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Die deutsch-britischen Beziehungen nach Ende des Ersten Weltkriegs

Titre: Die deutsch-britischen Beziehungen nach Ende des Ersten Weltkriegs

Dossier / Travail , 2019 , 34 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Ferdinand Kämpfer (Auteur)

Histoire globale - Histoire moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sich das Verhältnis zwischen Deutschland als ein Verlierer nach dem Krieg und Großbritannien als einer der Siegermächte im Verlaufe der verschiedenen Nachkriegskonferenzen entwickelte. Dabei ist das deutsch-britische Verhältnis fast durchweg eingebettet in die europäischen Verhältnisse, allen voran in die deutsch-französischen Beziehungen.

Im Jahr 1919 wurde nach dem Waffenstillstand vom November des Vorjahres ein Friedensvertrag von den Alliierten für Deutschland in Versailles ausgearbeitet. Das deutsche Kaiserreich war mit Österreich/Ungarn und weiteren wenigen Staaten als Mittelmächte verbündet und war einer der Verlierer des Ersten Weltkrieges. Ein entscheidender Punkt in dem Vertrag von Versailles war die Zahlung von finanziellen Reparationen und Sachleistungen. Da es diesbezüglich insbesondere zwischen den Alliierten Großbritannien und Frankreich immer wieder zu Streitigkeiten kam, wurde die Reparationsfrage auf verschiedenen Nachkriegskonferenzen erörtert, bis mit dem Dawes-Plan 1924 eine vorerst endgültige und wirtschaftssichere Lösung gefunden wurde.

Die Reparationen waren für Deutschland zwar wichtig, jedoch fast zweitrangig. In Artikel 231 des Versailler Vertrages wurde festgeschrieben, dass "Deutschland und seine Verbündeten als Urheber [des Ersten Weltkrieges] für alle Verluste und Schäden verantwortlich sind". Diese moralische Schädigung war sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik der erst neu entstandenen Weimarer Republik geradezu demütigend. Deshalb war es entscheidend, als gleichberechtigter Partner unter den anderen Staaten aufzutreten. Auf lange Sicht hin war das Ziel in den 1920 gegründeten Völkerbund einzutreten, um sich als friedlicher und diplomatischer Staat zu zeigen und zu beweisen. Realisiert wurde dies 1926 nach der Konferenz von Locarno vom Jahr 1925.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nachkriegsdiplomatie? - Die Folgen der Konferenz von Versailles für Deutschland

3. Die Konferenzen ohne Teilnahme Deutschlands

3.1 Die Konferenz von San Remo

3.2 Entwicklungen der Reparationsfrage auf der Konferenz von Hythe

3.3 Eine vorläufige Reparationssumme - Die Konferenz von Boulogne

4. Die Konferenzen mit deutscher Teilnahme

4. 1 Die Vorbereitung der Konferenz von Spa

4.2 Die deutsche Delegation in Spa

4.3 Ein ähnliches Versailles? - Die Konferenz von Spa

5. Die Konferenz von Brüssel

6. Die Konferenz von Paris

7. Annehmen oder nicht? - Londoner Konferenz und das Ultimatum

8. Die Konferenzen von Cannes und Genua 1922 bis zur Ruhrbesetzung 1923

8.1 Ein deutsch-sowjetischer Vertrag - Die Konferenz von Genua

8.2 Die französische Ruhrbesetzung 1923

9. „Ein Silberstreifen an dem sonst düsteren Horizont“ - Der Dawes-Plan auf der Londoner Konferenz

10. Überwindung der deutschen Isolation – Locarno

11. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der deutsch-britischen Beziehungen im Zeitraum von 1919 bis 1925 vor dem Hintergrund der verschiedenen Nachkriegskonferenzen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich das Verhältnis zwischen dem besiegten Deutschland und der Siegermacht Großbritannien durch die sich wandelnden diplomatischen Rahmenbedingungen und die Reparationspolitik veränderte.

  • Die Auswirkungen des Versailler Vertrages auf die deutsche Außenpolitik.
  • Die Rolle Großbritanniens als Vermittler in der Reparationsfrage.
  • Der Einfluss von Konferenzen (Spa, London, Genua) auf die deutsche Souveränität.
  • Die Entwicklung von der Konfrontation hin zur europäischen Entspannungspolitik ("Geist von Locarno").

Auszug aus dem Buch

4.3 Ein ähnliches Versailles? - Die Konferenz von Spa

Die Konferenz von Spa dauerte vom 05. bis 16. Juli 1920. Die Sitzungen der Konferenz waren vorwiegend vom Thema der Kohlelieferung aus dem Ruhrgebiet geprägt. Insbesondere Frankreichs neuer Staatspräsident Alexandre Millerand zeigte sich auf der ersten Sitzung empört darüber, dass die Deutschen in Verzug mit ihren Abgaben seien. Als Vertreter der deutschen Unternehmer erhob sich danach Hugo Stinnes und sprach zu den sitzenden Alliierten, „um allen [s]einen Gegnern ins Auge sehen zu können.“ Mit dieser symbolischen Geste verwies er darauf, dass Deutschland als ein gleichberechtigter Partner anzusehen sei und sich nicht wie in Versailles ein Jahr zuvor auf einer Anklagebank befinde. Allerdings sorgte seine Rhetorik für großes Entsetzen. Er regte sich so sehr über das Verhalten der Alliierten gegenüber Deutschland auf, dass ihn der belgische Premierminister und Konferenzvorsitzende Léon Delacroix (1867-1929) zur Mäßigung aufforderte. Inhaltlich empörte sich Stinnes darüber, dass es für die Deutschen unmöglich erschien, bei nicht geordneter Kohlelieferung unverzüglich das Ruhrgebiet den Franzosen zu überlassen.

Selbst Carl Bergmann sah diese Rede von deutscher Seite als schädlich für die gerade erst begonnenen, halbwegs diplomatischen internationalen Beziehungen an. Trotzdem, so schreibt er, war die Art und Weise, wegen der großen Erbitterung, die bei den Deutschen im Allgemeinen bestand, berechtigt. Im Anschluss versuchte der deutsche Reichsaußenminister Walther Simons (1867-1937, parteilos) die anderen Delegationen zu beschwichtigen, indem er sagte: „Er sei immer so und würde auch bei seinen Aufsichtsratssitzungen in ähnlicher Weise losdonnern.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterzeichnung des Locarno-Pakts als Ausgangspunkt und definiert das Ziel der Arbeit, die deutsch-britischen Beziehungen im Spiegel der Nachkriegskonferenzen zu analysieren.

2. Nachkriegsdiplomatie? - Die Folgen der Konferenz von Versailles für Deutschland: Das Kapitel analysiert die Bedingungen des Versailler Vertrages und deren demütigende Wirkung auf die deutsche Innen- und Außenpolitik.

3. Die Konferenzen ohne Teilnahme Deutschlands: Es wird die frühe Phase der Reparationskonferenzen in San Remo, Hythe und Boulogne beschrieben, in denen Deutschland noch ausgeschlossen war.

4. Die Konferenzen mit deutscher Teilnahme: Dieses Kapitel thematisiert die Konferenz von Spa als erste "wahre" Reparationskonferenz mit deutscher Präsenz, inklusive der schwierigen Vorbereitungen und des Kohleabkommens.

5. Die Konferenz von Brüssel: Fokus auf die Sachverständigenkonferenz von 1920, die eine entspanntere Verhandlungsatmosphäre bot, aber keine endgültige Lösung der Reparationsfrage brachte.

6. Die Konferenz von Paris: Darstellung der Pariser Konferenz von 1921, auf der der Zahlungsplan für Deutschland trotz des steigenden innenpolitischen Drucks verschärft wurde.

7. Annehmen oder nicht? - Londoner Konferenz und das Ultimatum: Das Kapitel beschreibt das Ultimatum der Alliierten von 1921 und die drohende Ruhrbesetzung als Konsequenz aus dem deutschen Zahlungsverzug.

8. Die Konferenzen von Cannes und Genua 1922 bis zur Ruhrbesetzung 1923: Analyse der Verschlechterung des politischen Klimas, die zum Vertrag von Rapallo und schließlich zur Besetzung des Ruhrgebiets führte.

9. „Ein Silberstreifen an dem sonst düsteren Horizont“ - Der Dawes-Plan auf der Londoner Konferenz: Betrachtung des Dawes-Plans als Wendepunkt, der durch US-amerikanische Unterstützung die wirtschaftliche Stabilisierung Deutschlands einleitete.

10. Überwindung der deutschen Isolation – Locarno: Die Konferenz von Locarno wird als diplomatischer Durchbruch gewürdigt, der Deutschland wieder als gleichberechtigten Partner in das europäische System integrierte.

11. Fazit: Das Fazit fasst die Entwicklung der deutsch-britischen Beziehungen von der anfänglichen Konfrontation zur Annäherung bis 1925 zusammen und betont die Rolle der persönlichen Diplomatie.

Schlüsselwörter

Reparationskonferenzen, Weimarer Republik, Versailler Vertrag, Deutsch-britische Beziehungen, Dawes-Plan, Locarno-Pakt, Ruhrbesetzung, Außenpolitik, Diplomatie, Völkerbund, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Wirtschaftskrise, Reparationen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die außenpolitische Entwicklung Deutschlands in Bezug auf Großbritannien im Kontext der internationalen Nachkriegskonferenzen von 1919 bis 1925.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Reparationspolitik, die diplomatischen Verhandlungen zwischen Siegern und Besiegten sowie die langsame Überwindung der deutschen außenpolitischen Isolation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklungslinien des deutsch-britischen Verhältnisses nachzuzeichnen und zu klären, welche Faktoren zu einer Verbesserung der Beziehungen bis zur Konferenz von Locarno führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellen- und Literaturanalyse, die offizielle Konferenzberichte, diplomatische Aufzeichnungen und zeitgenössische Biographien einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden chronologisch die einzelnen Konferenzen – von Versailles über Spa und London bis hin zu Genua und Locarno – detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Reparationen, Weimarer Republik, britische Vermittlungsdiplomatie, internationale Konferenzen und der Geist von Locarno.

Warum war der Ort der Konferenz von Spa für die deutsche Delegation belastend?

Der Tagungsort war die Villa La Fraineuse, die zuvor die Residenz von Kaiser Wilhelm II. war, was von den Alliierten gezielt als psychologisches Druckmittel genutzt wurde.

Welche Bedeutung hatte der Vertrag von Rapallo für die Konferenz von Genua?

Der Vertrag von Rapallo war ein Überraschungscoup der deutschen Delegation, der die Westalliierten fassungslos machte und die Verhandlungen in Genua nachhaltig beeinflusste.

Inwiefern unterschied sich die Konferenz von Locarno von ihren Vorgängern?

Locarno markierte einen Wendepunkt, da erstmals ein neutraler Tagungsort gewählt wurde und man auf einen formellen Konferenzvorsitz verzichtete, um die Verhandlungen gleichberechtigter und intimer zu gestalten.

Welche Rolle spielte die britische "Vermittlungsdiplomatie"?

Großbritannien versuchte – oft im Gegensatz zu Frankreich – als "Ehrlicher Makler" zu agieren, um Deutschland in das europäische Wirtschaftssystem zu reintegrieren und die Balance of Power zu wahren.

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Résumé des informations

Titre
Die deutsch-britischen Beziehungen nach Ende des Ersten Weltkriegs
Université
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Cours
Hauptseminar
Note
1,7
Auteur
Ferdinand Kämpfer (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
34
N° de catalogue
V497335
ISBN (ebook)
9783346018144
ISBN (Livre)
9783346018151
Langue
allemand
mots-clé
Politik Konferenzen Verträge Wirtschaft Finanzen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ferdinand Kämpfer (Auteur), 2019, Die deutsch-britischen Beziehungen nach Ende des Ersten Weltkriegs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497335
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Extrait de  34  pages
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