Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Bankenaufsicht und ihre Auswirkungen auf das Firmenkundengeschäft in Banken

Die Herausforderung regulatorischer Vorgaben an die Bankdienstleistung


Seminararbeit, 2019

18 Seiten, Note: 1.0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Die MaRisk als Rahmenwerk des Risikomanagements
2.1. Organisatorische Vorgaben
2.2. Instrumente der organisatorischen Umsetzung
2.3. Dienstleistungsgerechte Umsetzung der Vorgaben

3. Firmenkundengeschäft in der Praxis
3.1. Anforderungen an das Kreditgeschäft
3.2. Besonderheiten im Firmenkundengeschäft
3.3. Umgang mit dem wirtschaftlichem Risiko in der Praxis

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Anforderungen der MaRisk aus Kreditsicht 2

Tabelle 2: Gegenüberstellung der Geschäftsfelder 4

Abbildung 3: Kreditantrag – Teilung der Risikokategorien im FK-Geschäft 9

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die wohl bekanntesten Geschäftsfelder von Banken sind das Einlagen- und Kreditgeschäft nach § 1 Abs. 1 S. 1 I und II Kreditwesengesetz (KWG). Das Kreditgeschäft macht einen deutlichen Anteil des Zinsgeschäfts aus.[1] Durch ihr Handeln sind Banken aus ihrer originären Geschäftstätigkeit und der damit verbundenen Zusammenarbeit mit Dritten sehr vielen Risiken ausgesetzt, die ggf. auf die Gesamtwirtschaft ausschlagen können.[2] Damit die Institute adäquat mit Risiken umgehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, sind Erkennungs-, Gegen- und Schutzmaßnahmen aufzustellen. Um ihrer Geschäftstätigkeit nachzugehen, haben Banken ihr Geschäft gemäß den Vorgaben der Aufsicht und des Gesetzes in ihrem Geschäftsgebiet auszurichten und diesen Folge zu leisten. In Deutschland ist dies als Hauptakteur die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).[3] Sobald ein Institut systemrelevant ist, wird es durch das Europäische Finanzaufsichtssystem (ESFS) reguliert.[4] Aufgrund des Umfanges dieser Arbeit und der Vielzahl der BaFin-unterstellten Häuser befasst sich diese Arbeit mit BaFin-regulierten Banken. Um die Anforderungen zu erfüllen, hat die BaFin einen Leitfaden begeben, der eine praxisnahe Umsetzung ermöglichen soll. Es sind die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) die im 2. Kapitel erläutert sind.[5] Die 5. Novelle der MaRisk vom 27.10.2017 hatte das Kreditgeschäft für nicht systemrelevante Institute kaum getroffen, wie dem zugehörigen Anschreiben an die Deutsche Kreditwirtschaft zu entnehmen ist. Neue Anforderungen an die Häuser stellten die EBA-Leitlinien aus Dezember 2018 mit dem Rundschreiben Nr. 575/2013, die bei Notwendigkeit betrachtet werden. Klarstellungen erfolgen durch eigene Darstellungen.

Durch die aktuellen Herausforderungen für Banken werden in dieser Seminararbeit die Risiko-Prozessschwerpunkte im Firmenkundengeschäft betrachtet. In der Sicht der Autorin sind in Prozessen vertriebliche Aspekte zu wenig beachtet, sodass diese Betrachtung des B2B-Geschäftes ihren Anteil findet. Ziel ist es ein Grundverständnis für die Anforderungen und Grenzen im Firmenkundengeschäft unter Betrachtung der Zusammenarbeit von Geschäftsleuten, die auch Vetriebler sind, im Dienstleistungsgeschäft zu schaffen. Der Markt wird bereits von Anbietern gefüllt, die den Ruf nach „einfach“ erhörten.

2. Die MaRisk als Rahmenwerk des Risikomanagements

Wie in der Einleitung erwähnt ist, handelt es sich bei den MaRisk um ein Rundschreiben der BaFin. Es ist eine Teil-Umsetzung von Basel III in nationale Vorgaben. Beaufsichtigte Häuser mit Hauptsitz in Deutschland sowie weitere Stellen ausländischer Institute mit Sitz in Deutschland unterliegen der Umsetzung.[6] Die MaRisk sind in den „Allgemeinen Teil“ (AT) und in den „Besonderen Teil“ (BT) aufgeteilt. Sie bilden die organisatorischen Anforderungen an die Geschäftsleitung der Banken, sodass die Geschäftsführung ein Leitwerk zur prak­tischen Implementierung und Nutzung eines Risikomanagements auf Basis des § 25 a Abs. 1 S. 3 KWG und aller wesentlichen Risiken nach § 25 a KWG hat.[7] Diese Norm konkretisiert die Anforderungen gem. § 32 Abs. 1 S. 1 V KWG. Durch sie ist es notwendig einen Geschäfts­plan aufzustellen, der u. a. den organisatorischen Aufbau darstellt. Eine konsistente Risikostrategie, Kontrollverfahren und ein dem Geschäftsumfang entsprechen­des Risikomanagement sind zu implementieren, sowie die Risikotragfähigkeit zu ermitteln. Speziell werden die Anforderungen an das Risikomanagement des Instituts und alle Beteilig­ten des Instituts oder dessen Gruppe und für Auslagerungen in den MaRisk auf KWG-Basis konkretisiert.[8] Für das Kreditgeschäft nach AT 2.3, die Bilanzaktiva nach § 19 Abs. 1 KWG, ergeben sich besondere Vorgaben. Die Spezifika finden sich im BT 1 „Beson­dere An­for­derungen an das interne Kontrollsystem“, denen mit BTO 1 „Anforderungen an Prozesse im Kreditgeschäft“ Rechnung getragen wird. Die Kreditsicht AT und BT zeigt Abbildung 1. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anforderungen der MaRisk aus Kreditsicht

2.1. Organisatorische Vorgaben

Als organisatorische Kategorisierung wird gemäß BTO der MaRisk in die Aufbau- und Ablauforganisation unterteilt. Um die Aufbauorganisation in einem Kreditinstitut darzustellen, werden die Bereiche anhand eines Geschäftsverteilungsplans festgeschrieben.[9] In dieser Arbeit erfolgt die organisatorische Betrachtung mit dem Schwerpunkt des Kreditgeschäfts und erstreckt sich nicht auf eine vollständige Ausführung eines Kreditinstituts.

Das Grundgerüst der Struktur bilden die aufbauorganisatorischen Vorgaben für die Tätigkeiten, die zu den Anforderungen der MaRisk führen. Zu diesen Tätigkeiten gehören Bearbeiter, welche durch die zu definierende Aufbaustruktur zuzuordnen sind.[10] Sie sind in Direktionen des Geschäftsplans geführt und beinhalten die Struktur der handelnden Personen für das Kreditgeschäft. Hierin werden die Bereiche Markt und Marktfolge in ihrem jeweiligen Aufbau von unterster bis höchster Ebene unter Einhaltung der Funktionstrennung abgebildet. Diese Trennung erfolgt um die Neutralität der Entscheidung auf die Risiken zu projizieren und keine Abhängigkeit oder Beeinflussung aufzubauen.

Die ablauforganisatorischen Vorgaben werden durch die jeweiligen Prozesse geregelt. Durch die Abfolge einzelner Aktivitäten sind die Zusammenarbeit und ggf. resultierende Abhängigkeiten zu dokumentieren.[11] Das Kreditgeschäft unterteilt sich in das nicht risikorelevante und das risikorelevante Kreditgeschäft. Aufgrund der MaRisk-Vorgabe, wesentliche Risiken mit entsprechenden Prozessen zu steuern, ist dies die Haupttrennung für den organisatorischen Aufbau. Das nicht-risikorelevante Geschäft ist weniger auflagenintensiv und beinhaltet das Mengengeschäft. Kreditanträge diesen Bereichs dürfen im Markt mit einem Votum fallabschließend bearbeitet werden. Durch die geringeren Anforderungen ist dieser Bereich oft standardisiert. Das risikorelevante Geschäft erfordert die Voten aus Markt- und Marktfolge inkl. der Bearbeitung der Anträge um diese vollumfänglich zu beurteilen. Bereits ausgeführte Tätigkeiten muss der jeweils andere Bereich nicht wiederholen. Sie sind nachzuvollziehen und müssen verstanden werden.[12] Die Prozessbereiche unterteilen sich gemäß Abbildung 1 neben der Kreditbearbeitung in die Intensivbetreuung und Problemkredite. Da diese beiden Bereiche speziellen Prozessen zuzuordnen sind, entfällt eine tiefergehende Betrachtung inkl. der Besonderheiten.[13] Eine grobe Unterscheidung der Risikorelevanz ist Tabelle 1 zu entnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Gegenüberstellung der Geschäftsfelder

[...]


[1] Vgl. D. Hellenkamp, Bankwirtschaft 2015, S.96

[2] Ebd., S.73

[3] Vgl. Krämer, G. in M. Gerhard, U. Steffens, Kompendium Management in Banking & Finance 1, Frankfurt, 2012, S.314

[4] Ebd., S.382-383

[5] § 1 Abs. 1 KWG

[6] Vgl. MaRisk AT 1 Vorbemerkung, Tz. 1 S. 1

[7] Vgl. MaRisk AT 1 Vorbemerkung, Tz. 1 S. 1

[8] Vgl. MaRisk AT 1 Vorbemerkung, Tz. 1 S. 2, 3

[9] Vgl. § 25 a Abs. 1 III KWG

[10] Vgl. Grote, M.; zit. n. Biermann, T. Organisatorischer Wandel – der Weg zur lernenden Organisation S.290 in M. Gerhard et al, Kompendium Management in Banking & Finance 2, 2012

[11] Ebd.

[12] Vgl. MaRisk BTO 1.1 Funktionstrennung und Votierung, Tz. 2, Erläuterungen

[13] Vgl. MaRisk BTO 1.2 Anforderungen an die Prozesse im Kreditgeschäft, Tz. 1

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Bankenaufsicht und ihre Auswirkungen auf das Firmenkundengeschäft in Banken
Untertitel
Die Herausforderung regulatorischer Vorgaben an die Bankdienstleistung
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Veranstaltung
Risikomanagement
Note
1.0
Jahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V496910
ISBN (eBook)
9783346008725
ISBN (Buch)
9783346008732
Sprache
Deutsch
Schlagworte
MaRisk, Mindestanforderungen, Firmenkundengeschäft, Firmenkunden, Risikomanagement, Bankdienstleistung, Kreditprozess
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Bankenaufsicht und ihre Auswirkungen auf das Firmenkundengeschäft in Banken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496910

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