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Sri Lanka nach dem Bürgerkrieg. Konfliktfelder und Konfliktkonstellationen

Título: Sri Lanka nach dem Bürgerkrieg. Konfliktfelder und Konfliktkonstellationen

Tesis (Bachelor) , 2019 , 64 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Ganagaginy Sivanolisingam (Autor)

Ciencias de la Tierra / Geografía - Geografía política
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Zehn Jahre ist es bereits her, dass der Bürgerkrieg in Sri Lanka durch den Sieg der Regierung über die Terrororganisation LTTE beendet wurde. Der Krieg währte fast 30 Jahre und zeichnete das Land so tief, dass seine Auswirkungen voraussichtlich auch in den kommenden Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, zu spüren sein werden. Das Ausmaß des Bürgerkrieges in Sri Lanka zeigt sich außerdem in dem Umstand, dass auch in den letzten Jahren Werke über den Konflikt veröffentlicht wurden. Was die Literaturlage betrifft, scheint der Fokus also eher auf die Aufarbeitung des Krieges zu liegen als auf die sogenannte Post-War-Era des Landes: die Phase der Transition zwischen Krieg und Frieden, die Zeit, in der eine durch Krieg gerüttelte Gesellschaft einen Weg in ein normalisiertes und friedliches Alltagsleben finden muss.

Die vorliegende Arbeit versucht daher, einen Beitrag zur Post-War-Era Sri Lankas zu liefern. So fokussiert sich die Arbeit auf den Zeitraum nach dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzung und setzt sich mit der Frage auseinander: Was sind die neuen Konfliktfelder und Konfliktkonstellationen, die sich seit Beginn der Post-War-Era herauskristallisiert haben?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Stand der Literatur

3 Theoretische Grundlagen einer geographischen Konfliktforschung

3. 1 Handlungstheorie als zentrales Konzept einer geographischen Konfliktforschung

3.1.1 Das Handeln der Akteure im Konflikt als individuelle Nutzenoptimierungsstrategie

3.1.2 Das Handeln der Akteure innerhalb der Grenzen, Zwänge und Möglichkeiten der sozialen Institutionen und Regeln

3.1.3 Die Rolle und Bedeutung „räumlicher“ Ressourcen für das Handeln der Akteure im Raumnutzungskonflikt

3.2 Die Identitätsdimension von Raum

3.3 Kritik an der handlungsorientierten geographischen Konfliktforschung

4 Eine Konfliktbiographie: Der Bürgerkrieg in Sri Lanka

4.1 Allgemeine Grundlagen des Konflikts

4.2 Die politische Entwicklung vor und nach der Unabhängigkeit

4.3 Das Bemühen um Frieden: Gespräche und Verhandlungen

4.4 Nach gescheiterten Verhandlungen: Die letzte Phase des Krieges und sein gewalttätiges Ende

4.5 Fazit

5 Gegenwärtige Konfliktkonstellationen Sri Lankas

5.1 Konflikt zwischen Muslimen und Buddhisten

5.1.1 Das Netz der Akteure: Die Moors

5.1.2 Das Netz der Akteure: Die Buddhist National Groups

5.1.3 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die Buddhist National Groups

5.1.4 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die Moors

5.1.5 Fazit

5.2 Konflikte infolge der Militarisierung des Staates

5.2.1 Wachsende Bedeutung des Militärs in Sri Lanka

5.2.2 Das Militär im politischen Raum

5.2.3 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die Regierung

5.2.4 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die lokale Bevölkerung des Nordens und Ostens

5.2.5 Fazit

5.3 Konflikt um Küstenland

5.3.1 Das Netz der Akteure: Die IDPs

5.3.2 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die Regierung

5.3.3 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die IDPs

5.3.4 Fazit

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die neuen Konfliktfelder und Konfliktkonstellationen in Sri Lanka seit Beginn der sogenannten Post-War-Era. Ziel ist es, durch die theoretische Linse der geographischen Konfliktforschung zu analysieren, wie Raum, Identität und Politik in aktuellen Auseinandersetzungen miteinander verwoben sind, um ein tieferes Verständnis für die anhaltenden Spannungen nach dem Ende des 30-jährigen Bürgerkrieges zu gewinnen.

  • Grundlagen der handlungsorientierten geographischen Konfliktforschung
  • Aufarbeitung der Konfliktbiographie des sri-lankischen Bürgerkrieges
  • Konfliktdynamiken zwischen muslimischen und buddhistischen Bevölkerungsgruppen
  • Auswirkungen der Militarisierung auf soziopolitische und räumliche Strukturen
  • Konflikte um Landnutzung und Küstenräume im Kontext von Vertreibung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Das Handeln der Akteure im Konflikt als individuelle Nutzenoptimierungsstrategie

Hier spielen die Rational Choice Theorien eine wesentliche Rolle. Die überkommene Annahme eines homo oeconomicus der neoklassischen Mikroökonomik wird insoweit modifiziert, dass eine Verschiebung in der Gewichtung von der Nutzenmaximierung hin zur Nutzenoptimierung stattfindet (vgl. ESTERHUES 2005: 3). Rationale Wahl bedeutet nicht mehr eine reine Verstandes- bzw. Vernunftentscheidung des Handelnden; sie bedeutet zunächst nur, dass das Individuum so handelt, dass es seinen Zielen dient (vgl. REUBER 1999: 14). Damit sind auch intuitiv und emotional begründete Handlungen miteinbezogen.

Die wichtigste Modifikation ist allerdings der Schwenk zum konstruktivistischen Leitbild. Damit spielt die individuell unterschiedliche Erfassung der Handlungssituation und besonders deren nach subjektiven Kriterien erfolgende Interpretation eine wesentliche Rolle (vgl. ESTERHUES 2005: 3). Da das Individuum nicht die gesamte Wirklichkeit erfassen kann, spricht man auch von einer subjektiven, eingeschränkten Rationalität des handelnden Akteurs. Dadurch wird berücksichtigt, dass die von den einzelnen Akteuren als Basis ihres Handelns wahrgenommene Ausgangssituation nur eine unvollständige Beschreibung ihrer tatsächlichen Handlungssituation ist (vgl. ESTERHUES 2005: 3). Konzeptionen, die von einer eingeschränkten Rationalität ausgehen, werden unter dem Stichwort bounded rationality zusammengefasst (vgl. SCHMID 2002: 24).

Eine Weiterentwicklung der Rational Choice Ansätze ist der Public Choice Ansatz der Neuen Politischen Ökonomie. Er unterliegt der Annahme, dass ein soziales Miteinander ohne Spielregeln früher oder später zu gewalttätigen Konflikten führt. Aus diesem Grund thematisiert er, wie eine Gesellschaft es schafft, den individuellen Nutzen der einzelnen Akteure und die Anforderungen an ein vergleichsweise stabiles, gewaltfreies soziales Miteinander in Einklang zu bringen. Im Rahmen dieses Ansatzes wird also die Rolle gesellschaftlicher Institutionen und Spielregeln eingebunden (vgl. REUBER 1999: 20f.) und es wird klar, dass das Handeln im raumbezogenen Konflikt ein sozial-institutionelles Regelsystem voraussetzt (vgl. ESTERHUES 2005: 4).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Post-War-Era in Sri Lanka ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach den neuen Konfliktfeldern seit Ende des Bürgerkriegs.

2 Stand der Literatur: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Literatur zur geographischen Konfliktforschung und zum Bürgerkrieg in Sri Lanka.

3 Theoretische Grundlagen einer geographischen Konfliktforschung: Hier werden die handlungstheoretischen Konzepte vorgestellt, die das methodische Fundament für die Analyse räumlicher Konflikte bilden.

4 Eine Konfliktbiographie: Der Bürgerkrieg in Sri Lanka: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die Phasen des Bürgerkrieges nach, um die Wurzeln heutiger Konfliktstrukturen aufzuzeigen.

5 Gegenwärtige Konfliktkonstellationen Sri Lankas: In diesem Hauptteil werden drei spezifische aktuelle Konfliktfelder – Muslime und Buddhisten, Militarisierung sowie Küstenland – detailliert analysiert.

6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und bewertet die Rolle von Nationalismus und Militarisierung für die Stabilität des Landes.

Schlüsselwörter

Sri Lanka, Bürgerkrieg, geographische Konfliktforschung, Post-War-Era, handlungsorientierte Konfliktforschung, Ethnizität, Nationalismus, Militarisierung, Rauminterpretation, Identität, Landgrab, Tourismus, Binnenvertriebene, LTTE, Buddhistischer Nationalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die neuen Konfliktfelder und Konfliktkonstellationen im post-bürgerkriegszeitlichen Sri Lanka aus einer politisch-geographischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören der Konflikt zwischen muslimischen und buddhistischen Gruppen, die tiefgreifende Militarisierung des Staates und der Kampf um Landnutzung im Küstenbereich.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach der Beschaffenheit der neuen Konfliktfelder und Konfliktkonstellationen, die sich seit Beginn der Post-War-Era herauskristallisiert haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die handlungsorientierte Perspektive der Politischen Geographie genutzt, um die Ziele, Strategien und räumlichen Wahrnehmungen verschiedener Akteure zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die aktuelle Konfliktlandschaft, unterteilt in die drei oben genannten Schwerpunkte, jeweils mit Bezug auf theoretische Konzepte der Subjektivierung von Raum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Ethnizität, Nationalismus, Militarisierung, Raum, Identität, Landgrab und die verschiedenen ethnischen und politischen Akteure in Sri Lanka.

Welche Rolle spielt die Militarisierung in aktuellen Konflikten?

Das Militär fungiert nicht mehr nur als Sicherheitsorgan, sondern ist ökonomisch in Tourismus und Stadtentwicklung aktiv, was die Kontrolle über den Raum massiv verändert und lokalen Minderheiten schadet.

Warum ist die Identitätspolitik laut der Autorin so brisant?

Da die singhalesisch-buddhistische Identität politisch zur Norm erhoben wird, entstehen Ausgrenzungsprozesse, die zu neuen Radikalisierungen führen könnten, ähnlich wie es die Wurzeln des Bürgerkriegs waren.

Final del extracto de 64 páginas  - subir

Detalles

Título
Sri Lanka nach dem Bürgerkrieg. Konfliktfelder und Konfliktkonstellationen
Universidad
University of Göttingen  (Geographisches Institut)
Calificación
1,0
Autor
Ganagaginy Sivanolisingam (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
64
No. de catálogo
V497334
ISBN (Ebook)
9783668998117
ISBN (Libro)
9783668998124
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sri Lanka Geographische Konfliktforschung Politische Geographie Bürgerkrieg LTTE Militarisierung Buddhist National Groups IDPs Vertreibung Konflikt Friedensprozess Nationalismus Tamil Eelam Jaffna Raum und Identität Handlungstheorien Land Grab Tsunami 2004 Ethnischer Konflikt Separatismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ganagaginy Sivanolisingam (Autor), 2019, Sri Lanka nach dem Bürgerkrieg. Konfliktfelder und Konfliktkonstellationen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497334
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