Psychische Belastung von Studierenden und Coping. Nahrung als Stressregulator


Hausarbeit, 2017
20 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ziel der Hausarbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Definition von Stress
2.1 Stressoren
2.2 Coping

3. Die Beziehung zwischen Essverhalten und Emotionen

4. Methodik der Umfrage

5. Ergebnisse

6. Diskussion

7. Fazit

IV. Literaturverzeichnis

V. Anhang

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Teilnehmer

Abbildung 2: Assoziationen Stressempfinden

Abbildung 3: Umgang mit Anspannungen - Diagramm 2

Abbildung 4: Bewältigung Stress

III. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Ziel der Hausarbeit

„Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“ (Mahatma Ghandi, 1869-1948). Schon Ghandi erkannte die Relevanz der Entschleunigung für das menschliche Leben und Handeln. Vom Säugling bis zum Senior, jeder kann von psychischen Belastungen betroffen sein und es gibt viele verschiedene Arten damit umzugehen.

Besonders bei Studenten, die Lernen, soziale Kontakte und alltägliche Verpflichtungen koordinieren müssen ist der Begriff „Stress“ omnipräsent. Um diesen zu kompensieren gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und Wege. Einer davon ist der erhöhte Verzehr von Nahrungsmitteln, insbesondere denen, die im Volksmund als „Fast Food“ bekannt sind und als ungesund gelten. In dieser Seminararbeit wird dieser Weg näher beleuchtet und exemplarisch dargestellt.

Wer psychisch belastet ist, nimmt sich meist nicht die Zeit oder hat den nötigen Elan, um sich ausgewogen zu ernähren. „Stress“ setzen Viele gleich mit dem Begriff „Zeitmangel“ und daher ist „Fast Food“, wie der Name schon sagt, die scheinbar ideale Ergänzung zu dem ständig vollen Terminplan, den vielen Überstunden, dem rasch vorbeiziehenden Alltag. Essen soll satt machen, schnell gehen, unkompliziert und ständig verfügbar sein – nicht mehr und nicht weniger.

1.2 Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema „Psychische Belastung der Studierenden im Bachelorstudiengang Gesundheit und Soziales und geht detailliert auf „Nahrungskonsum als Stressregulator“ ein. Dabei liegt das Augenmerk der Untersuchung auf einer Ernährung, die im Allgemeinen als wenig ausgewogen betrachtet werden kann.

Im Folgenden werden die ausgewerteten Ergebnisse der Umfrage „Erste Bestandsaufnahme zur Erfassung vom mutmaßlichem Stress bei Studenten“ beschrieben und mit dem Fokus auf die mögliche Parallele zwischen übermäßigem Konsum von Essen und Stresssituationen zusammengeführt und diskutiert.

Das zweite Kapitel definiert den Begriff „Stress“ und geht in Unterkapiteln auf Stressoren und Coping, also den Umgang mit den Stressfaktoren, ein. Anschließend befasst sie die Autorin mit den Zusammenhängen zwischen dem Essverhalten und Emotionen. Es folgen die Methodik der Umfrage und die Beschreibung der Ergebnisse. Diese werden in der Diskussion mit den vorangegangenen Hypothesen und Fakten vereinigt. Das Fazit fasst die Umfrage-Ergebnisse zusammen und schließt die Arbeit ab.

2. Definition von Stress

Es gibt keine einheitliche, allgemeine Definition von Stress. Der Biochemiker und Mediziner Hans Selye formuliert es als „unspezifische Antwort des Körpers auf eine Anforderung“ (“Stress Definition - Stressbewältigung und Burnout Prävention,” n.d.).

Stress kann in zwei Kategorien unterteilt werden: Der „positive Stress“, auch bezeichnet als „Eu-Stress“ steht dem „negativen Stress“, der „Dis-Stress“ genannt wird, gegenüber (Franke and Franzkowiak, 2015: S.1). Während Ersterer vitalisiert, zum aktiven Schaffen mobilisiert und beflügelt, bewirkt der „Dis-Stress“ genau Gegenteiliges. Er ist behaftet durch belastende Empfindungen, wie z.B. Angst und Hilflosigkeit (Franke and Franzkowiak, 2015: S.1), gepaart mit der vermeintlichen Unfähigkeit, diesen entgegen zu treten und sie aufzulösen.

Ursprünglich war das, was wir an Stress heutzutage häufig als eher negativ empfinden, überlebenswichtig. Stress als direkte Reaktion auf gefährliche und bedrohliche Umstände, ist die Antwort des Körpers, die mit einer beschleunigten Atmung, erweiterten Blutgefäßen und somit einem Maximalen an verfügbarer Kraft einhergeht (Franke and Franzkowiak, 2015: S.1).

2.1 Stressoren

Jeder Mensch hat vermutlich eine marginal andere Assoziation zu dem Begriff „Stress“. Die einen verbinden damit den Beruf, andere den nicht enden wollenden Wutanfall des eigenen Kindes mitten in der S-Bahn, wieder anderen reicht schon eine rote Ampel um das individuelle Stressempfinden auf ein Maximum zu steigern.

Allen oben aufgeführten beispielhaften Situationen gemein sind die Auslöser, die sogenannten „Stressoren“, die nach der Definition des Arbeitspsychologen Eberhard Ulich Faktoren sind, „die mit hoher Wahrscheinlichkeit Stress auslösen“ (Hartig, 2015: S. 10; zitiert nach Ulich, 2011). Allerdings wird ein Stressor erst ab dem Zeitpunkt zu einem solchen, in dem die betroffene Person ihm die nötige Relevanz zuspricht (Hartig, 2015: S.22).

Es gibt unterschiedliche Ansichten, in welche Gruppen die Stressoren kategorisiert werden können. Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass diese sich in drei Bereiche gliedern lassen: „Kritische Lebensereignisse“, wie z.B. der Tod eines nahestehenden Menschen oder die einschneidende Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit. Des Weiteren „Stressoren des Alltags“, etwa die Bahn, die Verspätung hat oder ein Vorgesetzter, der eine Abmahnung ausspricht und mit einer Kündigung droht. Und zuletzt „chronisch stressbesetzte Lebensbedingungen“, beispielsweise die Pflege eines todkranken Menschen über eine lange Zeit oder auch längerfristige finanzielle Probleme, die selbst einen niedrigen Lebensstandard nicht möglich machen (Hartig, 2015: S.32; zitiert nach Weber, 2002).

2.2 Coping

Der Umgang mit Stressoren und deren Bewältigung wird „Coping“ genannt. Das sogenannte „instrumentelle Coping“ wird dazu eingesetzt, um die Situation an sich zu beeinflussen, unter anderem durch das Einholen von Rat und Unterstützung aus dem sozialen Umfeld. „Emotionales Coping“ beinhaltet jede Form von Ablenkung und Rückzug um des Selbstschutzes willen. Welche der Copingstrategien die effektivere ist, wurde noch nicht klar bewiesen, jedoch ist eine Person, die fähig ist beide gleichermaßen einzusetzen, in der Lage mit belastenden Umständen am besten zurechtkommen (Franke and Franzkowiak, 2015: S.5).

War das Coping über einen längeren Zeitraum nicht erfolgreich, kann der Stress Krankheiten hervorrufen oder bereits bestehende verschlimmern, weil das Immunsystem geschwächt wird. Neben beispielsweise dadurch bedingten Organleiden können auch psychosomatische Krankheitsbilder, wie Juckreiz oder Herz-Kreislauf-Problemen auftreten, denn „unter chronischer Belastung“ besteht die Möglichkeit, dass der Mensch „das natürliche Zusammenspiel von Körper und Seele“ nicht mehr versteht (Franzkowiak, 2015: S.5).

3. Die Beziehung zwischen Essverhalten und Emotionen

„Soul Food“, also „Seelen Futter“, ist ein häufig auftauchender Begriff in Bezug auf die Bewältigung eines hohen Stresserlebens – und das nicht ohne Grund. Essen und Emotionen bedingen sich gleichermaßen gegenseitig, es herrscht eine Wechselwirkung (Macht, 2005; S. 304), die allerdings komplex und in Folge dessen noch nicht vollständig erforscht ist. Somit sind diese beiden Bereiche unzertrennlich miteinander verwoben und müssen deshalb stets in demselben Maße beleuchtet und analysiert werden, um das Verhalten eines Individuums nachvollziehen und beeinflussen zu können.

Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt die Person an sich, besser gesagt ihre persönlichen Merkmale. So können ähnlich oder gleich geartete Emotionen unterschiedliche Reaktionen hervorrufen (Macht, 2005; S. 304). Zahlreiche Menschen nehmen bei negativ erlebten Emotionen, wie zum Beispiel Stress oder Traurigkeit, eine erhöhte Menge an Essen, und meist auch kohlenhydrat- und fettreichere Nahrungsmittel zu sich (Oliver et al., 2000; S. 853 ff; van Strien et al., 1986; S. 295 ff), obwohl eine „emotionskongruente Veränderung des Essverhaltens“ (Macht, 2005: S. 305) eher das Gegenteil bewirken würde.

Bei Personen, die im Essenkonsum die Lösung für ihre Problemlagen suchen, und diese scheinbar in der ersten Instanz auch zu finden scheinen, bedeutet die Aufnahme von Nahrung eine Abnahme der negativen Gefühle, wobei das rein wissenschaftlich gesehen noch nicht endgültig nachgewiesen werden konnte. Andersherum jedoch schon, wie eine bereits durchgeführte laboratorische Studie belegt: „[…] stressed emotional eaters ate more sweet high-fat foods and a more energy-dense meal than unstressed and nonemotional eaters.“ (Oliver et al., 2000).

Die Unterscheidung zwischen „nonemotional“ und „emotional“ ist hierbei von Bedeutung. Erstere sehen den Konsum von Essen nicht als zentrales Mittel um die Stimmung aufzuhellen, die emotionalen Esser jedoch nutzen zum Beispiel Schokolade gezielt als „Therapeuten“ in schwierigen Lagen.

Der Hang speziell zu süßen Speisen mit dem Ziel der Reduzierung des Stresserlebens ist teilweise zurückzuführen auf die ersten Lebensmonate eines Menschen. Die Muttermilch, die Babys erhalten ist leicht süßlich und schon „bei Neugeborenen reduzieren süße Geschmacksreize sehr wirksam Stressreaktionen“ (Macht, 2005: S. 306; Smith et al., 1990). In Folge dessen wird bereits direkt nach der Geburt die Nahrungsaufnahme häufig mit dem Gefühl des Trostes verbunden, wenn ein Baby durch Nahrung nicht nur das Stillen des Hungergefühls erfährt, sondern auch das Trostempfinden genährt wird.

4. Methodik der Umfrage

Die Untersuchung zu dem Thema „Psychische Belastung der Studierenden im Bachelorstudiengang Gesundheit und Soziales wurde mittels einer Befragung von 90 Bachelor-Studenten des ersten Semesters im Bereich „Gesundheit & Soziales“ durchgeführt. Die Methodik der Umfrage war eine gemischte und enthielt somit sowohl qualitative als auch quantitative Fragestellungen.

Der Fragebogen, zu finden in Anlage eins, ist unterteilt in fünf Fragen. Zuerst wurde das Alltagsverständnis von dem Begriff „Stress“ erfragt, wobei es neben neun quantitativen außerdem eine qualitative Antwortmöglichkeit gab. Bei der zweiten Frage wurden die Befragten dazu aufgefordert mittels einer Skala von eins bis fünf („gar nicht“ bis „sehr stark“) und auf der sechs stellvertretend für „trifft nicht zu“ stand, ihr persönliches Stresslevel der vergangenen Wochen einzuschätzen. Die dritte Frage beschäftigte sich mit der allgemeinen Reduzierung von Anspannungen aus dem Studium oder der Arbeit - die Probanden konnten zwischen vier quantitativen und einer qualitativen Antwort wählen. Frage vier ermittelte mit fünf möglichen Antworten, von denen eine ausgewählt werden musste, ob die Teilnehmer der Umfrage sich erholen können, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Die letzte Frage untersuchte die Stress-Bewältigungsstrategien anhand von vierzehn Szenarien, die eingeschätzt werden sollten von „Nie“ (1) bis „Sehr häufig“ (5).

Angelehnt waren die formulierten Fragen an „Ortenburger, 2013“ und „Schmidt-Gürtler, 2015“. Ausgewertet wurden sie von Studenten des vierten Semesters der Hochschule. Um ihre Ergebnisse darzustellen verwendeten sie Balken-Diagramme, welche die Ergebnisse in Prozent (Diagramm 1 und 2), in Mittelwerten aus den erhaltenen Umfragewerten (Frage 2 und 5) und in Anteilen an der absoluten Anzahl (Frage 1, 3, 4) veranschaulichten.

5. Ergebnisse

Abbildung 1 : Teilnehmer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Entnommen aus: Fragebogen „Erste Bestandsaufnahme zur Erfassung vom mutmaßlichen Stress bei Studenten“: S. 1

Die Grafik stellt die Anzahl und das Geschlecht der Befragten in den verschiedenen Altersgruppen der Umfrage „Erste Bestandsaufnahme zur Erfassung vom mutmaßlichem Stress bei Studenten“ dar. Die Angaben beziehen sich auf die totale Anzahl der Befragten in Zahlen.

Die größte Gruppe bewegte sich laut den Angaben im Bereich von 17-25 Jahren (48 Teilnehmer), davon sind 10 männlich und 38 weiblich. Die Altersgruppe 26-30 Jahre ist mit insgesamt 26 Teilnehmern vertreten, diese teilen sich auf in 5 männliche und 21 weibliche. Unter den Befragten „Ü 30 Jahre“ (16 Teilnehmer) befinden sich 7 Männer, 8 Frauen und ein Proband_In, der/die keine Angabe zu seinem/ihrem Geschlecht gemacht hat.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Psychische Belastung von Studierenden und Coping. Nahrung als Stressregulator
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V497477
ISBN (eBook)
9783346012753
Sprache
Deutsch
Schlagworte
psychische, belastung, studierenden, coping, nahrung, stressregulator
Arbeit zitieren
Finja Liebaug (Autor), 2017, Psychische Belastung von Studierenden und Coping. Nahrung als Stressregulator, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497477

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Psychische Belastung von Studierenden und Coping. Nahrung als Stressregulator


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden