierung bei der Verwendung von Wörtern bietet.
- Citation du texte
- Elisabeth Lyons (Auteur), 2016, Einsprachige italienische Wörterbücher und ihre Markierungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496679