Der Einsatz von E-Learning Systemen im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Status Quo und Chancen für die Zukunft


Studienarbeit, 2019
25 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung der einzelnen Aufgaben der Portfolioarbeit
A. : Literaturarbeit: Rezensionen über Fachliteratur zum Thema
1. ) Status Quo des dBGM in Organisationen in Deutschland
2. ) Angebote von Instrumenten für dBGM
3. ) Vorteile von dBGM für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
4. ) Herausforderungen bei der Implementierung von digitalen Instrumenten im Bereich des BGM
5. ) Zukunftsperspektive
B. : Auseinandersetzung mit Studieninhalten aus Studienbriefen
1. ) Gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland
2. ) Vorteile und Herausforderungen beim Einsatz von
E-Learning-Systemen (im BGM)
3. ) Die Bedeutung der Motivation für das Online Lernen
4. ) Zusammenhang zwischen Online Lernen und dBGM
C. : Transfer der gewonnenen Erkenntnisse in die Berufspraxis

3. Persönliches Resümee

Literaturverzeichnis

Aus Gründen der Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen die männliche Form gewählt, es ist jedoch immer die weibliche Form mitgemeint.

1. Einleitung

Gesundheit ist in der heutigen Arbeitswelt zu einem Thema von enormer Bedeutung geworden. Die Trends des 21. Jahrhunderts- demographischer Wandel, Globalisierung, Digitalisierung und der Übergang von einer industriellen zu einer Wissensgesellschaft stellen die Menschen vor neuen Herausforderungen, die nicht nur ihre körperliche, sondern vielmehr ihre psychische Gesundheit beanspruchen und ein Umdenken in der Gesellschaft erfordern. Laut Badura „[belegt] die Gesundheitsberichterstattung für Deutschland verbreitete Müdigkeit und Erschöpfung, verbreitete Ängste, Hilflosigkeitsgefühle, Schlafstörungen, verbreitete Fehlernährung und Bewegungsmangel.“ (Matusiewicz/ Kaiser 2018: V). Das Trendwort Burn-Out wird mittlerweile nicht als eine Modeerscheinung wahrgenommen, sondern als ernstzunehmender Zustand der Überarbeitung, der ständigen Erreichbarkeit in der mobilen Welt, fehlendem Privatleben und der nicht rechtzeitig wahrgenommenen körperlichen Alarmsignale. Die psychische Gesundheit gewinnt daher immer mehr an Wert und viele Arbeitgeber haben in den letzten Jahren Programme zur Förderung der Mitarbeitergesundheit initiiert. Auch die Politik hat diesbezüglich nicht lange auf sich warten lassen und hat durch das Verabschieden des Präventionsgesetzes im Jahr 2015 die Weichen für eine Gesundheitsförderung gelegt. (Präventionsgesetz - PrävG). Dieses Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention verbessert die Grundlagen für die Zusammenarbeit von Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung - für alle Altersgruppen und in vielen Lebensbereichen. (vgl. ebd.)

Während meiner Tätigkeit als disziplinarische Vorgesetzte von ca. 120 Flugbegleiter, bin ich häufig mit dem Thema Gesundheitsmanagement in Berührung gekommen. Aufgrund der unregelmäßigen Arbeitszeiten und dem Schichtdienst sowie den körperlich anspruchsvollen Arbeitsverhältnissen in der Flugzeugkabine weisen die Krankheitsstatistiken in der Luftfahrt sehr hohe Krankheitsraten, dementsprechend ist das Bestreben des Arbeitgebers, diese durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren. Häufige Mitarbeiterausfälle bedeuten hohe Kosten, Verspätungen bis hin zu Flugstreichungen, die wiederum mit einem schlechten Image verbunden sind. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) war in meinem Unternehmen jedoch lediglich durch die gesetzlich vorgeschriebenen Onlineschulungen zum Arbeitsschutz und Umgang mit gefährlichen Stoffen geprägt. Darüber hinaus wurden keine weiteren Maßnahmen zur Stabilisierung und Förderung der Mitarbeitergesundheit getroffen und Gesundheitsmanagement fand mit „ausgewählten“ Mitarbeitern statt, die auffällig lange Fehlzeiten aufwiesen. In sogenannten „Fürsorgegesprächen“ wurde oft lediglich die Anzahl der Krankheitstage thematisiert. Die Maßnahmen aus solchen Gesprächen waren i.d.R. die Aufforderung der Mitarbeiter, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag der Erkrankung vorzulegen bzw. die Empfehlung, sich gesund zu ernähren und mehr Sport zu treiben und diensten daher nicht der konstruktiven Aufarbeitung der Krankgeschichte des Einzelnen. Als Alternative dazu wurde der Mitarbeiter nahegelegt, dass ein Job in Schichtdienst vielleicht nicht das Passende für sie ist und übereinen Jobwechsel nachgedacht werden sollte. Da sich das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt in einem Umstrukturierungsprozess befand, stand das Thema BGM nicht als oberste Priorität auf der Agenda. Vorschläge zu Einführung eines proaktiven Gesundheitssystems, das zur Gesundheitsprävention dienen sollte, wurden nicht in Betracht gezogen und es wurde lediglich ein betriebliches Eingliederungsmanagement­Programm (BEM) eingeführt, das die Beschäftigten aufgrund seines disziplinarischen Charakters noch mehr unter Druck setzte.

Gerade in einem Unternehmen, das Mitarbeiter beschäftigt, die im Schichtdienst arbeiten und einem psychischen und körperlichen Druck ausgesetzt sind, wäre ein digitales Betriebliches Gesundheitsmanagement (dBGM) aus meiner Sicht ein guter Ansatz für die Gesundheitsförderung gewesen. Aufgrund der unregelmäßigen Arbeitszeiten sind Schulungen in diesem Berufsfeld sehr schwer darstellbar, daher wäre ein E-Learning-System eine gute Lösung gewesen, besonders aufgrund der Tatsache, dass eine Online-Schulungsplattform bereits zur Verfügung stand.

Meine persönliche Frustration als Führungskraft, die aus dieser Situation hervorging und die Ohnmacht, die damit einherging, haben mich unter anderem dazu bewegt, das Unternehmen zu verlassen.

Bei meinem neuen Arbeitgeber wird Mitarbeitergesundheit großgeschrieben. Es wird eine kostenlose Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio angeboten, es sind gute ergonomische Bedingungen am Arbeitsplatz vorhanden und es wird ein höfliches und respektvolles Miteinander gelebt. Und obwohl die Digitalisierung in unserem Unternehmen schon längst angekommen ist, befindet sich das Thema E-Learning im BGM noch im Anfangsstadium. Im Sommer 2108 wurde mir ein Projekt anvertraut, in dem ich mich diesem Thema annähern soll und eine Konzeption für das Umsetzen erstellen soll. Dieses Projekt war der Grund, das Thema E-Learning im BGM für meine Portfolioarbeit auszuwählen, weil ich mir durch die Bearbeitung der einzelnen Schritte eine Unterstützung für die Umsetzung erhoffe.

Mein persönlicher Kenntnisstand beschränkt sich auf ein Allgemeinwissen über E­Learning und BGM und in dieser Anfangsphase habe ich noch keine konkrete Vorstellung wie und ob beide Begriffe zusammenpassen. In der folgenden Arbeit werde ich versuchen, dies herauszufinden. Zudem werde ich in meiner Arbeit den Status Quo in Bezug auf den Einsatz von E-Learning- Systeme im BGM, die Vor- und Nachteile für Unternehmen und Arbeitnehmer, die durch die Nutzung von E- Learning entstehen sowie die Zukunftsperspektive in diesem Bereich beleuchten.

Für die Erarbeitung dieser Themen habe ich die folgende Arbeit in drei Bereichen aufgeteilt:

A: Literaturarbeit- in diesem Bereich habe ich Fachliteratur sowie themenrelevante Beiträge in Online- Zeitungen, Zeitschriften zum Thema E-Learning im BGM zu Rate gezogen und mich mit diesen auseinandergesetzt.
B: Studienbriefe-für diesen Bereich habe ich mich mit Inhalten von Studienbriefen des Fernstudiengangs „Personalentwicklung“ befasst und ausgewählte Themen ausgearbeitet.
C: Praxistransfer- für den Praxisbereich habe ich eine Perspektive entwickelt, wie die gewonnenen Erkenntnisse in meine berufliche Praxis umgesetzt werden können.

2. Darstellung der einzelnen Inhalte des Portfolios

A: Literaturarbeit

In meiner bisherigen Arbeitspraxis bin ich nie mit dem Thema E-Learning im Bereich des BGM in Berührung gekommen, daher habe ich mich mit großem Enthusiasmus auf die Suche nach Veröffentlichungen hierzu begeben. Zu den einzelnen Themen E-Learning im Unternehmen und BGM habe ich zahlreiche (Online) Publikationen sowie Fachliteratur gefunden, das Recherchieren nach wissenschaftlichen Veröffentlichungen über die Anwendung von E-Learning-Systemen im BGM hat sich jedoch als sehr ernüchternd erwiesen aufgrund der Tatsache, dass „die Wissenschaft und Forschung geringfügig im dBGM vertreten ist“ (Matusiewicz/ Kaiser 2018: 8). Das Sammelwerk „Digitales Betriebliches Gesundheitsmanagement“, das beide Mitarbeiter der Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM) in diesem Jahr veröffentlicht haben, ist die einzige wissenschaftliche Publikation, die mir aktuell zu diesem Thema begegnet ist. Das Sammelwerk besteht aus den Publikationen verschiedener Autoren zwischen 2015 und 2016 und liefert erste Erkenntnisse zur Theorie und Praxis des dBGM.

Bei meiner Recherche zum Thema dBGM fand ich darüber hinaus Publikationen vorwiegend in Online Fachzeitschriften wie „das Personalmagazin“, „Online­Arbeitsschutz Haufe“, „Personalwirtschaft“ sowie auf den Internetseiten der gesetzlichen Krankenkassen, auf Unternehmenshomepages sowie auf Gesundheitsportale wie www.gesundheitsmanagement24.de.

Die Studie #whatsnext BMG aus dem Jahr 2017 ist eine Zusammenarbeit des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) mit dem „Personalmagazin“ und der Techniker Krankenkasse und beschäftigt sich mit dem Thema dBGM im Hinblick auf die Zukunft und liefert zudem Ergebnisse zum Status Quo in deutschen Unternehmen. (vgl. #whatsnext-BGM-Trendstudie)

Die pronova Betriebskrankenkasse (BKK) präsentiert auf ihrer Onlineseite die Studie „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016“, die einen Überblick darüber gibt, wie Arbeitnehmer das Thema Gesundheit wahrnehmen und was sie diesbezüglich von ihren Arbeitgebern erwarten. (vgl. Rosendahl 2016)

Darüber hinaus habe ich keine Veröffentlichungen gefunden, die sich mit dem Prozess einer Implementierung des dBGM befassen. „Weiterhin existiert keine Marktübersicht über die Anzahl und Qualität der Dienstleister sowie die resultierenden Effekte und Wirksamkeit der digitalen Instrumente, die interessierten Unternehmen weiterhelfen können.“ (Matusiewicz/ Kaiser 2018: 8)

Aus allen Veröffentlichungen zum Thema dBGM geht hervor, dass sich in den letzten Jahren ein Gesundheitsbewusstsein bei den Organisationen gebildet hat, das zu zahlenreichen Maßnahmen geführt hat, die Digitalisierung dieser Maßnahmen befindet sich jedoch noch in den Anfängen und daher mangelt es an wissenschaftlichen Quellen, die diese vorstellen und ihr Nutzen darstellen.

Alle veröffentlichten Beiträge nehmen folgende Aspekte des digitalen BGM unter die Lupe:

1. ) Status Quo des dBGM in Organisationen in Deutschland
2. ) Angebote von Instrumenten für dBGM
3. ) Vorteile des dBGM für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
4. ) Herausforderungen bei der Implementierung
5. ) Zukunftsperspektive hinsichtlich der Nutzung von E-Learning-Systemen im BGM Auf die einzelnen Aspekte werde ich im Folgenenden kurz eingehen.

1.) Status Quo des dBGM in Organisationen in Deutschland

Laut der Studie #whatsnext BMG, das 800 Unternehmen deutschlandweit befragt hat, hat ein Viertel der Organisationen ein ganzheitliches BGM. Bei der Implementierung des BGMs werden jedoch mehrheitlich analoge Vorgehensweisen verwendet und bei einem Großteil an Unternehmen herrscht ein Mangel an dBGM-Instrumenten. Im E-Learning- Bereich werden geringfügig Gesundheitsforen sowie Webinare angeboten. „Auch Employee Assistance Programs (10,5%), Gesundheitsanalysen (8,8%), Apps (5,7%), Wearables (4,5%) und Komplettsysteme (2,8%) sind kaum in den Unternehmen im Einsatz.“ (Kaiser 2018: 19)

Auch wenn die Gesundheit der Mitarbeiter in der heutigen Unternehmenslandschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt, fällt es offensichtlich vielen Betrieben schwer, ihren Beschäftigten digitale Tools zur Förderung der Gesundheit zur Verfügung zu stellen. Trotz vieler Dienstleister im Bereich der BGM-Systeme und der rasant wachsenden E- Health-Branche befanden sich ca. 2,6 Mio. Unternehmen in Deutschland gänzlich ohne gesundheitsfördernde Angebote (Andre 2018: 160ff). Das liegt zum Teil am unübersichtlichen Markt von digitalen Gesundheitsangeboten sowie an fehlenden Studien über ihrer Wirksamkeit und Nutzen für Arbeitnehmer und Unternehmen. Einen ersten Ansatz bezüglich der aktuellen Nutzung von Gesundheits-Apps gibt die veröffentlichte Studie „Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps“- CHARISMHA, die am Peter L. Reichertz Institut für Informatik erarbeitet wurde und vom Bundesministerium gefördert wurde. (vgl. Albrecht 2016)

Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass erste Auswirkungen der Digitalisierung auf das Betriebliche Gesundheitsmanagement zu beobachten sind. Die Mehrheit der Organisationen haben laut den vorliegenden Studien die Notwendigkeit einer digitalen Gesundheitsförderung sowie eines Gesundheitsmanagements erkannt und sehen in Zukunft eine deutliche Zunahme der digitalen Gesundheitsangebote vorher (vgl. die Ergebnisse der Studie #whatsnext), es liegen jedoch aktuell wenige Beispiele für die Umsetzung vor. Erfahrungen in diesem Bereich müssen erst gesammelt werden, um verlässliche Schlussfolgerungen zum Nutzen solcher Systeme ziehen zu können.

2.) Angebote von Instrumenten für dBGM

Die aktuelle Debatte um digitales BGM fokussiert sich in weiten T eilen auf Gesundheits- Apps oder Online-Gesundheitsportale. In den vergangenen Jahren hat sich ein „unüberschaubarer Markt von bis zum 250.000 Apps weltweit zum Thema „Fitness und Gesundheit“ sowie Medizin entwickelt“ (Hasselmann 2018: 66). Es werden Bewegungs­und Ernährungs-Apps, Uhren mit Herzfrequenzmessung angeboten bis hin zum „Mood- Tracking, über das Emotionen und Gefühle ermitteln werden sollen“ (ebd.).

Bei meiner Recherche bin ich mehrfach auf folgende Kategorisierung der digitalen Technologien, die aktuell im Bereich des Gesundheitsmanagements eingesetzt werden (vgl. Walter/Mess 2018: 75):

- Gesundheits-Apps
- Wearables (tragbare Sensoren)
- Gesundheitsportale bzw. komplette BGM-Systeme

Die Autoren berichten von einer im Auftrag der TK durchgeführten Studie, laut der in Deutschland über 65.000 Apps zum Thema Gesundheit und Fitness existieren. Auch der Anteil an Personen, die sich für solche Apps interessieren, nimmt ständig zu. In meinem Smartphone habe ich auch ein paar Apps heruntergeladen, die mich in meiner Gesundheit unterstützen und mich beim Sport motivieren. Gesundheits-Apps werden vor allem präventiv und zur Gesundheitsförderung genutzt und laut der Studie CHARISMHA gibt es schon Hinweise, dass diese eine positive Auswirkung auf die Zunahme der körperlichen Aktivität, die Anpassung der Ernährung und die Gewichtskontrolle haben können (vgl. Albrecht 2016: 21)

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Der Einsatz von E-Learning Systemen im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements
Untertitel
Status Quo und Chancen für die Zukunft
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Note
1,7
Jahr
2019
Seiten
25
Katalognummer
V497138
ISBN (eBook)
9783346013187
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Portfolio Arbeit Masterstudium Personalentwicklung
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Der Einsatz von E-Learning Systemen im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497138

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