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DDR-Geschichtskultur. Die Entstehungsgeschichte des sozialistischen Geschichtsbewusstseins

Titel: DDR-Geschichtskultur. Die Entstehungsgeschichte des sozialistischen Geschichtsbewusstseins

Hausarbeit , 2018 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Torka (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Beim Versuch einer Definition der Didaktik der Geschichte hat Karl Jeismann 1977 das Geschichtsbewusstsein zum zentralen Begriff der Geschichtsdidaktik erhoben. Erstmals große Bekanntheit erlangte der Begriff in der DDR. Dort wurde die Förderung eines sozialistischen Geschichtsbewusstseins zum Kampfauftrag der marxistischen Geschichtswissenschaft auserkoren.

Diese Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte des sozialistischen Geschichtsbewusstseins. Zunächst wird dabei die Methodik und Zielsetzung der DDR-Geschichtswissenschaft dargestellt. Gerade weil das Geschichtsbewusstsein heute eine der zentralen Kategorien der Geschichtsdidaktik ist, sollte man dessen historische Wurzeln erläutern. Dabei wird zunächst aufgezeigt, wie in der Anfangsphase der DDR die gesamte Geschichtswissenschaft ideologisch von der SED vereinnahmt wurde.

Daraufhin werden die Hintergründe beleuchtet, welche zur Entwicklung des Konzeptes des sozialistischen Geschichtsbewusstseins führten. Im Anschluss daran wird aufgezeigt, wie Geschichtsbilder in der DDR entwickelt wurden und warum und wie es zu Änderungen dieser Geschichtsbilder kam. Dies wird am Beispiel des Paradigmenwechsels von der "Zwei-Linien-Theorie", hin zur "Zwei-Staaten-Theorie" verdeutlicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zielsetzung und Methodik der Geschichtswissenschaft in der DDR

2.1 Die ideologische Vereinnahmung der Geschichtswissenschaft

2.2 Akzeptanz oder Ablehnung? – Geschichtsbewusstsein als zentrale Kategorie der marxistischen Geschichtswissenschaft

3.0 Staatlich verordnete Geschichtsbilder

3.1 „Zwei-Linien-Theorie“

3.2 „Zwei-Staaten-Theorie“

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte und die methodische Ausrichtung des sozialistischen Geschichtsbewusstseins in der DDR sowie dessen Funktion bei der Legitimierung der SED-Herrschaft. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie staatlich verordnete Geschichtsbilder durch die Instrumentalisierung der Geschichtswissenschaft entwickelt und an die veränderte politische Realität angepasst wurden.

  • Ideologische Vereinnahmung der Geschichtswissenschaft durch die SED
  • Konzeptualisierung und Funktion des sozialistischen Geschichtsbewusstseins
  • Methodischer Wandel von der „Zwei-Linien-Theorie“ zur „Zwei-Staaten-Theorie“
  • Spannungsfeld zwischen staatlichem Machtanspruch und individueller historischer Erfahrung

Auszug aus dem Buch

3.1 „Zwei-Linien-Theorie“

Als vordergründiges Ziel der DDR-Historiographie für die Jahre 1949-1970 nannte Walter Schmidt 1984: „[Ein] einheitliches historisch-politisches Konzept […] [für die] Bedürfnisse der sozialistischen Gesellschaft, “ welches es zu entwickeln galt. Zur Umsetzung dieses Ziels wurde eine teleologische Neudeutung der deutschen Geschichte vorgenommen, die sogenannte „Zwei-Linien Theorie.“ Eine revolutionäre „antifaschistisch-demokratische“ Traditionslinie, welche von den Bauernkriegen bis hin zur Gründung der DDR reicht, wurde entworfen und sollte die historischen Wurzeln des DDR-Staates beleuchten. Innerhalb Deutschlands gab es laut diesem Entwurf stets progressive Kräfte, welche für Gleichheit, Demokratie und den Sozialismus gekämpft haben. Diesen progressiven Kräften standen imperialistisch-reaktionäre Kräfte gegenüber. Die Teilung Deutschlands sei das Produkt dieses Antagonismus innerhalb der deutschen Geschichte.

Das antagonistische Geschichtsbild hat auch im Bezug mit dem Umgang der deutschen NS-Vergangenheit großen Wert für das SED-Regime gehabt. Die Bundesrepublik als „monopolkapitalistischer Wirtschaftsstaat“, trat das Erbe der Nazis an. Die DDR wiederum trat historisch das Erbe des antifaschistischen NS-Widerstands an. Somit wurden die Einwohner der DDR moralisch entlastet, sie konnten sich als Opfer der NS-Diktatur begreifen, während die BRD moralisch gesehen die Verbrechen der Nazis zu verantworten hatte. Diese Umdeutung, vom Täter zum Opfer, wurde von der Bevölkerung der DDR dankend angenommen. Man konnte sich somit frei von Schuld für die NS-Verbrechen sprechen. Die DDR, in ihrem Selbstverständnis als antifaschistischer Staat, konnte so politische Gegner, hier vor allem die BRD, als Faschisten diffamieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema in der geschichtsdidaktischen Forschung und beschreibt die Zielsetzung sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Zielsetzung und Methodik der Geschichtswissenschaft in der DDR: Dieses Kapitel analysiert die ideologische Unterordnung der Geschichtswissenschaft unter den Marxismus-Leninismus und die Etablierung des Konzepts des Geschichtsbewusstseins.

3.0 Staatlich verordnete Geschichtsbilder: Hier werden die beiden zentralen Paradigmen der DDR-Geschichtsschreibung untersucht, um die Legitimationsstrategien der SED darzulegen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Professionalisierung der Geschichtswissenschaft und deren Rolle bei der Festigung des SED-Regimes zusammen.

Schlüsselwörter

DDR, Geschichtswissenschaft, Marxismus-Leninismus, SED, Geschichtsbewusstsein, Geschichtsdidaktik, Zwei-Linien-Theorie, Zwei-Staaten-Theorie, Antifaschismus, Historischer Materialismus, Parteilichkeit, Geschichtsbilder, DDR-Historiographie, Politische Legitimation, Sozialistische Erziehung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Geschichtswissenschaft in der DDR als Instrument der SED-Politik und der Förderung eines sozialistischen Geschichtsbewusstseins.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die ideologische Vereinnahmung der Historik, die Entwicklung staatlich verordneter Geschichtsbilder und den Paradigmenwechsel zwischen den 1950er und 1970er Jahren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, wie die Geschichtswissenschaft den Machtanspruch der SED legitimierte und wie das Konzept des Geschichtsbewusstseins zur Steuerung der historischen Wahrnehmung eingesetzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Fachliteratur, zeitgenössischer Dokumente und fachspezifischer Diskurse zur DDR-Geschichtsschreibung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die ideologische Instrumentalisierung, das Konzept des sozialistischen Geschichtsbewusstseins sowie die Theorien zur historischen Identität (Zwei-Linien- und Zwei-Staaten-Theorie).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DDR, Marxismus-Leninismus, Geschichtsbewusstsein, SED, Parteilichkeit und Antifaschismus.

Warum wurde die "Zwei-Linien-Theorie" durch die "Zwei-Staaten-Theorie" abgelöst?

Die Ablösung erfolgte, da die alte Theorie durch die politische Realität und wachsende Skepsis in der Bevölkerung an Glaubwürdigkeit verlor, was eine Anpassung der Staatsdoktrin erforderte.

Welche Rolle spielte der Begriff des Geschichtsbewusstseins für die DDR-Historiker?

Er diente als Idealvorstellung, um das Individuum mittels staatlich verordneter Narrative im Sinne der marxistisch-leninistischen Weltanschauung zu erziehen und zu steuern.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
DDR-Geschichtskultur. Die Entstehungsgeschichte des sozialistischen Geschichtsbewusstseins
Hochschule
Universität Münster
Note
1,3
Autor
Tobias Torka (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V497545
ISBN (eBook)
9783346018380
ISBN (Buch)
9783346018397
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ddr-geschichtskultur entstehungsgeschichte geschichtsbewusstseins
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Torka (Autor:in), 2018, DDR-Geschichtskultur. Die Entstehungsgeschichte des sozialistischen Geschichtsbewusstseins, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497545
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Leseprobe aus  19  Seiten
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