Die Globalisierung und Vernetzung der Nationen nehmen an Bedeutung immer mehr zu. Damit einhergehen wächst ebenfalls die Wichtigkeit der Verständigung der Menschen untereinander. Auch im Europarat hat das Konzept der Mehrsprachigkeit in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. So ist es erwünscht, dass jeder europäische Bürger möglichst viele Sprachen spricht. Um die Mehrsprachigkeit der Europabürger zu fördern, wurde das Europäische Sprachenportfolio (ESP) eingeführt. Mehrsprachigkeit ist als kommunikative Kompetenz zu verstehen, zu der alle Sprachkenntnisse und Spracherfahrungen beitragen und miteinander in Beziehung stehen und interagieren. Sie ist nicht als eine Fähigkeit zu betrachten, die das perfekte Beherrschen möglichst vieler Fremdsprachen impliziert, sondern als Fähigkeit mit Spracherfahrungen umzugehen und diese auf das Lernen von Sprachen zu transferieren.
Der Mensch als gesellschaftlich Handelnder verfügt über Kompetenzen in mehreren Sprachen und Erfahrungen mit mehreren Kulturen. Diese mehrsprachigen und mehrkulturellen Kompetenzen und Erfahrungen werden als sprachübergreifende Kompetenzen gesehen, auf denen in verschiedenen Situationen flexibel zurückgegriffen werden kann. Da auch in den Kernlehrplänen der modernen Fremdsprachen festgehalten ist, dass Schülerinnen und Schüler übersprachliche strategische Kompetenzen erwerben sollen, ist es sinnvoll Mehrsprachigkeit in den Fremdsprachenunterricht einzubetten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Prinzipien der Mehrsprachigkeitsdidaktik
2.1. Ziele der Mehrsprachigkeitsdidaktik
2.1. Möglichkeiten der Förderung der Mehrsprachigkeit
3. Umsetzung der Mehrsprachigkeitsdidaktik im Lehrwerk ¡Vamos!¡Adelante!
3.1. Intralinguale Mehrsprachigkeit
3.2. Interlinguale Mehrsprachigkeit
3.3. Mehrsprachigkeit in Lektionstexten
3.4. Sprachmittlung
3.5. Grammatik: Sprachvergleich
3.6. Wortschatz: Vokabelverzeichnis
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Prinzipien der Mehrsprachigkeitsdidaktik in dem modernen Spanischlehrwerk ¡Vamos!¡Adelante! implementiert sind und wie diese zur Förderung der Mehrsprachigkeit bei Lernenden beitragen können.
- Analyse der theoretischen Grundlagen der Mehrsprachigkeitsdidaktik
- Untersuchung von Aufgabenformaten zur Sprachmittlung und zum Sprachvergleich
- Evaluation der Berücksichtigung unterschiedlicher sprachlicher Varietäten
- Bewertung der Rolle des Lehrwerks bei der Förderung von Erschließungsstrategien
Auszug aus dem Buch
3.1. Intralinguale Mehrsprachigkeit
Intralinguale Mehrsprachigkeit bezieht sich auf die Varianten der Zielsprache, z. B. das Castellano und das lateinamerikanische Spanisch. Obwohl die Zahl der Sprecher die lateinamerikanischen Varianten des Spanischen eindeutig stützt, wird in Lehrwerken traditionellerweise, auch mit Blick auf Europa, die Sprachnorm des kastilischen Spanisch gewählt (Leitzke-Ungerer, 2008, S. 108).
Auch in ¡Vamos!¡Adelante! ist der Handlungsort Madrid und die verwendete Sprachvariante das Castellano. Intralinguale Mehrsprachigkeit ist erst im zweiten Band des Lehrwerks zu verzeichnen. Maite, eines der Hauptcharaktere aus dem Lehrwerk, unternimmt in Unidad 5 eine Reise nach Chile und schreibt mit ihrer Freundin aus Spanien via WhatsApp. Dabei benutzt sie einige Diminutive und das Wort un asado, was ihre spanische Freundin zunächst nicht versteht. Maite muss ihr dann erklären, dass sie damit una barbacoa meint. Dazu ist eine Infobox zu sehen, die darauf verweist, dass sich das chilenische Spanisch in einigen Fällen vom Castellano unterscheidet; als Beispiel werden die Diminutive genannt (s. Anhang 1). Es werden hier allerdings keine Übungen oder Zusatzmaterialien zu diesem Thema angeboten, sodass es bei einer Bewusstmachung der intralingualen Mehrsprachigkeit bleibt und die rezeptive Kompetenz nur ausgewählte chilenische Sprachmerkmale stärkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Mehrsprachigkeit im europäischen Kontext und begründet die Relevanz der Untersuchung von Lehrwerken für den Fremdsprachenunterricht.
2. Prinzipien der Mehrsprachigkeitsdidaktik: Dieses Kapitel definiert Mehrsprachigkeitskompetenz als Fähigkeit, über Sprachlernkompetenzen zu verfügen, und erläutert Möglichkeiten zur Förderung dieser Kompetenzen.
3. Umsetzung der Mehrsprachigkeitsdidaktik im Lehrwerk ¡Vamos!¡Adelante!: Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Bereiche (Intralingualität, Interlingualität, Sprachmittlung, Grammatik, Wortschatz) innerhalb des Lehrwerks hinsichtlich ihrer mehrsprachigkeitsdidaktischen Ausrichtung.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Lehrwerk primär auf die kompetente Sprachverwendung des Spanischen abzielt und mehrsprachige Elemente eher rezeptiv als produktiv einsetzt.
Schlüsselwörter
Mehrsprachigkeitsdidaktik, Fremdsprachenunterricht, Lehrwerkanalyse, ¡Vamos!¡Adelante!, Sprachmittlung, Sprachvergleich, Sprachlernkompetenz, Interlinguale Mehrsprachigkeit, Intralinguale Mehrsprachigkeit, Worterschließung, Kommunikative Kompetenz, Spanischunterricht, Strategisches Wissen, Sprachbewusstheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie die Prinzipien der Mehrsprachigkeitsdidaktik in den Bänden des Spanischlehrwerks ¡Vamos!¡Adelante! praktisch umgesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind Sprachmittlung, intralinguale und interlinguale Mehrsprachigkeit sowie die Förderung von Worterschließungsstrategien durch Sprachvergleiche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu überprüfen, ob das Lehrwerk die Mehrsprachigkeit der Lernenden aktiv fördert oder ob diese nur eine untergeordnete Rolle neben dem Erlernen der Zielsprache spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine didaktische Lehrwerkanalyse, bei der Aufgabenformate und Lektionstexte vor dem Hintergrund fachdidaktischer Literatur ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in sechs Bereiche, die spezifisch analysieren, wie das Lehrwerk mit Sprachvarianten, Fremdsprachenvergleichen und Mediationsaufgaben umgeht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mehrsprachigkeitsdidaktik, Sprachmittlung, Lehrwerkanalyse und Sprachlernkompetenz.
Inwieweit werden migrationsbedingte Sprachen im Lehrwerk berücksichtigt?
Die Arbeit stellt fest, dass migrationsbedingte Sprachen im Lehrwerk nicht aktiv geschult, sondern lediglich vereinzelt als Hilfsmittel zur Worterschließung herangezogen werden.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Lehrkraft?
Die Autorin betont abschließend, dass das Lehrwerk zwar eine gute Basis bietet, die tatsächliche Förderung der Mehrsprachigkeit im Unterricht jedoch maßgeblich von der Lehrkraft abhängt.
- Arbeit zitieren
- Sabina Basic (Autor:in), 2018, Prinzipien der Mehrsprachigkeitsdidaktik. Umsetzung in modernen Lehrwerken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497134