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Ökonomisierung der Kunst. Ist Bourdieus feldtheoretische Teilung von Reiner- und Massenproduktion noch zeitgemäß?

Title: Ökonomisierung der Kunst. Ist Bourdieus feldtheoretische Teilung von Reiner- und Massenproduktion noch zeitgemäß?

Term Paper , 2019 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nicolai Rettenmaier (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Wir befinden uns in einer kapitalistischen und demokratischen Gesellschaft, mit einem weitestgehend liberalen Marktsystem. Handel, ganz gleich ob lokal oder global, erscheint dabei so wichtig wie noch nie. Statt militarisierter Kriegszüge werden jetzt Handelsembargos und Sanktionen angedroht, wenn es zu politischen Streitigkeiten kommt. Die immer weiter voranschreitende Ökonomisierung in vielen Feldern unserer Gesellschaft sorgt für Veränderungen, auch im kulturellen Bereich der Gesellschaft.
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem nach Pierre Bourdieu benannten Feld der Kunst und die darin seit den 1960er Jahren zunehmende Ökonomisierung und Profitorientierung. Als Grundlage wird die Feldtheorie Bourdieus grob skizziert und auf seine wichtigsten Eigenschaften eingegangen und erläutert. Mit Hilfe von Sekundärliteratur wird versucht, den Aspekt der Ökonomisierung einzufangen und Bourdieus Einteilung in Massen- und Reine Produktion von Kunst darzustellen, sowie mögliche Differenzen dieser Theorie zum Kunstfeld heute zu analysieren.

Im Folgenden wird ein Aufsatz von der Soziologieprofessorin Nina Tessa Zahner herangezogen, welche in einer Studie die Kunstszene im New York der 1960er Jahre analysierte und hierbei besonders auf die Wichtigkeit Andy Warhols einging. Zahners Text bietet ein konkretes empirisches Beispiel für die Kontroverse um die Theorie Bourdieus, da sie ob der Gültigkeit seiner Kriterien (z.B. klare Trennung von reiner und Massenproduktion) Bedenken durscheinen lässt.

Daraufhin wird ein Bogen zur Gegenwart geschlagen und der Blick darauf gelenkt wie sich die Kunst seit den 1960er Jahren verändert hat. Die Betrachtung wird fokussiert, auf die innerhalb dieser Hausarbeit detailliert vorgestellten Aspekte der Intention und Illusio der Kunst, sowie auf den Faktor der Ökonomisierung. Es gilt zu klären, ob Warhols Pop-Art-Kunst das Feld bis heute in dieser Hinsicht beeinflusst und inwiefern Bourdieus Theorie noch maßstäblich für die zeitgenössische Kunst ist, vor allem hinsichtlich der Trennung von Einzigartigkeit und Massentauglichkeit.

Abschließend werden sämtliche Erkenntnisse zusammengeführt und diskutiert in welchen Parametern mögliche Gründe für die Reformierung des Kunstfeldes und die damit einhergehende Widerlegbarkeit Pierre Bourdieus Feldtheorie liegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Theorie des Feldes nach Pierre Bourdieu

2.1 Grundkonzeption

2.1.1 Die Feldillusio

2.1.2 Reine- und Massenproduktion

2.1.3 Die Feldstruktur

3 Zahner-Studie zum New York der 60er Jahre

3.1 Wirtschaftsboom und Entstehung der Populärkultur

3.2 Warhols Strategie der massenmedialen Integration ins Kunstfeld

3.3 Der feldinterne Diskurs

3.4 Die neue Vermarktungsstrategie

3.4.1 Siebdrucktechnik

3.4.2 Schneller Erfolg durch Selbstinszenierung

4 Betrachtung der Gegenwartskunst

4.1 Ursituation der Globalisierung

4.2 Kritischer Blick auf zeitgenössischer Kunst

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Relevanz der feldtheoretischen Teilung von reiner und Massenproduktion nach Pierre Bourdieu im Kontext der zunehmenden Ökonomisierung der Kunst seit den 1960er Jahren. Hierbei wird analysiert, inwieweit Bourdieus Modell durch empirische Befunde, insbesondere am Beispiel der Kunstszene um Andy Warhol, herausgefordert wird und wie sich die Dynamik des Kunstfeldes in der Gegenwart unter globalisierten Bedingungen verändert hat.

  • Feldtheorie nach Pierre Bourdieu (Feldstruktur, Illusio, Produktionsformen)
  • Empirische Analyse der New Yorker Kunstszene der 1960er Jahre (Nina Tessa Zahner)
  • Die Rolle von Andy Warhol bei der Fusion von Kunst und Kommerz
  • Ökonomisierung und Vermarktungsstrategien in der zeitgenössischen Kunst
  • Kritische Reflexion des Kunstbegriffs und der Autonomie im globalen Marktsystem

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Siebdrucktechnik

Auch in der Herstellung der scheinbar massenproduzierten Werke setzte Warhol Meilensteine. Seine Siebdrucktechnik befähigte ihn seine Siebdrucke künstlerisch nachzubearbeiten, dadurch wurde jeder einzelne zu einem Unikat und dadurch schaffte „Speziell der Siebdruck […] die Wiederholung als Merkmal der Massenproduktion mit dem im damaligen Kunstfeld vorherrschenden Konzept der Einmaligkeit des Kunstwerks zu verbinden.“ (Zahner, 2009, S. 298) Farbgebung, Farbmenge, Ausrichtung und Druckvorgehen konnten variiert werden und dadurch jeder scheinbar identische Druck zu etwas Einzigartigem werden. „Jedes Bild verfügte über die Aura und damit den ökonomischen Wert eines einzigartigen Kunstwerks, während es zugleich ein Objekt der Massenproduktion darstellte.“ (Zahner, 2009, S. 298)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Ökonomisierung der Kunst ein und stellt die theoretische Grundlage nach Bourdieu sowie die Forschungsfrage der Arbeit vor.

2 Die Theorie des Feldes nach Pierre Bourdieu: Das Kapitel erläutert die wesentlichen Konzepte Bourdieus, wie die Feldstruktur, die Feldillusio sowie die Unterscheidung zwischen reiner Produktion und Massenproduktion.

3 Zahner-Studie zum New York der 60er Jahre: Anhand der Studie von Nina Tessa Zahner wird der Aufstieg Andy Warhols als Beispiel für das Zusammenlaufen der Produktionsfelder und veränderte Vermarktungsstrategien analysiert.

4 Betrachtung der Gegenwartskunst: Hier wird der aktuelle Stand des Kunstfeldes unter dem Einfluss von Globalisierung, Marktorientierung und dem Verlust klassischer Definitionsgrenzen kritisch reflektiert.

5 Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und diskutiert die anhaltende Relevanz der Feldtheorie trotz der aufgezeigten Reformbedarfe durch die historische und aktuelle Entwicklung.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Feldtheorie, Reine Produktion, Massenproduktion, Ökonomisierung der Kunst, Andy Warhol, Pop-Art, Feldstruktur, Feldillusio, Kunstmarkt, Nina Tessa Zahner, Gegenwartskunst, Globalisierung, Vermarktungsstrategie, Autonomie der Kunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ökonomisierung der Kunst seit den 1960er Jahren und hinterfragt, ob Pierre Bourdieus theoretische Unterscheidung zwischen reiner Kunstproduktion und Massenproduktion unter aktuellen Bedingungen noch haltbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Schwerpunkte sind die soziologische Feldtheorie Bourdieus, die Transformation des Kunstbetriebs durch Akteure wie Andy Warhol sowie die gegenwärtige Situation der Kunst zwischen Marktlogik und intellektuellem Anspruch.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit die von Bourdieu postulierten antagonistischen Logiken der Kunstproduktion durch die historische Entwicklung hin zur Kommerzialisierung (exemplifiziert am New York der 60er Jahre) und heutige Globalisierungstendenzen widerlegt oder reformiert werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturbasierte, analytische Arbeit, die theoretische Konzepte (Bourdieu) anhand von Sekundärliteratur und empirischen Studien (Nina Tessa Zahner) auf historische und aktuelle Beispiele anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Feldtheorie, die Fallstudie zu Andy Warhol im New York der 1960er Jahre sowie eine querschnittartige Analyse der Gegenwartskunst und deren Ökonomisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bourdieu, Feldtheorie, Ökonomisierung, Pop-Art, Marktpreis, Autonomie, Kunstmarkt und Vermarktungsstrategie geprägt.

Warum war Andy Warhol so entscheidend für die Widerlegung der bourdieuschen Trennung?

Warhol agierte gleichzeitig erfolgreich in der kommerziellen Welt (Werbegrafik) und im Kunstfeld, wodurch er bewies, dass die strikte Trennung von reiner und Massenproduktion in der Praxis durchlässig ist und eine Fusion beider Welten möglich wurde.

Welche Rolle spielt die "Illusio" in der heutigen Kunstbetrachtung laut Autor?

Die Autorin deutet an, dass das Kunstfeld im Zuge des globalen Kapitalismus an "Illusio" verloren haben könnte – also an den unhinterfragten Glauben an die spezifische Sinnhaftigkeit des Feldes, was den Weg für eine vollständige Ökonomisierung geebnet haben könnte.

Was ist das Konzept der "erweiterten Produktion" nach Zahner?

Das dritte Feld der "erweiterten Produktion" beschreibt eine moderne Kunstform, die sowohl künstlerische Innovation als auch massenmediale Verbreitung sowie schnellen monetären Erfolg vereint und somit Bourdieus duales Modell ergänzt.

Warum ist der Marktpreis heute oft das wichtigste Qualitätsmerkmal?

Aufgrund der Diskurslosigkeit und der zunehmenden Kommerzialisierung der Kunstszene ist der Marktpreis bei Auktionshäusern zu einer Art Ersatz-Maßstab für die Qualität und den Wert von Kunstwerken avanciert.

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Details

Title
Ökonomisierung der Kunst. Ist Bourdieus feldtheoretische Teilung von Reiner- und Massenproduktion noch zeitgemäß?
College
Martin Luther University
Grade
1,7
Author
Nicolai Rettenmaier (Author)
Publication Year
2019
Pages
14
Catalog Number
V496928
ISBN (eBook)
9783346014696
ISBN (Book)
9783346014702
Language
German
Tags
Bourdieu Soziologie Ökonomisierung Kunst Warhol Zahner New York
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicolai Rettenmaier (Author), 2019, Ökonomisierung der Kunst. Ist Bourdieus feldtheoretische Teilung von Reiner- und Massenproduktion noch zeitgemäß?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496928
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