Das digitale Zeitalter hat begonnen und unser Leben stark verändert. Die Digitalisierung hat dabei so gut wie alle Lebensbereiche erreicht, auch die Nutzung des Internets ist nicht mehr wegdenkbar, nutzen es doch bereits fast 80 % aller Deutschen. Bei den Jugendlichen in Deutschland sind es sogar bereits 99 %.
Das ganze Leben wird zunehmend digital abgewickelt. Seien es Bankgeschäfte, Wochenendeinkäufe, News oder Kommunikation. Kaum eine Tätigkeit, die sich nicht digital erledigen und dadurch oft vereinfachen lässt. Auch wenn der digitale Fortschritt immer wieder Dämpfer, sei es durch Datenpannen oder Überwachungsskandale erhält, scheint er nicht mehr aufhaltbar.
Dass das digitale Zeitalter auch keinen Halt vor der Lehre und dem Lernen machen würde, war daher vorhersehbar. Die Frage, wie sich das Studium hierbei verändert hat und welche Einfluss dies wiederum auf die Studierenden und ihren Lernerfolg hat, soll Gegenstand dieser Arbeit sein.
Es soll beleuchtet werden, wie sich das Studieren und damit auch die Hochschulen durch die fortschreitende Digitalisierung verändert haben. Welche neuen Möglichkeiten gibt es etwa um heute ein Studium zu absolvieren und wie haben sich gegebenenfalls auch die Ziele eines Studiums verändert? Daraus sollen ersichtlich gemacht werden, inwiefern dies Einfluss auf die Studenten genommen hat und wie diese sich und ihren Lernprozess dadurch verändert haben.
Nachdem in Kapitel zwei zunächst auf grundlegende Lerntheorien eingegangen wird, versucht Kapitel drei im Anschluss zu klären was das digitale Zeitalter ist und wann es in etwa begonnen hat. Darauf folgt in Kapitel vier eine kurze Darstellung des Studiums im analogen Zeitalter, gefolgt von einer Gegenüberstellung des Studiums im digitalen Zeitalter (Kapitel fünf). Es wird gleichzeitig darauf eingegangen wie sich dadurch auch die Hochschullehre verändert hat. Danach folgt in Kapitel sechs als Schwerpunkt die Betrachtung der Studierenden, die Veränderung ihres Lernprozesses und der sich daraus ergebenden Vor- und Nachteile.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Lernen
2.1 Behaviorismus
2.2 Kognitivismus
2.3 Konstruktivismus
2.4 Konnektivismus
3 Das digitale Zeitalter
3.1 Was ist das digitale Zeitalter?
3.2 Beginn des digitalen Zeitalters
4 Studium im analogen Zeitalter
4.1 Zugangsmöglichkeiten
4.2 Lehrmethoden
4.3 Lernmethoden
4.4 Der Hermeneutische Zirkel
5 Studieren im digitalen Zeitalter
5.1 Zugangsmöglichkeiten
5.2 Zielsetzungen
5.3 Lehrmethoden
5.4 Status Quo
6 Studenten im digitalen Zeitalter
6.1 Lebenswelt
6.2 Nutzung digitaler Studienangebote
6.3 Lernprozess
6.3.1 Vor- und Nachteile
7 Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht den Wandel der Hochschullehre und des Lernverhaltens durch die zunehmende Digitalisierung, wobei sie das Studium im analogen und digitalen Zeitalter gegenüberstellt, um Einflussfaktoren auf den Lernerfolg der Studierenden zu identifizieren.
- Vergleich von Lerntheorien im analogen und digitalen Kontext
- Analyse der digitalen Transformation an Hochschulen
- Untersuchung des Lernverhaltens heutiger Studierender
- Evaluation von Vor- und Nachteilen digitaler Lernmethoden
- Kritische Betrachtung der Digitalisierung in der Hochschullehre
Auszug aus dem Buch
4.4 Der Hermeneutische Zirkel
Ein wichtiges, verstehenstheoretisches Konstrukt ist der Hermeneutische Zirkel. Im Grundsatz beschreibt er die Verarbeitung von Texten im Zuge des Verstehensprozesses. Dabei wird davon ausgegangen, dass ein Ganzes nur verstanden werden kann, wenn seine Einzelteile verstanden wurden und umgekehrt.20
Dies bedeutet für den Leser eines bisher unbekannten Textes, dass sich durch das erstmalige Lesen sein bisheriges Vorverständnis verändert, wodurch sich sein Textverständnis beim zweitmaligen Lesen verändert usw. Alternativ lässt er sich auch als Spirale wie in Abbildung 1 darstellen.
Dieses Konstrukt lässt sich auch auf andere Bereiche des Lernens übertragen. So kann an die Stelle des Textes jede Form von Wissen oder Fähigkeit gesetzt werden. Die Kernaussage des hermeneutischen Zirkels bleibt dabei, um etwas zu verstehen muss sich der Lernende länger und immer wieder aufs Neue damit beschäftigen.
Im analogen Studienzeitalter konnte dieser Prozess noch mit jeder Wissens- bzw. Informationsquelle durchlaufen werden. Waren dem einzelnen Studenten doch noch nicht so viele zugänglich. Dies führte am Ende zu einem sehr stark vertieften Verständnis, bezeichnet wird diese Form des Lernens auch als „Deep Learning“, also tiefes Lernen.21
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den allgegenwärtigen Einfluss der Digitalisierung auf das Leben und die Notwendigkeit, deren Auswirkungen auf die Hochschullehre und den Lernerfolg zu untersuchen.
2 Lernen: Dieses Kapitel erläutert vier grundlegende Lerntheorien – Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus und Konnektivismus – als Basis für den anschließenden Vergleich.
3 Das digitale Zeitalter: Es wird definiert, was das digitale Zeitalter ausmacht und die Jahrtausendwende als Orientierungspunkt für den Beginn dieser Ära festgelegt.
4 Studium im analogen Zeitalter: Das Kapitel beschreibt die traditionellen Strukturen, Lehrmethoden und Lernweisen an Hochschulen vor der breiten Verfügbarkeit digitaler Medien.
5 Studieren im digitalen Zeitalter: Hier werden aktuelle Entwicklungen wie MOOCs und veränderte Zielsetzungen durch die Bologna-Reform im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung beleuchtet.
6 Studenten im digitalen Zeitalter: Der Fokus liegt auf der Lebenswelt der "Digital Natives", ihrem tatsächlichen Nutzungsverhalten digitaler Angebote und den Konsequenzen für den Lernprozess.
7 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass eine echte digitale Didaktik noch fehlt und die Digitalisierung derzeit primär durch institutionellen Wettbewerb und Arbeitserleichterungen vorangetrieben wird.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Hochschullehre, Studieren, Lerntheorien, Konnektivismus, Digital Natives, MOOCs, Bologna-Reform, Lernprozess, Informationsüberfluss, Hermeneutischer Zirkel, E-Learning, Kompetenzvermittlung, Deep Learning, Mediennutzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Hochschullehre und das Lernverhalten von Studierenden durch die Digitalisierung verändert haben und ob das Studium effizienter geworden ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf den Vergleich von analogen und digitalen Studienbedingungen, Lerntheorien, neue digitale Kursformate sowie die veränderte Lebenswelt der Studierenden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Digitalisierung das Studium konkret beeinflusst und welche Auswirkungen dies auf den Lernerfolg sowie die didaktischen Anforderungen an Hochschulen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Lerntheorien und einer Gegenüberstellung von Studienbedingungen sowie der Auswertung aktueller Studien und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine historische Betrachtung des analogen Studiums und eine Analyse der aktuellen digitalen Entwicklungen für Studierende und Lehrende.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Digitalisierung, Konnektivismus, Digital Natives, Hochschullehre sowie der Wandel der Lernmethoden.
Was versteht man in dieser Arbeit unter dem "Hermeneutischen Zirkel"?
Es handelt sich um ein verstehenstheoretisches Konstrukt, das beschreibt, dass ein vertieftes Verständnis erst durch wiederholte Auseinandersetzung mit einem Thema entsteht.
Wie stehen die "Digital Natives" zur digitalen Bildung?
Obwohl sie im Alltag digital versiert sind, zeigt die Arbeit, dass sie im Studium oft konservative Methoden bevorzugen, sofern diese zum Bestehen von Prüfungen ausreichen.
- Quote paper
- Robert Losensky (Author), 2016, Studieren im digitalen Zeitalter. Hermeneutischer Zirkel vs. Lösungsüberfluss à la Google & Co, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497180